Sonnenblume anbauen

Jetzt verfügbar: grove - die App für deinen Mischkultur Beetplan

Beetplaner öffnen
Helianthus annuus Flos Solis
Weitere Namen
Flos Solis
Botanischer Name
Helianthus annuus
Pflanzenkategorie
Blumen / Hilfspflanzen, Gründüngung
SonnenblumeIssarawat Tattong/Shutterstock.com

Die Sonnenblume gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt ursprünglich aus den weiten Prärien Nordamerikas, wo sie schon vor Jahrtausenden von indigenen Völkern kultiviert wurde. Nach Europa kam sie im 16. Jahrhundert zunächst als Zierpflanze. Heute ist sie weltweit eine der wichtigsten Ölpflanzen, und ihre Kerne stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe wie Vitamin E, pflanzlichem Eiweiß und ungesättigten Fettsäuren.

Im Garten lockt die Sonnenblume zuverlässig Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an, lockert mit ihrer kräftigen Pfahlwurzel (die locker über zwei Meter in die Tiefe reicht) verdichtete Bodenschichten auf und lässt sich sogar als lebende Rankhilfe für Kletterpflanzen nutzen. Junge Sonnenblumen drehen ihre Köpfe im Tagesverlauf tatsächlich mit der Sonne mit, von Ost nach West. Erst wenn die Blüte vollständig geöffnet ist, bleibt der Kopf dauerhaft Richtung Osten stehen.

Die Gattung Helianthus umfasst 67 Arten, im Garten ist aber vor allem die einjährige Helianthus annuus verbreitet. Je nach Sorte reicht das Spektrum von kompakten 30 cm Topfpflanzen bis zu echten Riesen mit über vier Metern Höhe.

Im Mischkulturgarten erfüllt die Sonnenblume gleich mehrere Aufgaben auf einmal: Sie dient als Windschutz für empfindlichere Kulturen, als Bestäubermagnet, als Bodenverbesserer und im Herbst liefern die Kerne noch Futter für Wildvögel. Allerdings hat sie auch eine weniger bekannte Seite: Über ihre Wurzeln gibt sie sogenannte allelopathische Stoffe ab, die das Wachstum mancher Nachbarpflanzen hemmen können. Das macht die Wahl der richtigen Partner umso wichtiger.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Gründüngung
Lockert verdichtete Bodenschichten in der Tiefe, Wertvolle Bienen-/Insektenweide
Winterhärte
Abfrierend ab 0 °C
Kulturzeit
120 Tage
Reihenabstand
60 cm
Pflanzabstand
40 cm
Wuchshöhe
30 - 500 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
8 °C
Keimtemperatur (optimal)
18 - 22 °C
Keim-Art
Dunkel
Vorzieh-Dauer
42 Tage

Sonnenblume: Pflanzzeiten & Erntezeiten

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

Direktsaat von Mitte April bis Mitte Juni. Verpflanzen ins Beet von Mitte April bis Mitte Mai. Vorziehen etwa 42 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Ende Februar und Ende März. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte Juli beginnen und geht bis Ende Oktober.

Sonnenblume aussäen und pflanzen

Sonnenblumen lassen sich auf zwei Wegen ins Beet bringen. Beim Vorziehen steckst du ab März oder Anfang April einzelne Kerne etwa 1 bis 2 cm tief in Töpfe mit Blumenerde. Bei 18 bis 22 °C zeigen sich die Keimlinge nach etwa 8 bis 14 Tagen. Die Jungpflanzen sollten hell stehen, aber nicht zu warm (um die 15 bis 18 °C), sonst schießen sie in die Höhe und werden instabil. Ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr droht, können sie nach einer Abhärtungsphase ins Freiland.

Die Direktsaat ins Beet funktioniert ab Ende April, sobald der Boden mindestens 8 bis 10 °C warm ist. Hier steckst du die Kerne 2 bis 3 cm tief in die Erde, am besten mehrere pro Stelle, und vereinzelst später auf die kräftigste Pflanze. In milden Lagen geht es manchmal schon Ende März. Aber Vorsicht, denn Spätfröste machen kurzen Prozess mit den Keimlingen. Wer die Blütezeit verlängern möchte, sät einfach alle zwei bis drei Wochen nach.

