
Die Kartoffel stammt aus den Anden Südamerikas und kam im 16. Jahrhundert nach Europa, wo man sie zuerst wegen ihrer Blüten als Zierpflanze hielt. Sie gehört wie Tomate, Paprika und Aubergine zu den Nachtschattengewächsen. Gegessen werden die Knollen, die an unterirdischen Trieben wachsen. Alle grünen Teile, auch die kleinen tomatenähnlichen Beeren und grün gewordene Knollen, enthalten giftiges Solanin. Die Kartoffel wird jedes Jahr neu aus Pflanzknollen gezogen, aus Samen wachsen im ersten Jahr nur walnussgroße Knollen.
Zahlen, Daten, Fakten
Kartoffel: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Pflanzung 1Verpflanzen ins Beet von Anfang April bis Mitte Mai. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 110 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Juli.
Pflanzung 2Verpflanzen ins Beet von Mitte April bis Ende Mai. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 160 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende Oktober.
Kartoffel pflanzen
Pflanzung 1: Frühkartoffel (B Reihe früh nach Gertrud Franck)
Pflanzung 2: Lagerkartoffel (A Reihe nach Gertrud Franck)
Solange du dich nicht gerade mit der Zucht neuer Sorten beschäftigst, säst du Kartoffeln normalerweise nicht aus Samen, sondern pflanzt (vorgekeimte) Saatkartoffeln. Die Zeitangaben beziehen sich daher auf das Legen von Kartoffeln.
Damit sie einen Vorsprung von bis zu vier Wochen bekommen, keimst du die Pflanzkartoffeln drei bis vier Wochen vorher bei 10 bis 15 Grad an einem hellen Platz ohne direkte Sonne vor. Leg sie, sobald der Boden 8 Grad warm ist, meist von Mitte April bis Anfang Mai. Frühkartoffeln kannst du in milden Lagen schon Anfang April unter Vlies legen, Lagerkartoffeln besser erst Ende April oder Anfang Mai. Setz die Knollen etwa 10 cm tief mit den Keimen nach oben, 30 bis 35 cm in der Reihe und 60 bis 70 cm zwischen den Reihen.
Standort und Boden
Die Kartoffel wächst auf fast allen Gartenböden, am liebsten auf tiefgründigem, lockerem Boden mit viel Humus. Staunässe verträgt sie nicht, auf schweren Böden helfen Dämme, die schneller abtrocknen und warm werden. Gib ihr einen sonnigen, luftigen Platz, dort trocknet das Laub schnell ab und die Krautfäule hat es schwerer. Der pH-Wert liegt am besten zwischen 5,5 und 7. Kalk das Kartoffelbeet nicht, sonst kommt leicht Schorf. In einem großen Kübel oder Pflanzsack ab 50 cm Durchmesser klappt der Anbau auch auf dem Balkon.
Kartoffel: Gute und schlechte Nachbarn
Ein alter Partner der Kartoffel ist die Ackerbohne. In Südtirol stehen Puffbohnen in den Kartoffelreihen oder am Rand, dort sind sie windgeschützt und liefern den Kartoffeln Stickstoff. Auch Buschbohnen, Spinat und Mais gelten als gute Nachbarn. Späte Kohlarten wie Grünkohl, Rosenkohl oder Wirsing passen neben Frühkartoffeln, denn wenn der Kohl im Sommer Platz braucht, sind die Kartoffeln schon geerntet.
Beim Kartoffellegen säst du Radieschen, Rucola, Gartenkresse oder Pflücksalat über die Reihen, sie sind geschnitten, bevor das Kraut durchkommt. Eine Reihe Phacelia mit etwas Abstand hält den Kartoffelkäfer fern, Meerrettich an den Ecken des Beets soll ebenfalls helfen. Schwester Christa Weinrich setzt Pfefferminze und Borretsch an die Ränder der Kartoffelreihen, Dill und Ringelblumen locken Nützlinge gegen Blattläuse an.
Tomaten gehören nicht neben die Kartoffel, die Kraut- und Braunfäule springt leicht über. Auberginen hältst du ebenfalls fern, an ihnen frisst der Kartoffelkäfer besonders gern. Gertrud Franck riet von Zwiebeln neben Kartoffeln ab, Schwester Christa Weinrich von Roter Bete, Sellerie und Kopfsalat. Kürbis, Gurken und Melonen gelten als schlechte Nachbarn. Erbsen gelten bei Gertrud Franck und in anderen Ländern als gute Nachbarn, Schwester Christa Weinrich warnt dagegen, die Kartoffel hemme sie.
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- Gemeinsamer Schädling wird angelockt oder vermehrt
- Konkurrenz um Licht, Wasser, Nährstoffe, Wurzelraum
- Gemeinsamer Erreger, Ausbreitung über Nähe
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Kartoffel: Vorgänger und Nachfolger
Kartoffeln brauchen mindestens vier Jahre Pause auf demselben Beet, auch zu Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen. Alle teilen Kartoffelnematoden und die Verticillium-Welke, die viele Jahre im Boden überdauern.
