Eisbergsalat anbauen

Lactuca sativa var. capitata Krachsalat, Eissalat
Weitere Namen
Krachsalat, Eissalat
Botanischer Name
Lactuca sativa var. capitata
Familie / Gattung
Asteraceae / Lactuca
Pflanzenkategorie
Blattsalate
EisbergsalatMadeleine Steinbach/Shutterstock.com

Eisbergsalat bildet große, fest geschlossene Köpfe aus dicken, knackigen Blättern, die nach dem Anrichten nicht so schnell welken wie zarter Butterkopfsalat. Er gehört zu den Krachsalaten und ist botanisch dieselbe Art wie Kopfsalat, Lollo, Eichblatt, Batavia und Romana. Die Sortengruppe stammt aus Amerika und hat bei uns erst in den letzten Jahrzehnten die Läden erobert. Im Garten lohnt er sich vor allem im Sommer, denn er schießt deutlich später als Kopfsalat und bleibt erntereif länger stehen. Die Köpfe halten im Kühlschrank bis zu drei Wochen.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
C - niedriger Wuchs, kurze Wachstumszeit
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Begleitkultur
Winterhärte
Bedingt winterhart bis -10 °C
Kulturzeit
90 - 180 Tage
Reihenabstand
35 cm
Pflanzabstand
35 cm
Wuchshöhe
20 - 30 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
3 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 - 18 °C
Keim-Art
Hell
Vorzieh-Dauer
30 Tage

Eisbergsalat: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

FreilandDirektsaat von Anfang April bis Ende Juni. Verpflanzen ins Beet von Anfang April bis Mitte August. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang März und Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 90 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.

GewächshausVerpflanzen ins Beet von Anfang März bis Mitte April. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang Februar und Mitte März. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 90 Tagen etwa Anfang Mai beginnen und geht bis Mitte Juni.

WinterVerpflanzen ins Beet von Anfang Oktober bis Mitte November. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang September und Mitte Oktober. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 180 Tagen etwa Anfang März beginnen und geht bis Ende März im nächsten Jahr.

Eisbergsalat aussäen und pflanzen

Winter: Zeigt den Überwinterungsanbau im ungeheizten Gewächshaus

Eisbergsalat ziehst du am besten vor. Säe ab Ende März bis in den Juni in Töpfe oder Multitopfplatten und drück die Samen nur leicht an, denn Salat keimt im Licht. Nach drei bis vier Wochen, wenn die Jungpflanzen vier bis fünf Blätter haben, setzt du sie so hoch ins Beet, dass der Wurzelballen etwas herausschaut, zu tief gepflanzter Salat fault leicht. Eisbergsalat braucht mehr Platz als Kopfsalat, pflanze ihn auf 35 mal 35 Zentimeter. Anders als Kopfsalat keimt er auch bei Wärme noch gut, Sommersaaten kannst du deshalb direkt ins Beet säen. Die letzten Pflanzen setzt du bis Mitte August, spätere Köpfe schließen sich vor dem Winter nicht mehr.

Standort und Boden

Eisbergsalat wächst am besten in der Sonne auf lockerem, humusreichem Boden, der Wasser gut hält, aber nicht staunass wird. Ein pH-Wert zwischen 6 und 7 passt ihm. Er verträgt Hitze besser als Kopfsalat, braucht für seine großen, wasserreichen Köpfe aber über die ganze Kulturzeit gleichmäßig Feuchtigkeit, auf trockenem Sand bleibt er klein. Im Hochsommer schadet ihm etwas Schatten am Nachmittag nicht. Im Hochbeet oder in einem großen Kübel gedeiht er gut, solange er nicht austrocknet.

Eisbergsalat: Gute und schlechte Nachbarn

Eisbergsalat passt wie Kopfsalat zwischen Kulturen, die anfangs langsam wachsen. Zwischen jungen Kohl, Kohlrabi, Lauch, Tomaten, Paprika oder Mais ist er geerntet, bevor die Nachbarn den Platz brauchen. Schwester Christa Weinrich pflanzt Ende Juni nach Erbsen und Dicken Bohnen zwei Reihen Eissalat an die Beetränder, sät etwas Dill dazwischen und Anfang August Herbstspinat in die Mitte.

Gute Partner in der Reihe sind Spinat, Rote Bete, Mangold, Möhren, Erbsen und Bohnen. Radieschen und Rettiche wachsen zwischen den Salatpflanzen und sind lange vor ihm erntereif, der Salat soll dabei Erdflöhe von ihnen fernhalten. Kerbel in der Salatreihe soll Blattläuse und Schnecken abhalten, Borretsch gehört an den Rand.

