Erbse anbauen

Pisum sativum Gartenerbse
Weitere Namen
Gartenerbse
Botanischer Name
Pisum sativum
Familie / Gattung
Fabaceae / Lathyrus
Pflanzenkategorie
Hülsenfrüchte
Erbsedadalia/Shutterstock.com

Die Erbse zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Es gibt Belege das sie schon um die 10000 Jahre kultiviert wird. Vom Orient breitete sie sich dann bald aus bis über ganz Europa. Sie ist unserem Klima gut angepasst und kann schon früh im Jahr gepflanzt werden.

Es gibt verschiedene Unterarten:

die Schal- oder Palerbsen: Pisum sativum L. convar. sativum, die man nach der Ernte trocknet.

die Markerbsen: Pisum sativum L. convar. medullare Alef., zum Frischverzehr, Einfrieren oder Einkochen. Wenn man diese trocknet werden sie beim Kochen nicht mehr weich.

Und die Zuckererbsen: Pisum sativum L. convar. axiphium Alef, die man unreif ist wenn sich die Körner leicht abzeichnen. Ihnen fehlt eine innere Pergamenthaut und darum kann man die Hülsen mitessen.

Winterkefen: Und dann gibt es noch wenige ganz spezielle Sorten, die sich für den Überwinterungsanbau eignen.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig, B - früh, B - spät
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Begleitkultur
Kulturzeit
70 - 290 Tage
Reihenabstand
35 cm
Pflanzabstand
5 cm
Wuchshöhe
30 - 200 cm
Saattiefe
4 cm
Keimtemperatur (minimal)
6 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 - 20 °C
Keim-Art
Hell und Dunkel

Erbse: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

Pflanzung 1Direktsaat von Anfang März bis Mitte Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 90 Tagen etwa Anfang Juni beginnen und geht bis Ende Juli.

Pflanzung 2Direktsaat von Anfang April bis Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 70 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Juli.

Pflanzung 3Direktsaat von Mitte April bis Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 70 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.

WinterDirektsaat von Mitte September bis Mitte November. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 200 Tagen etwa Anfang April beginnen und geht bis Ende Mai im nächsten Jahr.

Winter 2Direktsaat von Mitte September bis Mitte November. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 290 Tagen etwa Anfang Juli beginnen und geht bis Mitte August im nächsten Jahr.

Erbse aussäen

Pflanzung 1: Palerbsen, Trockenerbsen

Pflanzung 2: Markerbsen, zum Frischverzehr und zum Einfrieren

Pflanzung 3: Zuckererbsen

Winter: Wintererbsen/Winterkefen zur Frischernte, nur spezielle Sorten geeignet.

Winter 2: Wintererbsen/Winterkefen zur Trockenernte, nur spezielle Sorten geeignet.

Standort und Boden

Am besten wächst die Erbse auf lockeren humosen Böden in sonniger Lage. Zu schwere aber auch zu sandige Böden mag sie nicht.

Erbse: Gute und schlechte Nachbarn

Nachtschattengewächse, das sind z.B. Tomaten, Paprika und Auberginen, mit anderen Hülsenfrüchten, wie Bohnen usw. und Lauchgewächsen, wie Zwiebeln und Knoblauch vertragen sie sich nicht als Nachbarn.

Sehr gute Nachbarn
Hafer
Gute Nachbarn
Artischocke
Batavia
Blumenkohl
Borretsch
Brokkoli
Chinakohl
Dill
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Erdbeere
Estragon
Fenchel
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Kamille
Knollensellerie
Kohlrabi
Kopfsalat
Kümmel
Linsen
Lollo bianda / Lollo rosso
Mairübe
Mais
Mangold
Mizuna (Asiasalat)
Möhre
Pak Choi
Palmkohl
Radieschen
Rettich
Rhabarber
Ringelblume
Romana-Salat
Romanesco
Rosenkohl
Rote Bete
Rotkohl
Schnittsellerie
Schwarzer Rettich
Spargel
Spinat
Spitzkohl
Stangensellerie
Steckrübe
Weißkohl
Wirsing
Schlechte Nachbarn
Ackerbohne
Aubergine
Etagenzwiebel
Frühlingszwiebel
Knoblauch
Lauch
Paprika
Schalotte
Schnittknoblauch
Tomate
Zwiebel

Erbse: Vorgänger und Nachfolger

Als Vorgänger sind Möhren und als Nachfolger Feldsalat jeweils zusätzlich zu allen Hülsenfrüchten und Lauchgewächsen nicht gut.

