
Die Steckrübe ist eine alte Rübenart aus der Familie der Kreuzblütler. Sie ist aus einer Kreuzung von Kohl und Rübsen entstanden und gehört zur selben Art wie der Raps. Im ersten Jahr bildet sie eine runde, oft kopfgroße Rübe mit blaugrünen Blättern, blühen würde sie erst im zweiten Jahr. Im Garten baust du sie deshalb einjährig an. Die gelbfleischigen Sorten schmecken meist feiner als die weißfleischigen, die früher vor allem Viehfutter waren. Lange galt die Steckrübe als Notessen, heute holen viele Gärtner:innen sie zurück ins Beet, weil sie anspruchslos ist und sich monatelang lagern lässt.
Zahlen, Daten, Fakten
Steckrübe: Pflanzzeiten & Erntezeiten
DirektsaatDirektsaat von Mitte Mai bis Ende Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 105 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende Dezember.
VerpflanzenVerpflanzen ins Beet von Mitte Juli bis Mitte August. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 105 Tagen etwa Anfang Oktober beginnen und geht bis Ende Dezember.
Steckrübe aussäen und pflanzen
Die Steckrübe säst du von Ende Mai bis Mitte Juni direkt ins Beet, etwa 1 bis 2 cm tief. Früher lohnt sich nicht, denn zeitige Saaten leiden stärker unter Erdflöhen und Mehltau. Vereinzel die Sämlinge rechtzeitig auf 30 bis 40 cm in der Reihe bei etwa 40 cm Reihenabstand, sonst bleiben die Rüben klein.
Als Nachkultur nach Frühkartoffeln oder Bohnen ziehst du die Pflanzen ab Mitte Juni vier bis fünf Wochen in Töpfchen vor und pflanzt sie Mitte Juli bis Anfang August aus. Setz die Jungpflanzen nicht tiefer, als sie im Topf standen, sonst werden die Rüben länglich und der Ertrag sinkt.
Standort und Boden
Die Steckrübe ist anspruchslos und wächst auf fast jedem Boden. Am besten gedeiht sie wie die anderen Kohlgewächse auf humosem, lehmigem Boden, der Feuchtigkeit gut hält. Sie mag ein ausgeglichenes, kühles Klima und leidet in heißen, trockenen Sommern. Ein pH-Wert um 7 beugt der Kohlhernie vor, auf sauren Böden kalkst du vorher. Für Balkon und Kübel eignet sich die Steckrübe nicht, sie braucht viel Wurzelraum.
Steckrübe: Gute und schlechte Nachbarn
Die Steckrübe kommt erst im Frühsommer ins Beet und steht dann bis in den Spätherbst. Erbsen sind gute Nachbarn, ebenso Sellerie, der wie bei den Kohlarten den Kohlweißling fernhalten soll. Dill und Borretsch locken Nützlinge an und passen gut an den Rand der Steckrübenreihen. Auch Mangold und Rote Bete vertragen sich mit ihr. Solange die Rüben noch klein sind, kannst du Salat oder Spinat dazwischen säen, beide sind geerntet, bevor die Steckrüben den Platz brauchen.
Bei Tomaten und Gurken gehen die Meinungen auseinander. Tomaten sollen Kohlschädlinge abhalten, in Amerika gelten sie dagegen als Konkurrenz um Nährstoffe. Gurken gelten in Deutschland als gute Nachbarn, in Frankreich sollen sie das Wachstum der Steckrübe bremsen. Ähnlich ist es bei Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch: In Deutschland gelten sie als ungünstig, in Amerika sollen sie die Kohlfliege vertreiben. Belegt ist keins von beiden.
Chinakohl pflanzt du besser nicht neben die Steckrübe, denn beide teilen das Wasserrübenmosaikvirus, das Blattläuse von Pflanze zu Pflanze tragen. Neben Kartoffeln soll die Steckrübe schlechter wachsen, nach Frühkartoffeln passt sie dagegen gut. Rucola lockt wie die Steckrübe Erdflöhe an und steht deshalb besser woanders.
