
Weißkohl ist der klassische Kopfkohl mit festen, hellgrünen Köpfen. Über Jahrhunderte war er als Sauerkraut das wichtigste Wintergemüse. Du unterscheidest frühes Kraut, das schon im Frühsommer erntereif ist, und Lager- und Einschneidesorten für Herbst und Winter. Weißkohl ist ein echter Starkzehrer und fühlt sich in kühlen Lagen mit feuchten Nächten am wohlsten. Eigentlich ist die Pflanze zweijährig, den Kopf erntest du aber schon im ersten Jahr.
Zahlen, Daten, Fakten
Weißkohl: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Pflanzung 1Direktsaat von Anfang März bis Ende Mai. Verpflanzen ins Beet von Mitte März bis Ende Juli. Vorziehen etwa 38 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende Januar und Mitte Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 90 Tagen etwa Anfang Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.
Pflanzung 2Direktsaat von Anfang April bis Ende April. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Anfang Juni. Vorziehen etwa 38 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 160 Tagen etwa Mitte September beginnen und geht bis Mitte November.
Weißkohl aussäen und pflanzen
Pflanzung 1: Frühkohl
Pflanzung 2: Lagerkraut
Frühkohl kann nach Gertrud Franck im Frühjahr auf der B-Reihe angebaut werden. Spätere Sorten werden wohl auf der A-Reihe angebaut.
Frühen Weißkohl säst du ab Ende Januar im Haus aus, Lager- und Einschneidesorten erst Ende März bis Anfang April. Die Samen keimen schon ab 2 °C, am schnellsten bei etwa 20 °C, 1 cm tief. Pikiere die Sämlinge im Keimblattstadium und stell sie dann kühler bei 12 bis 14 °C. Nach etwa vier Wochen kommen die abgehärteten Jungpflanzen ins Beet, Frühkraut ab März mit einem Vlies gegen Spätfröste, Lagerkraut im Mai oder Juni. Setz keine zu großen Pflanzen mit mehr als vier Laubblättern, sie schießen sonst gern. Frühe Sorten brauchen 50 x 50 cm Platz, Lagerkraut 60 bis 70 cm in jede Richtung.
Standort und Boden
Weißkohl wächst am besten in kühleren Lagen mit feuchten Nächten, dort bildet er feine, zarte Blätter, die für Sauerkraut besonders gut sind. Er braucht einen sonnigen Platz und einen tiefgründigen, humosen Boden, der Wasser gut hält. Frühkraut kommt mit mittelschwerem Boden aus, Lagerkraut mag es eher schwer. Lockere den Boden tief, lass ihn sich aber vor dem Pflanzen wieder setzen, denn in frisch umgegrabener Erde steht Kohl schlecht. Saure Böden kalkst du gegen die Kohlhernie. Auf dem Balkon wird Weißkohl kaum etwas, im Hochbeet klappt es.
Weißkohl: Gute und schlechte Nachbarn
Der beste Partner für Weißkohl ist Sellerie. Gertrud Franck pflanzt ihn mit dem Frühkohl in eine Reihe, denn steht Sellerie direkt daneben, legt der Kohlweißling seine Eier nicht an den Kohl. Schwester Christa Weinrich setzt beide im Wechsel, auch wenn Weißkohl nach ihrer Erfahrung recht gut ohne diesen Schutz auskommt. Sie pflanzt frühen Weißkohl auch im April an den Rand eines Tomatenbeets, Ende Juli ist er geerntet, bevor die Tomaten den Platz brauchen.
Bis der Weißkohl groß ist, hast du zwischen den Reihen viel Platz. Salat, Möhren, Rote Bete, Spinat und Buschbohnen passen in die Nachbarreihen und sind geerntet, bevor der Kohl in die Breite geht. Später Weißkohl verträgt sich gut mit Frühkartoffeln, nach deren Ernte im Juni kommen Endivien, Zuckerhut oder Knollenfenchel in die frei gewordenen Reihen. Dill, Borretsch, Salbei und Thymian am Beetrand locken Nützlinge an oder sollen Schädlinge verwirren.
Gertrud Franck beschreibt Stangenbohnen in einer A-Reihe und setzt frühes Kraut in einem Meter Abstand in die B-Reihen. Dazwischen werden Kopfsalate, Rettiche oder Kohlrabi gepflanzt.
Ob Tomaten neben Weißkohl passen, ist umstritten. Bei uns sollen sie Kohlschädlinge abhalten, in Frankreich und England gelten sie als schlechte Nachbarn. Erdbeeren gelten in vielen Ländern als schlechte Nachbarn, und Gartenkresse säst du lieber getrennt. Kapuzinerkresse ist selbst Futterpflanze der Kohlweißlingsraupen, ob sie den Kohl entlastet oder die Falter erst anlockt, weiß niemand sicher. Bei Zwiebeln und Lauch gehen die Meinungen je nach Land weit auseinander, belegt ist weder Schaden noch Nutzen.
