Kartoffel anbauen

Solanum tuberosum Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Potaten
Weitere Namen
Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Potaten
Botanischer Name
Solanum tuberosum
Familie / Gattung
Solanaceae / Solanum
Pflanzenkategorie
Wurzel- und Knollengemüse
KartoffelPeter Turner Photography/Shutterstock.com

Die Kartoffel stammt aus den Anden Südamerikas und kam im 16. Jahrhundert nach Europa, wo man sie zuerst wegen ihrer Blüten als Zierpflanze hielt. Sie gehört wie Tomate, Paprika und Aubergine zu den Nachtschattengewächsen. Gegessen werden die Knollen, die an unterirdischen Trieben wachsen. Alle grünen Teile, auch die kleinen tomatenähnlichen Beeren und grün gewordene Knollen, enthalten giftiges Solanin. Die Kartoffel wird jedes Jahr neu aus Pflanzknollen gezogen, aus Samen wachsen im ersten Jahr nur walnussgroße Knollen.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig, B - früh
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Leitkultur
Winterhärte
Abfrierend
Kulturzeit
110 - 160 Tage
Reihenabstand
60 cm
Pflanzabstand
35 cm
Wuchshöhe
30 - 100 cm
Saattiefe
10 cm
Keimtemperatur (minimal)
8 °C
Vorzieh-Dauer
30 Tage

Kartoffel: Pflanzzeiten & Erntezeiten

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

Pflanzung 1Verpflanzen ins Beet von Anfang April bis Mitte Mai. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 110 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Juli.

Pflanzung 2Verpflanzen ins Beet von Mitte April bis Ende Mai. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 160 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende Oktober.

Kartoffel pflanzen

Pflanzung 1: Frühkartoffel (B Reihe früh nach Gertrud Franck)

Pflanzung 2: Lagerkartoffel (A Reihe nach Gertrud Franck)

Solange du dich nicht gerade mit der Zucht neuer Sorten beschäftigst, säst du Kartoffeln normalerweise nicht aus Samen, sondern pflanzt (vorgekeimte) Saatkartoffeln. Die Zeitangaben beziehen sich daher auf das Legen von Kartoffeln.

Damit sie einen Vorsprung von bis zu vier Wochen bekommen, keimst du die Pflanzkartoffeln drei bis vier Wochen vorher bei 10 bis 15 Grad an einem hellen Platz ohne direkte Sonne vor. Leg sie, sobald der Boden 8 Grad warm ist, meist von Mitte April bis Anfang Mai. Frühkartoffeln kannst du in milden Lagen schon Anfang April unter Vlies legen, Lagerkartoffeln besser erst Ende April oder Anfang Mai. Setz die Knollen etwa 10 cm tief mit den Keimen nach oben, 30 bis 35 cm in der Reihe und 60 bis 70 cm zwischen den Reihen.

Standort und Boden

Die Kartoffel wächst auf fast allen Gartenböden, am liebsten auf tiefgründigem, lockerem Boden mit viel Humus. Staunässe verträgt sie nicht, auf schweren Böden helfen Dämme, die schneller abtrocknen und warm werden. Gib ihr einen sonnigen, luftigen Platz, dort trocknet das Laub schnell ab und die Krautfäule hat es schwerer. Der pH-Wert liegt am besten zwischen 5,5 und 7. Kalk das Kartoffelbeet nicht, sonst kommt leicht Schorf. In einem großen Kübel oder Pflanzsack ab 50 cm Durchmesser klappt der Anbau auch auf dem Balkon.

Kartoffel: Gute und schlechte Nachbarn

Ein alter Partner der Kartoffel ist die Ackerbohne. In Südtirol stehen Puffbohnen in den Kartoffelreihen oder am Rand, dort sind sie windgeschützt und liefern den Kartoffeln Stickstoff. Auch Buschbohnen, Spinat und Mais gelten als gute Nachbarn. Späte Kohlarten wie Grünkohl, Rosenkohl oder Wirsing passen neben Frühkartoffeln, denn wenn der Kohl im Sommer Platz braucht, sind die Kartoffeln schon geerntet.

Beim Kartoffellegen säst du Radieschen, Rucola, Gartenkresse oder Pflücksalat über die Reihen, sie sind geschnitten, bevor das Kraut durchkommt. Eine Reihe Phacelia mit etwas Abstand hält den Kartoffelkäfer fern, Meerrettich an den Ecken des Beets soll ebenfalls helfen. Schwester Christa Weinrich setzt Pfefferminze und Borretsch an die Ränder der Kartoffelreihen, Dill und Ringelblumen locken Nützlinge gegen Blattläuse an.