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Steckrübe: Vorgänger und Nachfolger
Wie alle Kohlgewächse sollte die Steckrübe erst im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. So hältst du Kohlhernie und Kohlfliege in Schach, die im Boden überdauern. Das gilt auch für Radieschen, Rettich, Rucola und Senf als Gründüngung.
Die Steckrübe ist eine klassische Nachkultur. Nach Frühkartoffeln oder Buschbohnen, die im Juni oder Juli das Beet räumen, pflanzt du sie im Juli und erntest im Herbst. Bohnen und Erbsen hinterlassen Stickstoff, den die Steckrübe gut nutzt. Auch nach Zwiebeln, Knoblauch und Schalotten wächst sie gut, langjährige Fruchtfolgeversuche zeigen das für alle Kohlgewächse.
Nach der Steckrübe passt im nächsten Jahr Lauch gut. Möhren und Salat wachsen nach Kohlgewächsen dagegen schlechter, lass hier lieber ein Jahr dazwischen.
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Sorten
Bei der Steckrübe gibt es gelb- und weißfleischige Sorten. Die gelbfleischigen schmecken meist feiner und gelten als die besseren Speiserüben, die weißfleischigen waren früher vor allem Viehfutter. Die Form reicht von platt über rund bis flaschenförmig, der Kragen ist grün oder braunviolett. Sorten mit viel Trockenmasse halten im Lager länger als die zarteren.
Pflege und Düngung
Die Steckrübe braucht weniger Dünger als Kopfkohl, gut verrotteter Kompost vor der Saat reicht meist. Zu viel Stickstoff macht die Rüben weniger lagerfähig, frischen Mist bringst du nicht aus. Gieß in Trockenzeiten gleichmäßig, sonst stockt das Wachstum. Hacken und Mulchen halten den Boden locker und feucht. Die Steckrübe hat einen hohen Bedarf an Bor, auf kalkreichen und trockenen Böden lohnt sich ein Blick darauf. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Saat hält Kohlfliege und Erdflöhe fern.
Krankheiten und Schädlinge
Die Steckrübe teilt fast alle Krankheiten und Schädlinge der Kohlarten. Am gefährlichsten ist die Kohlhernie, ein Bodenerreger, der knollige Wucherungen an den Wurzeln bildet. Die Pflanzen welken an warmen Tagen und bleiben klein. Halte vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und bring den pH-Wert des Bodens auf etwa 7.
Die Maden der Kohlfliege fressen Gänge in die Rüben, Erdflöhe durchlöchern im Mai und Juni die jungen Blätter. Gegen beide hilft ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat, und eine Saat ab Anfang Juni entgeht dem stärksten Erdflohbefall. Raupen von Kohlweißling, Kohleule und Kohlmotte und die Larven der Kohlrübenblattwespe fressen an den Blättern, auch hier schützt das Netz.
Blattläuse, vor allem die Mehlige Kohlblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus, übertragen das Wasserrübenmosaikvirus. Es macht helle und dunkle Mosaikflecken auf den Blättern und kann ganze Blätter absterben lassen. Pflanze die Steckrübe deshalb nicht neben Chinakohl.
Bei feuchtem Wetter zeigen sich auf den Blättern Pilzkrankheiten wie Kohlschwärze, Ringflecken und Mehltau, frühe Saaten sind dafür anfälliger. Entferne stark befallene Blätter und arbeite die Erntereste bald ein.
Ernte und Verarbeitung
Die Steckrübe erntest du von September bis in den November. Kurze Fröste bis etwa minus 6 Grad verträgt sie, in milden Lagen kann sie bis Weihnachten im Beet bleiben, unter einer dicken Strohschicht auch länger. Kleinere Rüben bis 15 cm Durchmesser schmecken feiner als große und lassen sich besser überwintern. Im kühlen Keller oder in Kisten mit Sand halten sie bis zu sechs Monate. In der Küche kochst du die Steckrübe als Eintopf, Püree oder Suppe, nach Frost schmeckt sie süßer. Junge Rüben kannst du auch roh und in dünne Scheiben gehobelt als Salat essen.
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