
Phacelia, auch Bienenfreund genannt, stammt aus den trockenen Höhenlagen Nordamerikas und gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Da sie mit keiner gängigen Gemüsepflanzenfamilie verwandt ist, teilt sie nur wenige Krankheiten und Schädlinge mit ihnen. Das macht sie zur idealen Begleitpflanzung im Gemüsegarten.
Als Gründüngung gehört Phacelia zu den vielseitigsten Pflanzen im Hausgarten. Sie deckt den Boden schnell und dicht ab, hält so Unkraut klein und schützt vor Erosion. Ihr feines, dichtes Wurzelwerk krümelt den Oberboden. Nach der Ernte nimmt sie übrig gebliebenen Stickstoff auf und hält ihn über den Winter fest, beim Einarbeiten gibt sie ihn wieder frei. Stickstoff aus der Luft fixiert sie allerdings nicht, das bleibt den Hülsenfrüchtlern vorbehalten. Verdichteten Unterboden bricht sie ebenfalls nicht auf, und gegen Nematoden hilft sie auch nicht. Für diese Aufgaben kombinierst Du sie mit Klee, Wicken, Lupinen oder nematodenresistentem Ölrettich.
Die blauvioletten Blüten sind ein Magnet für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Wer Phacelia im Garten hat, tut seinen Bestäubern einen großen Gefallen.
Zahlen, Daten, Fakten
Phacelia: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Mitte April bis Ende September. Der Umbruch erfolgt etwa Mitte Juni bis Ende Dezember.
Phacelia aussäen
Phacelia wird direkt ins Beet gesät, Vorziehen ist überflüssig. Das Saatfenster reicht von Mitte April bis Ende September, je nachdem was Du bezweckst. Früher lohnt es sich nicht, denn stärkere Spätfröste überstehen die jungen Pflanzen nicht. Für eine blühende Bienenweide oder einzelne Blumen zum Anlocken von Bestäubern säst Du ab Ende April nach dem letzten Frost. Aussaaten bis Juli kommen noch zur Blüte, spätere bringen vor allem den Gründüngungseffekt.
Ab 5 °C keimen die Samen, optimal sind 12 bis 18 °C, die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Leichte Fröste steckt Phacelia weg, bei etwa -5 bis -7 °C friert sie ab. Wer keine Selbstaussaat möchte, mäht die Pflanzen rechtzeitig vor der Samenreife ab.
Standort und Boden
Phacelia ist genügsam: sonnig bis halbschattig, fast jeder Boden ist recht, ob sandig, mager oder lehmig. Einzige Ausnahme ist Staunässe, die verträgt sie nicht.
In den ersten zwei Wochen nach der Aussaat den Boden gleichmäßig feucht halten, danach kommt sie mit Trockenheit gut zurecht. Gedüngt werden muss sie nicht, sie kommt mit dem aus, was im Boden noch übrig ist.
Phacelia: Gute und schlechte Nachbarn
Phacelia wird in vielen Gartenratgebern als Partnerin für Kartoffeln empfohlen. Ein Streifen rund um das Kartoffelbeet, etwa zwei Wochen vor dem Legen gesät, soll den Kartoffelkäfer fernhalten. Wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung allerdings nicht, und manche Gärtner berichten, dass sich die Käfer davon nicht stören lassen. Einen Versuch ist es trotzdem wert, denn die Blüten locken Nützlinge und Bestäuber an, die dem gesamten Beet zugutekommen. Auch als Beeteinfassung für andere Kulturen leistet sie gute Dienste. Gurken, Zucchini und Kürbis profitieren von den Bestäubern besonders.
Da Phacelia zu keiner gängigen Gemüsefamilie gehört, gibt es im Gemüsegarten kaum schlechte Nachbarn. Du kannst sie neben praktisch jede Kultur setzen, in Lücken einsäen oder für Mulch nutzen.
- Schädlingsabwehr durch Duft oder Tarnung
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- Bewährtes Gemenge (Gründüngung)
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Phacelia: Vorgänger und Nachfolger
Da Phacelia mit keiner Gemüsefamilie verwandt ist, passt sie in die Fruchtfolge vor, nach und zwischen praktisch jeder Kultur. Das unterscheidet sie zum Beispiel deutlich von Senf, der als Kreuzblütler vor und nach Kohlgewächsen problematisch sein kann. Phacelia ist kein Wirt für die Kohlhernie und baut den Erreger im Boden deshalb nicht weiter auf.