Tomaten gehören nicht neben die Kartoffel, die Kraut- und Braunfäule springt leicht über. Auberginen hältst du ebenfalls fern, an ihnen frisst der Kartoffelkäfer besonders gern. Gertrud Franck riet von Zwiebeln neben Kartoffeln ab, Schwester Christa Weinrich von Roter Bete, Sellerie und Kopfsalat. Kürbis, Gurken und Melonen gelten als schlechte Nachbarn. Erbsen gelten bei Gertrud Franck und in anderen Ländern als gute Nachbarn, Schwester Christa Weinrich warnt dagegen, die Kartoffel hemme sie.

Sehr gute Nachbarn
Ackerbohne
Gute Nachbarn
Basilikum
Borretsch
Buschbohne
Dill
Eichblattsalat
Erbse
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kamille
Kapuzinerkresse
Knoblauch
Kohlrabi
Lollo bianda / Lollo rosso
Mais
Meerrettich
Minze
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Palmkohl
Phacelia
Radieschen
Ringelblume
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Spinat
Spitzkohl
Tagetes
Weißkohl
Wirsing
Schlechte Nachbarn
Aubergine
Batavia
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Eisbergsalat
Etagenzwiebel
Frühlingszwiebel
Gurke
Honigmelone
Knollensellerie
Kopfsalat
Kürbis
Pak Choi
Romana-Salat
Rote Bete
Rotklee
Schalotte
Schnittsellerie
Stangensellerie
Steckrübe
Wassermelone
Zwiebel
Sehr schlechte Nachbarn
Sonnenblume
Tomate

Kartoffel: Vorgänger und Nachfolger

Kartoffeln brauchen mindestens vier Jahre Pause auf demselben Beet, auch zu Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen. Alle teilen Kartoffelnematoden und die Verticillium-Welke, die viele Jahre im Boden überdauern.

Die besten Vorfrüchte sind Ackerbohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte, deren Stickstoff die Kartoffel gut nutzt. Gertrud Franck sät Ackerbohnen als Voraussaat in die spätere Kartoffelreihe. Nach Mais tragen Kartoffeln besonders gut, und ein dichter Bestand Tagetes im Vorjahr senkt Wurzelnematoden.

Die Kartoffel selbst ist eine sehr gute Vorfrucht, deshalb kam sie früher als erste Kultur auf neue Beete. Sie hinterlässt einen tief gelockerten, unkrautarmen Boden, davon profitieren Möhren, Schwarzwurzeln, Rote Bete, Mangold, Lauch und Zwiebeln. Nach Frühkartoffeln ist im Sommer Platz für Grünkohl, Rosenkohl, Fenchel, Endivie, Herbstrüben oder Feldsalat. Salat und Bohnen setzt du nicht direkt danach, denn am Salat fressen Drahtwürmer und Bohnen teilen mit der Kartoffel die Weißstängeligkeit.

Sehr gute Vorgänger
Ölrettich
Gute Vorgänger
Ackerbohne
Buchweizen
Buschbohne
Erbse
Feuerbohne
Hafer
Inkarnatklee
Kichererbse
Linsen
Mais
Minze
Senf
Sojabohne
Sommerwicke
Stangenbohne
Tagetes
Winterroggen
Winterwicke
Schlechte Vorgänger
Andenbeere
Aubergine
Chili
Erdbeere
Esparsette
Luzerne
Paprika
Phacelia
Rotklee
Tomate
Tomatillo
Weißklee
Sehr schlechte Vorgänger
Kartoffel
Gute Nachfolger
Alexandrinerklee
Buchweizen
Endivie
Erdklee
Etagenzwiebel
Feldsalat
Fenchel
Flower Sprouts
Frühlingszwiebel
Grünkohl
Haferwurzel
Inkarnatklee
Knoblauch
Lauch
Luzerne
Mairübe
Mangold
Möhre
Ölrettich
Palmkohl
Perserklee
Phacelia
Postelein
Radicchio
Rosenkohl
Rote Bete
Rotklee
Schalotte
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Schwarzwurzel
Senf
Sommerwicke
Spargel
Steckrübe
Weißklee
Winterroggen
Winterwicke
Zuckerhut
Zwiebel
Schlechte Nachfolger
Andenbeere
Aubergine
Batavia
Buschbohne
Chili
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Erdbeere
Feuerbohne
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Lupine
Meerrettich
Paprika
Radieschen
Rettich
Romana-Salat
Schwarzer Rettich
Stangenbohne
Tomate
Tomatillo
Sehr schlechte Nachfolger
Kartoffel

Sorten

Die Sorten der Kartoffel unterscheidest du vor allem nach Reifezeit und Kochtyp. Frühe Sorten sind nach etwa 90 Tagen erntereif und entgehen oft der Krautfäule, späte Lagersorten brauchen bis zu 160 Tage. Festkochende Kartoffeln passen in den Salat, mehligkochende zu Püree und Klößen. Schale und Fleisch können gelb, rot oder blau sein, und ältere Sorten blühen oft schöner als neue.

