Andenbeere anbauen

Physalis peruviana Physalis, Kapstachelbeere, Andenkirsche, Blasenkirsche, Peruanische Blasenkirsche, Inkapflaume, Ananaskirsche, Tomatenkirsche, Goldbeere
Weitere Namen
Physalis, Kapstachelbeere, Andenkirsche, Blasenkirsche, Peruanische Blasenkirsche, Inkapflaume, Ananaskirsche, Tomatenkirsche, Goldbeere
Botanischer Name
Physalis peruviana
Familie / Gattung
Solanaceae / Physalis
Pflanzenkategorie
Fruchtgemüse
AndenbeereJosef Schlaghecken / CC BY-SA 4.0

Die Andenbeere stammt ursprünglich aus den Hochlagen der südamerikanischen Anden und gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Damit ist sie eine nahe Verwandte von Tomate, Paprika und Kartoffel. In ihrer Heimat wächst sie als mehrjähriger Strauch, bei uns wird sie wegen ihrer Frostempfindlichkeit meist einjährig kultiviert. Wer mag, kann sie aber vor dem ersten Frost ausgraben und frostfrei überwintern.

Der botanische Name Physalis leitet sich vom griechischen Wort für 'Blase' ab und beschreibt die papierartige Hülle, die jede einzelne Frucht wie eine kleine Laterne umschließt. Diese Hülle ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern schützt die Beere ganz natürlich vor Schädlingen und Witterung. Der Geschmack reifer Früchte ist einzigartig süß-säuerlich, irgendwo zwischen Stachelbeere, Kiwi und einem Hauch Ananas.

Nach Europa kam die Pflanze Ende des 18. Jahrhunderts, zunächst als Zierpflanze. Über Südafrika, wo sie sich am Kap so wohl fühlte, dass sie dort den Namen 'Kapstachelbeere' bekam, hat sie ihren Weg in unsere Gärten gefunden. Selbst angebaute Früchte schmecken dabei deutlich aromatischer als die oft unreif geerntete Supermarktware.

Alle grünen Pflanzenteile und unreife Früchte sind leicht giftig und können Übelkeit und Bauchkrämpfe verursachen.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Leitkultur
Kulturzeit
170 Tage
Reihenabstand
60 cm
Pflanzabstand
60 cm
Wuchshöhe
50 - 200 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
15 °C
Keimtemperatur (optimal)
20 - 25 °C
Keim-Art
Hell
Vorzieh-Dauer
70 Tage
Pikieren nach Aussaat
25 Tage

Andenbeere: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Anfang Juni. Vorziehen etwa 70 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende Februar und Mitte März. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 170 Tagen etwa Mitte August beginnen und geht bis Ende Oktober.

Andenbeere pflanzen

Die Andenbeere braucht eine lange Vegetationsperiode, deshalb ist eine Voranzucht im Haus wichtig. Direktsaat ins Freiland funktioniert in unserem Klima nicht. Ab Mitte Februar bis Mitte März säst du die Samen in nährstoffarme Anzuchterde, etwa 0,5 cm tief. Bei Temperaturen von 20 bis 25 °C keimen sie nach 7 bis 21 Tagen, wobei die Spanne je nach Sorte und Bedingungen schwankt. Wer keine Pflanzenlampe hat, startet am besten nicht vor Mitte Februar, sonst werden die Sämlinge lang und dünn.

Nach etwa drei bis vier Wochen pikierst du die Pflänzchen in größere Töpfe. Sie wachsen anfangs gemächlich, also keine Sorge, wenn es etwas dauert. Ins Freiland dürfen die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn kein Frost mehr droht. Vorher lohnt es sich, sie tagsüber an einen geschützten Platz nach draußen zu stellen, damit sie sich langsam abhärten.

Beim Einpflanzen gibst du 80 cm Abstand in alle Richtungen, denn die Andenbeere wird ordentlich buschig. Du kannst sie ruhig etwas tiefer setzen als im Topf, am vergrabenen Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln. Wer die Pflanze mehrjährig halten möchte, gräbt sie im Oktober vor dem Frost aus und überwintert sie hell bei 10 bis 15 °C. Vorher die Triebe um die Hälfte zurückschneiden. Im nächsten Jahr trägt die überwinterte Pflanze deutlich früher und reichlicher.

Standort und Boden

Die Andenbeere liebt Sonne, und zwar richtig viel davon. Mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich sollten es sein, dann werden die Früchte schön süß und aromatisch. Ein windgeschützter Platz, etwa vor einer Mauer oder Hecke, ist ideal, weil die Triebe ziemlich brüchig sind.

