Inkarnatklee anbauen

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Trifolium incarnatum Blutklee, Rosenklee, Italienische Klee, Karminklee, Fleischrote Klee
Weitere Namen
Blutklee, Rosenklee, Italienische Klee, Karminklee, Fleischrote Klee
Botanischer Name
Trifolium incarnatum
Pflanzenkategorie
Gründüngung
InkarnatkleeTigerente / CC BY-SA 3.0

Inkarnatklee ist eine der vielseitigsten Gründüngungspflanzen für den Gemüsegarten. Von August bis September ins leere Beet gesät, bedeckt er den Boden über den Winter, sammelt fleißig Stickstoff aus der Luft und verwandelt sich im Frühjahr in ein leuchtendes Blütenmeer, das Bienen und andere Bestäuber magisch anzieht. Die karminroten Blütenähren auf den leicht behaarten Stängeln haben ihm auch den Namen Blutklee eingetragen.

Die Pflanze gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Sie ist winterannuell: Nach der Herbstaussaat keimt sie noch vor dem Frost, überwintert als junger Bestand und blüht im folgenden Frühjahr. Danach stirbt sie ab und wird in den Boden eingearbeitet. Die Wuchshöhe liegt je nach Standort zwischen 20 und 50 cm. An den aufrechten, etwas rauen Stängeln sitzen die typischen dreizähligen Kleeblätter mit oval bis herzförmigen Einzelblättchen.

Der eigentliche Clou spielt sich unter der Erde ab: Inkarnatklee lebt in Symbiose mit Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium, die Luftstickstoff direkt im Boden binden. Je nach Bedingungen etwa 15 g pro Quadratmeter.

Die Pfahlwurzel reicht bis 90 cm tief, lockert dabei verdichtete Schichten auf und hinterlässt nach dem Absterben feine Kanäle, die das Bodenleben fördert. Wer über Jahre Inkarnatklee einsetzt, bemerkt oft ein deutlich gestiegenes Regenwurmvorkommen.

In der Reihenmischkultur nach Gertrud Franck ergänzt Inkarnatklee das Konzept als winterharte Gründüngung auf Flächen, die im Herbst geräumt werden und im Frühjahr mit Starkzehrern wie Kohl oder Tomaten belegt werden sollen. Er bedeckt den Boden, verhindert die Auswaschung von Nährstoffen und liefert beim Einarbeiten frischen Stickstoff. Für die Kleewege im System der Familie Langerhorst ist er allerdings nicht geeignet, da er aufrecht wächst und trittempfindlich ist. Dort kommen besser Weißklee oder Erdklee zum Einsatz.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Gründüngung
Fixiert Stickstoff über Knöllchenbakterien, Lockert verdichtete Bodenschichten in der Tiefe, Unterdrückt Unkraut besonders stark, Wertvolle Bienen-/Insektenweide, Bindet vorhandenen Bodenstickstoff gegen Auswaschung
Winterhärte
Bedingt winterhart bis -12 °C
Kulturzeit
60 - 240 Tage
Reihenabstand
20 cm
Pflanzabstand
5 cm
Wuchshöhe
20 - 50 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
5 °C
Keimtemperatur (optimal)
10 - 20 °C
Keim-Art
Dunkel

Inkarnatklee: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Umbruch
Umbruch (im nächsten Jahr)

GründüngungDirektsaat von Anfang August bis Mitte September. Der Umbruch erfolgt etwa Anfang April bis Ende Mai im nächsten Jahr.

GründüngungDirektsaat von Anfang März bis Ende April. Der Umbruch erfolgt etwa Anfang Mai bis Ende Juli.

Inkarnatklee aussäen

Inkarnatklee wird immer direkt ins Beet gesät, eine Voranzucht ist weder nötig noch sinnvoll. Der Haupttermin als Wintergründüngung liegt zwischen Anfang August und Anfang September. Je früher du säst, desto besser kann sich die Pflanze vor dem ersten Frost etablieren. Eine Aussaat nach Mitte September ist riskant, weil die jungen Pflanzen dann oft nicht mehr genug Wurzelmasse bilden, um den Winter gut zu überstehen.