Die besten Vorfrüchte sind Ackerbohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte, deren Stickstoff die Kartoffel gut nutzt. Gertrud Franck sät Ackerbohnen als Voraussaat in die spätere Kartoffelreihe. Nach Mais tragen Kartoffeln besonders gut, und ein dichter Bestand Tagetes im Vorjahr senkt Wurzelnematoden.
Die Kartoffel selbst ist eine sehr gute Vorfrucht, deshalb kam sie früher als erste Kultur auf neue Beete. Sie hinterlässt einen tief gelockerten, unkrautarmen Boden, davon profitieren Möhren, Schwarzwurzeln, Rote Bete, Mangold, Lauch und Zwiebeln. Nach Frühkartoffeln ist im Sommer Platz für Grünkohl, Rosenkohl, Fenchel, Endivie, Herbstrüben oder Feldsalat. Salat und Bohnen setzt du nicht direkt danach, denn am Salat fressen Drahtwürmer und Bohnen teilen mit der Kartoffel die Weißstängeligkeit.
- Aktive Senkung von Nematoden
- Stickstoffnachlieferung
- Stickstoffnachlieferung
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- Bodenlockerung, Bodenstruktur
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- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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- Selbstunverträglichkeit
- Bodenlockerung, Bodenstruktur
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- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Aufnahme von Rest-Stickstoff
- Bodenlockerung, Bodenstruktur
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- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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- Drahtwurmaufbau
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Sorten
Die Sorten der Kartoffel unterscheidest du vor allem nach Reifezeit und Kochtyp. Frühe Sorten sind nach etwa 90 Tagen erntereif und entgehen oft der Krautfäule, späte Lagersorten brauchen bis zu 160 Tage. Festkochende Kartoffeln passen in den Salat, mehligkochende zu Püree und Klößen. Schale und Fleisch können gelb, rot oder blau sein, und ältere Sorten blühen oft schöner als neue.
Pflege und Düngung
Die Kartoffel braucht einen gut versorgten Boden, aber keinen frischen Mist. Gib Kompost oder gut verrotteten Mist schon im Herbst, zu viel Stickstoff macht die Pflanzen anfällig und die Knollen schlechter lagerfähig. Sind die Stauden etwa 20 cm hoch, häufelst du sie an und hackst dabei das Unkraut weg, drei bis vier Wochen später ein zweites Mal. So bleiben die Knollen im Dunkeln und werden nicht grün. Gieß bei Trockenheit vor allem ab der Blüte, wenn die Knollen wachsen, morgens und nur von unten. Gehäckseltes Stroh zwischen den Reihen hält Blattläuse ab.
Krankheiten und Schädlinge
Die gefährlichste Krankheit der Kartoffel ist die Kraut- und Knollenfäule. Ab Mitte Juni werden die Blätter braun, auf der Unterseite wächst ein weißer Pilzrasen, und bei feuchtem Wetter stirbt das Kraut in wenigen Tagen ab. Vorgekeimte frühe Sorten wachsen ihr oft davon. Pflanz luftig, gieß nicht übers Laub und halte Abstand zu Tomaten. Bei Befall schneidest du das Kraut ab und erntest die Knollen erst zwei bis drei Wochen später.
Trockene braune Flecken mit Ringen an den unteren Blättern zeigen die Dürrfleckenkrankheit. Viruskrankheiten wie das Kartoffelvirus Y übertragen Blattläuse, die Pflanzen kümmern und tragen Jahr für Jahr weniger. Kauf deshalb jedes Jahr gesunde Pflanzkartoffeln.
Der Kartoffelkäfer und seine roten Larven fressen das Laub bis auf die Stängel, sammle Käfer, Eigelege und Larven früh und regelmäßig ab. Drahtwürmer bohren enge Gänge in die Knollen, vor allem nach einer umgegrabenen Wiese. Schorf macht die Schale rau, schadet dem Geschmack aber nicht. Gegen Kartoffelnematoden und die Wurzeltöterkrankheit helfen vier Jahre Pause und viel Kompost.
Ernte und Verarbeitung
Frühkartoffeln erntest du ab Mitte Juni nach Bedarf, bei vielen Sorten sind die Knollen groß genug, wenn die Pflanzen blühen. Lagerkartoffeln bleiben im Boden, bis das Kraut abgestorben ist, und noch zwei Wochen länger, damit die Schale fest wird. Grab sie an einem trockenen Tag mit der Grabgabel aus und lass sie kurz abtrocknen. Lagere die Kartoffeln dunkel und luftig bei 3 bis 5 Grad, nie unter null Grad und nicht neben Äpfeln. Grüne Stellen und Keime schneidest du großzügig weg, sie enthalten giftiges Solanin.
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