Beim Boden zeigt sich die Andenbeere erstaunlich unkompliziert. Locker und gut durchlässig sollte er sein, sandige Böden liefern oft die besten Ergebnisse. Staunässe ist das Einzige, was sie nicht verträgt. Ein leicht saurer Boden passt am besten. Frisch gedüngter Boden ist übrigens kontraproduktiv, zu viele Nährstoffe treiben zwar das Blattwachstum an, bremsen aber die Fruchtbildung.

Für Balkon und Terrasse eignet sich die Andenbeere ebenfalls. Dabei sollte das Gefäß mindestens 15 bis 20 Liter fassen, besser noch 30 bis 40 Liter. Eine Drainageschicht am Topfboden ist wichtig, damit kein Wasser stehen bleibt.

Andenbeere: Gute und schlechte Nachbarn

Salat ist der Nachbar, den du der Andenbeere am leichtesten gönnen kannst. Er wurzelt flach und ist geerntet, bevor die anfangs langsam wachsende Andenbeere ihren Platz braucht. Setz Kopfsalat, Eichblatt oder Batavia im Mai zwischen die jungen Pflanzen, bei 60 bis 80 Zentimetern Abstand ist dafür genug Raum. Auch Spinat und Feldsalat gelten als gute Nachbarn, sie decken den Boden zwischen den Pflanzen und halten ihn feucht.

Busch- und Stangenbohnen, Basilikum und Ringelblumen empfehlen viele Gartenratgeber als Begleiter der Andenbeere. Dass Ringelblumen Nematoden fernhalten, ist allerdings nicht belegt. Tagetes lohnen sich dort, wo die Weiße Fliege Ärger macht. Bei Tomaten bremsen sie den Schädling, wenn sie von Anfang an zwischen den Pflanzen stehen, und die Andenbeere leidet unter derselben Plage.

Neben Tomaten, Paprika, Auberginen oder Kartoffeln darf die Andenbeere ruhig stehen. Einen Schaden durch die Nähe kennt man bei ihr nicht, auch wenn manche Mischkulturtabellen alle Nachtschattengewächse voneinander trennen. Wichtig ist der Abstand in der Fruchtfolge, denn auf demselben Beet teilen die Verwandten Bodenkrankheiten und Kartoffelnematoden.

Gute Nachbarn
Basilikum
Batavia
Buschbohne
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Feldsalat
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Ringelblume
Romana-Salat
Spinat
Stangenbohne
Tagetes

Andenbeere: Vorgänger und Nachfolger

Wie bei allen Nachtschattengewächsen gilt für die Andenbeere eine Anbaupause von drei bis vier Jahren. Das schließt Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen und Kartoffeln mit ein, denn die Verwandten teilen Bodenschädlinge wie die Kartoffelnematoden und werden oft von denselben Krankheiten befallen. Am einfachsten stellst du die Andenbeere in deinem Fruchtfolgeplan zu den Tomaten.

Eine besondere Vorfrucht braucht die Andenbeere nicht. Sie hat ein sehr niedriges Nährstoffbedürfnis, und viel Stickstoff macht sie zwar groß und buschig, bringt aber nicht mehr Früchte. Nach Erbsen und Bohnen oder auf frisch gedüngtem Boden geht sie deshalb eher ins Kraut. Jedes Beet, auf dem in den letzten drei Jahren keine Nachtschattengewächse standen, ist für sie in Ordnung.

Nach der Andenbeere ist der Boden kaum ausgezehrt. Im nächsten Jahr kann dort jede Kultur folgen, die nicht zu den Nachtschattengewächsen gehört.

Gute Vorgänger
Hafer
Winterroggen
Schlechte Vorgänger
Andenbeere
Aubergine
Chili
Kartoffel
Paprika
Tomate
Tomatillo
Gute Nachfolger
Alexandrinerklee
Erdklee
Inkarnatklee
Luzerne
Perserklee
Phacelia
Rotklee
Weißklee
Winterroggen
Schlechte Nachfolger
Andenbeere
Aubergine
Chili
Kartoffel
Paprika
Tomate
Tomatillo

Sorten

Bei den Sorten gibt es mittlerweile eine schöne Auswahl. 'Schönbrunner Gold' ist der Klassiker im deutschsprachigen Raum: samenfest, großfruchtig und besonders aromatisch mit einem Geschmack, der an Kiwi und Stachelbeere erinnert. Die Pflanzen können bis zu zwei Meter hoch werden und brauchen entsprechend Platz. Für kleinere Gärten oder den Balkon lohnt sich 'Little Lanterns', eine kompakte Sorte mit überhängendem Wuchs, die sich prima für Kübel und Hängeampeln eignet.

Wer in kühleren Regionen mit kürzeren Sommern gärtnert, greift am besten zu früh reifenden Sorten wie 'Preciosa'. Diese bleibt mit etwa 80 cm Höhe recht kompakt und liefert schon ab Mitte August goldgelbe Früchte. An wärmebegünstigten Standorten kannst du dagegen ruhig die aromatischere, aber später reifende 'Schönbrunner Gold' wählen.