Wer den Inkarnatklee als Bienenweide oder frühe Bodenbedeckung nutzen möchte, kann auch im März oder April säen. Dann blüht er noch im selben Jahr.

Für die Aussaat lockerst du den Boden auf und bringst die Samen 1 bis 2 cm tief ein. Breitwürfig säen funktioniert am besten. Die Saatmenge beträgt rund 25 bis 30 g pro Quadratmeter. Da die Samen recht fein sind, hilft es, sie vor dem Ausbringen mit etwas Sand zu mischen. Danach leicht andrücken oder einharken. Bei ausreichender Bodenfeuchte keimt Inkarnatklee zügig, in Trockenphasen solltest du in den ersten Wochen gelegentlich wässern.

Standort und Boden

Inkarnatklee mag es sonnig bis halbschattig. Unter lichten Obstbäumen zeigt er noch guten Aufwuchs, wirklich dichte Beschattung verträgt er aber nicht. Beim Boden bevorzugt er mittelschwere bis leichte, durchlässige und humose Erde. Schwere, staunasse oder moorige Böden sind ungeeignet, genauso wie sehr trockene Standorte.

Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7,0 liegen. Ein ausreichender Kalkgehalt ist wichtig, denn nur dort arbeiten die Knöllchenbakterien richtig effektiv. Auf Flächen, auf denen noch nie Klee stand, kann es sich lohnen, mit Rhizobium geimpftes Saatgut zu verwenden.

Ganz wichtig: Inkarnatklee ist trittempfindlich. Anders als Weißklee eignet er sich nicht als begehbare Fläche. Wo im Winter regelmäßig gearbeitet wird, solltest du ihn nicht säen.

Inkarnatklee: Gute und schlechte Nachbarn

Kohlgewächse wie Brokkoli, Blumenkohl und Weißkohl profitieren vom Inkarnatklee. Der Klee soll durch seine Duftstoffe die Orientierung von Kohlfliege und Kohlweißling stören. Rund um Kohlpflanzen gesät, kann er so einen natürlichen Schutzschild bilden.

Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Inkarnatklee: Vorgänger und Nachfolger

Die Fruchtfolge ist die große Stärke des Inkarnatklees. Als Wintergründüngung überbrückt er die Zeit zwischen Sommer und Frühjahrskulturen und hinterlässt den Boden in deutlich besserem Zustand.

Sinnvoll ist die Aussaat von Inkarnatklee immer dann, wenn eine Kultur das Beet bis spätestens Anfang September räumt: Frühkartoffeln, frühes Sommergemüse oder Kohlgewächse passen zeitlich gut, denn dann bleibt noch genug Vegetationszeit, bevor der erste Frost kommt.

Nach dem Inkarnatklee folgen am besten Starkzehrer: Kohl, Tomaten, Kürbis und Zucchini verwerten den freigesetzten Stickstoff hervorragend. Auch Kartoffeln und Möhren profitieren von der lockeren Bodenstruktur, die der Klee hinterlässt. Bei Möhren solltest du nach dem Einarbeiten allerdings 3 bis 4 Wochen warten, da sie empfindlich auf zu viel frischen Stickstoff reagieren.

Inkarnatklee eignet sich nicht für Flächen, wo Bohnen und andere Leguminosen angebaut wurden oder werden. Sonst drohen Bodenmüdigkeit und gemeinsame Krankheiten. Zwischen zwei Kleekulturen auf derselben Fläche sollte ebenfalls ein Pause eingehalten werden, das gilt auch gegenüber anderen Kleearten.

Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Im Hobbygarten wird Inkarnatklee meistens als einfaches Artsaatgut ohne Sortenbezeichnung angeboten. Wer gezielt nach Sorten sucht, wird vor allem im landwirtschaftlichen Bereich fündig. Dort gibt es bewährte Sorten wie 'Contea' als zuverlässigen Allrounder oder neuere Züchtungen wie 'Rokali', die sich durch gute Resistenz gegen Blattkrankheiten auszeichnen.