Petersilie und Gartenkresse stellst du besser nicht direkt neben den Eisbergsalat, er soll daneben kümmern oder schießen. Sellerie steht in vielen Tabellen als schlechter Nachbar, Gertrud Franck setzte Salate aber ohne Probleme neben Sellerie, ein Nachteil ist nicht belegt. Neben Kartoffeln gilt Salat in manchen Tabellen als ungünstig, jedoch ohne Begründung.

Sehr gute Nachbarn
Radieschen
Rettich
Schwarzer Rettich
Gute Nachbarn
Ackerbohne
Andenbeere
Artischocke
Aubergine
Blumenkohl
Bohnenkraut
Borretsch
Brokkoli
Buschbohne
Cardy
Chili
Chinakohl
Dill
Endivie
Erbse
Erdbeere
Etagenzwiebel
Fenchel
Feuerbohne
Flower Sprouts
Frühlingszwiebel
Gartenmelde
Grünkohl
Gurke
Haferwurzel
Honigmelone
Kerbel
Knoblauch
Kohlrabi
Lauch
Mairübe
Mais
Mangold
Melothria
Mizuna (Asiasalat)
Möhre
Neuseeländer Spinat
Pak Choi
Palmkohl
Paprika
Pastinake
Radicchio
Rhabarber
Ringelblume
Romanesco
Rosenkohl
Rote Bete
Rotkohl
Rucola
Schalotte
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Schwarzwurzel
Spargel
Spinat
Spitzkohl
Stangenbohne
Steckrübe
Tagetes
Tomate
Tomatillo
Weißkohl
Wirsing
Zuckerhut
Zwiebel
Schlechte Nachbarn
Gartenkresse
Kamille
Kartoffel
Petersilie
Petersilienwurzel

Eisbergsalat: Vorgänger und Nachfolger

Eisbergsalat, Kopfsalat, Lollo, Eichblatt, Batavia und Romana sind alle dieselbe Art. Für die Fruchtfolge zählen sie wie ein einziger Salat, und auch Endivien, Radicchio, Zuckerhut und Chicorée gehören als Korbblütler dazu. Halte zwischen ihnen drei Jahre Abstand, sonst reichern sich Bodenpilze wie die Sclerotinia-Fäule und die Salatwurzellaus im Beet an. Nach Sonnenblumen wartest du ebenfalls drei Jahre.

Gute Vorfrüchte für Eisbergsalat sind Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Spinat, Zucchini und Frühlingsfenchel, im selben Jahr passt er gut nach frühen Möhren oder Erbsen. Nach Kohl und anderen Kreuzblütlern wächst Salat im Jahr darauf schlechter, nach Kartoffeln fressen Drahtwürmer an den jungen Pflanzen. Bohnen, Gurken, Petersilie und Sellerie gelten im Erwerbsanbau als riskante Vorfrüchte, im Hausgarten mit guter Fruchtfolge wächst Salat nach ihnen meist ohne Probleme.

Nach dem Eisbergsalat kommen im nächsten Jahr Zwiebelgewächse, Tomaten, Gurken, Kohl, Mangold oder Rote Bete gut voran. Räumst du das Beet im Herbst, kannst du noch Senf als Gründüngung säen, er friert im Winter ab und hinterlässt lockeren Boden. Bohnen pflanzt du besser nicht direkt nach Salat, beide teilen die Sclerotinia-Fäule.

Gute Vorgänger
Erdklee
Fenchel
Frühlingszwiebel
Knoblauch
Kohlrabi
Lauch
Möhre
Phacelia
Radieschen
Rettich
Schalotte
Schwarzer Rettich
Spinat
Weißklee
Zucchini
Zwiebel
Schlechte Vorgänger
Artischocke
Batavia
Blumenkohl
Brokkoli
Cardy
Chicorée
Chinakohl
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Endivie
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kartoffel
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Mairübe
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Radicchio
Romana-Salat
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Senf
Sonnenblume
Spitzkohl
Steckrübe
Topinambur
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing
Zuckerhut
Gute Nachfolger
Aubergine
Blumenkohl
Brokkoli
Chili
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Honigmelone
Kohlrabi
Mangold
Melothria
Neuseeländer Spinat
Palmkohl
Paprika
Romanesco
Rosenkohl
Rote Bete
Rotkohl
Senf
Spitzkohl
Tomate
Wassermelone
Weißkohl
Wirsing
Zucchini
Zwiebel
Schlechte Nachfolger
Artischocke
Batavia
Buschbohne
Cardy
Chicorée
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Endivie
Feuerbohne
Kamille
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Radicchio
Ringelblume
Romana-Salat
Sonnenblume
Stangenbohne
Topinambur
Zuckerhut

Sorten

Beim Eisbergsalat unterscheiden sich die Sorten vor allem in der Jahreszeit, für die sie gezüchtet sind, und in der Farbe. Neben den hellgrünen, glatten Typen aus dem Handel gibt es Sorten mit rötlichem Blattrand, die deutlich mehr Geschmack haben. Für den Hausgarten lohnen sich Sorten, die gegen den Falschen Mehltau und gegen Blattläuse resistent sind. Für den Winter im ungeheizten Gewächshaus eignen sich nur wenige, etwa die alte Traditionssorte ‚Unikum‘.