Besonders sinnvoll ist Phacelia als Nachfolger von Starkzehrern wie Kohl, Tomaten, Kartoffeln oder Kürbis. Ihr dichtes Wurzelwerk verbessert die Krümelstruktur, fördert das Bodenleben und nimmt verbliebene Nährstoffe auf, bevor sie über den Winter ausgewaschen werden. Beim Einarbeiten der Pflanzenmasse gibt sie diese im nächsten Jahr wieder frei.
Zwei wichtige Ausnahmen gibt es allerdings: Vor Erdbeeren solltest Du keine Phacelia anbauen, denn sie kann die Verticillium-Welke übertragen, die bei Erdbeeren die gefürchtete Erdbeer-Welke auslöst. Und auch direkt vor Kartoffeln ist sie keine gute Wahl. Sie fördert ein Virus, das in den Knollen rostbraune Flecken verursacht (Eisenfleckigkeit), und die Wurzeltöterkrankheit. Nach der Kartoffelernte dagegen passt Phacelia sehr gut. Vor den nächsten Kartoffeln nimmst Du besser Ölrettich.
- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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Sorten
Für den Gemüsegarten brauchst Du keine ausgefallene Sorte. Handelsübliches Phacelia-Saatgut ohne Sortennamen tut seinen Dienst hervorragend.
Pflege und Düngung
Phacelia ist pflegeleicht. Nach der Aussaat hältst Du den Boden für etwa ein bis zwei Wochen gleichmäßig feucht. Gießen ist nur bei extremer Trockenheit nötig, Düngen gar nicht.
Für die Einarbeitung als Gründüngung gibt es zwei Wege. Bei Frühjahrs- oder Sommeranbau mähst Du die Pflanzen am besten bei Blühbeginn ab, also etwa 5 bis 8 Wochen nach der Aussaat. Warte damit nicht zu lange, denn unten setzen die ersten Samen schon an, während oben noch Blüten aufgehen, und abgeschnittene Samenstände reifen noch nach. Lass die Pflanzenreste kurz antrocknen und arbeite sie dann flach in den Boden ein, ohne dabei umzugraben. Das schont die Bodenstruktur. Säst Du erst im Spätsommer oder Herbst, lässt Du die Pflanzen einfach stehen. Ab etwa -5 °C erfriert Phacelia zuverlässig, und die abgestorbenen Reste bleiben als schützende Mulchschicht über Winter liegen. Im Frühjahr arbeitest Du diese Reste dann ein. Kommt eine späte Aussaat in einem milden Herbst doch noch zur Blüte, mähst Du sie trotzdem ab.
Schneide die Pflanzen in jedem Fall vor der Samenreife ab, sonst hast Du im nächsten Jahr überall kleine Phacelia-Keimlinge.
Krankheiten und Schädlinge
Phacelia ist im Hausgarten praktisch problemfrei. Krankheiten wie Mehltau oder Sklerotinia können gelegentlich auftreten, sind aber selten ein ernstes Problem. Bei Schädlingen sind eigentlich nur Schnecken erwähnenswert, die sich an frischen Keimlingen vergreifen können.
Wichtig: Phacelia kann die Verticillium-Welke übertragen und sollte daher nicht vor Erdbeeren angebaut werden.
Gegen Nematoden hilft Phacelia nicht, auch wenn das oft zu lesen ist. Sie ist zwar kein Wirt für das Rübenzystenälchen, vermehrt aber das Nördliche Wurzelgallenälchen und kann die Nematoden fördern, die bei Kartoffeln die Eisenfleckigkeit übertragen.
Wer empfindliche Haut hat, sollte beim Umgang mit den Pflanzen Handschuhe tragen, da Phacelia Kontaktallergien auslösen kann.
Ernte und Verarbeitung
Phacelia wird im Gemüsegarten nicht im klassischen Sinne geerntet, sondern als Gründüngung eingearbeitet. Wer Saatgut für das nächste Jahr gewinnen möchte, lässt einige Pflanzen ausblühen. Die Samen reifen etwa 6 bis 8 Wochen nach Blühbeginn. Ernte die Samenstände an einem trockenen Tag, wenn sie braun werden und sich die Kapseln leicht öffnen lassen. Das Saatgut bleibt für 4 bis 5 Jahre keimfähig.
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