Weißklee anbauen

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Trifolium repens Kriechklee, Kriechender Klee, Lämmerklee
Weitere Namen
Kriechklee, Kriechender Klee, Lämmerklee
Botanischer Name
Trifolium repens
Pflanzenkategorie
Gründüngung
WeißkleeRyan Hodnett / CC BY-SA 4.0

Weißklee gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist in Europa seit jeher heimisch. Er wächst kriechend, bildet über Ausläufer dichte, niedrige Teppiche und blüht von Mai bis Oktober mit hübschen weißen Blütenköpfchen. Diese Blüten sind für Honigbienen und Wildbienen gleichermaßen ein Fest, denn der Nektar ist auch für kurzrüsselige Arten gut erreichbar. Dutzende Wildbienenarten und zahlreiche Schmetterlinge nutzen ihn als Nahrungsquelle.

Im Gemüsegarten spielt Weißklee eine ganz besondere Rolle. Als Leguminose lebt er in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien), die Luftstickstoff binden und dem Boden in pflanzenverfügbarer Form zuführen. Gleichzeitig bedeckt er den Boden lückenlos, unterdrückt Unkraut und schützt vor Erosion. Seine Wurzeln reichen bis etwa 70 cm tief, lockern verdichtete Schichten und verbessern die Bodenstruktur nachhaltig.

Besonders bekannt ist Weißklee als Bestandteil der Kleewege im Mischkultursystem nach Familie Langerhorst. In diesem System wird nach jeweils drei Gemüsereihen ein etwa 40 cm breiter Kleestreifen angelegt, der als Arbeitsweg und Stickstofflieferant zugleich dient. Die Reihen und die Kleewege wandert dabei jedes Jahr weiter, sodass nach und nach das gesamte Beet von der Gründüngungswirkung profitiert. Alternativ kann auch Erdklee verwendet werden. Mehr dazu in unserem Gartenwissen Artikel.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Gründüngung
Fixiert Stickstoff über Knöllchenbakterien, Unterdrückt Unkraut besonders stark, Wertvolle Bienen-/Insektenweide, Bindet vorhandenen Bodenstickstoff gegen Auswaschung
Winterhärte
Winterhart bis -25 °C
Reihenabstand
40 cm
Pflanzabstand
1 cm
Wuchshöhe
5 - 20 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
3 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 - 20 °C
Keim-Art
Hell

Weißklee: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Umbruch
Umbruch (im nächsten Jahr)

Direktsaat von Anfang März bis Ende September. Der Umbruch erfolgt etwa Anfang Februar bis Ende März im nächsten Jahr.

Weißklee aussäen

Weißklee wird ausschließlich direkt ins Beet gesät. Die feinen Samen werden breitwürfig gestreut und nur ganz flach eingeharkt, als Lichtkeimer nicht tiefer als 1 bis 2 cm.

Die Aussaat ist von März bis September möglich. Für die Nutzung als Gründüngung eignen sich August und September besonders gut, weil sich der Klee dann noch vor dem Winter gut etablieren kann. Im System der Familie Langerhorst wird ab März gesät, sobald der Boden bearbeitbar ist. Die Keimung dauert bei Temperaturen ab 15 °C etwa eine bis zwei Wochen. Bis dahin solltest du die Fläche gleichmäßig feucht halten. Rechne mit rund 5 g Saatgut pro Quadratmeter.

Standort und Boden

Weißklee mag es sonnig bis halbschattig. In voller Sonne blüht er am reichsten und bildet die dichtesten Bestände, kommt aber auch mit etwas Schatten zurecht. Beim Boden zeigt er sich anpassungsfähiger als sein Verwandter, der Rotklee. Am wohlsten fühlt er sich auf nährstoffreichen, leicht kalkhaltigen, lehmigen bis lehmig-sandigen Böden mit guter Wasserversorgung. Auf stark sauren Böden mit einem pH-Wert unter 6 hat er Probleme, hier lohnt es sich, vor der Aussaat zu kalken. Staunässe und sehr trockene Sandböden sind ebenfalls nicht sein Ding.

Weißklee: Gute und schlechte Nachbarn

Weißklee ist kein klassischer Beetpartner, der Reihe an Reihe mit Gemüse steht. Seine Stärke liegt als Bodendecker zwischen oder neben den Kulturreihen. Starkzehrende Kulturen wie Kohl, Tomaten, Kürbis und Mais profitieren besonders von seiner Gesellschaft, weil er den Boden mit Stickstoff versorgt und die Struktur verbessert. In Forschungsversuchen hat sich gezeigt, dass blühende Untersaat unter Kohl sogar den Kohlweißling verwirrt und den Eibefall reduziert.

Weniger gut verträgt sich Weißklee mit anderen Leguminosen wie Erbsen und Bohnen. Die teilen sich ähnliche Knöllchenbakterien und können gemeinsame Krankheitserreger beherbergen. In den Büchern der Familie Langerhorst wird geschrieben, dass der Klee zu Bohnen und Erbsen so entfernt verwandt ist, dass in der Praxis kaum Probleme auftreten.

Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Weißklee: Vorgänger und Nachfolger

Die größte Stärke von Weißklee in der Fruchtfolge ist seine Vorfruchtwirkung für Starkzehrer. Kohl in allen Varianten, Tomaten, Kürbis, Sellerie und Mais nutzen den vom Klee hinterlassenen Stickstoff und die verbesserte Bodenstruktur optimal aus. Auch Mittelzehrer wie Salat, Möhren, Zwiebeln und Lauch gedeihen nach einer Weißklee-Gründüngung sehr gut.

Andere Leguminosen sind als Vorgänger oder Nachfolger problematisch, hier steigt das Risiko für Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum). Eine Anbaupause von mehreren Jahren zum nächsten Kleeanbau auf derselben Fläche ist ratsam.

Im System der Familie Langerhorst löst sich dieses Problem elegant von selbst, weil der Kleeweg jedes Jahr um 30 cm weiterrückt.

Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Weißklee gibt es in verschiedenen Blattgrößen. Die kleinblättrigen Formen wachsen besonders niedrig, sind trittfest und eignen sich gut für Wege und Rasenmischungen. Mittelgroßblättrige Sorten wie 'Haifa' oder 'Jura' sind für den Gemüsegarten eine gute Wahl, da sie wüchsig und robust sind. Die großblättrige Variante, der sogenannte Ladinoklee (var. giganteum), stammt ursprünglich aus Norditalien und braucht mehr Wärme als mitteleuropäische Gärten normalerweise bieten.

Für die Nutzung als Kleeweg oder Gründüngung im Hobbygarten empfehlen sich die mittelgroßblättrigen Standardsorten aus dem Handel. Die bekommst du in jedem Saatgutgeschäft, was ein praktischer Vorteil gegenüber dem schwerer beschaffbaren Erdklee ist.

Pflege und Düngung

Weißklee ist nach dem Anwachsen fast pflegefrei. Gelegentliches Mähen auf nicht unter 8 bis 10 cm fördert einen dichten Wuchs. In längeren Trockenperioden freut er sich über etwas Wasser, auch wenn seine Wurzeln erstaunlich tief reichen. Düngen kannst du dir komplett sparen, das erledigen die Knöllchenbakterien. Stickstoffdüngung wäre sogar kontraproduktiv, denn sie hemmt die Aktivität der nützlichen Bakterien.

Als Kleeweg nach Fam. Langerhorst kannst du das abgerupfte Kleematerial direkt als Mulch zwischen die benachbarten Gemüsereihen legen. So produziert der Kleeweg seinen Mulch praktisch mitten im Beet. Vor dem Winter hackst du den Weißklee mit einer Pendelhacke ab, da er winterhart ist und sonst einfach weiterwachsen würde. Das abgehackte Material bleibt als Flächenkompost liegen und ist bis zum Frühjahr weitgehend verrottet.

Krankheiten und Schädlinge

Weißklee ist erfreulich robust. Blattläuse tauchen gelegentlich auf, werden aber meist von Marienkäfern und anderen Nützlingen in Schach gehalten. Bei Bedarf hilft ein kurzer Rückschnitt. Der Klee-Erdfloh kann vereinzelt vorkommen, bleibt aber selten ein echtes Problem.

Bei anhaltender Feuchtigkeit können Echter Mehltau (weißlicher Belag) oder Rostpilze (Uromyces trifolii, erkennbar an rostbraunen Pusteln) auftreten. Hier hilft es Staunässe zu vermeiden. Die Kleeschwärze (Cymadothea trifolii) zeigt sich als schwarze Flecken auf der Blattunterseite, ist im Garten aber meist harmlos.

Die ernsthafteste Krankheit ist der Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum). Befallene Pflanzen sterben teilweise oder ganz ab. Die wichtigste Vorbeugung ist eine ausreichende Anbaupause von vier bis fünf Jahren zwischen Kleebeständen. Nur zertifiziertes Saatgut verwenden und befallene Flächen tief bearbeiten, da die Sklerotien ab 3 cm Tiefe nicht mehr auskeimen.

Ernte und Verarbeitung

Weißklee wird als Gründüngung nicht im klassischen Sinne geerntet. Stattdessen wird er gemäht und das Schnittgut als Mulch genutzt oder die gesamte Pflanzenmasse flach in den Boden eingearbeitet. Der beste Zeitpunkt für die Einarbeitung liegt kurz vor oder zu Beginn der Blüte, wenn der Stickstoffgehalt im Pflanzenmaterial am höchsten ist. Nach dem Einarbeiten solltest du etwa zwei bis drei Wochen warten, bevor du neu pflanzt, damit die Rotte den gebundenen Stickstoff freigibt.

Kleewege nach der Fam. Langerhorst werden vor dem Winter abgehackt und als Flächenkompost auf dem Beet belassen. Bis zum Frühjahr ist das Material verrottet und hat die Bodenstruktur für die einrückenden Gemüsereihen verbessert. Wer mag, kann die getrockneten Blüten übrigens auch für einen milden Kräutertee verwenden.