Pflege und Düngung

Eisbergsalat braucht vor allem gleichmäßig Wasser. Gieß nach dem Pflanzen kräftig, damit der Boden bis in die Tiefe feucht ist und die Wurzeln nach unten wachsen, danach sind seltene, durchdringende Gaben besser als täglich ein wenig. Wird es heiß und trocken, während sich die Köpfe schließen, verbräunen die Blattränder im Inneren, dieser Innenbrand macht die Köpfe unansehnlich. Gieß am Morgen und mulche dünn, dann bleibt der Boden kühl und feucht. Eine Kompostgabe beim Pflanzen reicht als Dünger, frischer Mist und viel Stickstoff fördern Fäulnis und Nitrat in den Blättern.

Krankheiten und Schädlinge

Wie alle Salate hat der Eisbergsalat im Garten vor allem Schnecken zu fürchten. Sie fressen frisch gesetzte Pflanzen über Nacht ab. Setze kräftige Jungpflanzen, sammle abends ab und halte den Boden rund um den Salat locker.

Blattläuse sitzen gern zwischen den Blättern im Kopf und übertragen das Salatmosaikvirus, das die Blätter scheckig macht und die Pflanzen kümmern lässt. Blattlausresistente Sorten und ein Kulturschutznetz helfen am meisten. Welkt ein Eisbergsalat trotz feuchtem Boden, sitzt oft die Salatwurzellaus an den Wurzeln, dann wechselst du die Fläche und nimmst resistente Sorten.

Bei feuchtem Spätsommerwetter zeigt der Falsche Mehltau gelbe, eckige Flecken mit weißem Belag auf der Blattunterseite, resistente Sorten sind hier die beste Vorsorge. Die festen Köpfe des Eisbergsalats faulen bei Nässe leicht von unten her: Grauschimmel, die Sclerotinia-Fäule und die Schwarzfäule durch Rhizoctonia kommen aus dem Boden. Pflanze nicht zu tief, gieß morgens und halte zwischen Salaten drei Jahre Pause.

Braune, trockene Blattränder im Inneren des Kopfes sind keine Krankheit, sondern Innenbrand durch Wassermangel bei Hitze. Nach Kartoffeln oder frisch umgebrochener Wiese fressen Drahtwürmer an den Wurzeln. Kartoffelhälften als Köder zwei Wochen vor der Pflanzung zeigen, ob welche im Beet sind.

Anfällig für
Bakterielle Blattflecken an Salat
Bakterielle Nassfäule
Breitadrigkeit
Drahtwurm(Anfälligkeit hoch)
Echter Mehltau an Korbblütlern(Anfälligkeit gering)
Erdraupen
Falscher Mehltau an Salat(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Gammaeule
Gemüseminierfliegen
Grauschimmel
Grüne Pfirsichblattlaus
Gurkenmosaikvirus
Korkwurzelkrankheit
Nacktschnecken(Anfälligkeit hoch)
Nördlicher Wurzelgallennematode(Anfälligkeit hoch)
Pythium-Wurzelfäule
Rapsglanzkäfer(Anfälligkeit gering)
Rhizoctonia
Ringfleckenkrankheit an Salat
Salatblattlaus(resistente Sorten erhältlich)
Salatmosaikvirus(resistente Sorten erhältlich)
Salatwurzellaus(resistente Sorten erhältlich)
Tomatenbronzefleckenvirus
Weißstängeligkeit

Ernte und Verarbeitung

Eisbergsalat ist erntereif, wenn sich der Kopf fest anfühlt und auf leichten Druck kaum nachgibt. Anders als Butterkopfsalat bleibt er dann etwa eine Woche länger im Beet stehen, bevor er sich streckt und bitter wird. Einzelne Blätter kannst du nicht ernten, schneide den ganzen Kopf am Morgen knapp über dem Boden ab und lass verschmutzte Umblätter gleich auf dem Beet. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält ein Kopf bis zu drei Wochen.

In der Küche schätzt man ihn wegen der knackigen Blätter, die auch unter kräftigen Dressings nicht zusammenfallen. Er passt in gemischte Salate, auf Burger und Brote und in Wraps.

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