Frisch gesäte Stellen solltest du mit einem Vlies oder Netz schützen, denn Vögel, Schnecken und Mäuse wissen die nahrhaften Kerne ebenfalls zu schätzen. Der Pflanzabstand liegt je nach Sorte bei 30 bis 50 cm in der Reihe und 50 bis 75 cm zwischen den Reihen.

Standort und Boden

Sonnenblumen brauchen volle Sonne, mindestens sechs Stunden am Tag. Im Halbschatten blühen sie zwar noch, aber deutlich zögerlicher und mit weniger Kraft. Besonders die großen Sorten profitieren von einem windgeschützten Platz, zum Beispiel vor einer Mauer oder einem Zaun, da sie bei Sturm leicht abknicken.

Der ideale Boden ist tiefgründig, humusreich und gut durchlässig. Sandiger Lehm bis lehmiger Ton ist perfekt. Staunässe vertragen Sonnenblumen nicht, vor allem als Jungpflanzen reagieren sie empfindlich. Vor der Aussaat den Boden am besten 30 bis 40 cm tief lockern und reifen Kompost einarbeiten, denn die mächtige Pfahlwurzel braucht freien Weg nach unten.

Sonnenblume: Gute und schlechte Nachbarn

Stangenbohnen und Feuerbohnen gehören zu den besten Partnern der Sonnenblume. Die Bohnen ranken an den stabilen Stängeln empor und fixieren gleichzeitig Stickstoff im Boden, wovon die nährstoffhungrige Sonnenblume profitiert. Wichtig ist dabei, dass die Sonnenblume einen zeitlichen Vorsprung bekommt, damit der Stängel das Gewicht der Kletterpflanzen tragen kann.

Gurken passen ebenfalls gut dazu, sie genießen den Windschutz der hohen Pflanzen und können an den Stängeln hochklettern, während ihre bodendeckenden Blätter die Erde darunter feucht halten. Kürbisse und Zucchini funktionieren nach dem gleichen Prinzip und bilden zusammen mit Bohnen und Sonnenblumen eine Variante der berühmten Milpa-Pflanzung.

Kapuzinerkresse ist als Begleitpflanze tolerant gegenüber den allelopathischen Stoffen der Sonnenblume und zieht Blattläuse von anderen Kulturen ab. Radieschen und schnellwüchsige Salate eignen sich als Zwischenkultur, solange die Sonnenblumen noch klein sind und keinen Schatten werfen.

Kartoffeln solltest du dagegen nicht neben Sonnenblumen setzen. Die allelopathischen Wurzelausscheidungen hemmen das Kartoffelwachstum spürbar. Auch Fenchel ist kein guter Partner, da er selbst allelopathisch wirkt und mit vielen Kulturen in Konflikt gerät. Selleriearten konkurrieren zu stark um Nährstoffe, und andere Korbblütler wie Endivie oder Radicchio teilen ähnliche Krankheitsanfälligkeiten.

Kohlgewächse gelten als passende Nachbarn der Sonnenblume im Mischkulturgarten.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn
Sehr schlechte Nachbarn

Sonnenblume: Vorgänger und Nachfolger

Auf derselben Fläche solltest du mindestens vier Jahre warten, bevor du erneut Sonnenblumen anbaust. Der Hauptgrund dafür ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), deren Dauersporen jahrelang im Boden überleben.

Gute Vorfrüchte sind Getreide und Mais, die einen gut strukturierten Boden hinterlassen und keine Sclerotinia-Erreger übertragen. Als Nachfolger profitieren vor allem Kohlgewächse wie Brokkoli und Blumenkohl von der aufgelockerten Bodenstruktur, die die tiefreichenden Sonnenblumenwurzeln hinterlassen.

Meiden solltest du als Vorgänger Leguminosen wie Bohnen und Erbsen, die zu viel Stickstoff im Boden lassen. Das macht die Sonnenblume anfälliger für Pilzkrankheiten und verzögert die Abreife. Auch Sojabohnen sind wegen Sclerotinia-Übertragung keine gute Wahl als Vorfrucht.

Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Schlechte Nachfolger

Sorten

Die Sortenvielfalt bei Sonnenblumen ist beeindruckend. Bei den Riesen ab zwei Metern Höhe stehen Sorten wie 'American Giant' (bis fünf Meter, goldgelb, sehr robust) oder 'Mammut' zur Wahl, die mit riesigen Blütenköpfen bis 40 cm Durchmesser beeindrucken und sich gut als lebende Rankhilfe eignen.