Pflege und Düngung

Die Kartoffel braucht einen gut versorgten Boden, aber keinen frischen Mist. Gib Kompost oder gut verrotteten Mist schon im Herbst, zu viel Stickstoff macht die Pflanzen anfällig und die Knollen schlechter lagerfähig. Sind die Stauden etwa 20 cm hoch, häufelst du sie an und hackst dabei das Unkraut weg, drei bis vier Wochen später ein zweites Mal. So bleiben die Knollen im Dunkeln und werden nicht grün. Gieß bei Trockenheit vor allem ab der Blüte, wenn die Knollen wachsen, morgens und nur von unten. Gehäckseltes Stroh zwischen den Reihen hält Blattläuse ab.

Krankheiten und Schädlinge

Die gefährlichste Krankheit der Kartoffel ist die Kraut- und Knollenfäule. Ab Mitte Juni werden die Blätter braun, auf der Unterseite wächst ein weißer Pilzrasen, und bei feuchtem Wetter stirbt das Kraut in wenigen Tagen ab. Vorgekeimte frühe Sorten wachsen ihr oft davon. Pflanz luftig, gieß nicht übers Laub und halte Abstand zu Tomaten. Bei Befall schneidest du das Kraut ab und erntest die Knollen erst zwei bis drei Wochen später.

Trockene braune Flecken mit Ringen an den unteren Blättern zeigen die Dürrfleckenkrankheit. Viruskrankheiten wie das Kartoffelvirus Y übertragen Blattläuse, die Pflanzen kümmern und tragen Jahr für Jahr weniger. Kauf deshalb jedes Jahr gesunde Pflanzkartoffeln.

Der Kartoffelkäfer und seine roten Larven fressen das Laub bis auf die Stängel, sammle Käfer, Eigelege und Larven früh und regelmäßig ab. Drahtwürmer bohren enge Gänge in die Knollen, vor allem nach einer umgegrabenen Wiese. Schorf macht die Schale rau, schadet dem Geschmack aber nicht. Gegen Kartoffelnematoden und die Wurzeltöterkrankheit helfen vier Jahre Pause und viel Kompost.

Anfällig für
Bakterielle Nassfäule
Blattrollkrankheit der Kartoffel
Drahtwurm(Anfälligkeit hoch)
Dürrfleckenkrankheit
Erdraupen
Fusarium-Stängelfäule
Grauschimmel
Grüne Pfirsichblattlaus
Kartoffelkäfer(Anfälligkeit hoch)
Kartoffelvirus Y
Kartoffelzystennematoden(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Kraut- und Braunfäule(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Nacktschnecken(Anfälligkeit gering)
Nördlicher Wurzelgallennematode
Phytophthora-Stängelgrundfäule
Pulverschorf(resistente Sorten erhältlich)
Rhizoctonia
Schorf(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Silberschorf
Stängelälchen
Tabak-Rattle-Virus(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Tomatenminiermotte(Anfälligkeit gering)
Tomatenmosaikvirus
Tomatenrostmilbe
Tomatenstängelfäule
Verticillium-Welke(Anfälligkeit hoch)
Weichhautmilbe
Weißstängeligkeit
Wurzelläsionsnematode

Ernte und Verarbeitung

Nick Pecker/Shutterstock.com

Frühkartoffeln erntest du ab Mitte Juni nach Bedarf, bei vielen Sorten sind die Knollen groß genug, wenn die Pflanzen blühen. Lagerkartoffeln bleiben im Boden, bis das Kraut abgestorben ist, und noch zwei Wochen länger, damit die Schale fest wird. Grab sie an einem trockenen Tag mit der Grabgabel aus und lass sie kurz abtrocknen. Lagere die Kartoffeln dunkel und luftig bei 3 bis 5 Grad, nie unter null Grad und nicht neben Äpfeln. Grüne Stellen und Keime schneidest du großzügig weg, sie enthalten giftiges Solanin.

Beetplaner öffnen 7 Tage kostenlos testen, Web, iOS und Android