Pflege und Düngung

Die Andenbeere ist recht pflegeleicht, wenn du ein paar Grundregeln beachtest. Gießen solltest du regelmäßig und gleichmäßig, besonders während Blüte und Fruchtbildung. Am besten direkt am Boden wässern, nicht über die Blätter, damit sich kein Pilz einnistet. An heißen Sommertagen in der vollen Sonne kann tägliches Gießen nötig sein.

Eine Mulchschicht rund um die Pflanzen hält die Feuchtigkeit im Boden und reguliert die Temperatur. Beim Düngen gilt: weniger ist mehr. Die Physalis ist ein Mittelzehrer, eine moderate Kompostgabe bei der Pflanzung reicht oft völlig aus. Wer zu viel düngt, bekommt zwar üppiges Grün, aber weniger Früchte. Im Topf kannst du im Juli mit etwas organischem Flüssigdünger nachhelfen.

Die Andenbeere zu stützen ist oft angebracht, denn die Triebe brechen leicht. Besonders wenn sie voller Früchte hängen oder der Wind weht. Bambusstäbe oder ein Rankgitter stellst du am besten schon früh auf. Ausgeizen ist nicht zwingend nötig, aber zu dichte oder bodennahe Triebe kannst du ruhig entfernen, damit die Luft besser zirkuliert.

Krankheiten und Schädlinge

Die Andenbeere ist eine robuste Pflanze und bleibt im Hausgarten meist gesund. Ihr Lampion schützt die Früchte, und viele Krankheiten der Tomate machen ihr wenig aus. Die Kraut- und Braunfäule etwa wehrt sie ab.

Ärger machen vor allem Blattläuse und die Weiße Fliege, besonders unter Glas und in warmen Sommern. Beide saugen an den Blättern, ihr klebriger Honigtau wird schwarz, und Blattläuse übertragen Viren. Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen helfen gegen Blattläuse, bei leichtem Befall braust du sie mit Wasser ab. Gegen die Weiße Fliege hängst du Gelbtafeln auf und setzt Tagetes von Anfang an zwischen die Pflanzen, im Gewächshaus helfen Schlupfwespen.

An manchen Standorten zeigen Andenbeeren ab Juli Virusbefall mit mosaikartig gefleckten, verformten Blättern. Heilen lässt sich das nicht. Zieh kranke Pflanzen heraus und halte Blattläuse und Thripse klein, denn sie übertragen Viren wie das Tomatenbronzefleckenvirus.

Überreife Früchte platzen oft auf und schimmeln dann, das ist der Grauschimmel. Ernte deshalb regelmäßig und gib den Pflanzen genug Abstand. Bei trockener Wärme kann gegen Ende der Saison Echter Mehltau mit weißem Belag auftreten. Neu in unseren Gärten ist der Weißbrand, ein Pilz mit gelbgrünen Blattflecken und weißem Sporenbelag auf der Blattunterseite. Befallene Blätter zupfst du ab und entsorgst sie im Restmüll, Samen nimmst du nur von gesunden Pflanzen.

Anfällig für
Bakterielle Fleckenkrankheit an Paprika und Tomate
Echter Mehltau an Tomaten
Gewächshaus-Weiße Fliege
Grauschimmel
Grüne Pfirsichblattlaus
Kartoffelvirus Y
Kartoffelzystennematoden
Rhizoctonia
Tomatenbronzefleckenvirus
Tomatenminiermotte
Weißbrand der Andenbeere
Wurzelgallennematoden (Gewächshaus)
Kein Wirt für
Kraut- und Braunfäule

Ernte und Verarbeitung

Ph0705 / CC BY-SA 4.0

Ab Ende August bis zum ersten Herbstfrost kannst du die Andenbeere ernten. Die Früchte reifen fortlaufend nach, sodass sich die Ernte über mehrere Wochen bis in den Oktober zieht. Reif ist eine Frucht, wenn ihr Lampion vollständig eingetrocknet und papierartig raschelt. Die goldgelbe Beere schimmert dann durch die Hülle hindurch. Vollreife Früchte fallen von selbst ab, was du dir zunutze machen kannst.

Kommt der erste Frost, schneidest du die Äste mit den letzten Früchten ab und hängst sie kopfüber an einen trockenen Ort. Viel reifen die Beeren danach allerdings nicht mehr nach.

Vor dem Essen nimmst du die Beere aus dem Lampion und wäschst sie kurz ab, denn die Oberfläche ist leicht klebrig. In ihrer Hülle sind die Früchte bei 10 bis 15 °C, kühl und trocken gelagert, erstaunlich lange haltbar, oft mehrere Wochen.

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