Im mittleren Segment zwischen einem und zwei Metern findest du Sorten wie 'Velvet Queen' mit dunkelroten bis burgunderroten Blüten oder 'Autumn Beauty', die gleichzeitig Blüten in verschiedenen Gelb-, Orange- und Brauntönen hervorbringt. Pollenfreie Sorten wie 'Sunrich Orange' sind ideal als Schnittblume und für Allergiker:innen.

Für Balkon und Topf gibt es kompakte Sorten wie 'Teddybär' (40 bis 70 cm, dicht gefüllte Blüten), 'Sunspot' (40 bis 60 cm, aber mit erstaunlich großer Blüte) oder 'Pacino' (nur 30 bis 50 cm). Diese Zwerge machen auch auf kleinstem Raum Freude.

Pflege und Düngung

Gleichmäßige Feuchtigkeit ist das A und O, besonders bei Jungpflanzen und während der Knospenbildung bis zum Ende der Blüte. Im Hochsommer kann das durchaus zweimal am Tag Gießen bedeuten. Staunässe ist aber tabu. Im Topf nach 30 Minuten überschüssiges Wasser abschütten.

Beim Düngen gilt: Kalium ist wichtiger als Stickstoff. Zu viel Stickstoff fördert üppiges Blattwerk auf Kosten der Blüte und macht die Pflanze krankheitsanfällig. Im Freiland reicht gut verrotteter Kompost vor der Aussaat meist völlig aus. Im Topf alle ein bis zwei Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger nachhelfen.

Großwüchsige Sorten freuen sich über einen Stützstab, den du am besten schon früh setzt, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Regelmäßiges Hacken hält Unkraut in Schach, solange die Pflanzen noch klein sind, und eine Mulchschicht reduziert den Gießaufwand. Bei verzweigten, mehrblütigen Sorten verlängert das Entfernen verblühter Köpfe die Blütezeit spürbar.

Krankheiten und Schädlinge

Die gefährlichste Krankheit ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Du erkennst sie an hellbraunen bis weißlichen Aufhellungen am Stängelgrund und faulenden Blütenkörben mit weißem Pilzgeflecht. Im Inneren befallener Stängel bilden sich schwarze Dauerkörper (Sklerotien), die über Jahre im Boden überleben. Befallene Pflanzenteile sofort entfernen und nicht auf den Kompost werfen. Die wichtigste Vorbeugung ist eine weite Fruchtfolge von mindestens vier Jahren.

Grauschimmel (Botrytis cinerea) tritt vor allem bei feuchtem Wetter auf und zeigt sich als grauer Belag auf der Rückseite des Blütenkorbs. Ausreichend Pflanzabstand und eine nicht zu üppige Stickstoffdüngung helfen hier am besten. Falscher Mehltau (Plasmopara halstedii) befällt vor allem Jungpflanzen mit gelben Flecken auf den Blättern und weißem Belag auf der Unterseite.

Bei den Schädlingen sind Schnecken in der Jugendphase die größte Gefahr. Vögel und Mäuse können sowohl bei der Keimung als auch bei der Samenreife zuschlagen. Ein Schutznetz hilft in beiden Fällen. Blattläuse treten gelegentlich auf, werden aber selten zum ernsthaften Problem, wenn du Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen im Garten förderst.

Ernte und Verarbeitung

Die Kerne sind reif, wenn der Blütenkopf vollständig eingetrocknet ist und nach unten hängt. Du kannst sie dann leicht mit den Fingern oder einer Bürste aus dem Kopf lösen. Den Blütenkopf dafür mit einer sauberen Gartenschere dicht am Stängel abschneiden und an einem trockenen, luftigen Ort aufhängen.

Um Vögel während der Reifezeit fernzuhalten, kannst du den Kopf rechtzeitig mit einem luftdurchlässigen Netz überziehen. Oder du lässt die Köpfe einfach an der Pflanze stehen und bietest sie Meisen, Finken und Stieglitzen als Winterfutter an.

Gut getrocknete Kerne lassen sich in einem trockenen Behälter lagern und als Snack rösten, zu Öl pressen oder als Vogelnahrung verwenden. Saatgut für die nächste Saison gewinnst du nur von offen blühenden Sorten, nicht von F1-Hybriden.