Lupine anbauen

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Lupinus angustifolius/luteus/albus Blaue Lupine, Gelbe Lupine, Weiße Lupine, Wolfsbohne, Feigbohne, Lupinenbohne, Süßlupine
Weitere Namen
Blaue Lupine, Gelbe Lupine, Weiße Lupine, Wolfsbohne, Feigbohne, Lupinenbohne, Süßlupine
Botanischer Name
Lupinus angustifolius/luteus/albus
Pflanzenkategorie
Gründüngung
LupineShhewitt / CC BY-SA 4.0

Lupinen gehören zu den echten Alleskönnern im Garten. Sie düngen den Boden während sie wachsen, lockern mit ihren mächtigen Pfahlwurzeln selbst verdichtete Schichten auf und locken mit ihren leuchtenden Blüten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Kein Wunder, dass sie im biologischen Gartenbau als eine der wirkungsvollsten Gründüngungspflanzen gelten.

Zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehörend, werden im Garten vor allem drei einjährige Arten genutzt: die Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), die Gelbe Lupine (Lupinus luteus) und die Weiße Lupine (Lupinus albus). Alle drei leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Bradyrhizobium lupini) an ihren Wurzeln und binden so Luftstickstoff direkt im Boden. Je nach Art und Standort reichern sie dabei bis zu 15 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter an, was einer ordentlichen Düngung für die nächste Kultur entspricht.

Ihre Pfahlwurzeln reichen bis zu zwei Meter tief in den Boden und hinterlassen nach dem Verrotten feine Kanäle, durch die Wasser und Luft besser zirkulieren. Dieser Effekt kommt allen Folgekulturen zugute, besonders Wurzelgemüse wie Möhren oder Pastinaken.

Die Sorten unterteilen sich in Bitterlupinen und Süßlupinen. Bitterlupinen enthalten Alkaloide und werden ausschließlich als Gründüngung verwendet. Süßlupinen (Alkaloidgehalt unter 0,05 Prozent) eignen sich auch zum Essen und liefern mit bis zu 40 Prozent Eiweiß eine der proteinreichsten pflanzlichen Quellen überhaupt. Schon Hildegard von Bingen schätzte die Lupine als Heilpflanze.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Gründüngung
Fixiert Stickstoff über Knöllchenbakterien, Lockert verdichtete Bodenschichten in der Tiefe, Unterdrückt Unkraut besonders stark, Wertvolle Bienen-/Insektenweide
Winterhärte
Abfrierend ab -6 °C
Reihenabstand
15 cm
Pflanzabstand
10 cm
Wuchshöhe
40 - 150 cm
Saattiefe
3 cm
Keimtemperatur (minimal)
3 °C
Keimtemperatur (optimal)
12 - 18 °C
Keim-Art
Dunkel

Lupine: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Ernte

GründüngungDirektsaat von Mitte März bis Ende September.

SommerDirektsaat von Mitte März bis Ende April. Die Ernte beginnt etwa Anfang Juli und geht bis Ende September.

Lupine aussäen

Lupinen werden direkt ins Beet gesät, eine Voranzucht ist für die Gründüngung nicht nötig. Die Aussaat ist von März bis September möglich, wobei der optimale Zeitpunkt zwischen Mitte März und Anfang April liegt, sobald der Boden frostfrei ist. Die Samen keimen bereits ab 3 bis 4 Grad Celsius, optimal sind rund 15 Grad.

Als Dunkelkeimer brauchen die Samen eine Erdbedeckung von 2 bis 4 Zentimetern. Oben aufliegende Körner keimen schlecht. Raue die Samen vor der Aussaat leicht mit Sandpapier an und lege sie über Nacht in Wasser. Das beschleunigt die Keimung, die sonst 7 bis 14 Tage dauert.

Für die Gründüngung säst du breitwürfig mit etwa 15 bis 20 Gramm pro Quadratmeter. Beim Erstanbau auf einer Fläche, auf der noch nie Lupinen standen, lohnt sich eine Impfung des Saatguts mit dem passenden Knöllchenbakterium. Ohne diese Symbiose können Lupinen ihren vollen Stickstoffbindungsnutzen nicht entfalten. Impfmittel gibt es im Fachhandel.