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Weißkohl: Vorgänger und Nachfolger
Weißkohl gehört wie alle Kohlarten frühestens im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. Das gilt auch für Radieschen, Rettich, Rucola und Senf als Gründüngung, denn sie alle vermehren die Kohlhernie, deren Dauersporen viele Jahre im Boden überleben.
Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen oder eine Winterbegrünung mit Hülsenfrüchten, deren Stickstoff der hungrige Weißkohl gut nutzt. Auch nach Knoblauch, Schalotten und Zwiebeln wächst er gut, und Salat als frühe Vorkultur ist geerntet, bevor er Platz braucht. Nach Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden, einem winzigen Fadenwurm. Lauch und Spinat vermehren ihn, deshalb sind sie als Vorfrucht umstritten.
Nach dem Weißkohl passen im nächsten Jahr Pastinaken und Lauch gut. Möhren, Salat, Schwarzwurzeln und Gurken wachsen nach Kohl dagegen schlechter, und Zwiebeln werden durch die vielen Nährstoffe im Boden weich. Ist das Frühkraut im Juli geerntet, kannst du im August noch Feldsalat säen. Zieh die Strünke heraus, damit Blattläuse und Weiße Fliegen nicht im Beet überwintern.
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Sorten
Beim Weißkohl unterscheidest du Frühkraut, Lagersorten und Einschneidesorten für Sauerkraut. Frühkraut bildet kleinere Köpfe, ist schnell erntereif und muss dann rasch geerntet werden. Lagersorten haben feste, dicht geschichtete Köpfe, Einschneidesorten sind lockerer gebaut, beide brauchen rund vier Monate. Viele ältere Sorten eignen sich zum Lagern und für Sauerkraut zugleich.
Pflege und Düngung
Weißkohl ist ein Starkzehrer. Arbeite vor dem Pflanzen 3 bis 5 kg Kompost pro Quadratmeter oder gut verrotteten Mist ein, frischen Mist verträgt er nicht. Einige Wochen nach dem Pflanzen, bevor sich die Köpfe bilden, bekommt er noch einmal Pflanzenjauche. Weißkohl braucht viel Wasser, vor allem im Juli und August, wenn die Köpfe wachsen. Gieß gleichmäßig, denn ein kräftiger Guss nach langer Trockenheit lässt die Köpfe platzen. Hacke den Boden bis August, mulche und häufle die Pflanzen vor der Kopfbildung an. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung hält die meisten Schädlinge ab.
Krankheiten und Schädlinge
Weißkohl ist bei vielen Schädlingen sehr beliebt. Mit Fruchtwechsel, gesundem Saatgut und einem Kulturschutznetz bleibt er aber meist gesund. Am gefährlichsten ist die Kohlhernie, die an den Wurzeln dicke Wucherungen bildet und die Pflanzen welken lässt. Halte vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und kalke saure Böden, über pH 7 hat der Erreger kaum eine Chance. Ist die Kohlhernie einmal aufgetreten, wartest du besser sieben Jahre.
Zwei Pilzkrankheiten kommen meist mit dem Saatgut. Die Wurzelhals- und Stängelfäule lässt Keimlinge umfallen und gelagerte Köpfe vom Strunk her faulen, die Kohlschwärze macht dunkle Flecken auf die Blätter. Gegen beide hilft eine Heißwasserbeize des Saatguts, 30 Minuten bei genau 50 °C. Lagere nur gesunde Köpfe ein.
Die Maden der Kohlfliege fressen an den Wurzeln junger Weißkohlpflanzen, Erdflöhe durchlöchern im Mai bei trockenem Wetter die Blätter. Ab August fressen die Raupen von Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule, die Kohldrehherzmücke verkrüppelt die Herzblätter. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung schützt am zuverlässigsten, schau trotzdem einmal pro Woche nach Eiern und Raupen.
Mehlige Kohlblattläuse und Kohlmottenschildläuse überwintern in alten Strünken, deshalb räumst du sie nach der Ernte ab. In warmen, trockenen Sommern saugen Thripse an den Kopfblättern des Weißkohls und hinterlassen braune, verkorkte Stellen.
Ernte und Verarbeitung
Frühkraut erntest du ab Anfang Juni, sobald die Köpfe fest sind. Warte nicht zu lange, sonst platzen sie vor allem bei Regen auf. Später gepflanzter Weißkohl reift zwischen Juli und Oktober, Kraut für Sauerkraut schneidest du im September ein. Lagerkraut bleibt bis kurz vor dem ersten stärkeren Frost draußen, dann ziehst du es mit Strunk aus der Erde und klopfst die Erde grob ab. Im Keller hält es sich bei 2 bis 6 °C und hoher Luftfeuchtigkeit bis ins Frühjahr, entferne angefaulte Außenblätter regelmäßig. Weißkohl schmeckt roh als Krautsalat, geschmort mit Kümmel und als selbst gemachtes Sauerkraut. Zwiebeln, Dill, Äpfel und Wacholderbeeren passen gut dazu.
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