Für den Garten ist die Sortenwahl weniger entscheidend als frisches Saatgut mit noch hoher Keimfähigkeit. Auf Böden, auf denen noch nie Klee gewachsen ist, lohnt sich mit Rhizobium-Bakterien geimpftes Saatgut, damit die Stickstoffbindung von Anfang an optimal funktioniert.

Pflege und Düngung

Nach der Aussaat brauchst du nur in den ersten Wochen auf gleichmäßige Feuchtigkeit achten. Sobald die Pflanzen gut angewachsen sind, kommen sie erstaunlich gut mit Trockenheit zurecht. Staunässe vertragen sie allerdings gar nicht.

Düngen musst du den Inkarnatklee nicht, denn genau das ist ja sein Job: Er versorgt sich selbst mit Stickstoff aus der Luft. Auf sehr ausgelaugten Böden kann eine Grundversorgung mit Phosphor und Kalium hilfreich sein.

Im Frühjahr kommt der wichtigste Arbeitsschritt: das Einarbeiten. Am besten schneidest du den Klee kurz vor oder zu Beginn der Blüte ab, dann ist der Stickstoffgehalt am höchsten. Die Pflanzenreste flach eingraben oder unterfräsen, nicht tiefer als 5 bis 10 cm, damit die Zersetzung aerob ablaufen kann. Dann 2 bis 4 Wochen warten, bevor du die Folgekultur pflanzt. Alternativ kannst du den Aufwuchs auch abmähen und als Mulch liegen lassen, während die Wurzeln im Boden verbleiben und dort verrotten.

Im Winter braucht Inkarnatklee keine besondere Pflege. Bei strengem Kahlfrost unter minus 10 bis minus 15 Grad ohne schützende Schneedecke kann er allerdings ausfallen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kombiniert ihn mit Winterwicke oder Winterroggen.

Krankheiten und Schädlinge

Der gefährlichste Gegner des Inkarnatklees ist der Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum). Dieser Pilz befällt Stängel und Blätter, bildet einen weißen Schimmelbelag und schwarze Dauerkörper, die jahrelang im Boden überleben. Besonders in milden, feuchten Wintern kann er sich ausbreiten. Die beste Vorbeugung ist das Einhalten von Anbaupausen: mindestens 3 bis 4 Jahre zwischen zwei Kleearten auf derselben Fläche.

Die Kleeschwärze (Kabatiella caulivora) zeigt sich durch dunkle Flecken auf Stängeln und Blättern und kann den Aufwuchs spürbar schwächen. Echter Mehltau tritt gelegentlich bei trocken-warmem Wetter auf, verschwindet aber meist von selbst, wenn die Witterung feuchter wird.

Blattläuse und Rüsselkäfer können vorkommen, richten im Hobbygarten aber selten nennenswerten Schaden an. In naturnahen Gärten regeln Marienkäfer und Schlupfwespen das meist von allein. Problematischer können Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) sein, die auch andere Kulturen befallen. Auch hier schützen konsequente Anbaupausen am wirksamsten.

Ernte und Verarbeitung

Der optimale Zeitpunkt für das Einarbeiten als Gründüngung liegt kurz vor oder zu Beginn der Blüte, wenn die Nährstoffkonzentration in der Pflanzenmasse am höchsten ist. Die Pflanzen werden abgemäht und flach in den Boden eingearbeitet oder als Mulchschicht auf dem Beet belassen.

Wer eigenes Saatgut gewinnen möchte, lässt einige Pflanzen bis zur vollständigen Reife stehen. Wenn die Blütenähren komplett braun und trocken sind, kannst du sie abschneiden und die Samen ausdreschen. Frisches Saatgut keimt deutlich zuverlässiger als älteres.

Nebenbei: Die Samen sind auch für Menschen essbar und schmecken geröstet ganz passabel in Salaten. Junge Sprossen lassen sich ebenfalls essen. Im Gartenalltag spielt das aber eher eine Nebenrolle, denn der wahre Wert liegt unter der Erde.