Standort und Boden

Lupinen lieben einen sonnigen, offenen Standort und vertragen weder Staunässe noch zu viel Kalk im Boden. Halbschatten wird toleriert, geht aber auf Kosten von Blüte und Standfestigkeit.

Die drei Arten unterscheiden sich deutlich in ihren Bodenansprüchen: Die Blaue Lupine ist der Allrounder und gedeiht auf leichten bis mittelschweren, sandigen bis lehmigen Böden bei einem pH-Wert von 5,0 bis 6,8. Sie verträgt Kalk am besten von allen dreien. Die Gelbe Lupine ist die Pionierin für wirklich magere, saure Sandböden (pH 4,6 bis 6,0), auf denen kaum etwas anderes wächst. Die Weiße Lupine bevorzugt dagegen mittelschwere Böden mit guter Wasserversorgung (pH 5,5 bis 6,8) und liefert die höchste Biomasse.

Lupine: Gute und schlechte Nachbarn

Lupinen sind als Gründüngung echte Teamplayer im Mischkulturgarten. Besonders gut vertragen sie sich laut verschiedener Quellen mit Blattgemüse, Kohlarten, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Möhren, Rote Bete und Spinat. Die Gelbe Lupine kann sogar zwischen Kartoffel- und Kohlreihen gesät werden und bleibt dort als Bodenbedeckung liegen, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Mais und Sonnenblumen ergänzen sich ebenfalls gut mit Lupinen in Mischkulturen. Die Sonnenblume profitiert vom verbesserten Bodenstickstoff, und beide Pflanzen sind wahre Insektenmagneten. Auch Wein schätzt Lupinen als Begrünung.

Meiden solltest du dagegen die Nachbarschaft zu anderen Hülsenfrüchtlern: Bohnen, Erbsen, Wicken, Klee und Luzerne teilen sich mit der Lupine dieselben Bodenpathogene. Ein gemeinsamer Anbau erhöht das Risiko von Leguminosenmüdigkeit erheblich. Auch Spargel gilt als ungünstiger Nachbar.

Schlechte Nachbarn
Sehr schlechte Nachbarn

Lupine: Vorgänger und Nachfolger

Die Fruchtfolge ist beim Lupinenanbau besonders wichtig. Die besten Vorgänger für Lupinen sind stickstoffzehrende Kulturen wie Kartoffeln oder Mais.

Nach einer Lupinen-Gründüngung freuen sich Starkzehrer wie Kohl, Tomaten, Kürbis und Zucchini über den angereicherten Boden und kommen mit deutlich weniger Zusatzdüngung aus. Auch Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken und Sellerie profitieren von der aufgelockerten Bodenstruktur.

Ganz wichtig: Auf der gleichen Fläche solltest du frühestens nach 4 bis 5 Jahren wieder Lupinen anbauen. Diese Pause gilt auch gegenüber anderen Hülsenfrüchtlern wie Bohnen und Erbsen, da sie alle dieselben Bodenpathogene fördern. Eine Lupinen-Gründüngung nach einer Bohnenernte wäre also kontraproduktiv.

Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Sehr gute Nachfolger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Die Blaue Lupine dominiert heute den Anbau in Deutschland und bietet die größte Sortenauswahl. Bei den endständigen Sorten sorgt 'Boruta' für gleichmäßige Abreife und eignet sich für feuchte Lagen. Unter den verzweigten Sorten ist 'Boregine' besonders ertragsstark. 'Probor' wird bis 120 cm hoch und funktioniert auch gut auf Wildäckern.

Die Auswahl an Sorten der Gelben Lupine ist heute sehr begrenzt, da die Pilzkrankheit Anthraknose in den vergangenen Jahrzehnten die meisten anfälligen Sorten aus dem Anbau verdrängt hat. Die Süßlupinensorte 'Juno' ist noch im Handel erhältlich.

Die Weiße Lupine erlebt gerade eine kleine Renaissance. Seit 2019 gibt es erste anthraknosetolerante Sorten wie 'Lublanc' und 'Ares'. Diese Art hat den höchsten Eiweißgehalt und ist damit für die Körnernutzung besonders interessant.