Gute Vorgänger
Meerrettich
Senf
Tomate
Schlechte Vorgänger
Ackerbohne
Alexandrinerklee
Buschbohne
Erdklee
Esparsette
Etagenzwiebel
Feuerbohne
Frühlingszwiebel
Inkarnatklee
Kichererbse
Knoblauch
Lauch
Linsen
Lupine
Luzerne
Möhre
Perserklee
Rotklee
Schalotte
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Sojabohne
Sonnenblume
Stangenbohne
Weißklee
Winterwicke
Zwiebel
Sehr schlechte Vorgänger
Erbse
Gute Nachfolger
Aubergine
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Endivie
Erdbeere
Fenchel
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Hafer
Honigmelone
Kartoffel
Knoblauch
Knollensellerie
Kohlrabi
Kürbis
Mairübe
Mais
Mangold
Meerrettich
Melothria
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Phacelia
Radicchio
Rettich
Rhabarber
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Schnittsellerie
Schwarzer Rettich
Spargel
Spinat
Spitzkohl
Stangensellerie
Steckrübe
Wassermelone
Weißkohl
Wirsing
Zucchini
Zuckerhut
Schlechte Nachfolger
Ackerbohne
Alexandrinerklee
Buschbohne
Erdklee
Esparsette
Etagenzwiebel
Feldsalat
Feuerbohne
Frühlingszwiebel
Inkarnatklee
Kichererbse
Lauch
Linsen
Lupine
Luzerne
Perserklee
Rotklee
Schalotte
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Schwarzwurzel
Sojabohne
Sommerwicke
Sonnenblume
Stangenbohne
Weißklee
Winterwicke
Zwiebel
Sehr schlechte Nachfolger
Erbse

Sorten

Siehe Winterkefen

Pflege und Düngung

Wenn die Erbsenpflänzchen 20 cm hoch sind kann man sie gut etwas anhäufeln, das erhöht die Standfestigkeit und regt die Wurzelbildung an. Man sollte nun auch an eine Rankhilfe denken. Im Internet gibt es viele Beispiele, man kann Haselruten oder andere gerade, lange Zweige immer über Kreuz in die Erde stecken und an den Kreuzungspunkten zusammenbinden. Oder ein Netz an 2 oder je nach Länge des Beetes mehreren Pfosten befestigen usw.. Immer mal vorsichtig hacken, damit die Erde das Wasser besser aufnehmen kann und während der Hauptfruchtbildung für eine gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen. Dünger brauchen die Erbsen nicht als Leguminosen.

Krankheiten und Schädlinge

Anfällig für
Ackerbohnenkäfer
Ackerbohnenrost
Aphanomyces-Wurzelfäule(Anfälligkeit hoch)
Bohnenblattrollvirus
Bohnenfliege
Bohnengelbmosaikvirus
Brennfleckenkrankheit der Erbse(Anfälligkeit hoch)
Drahtwurm
Echter Mehltau an Erbsen(resistente Sorten erhältlich)
Erbsenblattrandkäfer
Erbsengallmücke
Erbsenkäfer
Erbsenrost
Erbsenthrips
Erbsenwickler(Anfälligkeit hoch)
Erbsenzystenälchen(Anfälligkeit hoch)
Erdraupen
Falscher Mehltau an Erbse und Ackerbohne
Fusarium-Stängelfäule
Fusarium-Welke der Erbse(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Grauschimmel
Grüne Erbsenblattlaus
Grüne Pfirsichblattlaus
Leguminosenmüdigkeit(Anfälligkeit hoch)
Nacktschnecken(Anfälligkeit gering)
Nanovirus der Erbse
Nördlicher Wurzelgallennematode(Anfälligkeit hoch)
Rhizoctonia
Salatmosaikvirus
Scharfes Adernmosaikvirus
Sojabohnenmosaikvirus
Speisebohnenkäfer
Stängelälchen(Anfälligkeit hoch)
Verticillium-Welke
Weißstängeligkeit
Zwiebelthrips
Vermehrt, ohne selbst stark zu leiden
Tabak-Rattle-Virus

Ernte und Verarbeitung

Je nach der Erbsenunterart ist auch die Ernte etwas verschieden. Zuckererbsen sind am süßesten, wenn sich das Korn nur wenig abzeichnet. Dann spätestens alle 3 Tage durchgehen und pflücken. Winterkefen gehören zu den Zuckererbsen.

Markerbsen erntet man wenn das Korn kugelrund und schön grün geworden ist und seine volle Größe erreicht hat. Dann kann man sie gut auslösen und bald verarbeiten. Auch hier sollte man alle 2 bis 3 Tage durchernten.

Beide, Zuckererbsen und Markerbsen sollte man bald verbrauchen sonst lieber schnell einfrieren. Werden sie länger als 1 bis 2 Tage im Kühlschrank gelagert wird der Zucker in Stärke umgewandelt und sie schmecken nicht mehr süß sondern fad.

Palerbsen sind fertig wenn die Hülsen schön eingetrocknet sind. Dann vielleicht nach dem Auslösen noch ein paar Tage nachtrocknen und dann kühl und trocken einlagern.

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