Für die reine Gründüngung reicht günstiges, bitterstoffhaltiges Saatgut völlig aus. Nur wenn du die Körner essen möchtest, brauchst du Süßlupinensorten und solltest den Alkaloidgehalt auf der Packung prüfen.

Pflege und Düngung

Lupinen gehören zu den genügsamsten Pflanzen im Garten. Nach dem Anwachsen versorgen sie sich dank ihrer tiefen Pfahlwurzeln weitgehend selbst mit Wasser. Nur in der Keimphase und bei langer Trockenheit solltest du gießen. Wie fast alle Pflanzen vertragen sie keine Staunässe.

Stickstoffdüngung ist bei Lupinen nicht nur überflüssig, sondern schadet sogar. Sie hemmt die Knöllchenbildung, macht die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und kann Wurzelfäule auslösen. Steinmehl oder Algenkalk im Boden fördert hingegen die Symbiose mit den Bakterien.

Für die Gründüngung arbeitest du die Lupinen kurz vor oder während der Blüte ein. Zu diesem Zeitpunkt haben sie die höchste Biomasse und den meisten Stickstoff gespeichert. Schneide die Pflanzen bodennah ab, lass die Masse etwas antrocknen und arbeite sie dann flach in den Boden ein. Nach etwa vier Wochen Wartezeit können die Folgekulturen gepflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Anthraknose (Colletotrichum lupini) ist die mit Abstand gefährlichste Krankheit im Lupinenanbau. Du erkennst sie an bogenförmig verdrehten Trieben und braunen Brennflecken mit orangefarbenen Sporenlagern an Stängeln und Hülsen. Besonders die Weiße und die Gelbe Lupine sind stark betroffen, die Blaue Lupine zeigt eine deutlich höhere Toleranz. Vorbeugung: Nur zertifiziertes Saatgut verwenden, befallene Pflanzen sofort entfernen und nie kompostieren, weite Fruchtfolge einhalten.

Die Fusarium-Welke (Fusarium oxysporum) lässt Lupinen plötzlich welken und von unten her absterben. Auch hier hilft vor allem eine konsequente Anbaupause. Echter Mehltau kann bei warmem Wetter und zu dichtem Stand auftreten. Schachtelhalmbrühe wirkt vorbeugend.

Unter den Schädlingen sind verschiedene Blattlausarten (Lupinenblattlaus, Schwarze Bohnenlaus) die häufigsten Gäste. Marienkäfer und Florfliegen als natürliche Feinde zu fördern ist hier der beste Weg. Junge Pflanzen ziehen außerdem Schnecken an, also gerade nach der Aussaat aufpassen. Der Blattrandkäfer frisst charakteristische Kerben in die Blätter, seine Larven schädigen die wertvollen Wurzelknöllchen.

Ernte und Verarbeitung

Als Gründüngung werden Lupinen nicht geerntet, sondern in den Boden eingearbeitet. Der ideale Zeitpunkt ist kurz vor oder während der Vollblüte. Schneide die Pflanzen bodennah ab, zerkleinere die Masse und arbeite sie möglichst flach (nicht tiefer als 5 bis 10 cm) ein, damit sie aerob verrottet. Die Wurzeln lässt du im Boden, denn ihre Kanäle verbessern die Bodenstruktur langfristig. Nach etwa vier Wochen ist der Stickstoff für Folgekulturen verfügbar.

Alternativ kannst du die abgeschnittenen Lupinen im Herbst als Mulchschicht über Winter liegen lassen und erst im Frühjahr einarbeiten. Bei dichter Saat unterdrücken sie in der Zwischenzeit auch Unkraut wirksam.

Wer Süßlupinen zur Körnernutzung angebaut hat, erntet wenn etwa 95 Prozent der Hülsen braun und trocken sind. Am besten morgens, wenn noch etwas Feuchtigkeit in den Hülsen ist, denn besonders bei der Blauen Lupine platzen die Hülsen bei Hitze schnell auf. Die Samen lassen sich aus den trockenen Schoten herausdrücken und bleiben in dicht verschlossenen Gläsern 2 bis 3 Jahre keimfähig. Vor dem Verzehr müssen auch Süßlupinen mindestens 1 bis 2 Tage in Salzwasser eingelegt werden.