
Alexandrinerklee stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wird seit Jahrtausenden in Ägypten angebaut. Seinen Namen verdankt er der Stadt Alexandria. In unseren Breiten hat er sich seit den 1950er Jahren als Gründüngungspflanze etabliert und leistet im Gemüsegarten stille, aber wirkungsvolle Arbeit für den Boden.
Als einjährige Leguminose aus der Familie der Hülsenfrüchtler unterscheidet sich der Alexandrinerklee deutlich von seinen mehrjährigen Verwandten wie Rot- oder Weißklee. Sein aufrechter, hohler Stängel wird 60 bis 100 cm hoch und verzweigt sich gut. Die Blätter sind länglich-oval, und im Sommer erscheinen weißliche bis blassgelbe Blütenköpfchen, die Honigbienen und Wildbienen anziehen.
Was den Alexandrinerklee als Gründünger so wertvoll macht, ist seine Kombination aus Tempo und Leistung. In nur sechs bis acht Wochen baut er eine beachtliche Pflanzenmasse auf. Über die Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) bindet er Luftstickstoff und macht ihn im Boden verfügbar. Seine Pfahlwurzel dringt in tiefere Bodenschichten vor und lockert verdichtete Bereiche auf natürliche Weise. Nach dem ersten kräftigen Frost stirbt er zuverlässig ab und hinterlässt eine Mulchschicht, die sich im Frühjahr leicht einarbeiten lässt.
Zahlen, Daten, Fakten
Alexandrinerklee: Pflanzzeiten & Erntezeiten
GründüngungDirektsaat von Mitte April bis Ende Mai. Der Umbruch erfolgt etwa Anfang September bis Ende November.
GründüngungDirektsaat von Mitte Juli bis Ende August. Der Umbruch erfolgt etwa Anfang Oktober bis Ende November.
Alexandrinerklee aussäen
Alexandrinerklee wird immer als Direktsaat ins Freiland ausgebracht. Im Frühjahr kannst du ab Mitte April säen, sobald der Boden mindestens 8 °C warm und gut abgetrocknet ist, hier dann meist als Bienenweide. Als Zwischenfrucht nach abgeerntetem Frühgemüse ist die beste Zeit von Juli bis Anfang August, spätestens Mitte August, damit die Pflanzen vor dem ersten Frost noch genug Masse aufbauen können.
Das Beet sollte feinkrümelig und gut abgesetzt sein, grobe Erdklumpen bremsen die Keimung aus. Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in den Boden. Für eine Flächensaat im Hausgarten rechnest du mit etwa 20 bis 25 g pro Quadratmeter. Wichtig: Nach dem Säen die Fläche gut andrücken oder anwalzen, damit die Samen guten Bodenkontakt bekommen. Bei ausreichender Feuchtigkeit zeigen sich die ersten Keimlinge nach 7 bis 14 Tagen.
In kühleren Lagen oder bei später Aussaat im Frühjahr lohnt es sich, die Eisheiligen abzuwarten. Die jungen Pflänzchen reagieren empfindlich auf Spätfrost. Falls es nach der Aussaat trocken bleibt, solltest du vorsichtig wässern, denn gerade in der Jugendphase braucht der Alexandrinerklee gleichmäßige Feuchtigkeit.
Standort und Boden
Alexandrinerklee ist eine mediterrane Pflanze und liebt Wärme und Sonne. An einem vollsonnigen Standort leistet er deutlich mehr, im Halbschatten wächst er langsamer und bildet weniger Biomasse. Schwere Tonböden und Staunässe mag er nicht.
Für die Stickstoffbindung über die Knöllchenbakterien braucht der Boden einen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Auf zu sauren Böden siedeln sich die Rhizobien nicht richtig an und die ganze Gründüngungswirkung verpufft. Eine gute Grundversorgung mit Phosphor und Kali ist ebenfalls hilfreich, zusätzlicher Stickstoffdünger dagegen kontraproduktiv, denn zu viel Stickstoff im Boden hemmt die Knöllchenbildung.
Alexandrinerklee: Gute und schlechte Nachbarn
Alexandrinerklee wird in der Regel als Gründüngung auf freien Beetflächen gesät und nicht direkt zwischen Gemüsereihen gepflanzt. In manchen Situationen lässt er sich aber an Beeträndern oder zwischen breiteren Reihen einsetzen. Kohlgewächse wie Weißkohl oder Kohlrabi profitieren als Starkzehrer von der Stickstoffanreicherung, wenn der Klee in der Nähe wächst. Möhren mit ihren tiefen Wurzeln konkurrieren kaum mit dem Klee und schätzen die Bodenbedeckung gegen Unkraut. Auch Zwiebeln profitieren von der dichten Bodendecke, die Feuchtigkeit hält und Beikräuter unterdrückt.
Schlecht verträgt sich Alexandrinerklee mit anderen Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Ackerbohnen. Es droht sogenannte Leguminosenmüdigkeit mit deutlichen Wachstumseinbußen und Krankheiten werden geteilt.
Alexandrinerklee: Vorgänger und Nachfolger
Die große Stärke des Alexandrinerklees liegt in der Fruchtfolge. Er hinterlässt gebundenen Stickstoff, organische Masse und eine gelockerte Bodenstruktur, von der die nächste Kultur unmittelbar profitiert. Besonders Starkzehrer wie Kohl, Kürbis, Zucchini und Tomaten sind ideale Nachfolger und können den Stickstoffvorrat gut nutzen. Auch Mais zählt im größeren Maßstab zu den dankbaren Folgekulturen.
Nach Alexandrinerklee sollten auf keinen Fall andere Leguminosen folgen, also keine Bohnen, Erbsen oder Linsen. Auch vor einer erneuten Klee-Aussaat auf der gleichen Fläche sollten mindestens drei bis vier Jahre vergehen, um Kleekrebs und andere Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden. Umgekehrt sind andere Kleearten und Leguminosen auch schlechte Vorgänger für den Alexandrinerklee.
Sorten
Die Sortenauswahl beim Alexandrinerklee ist überschaubar. Für die Gründüngung im Garten kommen fast ausschließlich mehrschnittige Sorten zum Einsatz. Die Sorte 'Tabor' zeichnet sich durch besonders schnelle Massenbildung in der Jugend und frühe Blüte aus, was sie für kurze Anbauzeiträume interessant macht. 'Otto' ist eine solide Allroundsorte mit guter Standfestigkeit. Beim Saatgutkauf lohnt ein Blick auf das Tausendkorngewicht: Werte zwischen 2,7 und 3,2 g deuten auf mehrschnittige Sorten hin, die für die Gründüngung geeignet sind.
Pflege und Düngung
Alexandrinerklee ist ausgesprochen pflegeleicht und braucht kaum Aufmerksamkeit, wenn er erst einmal aufgelaufen ist. In der Jugendphase ist ausreichende Bodenfeuchtigkeit wichtig, später kommt der Bestand gut allein zurecht.
Wenn du den Klee als Bienenweide nutzen willst, lass ihn bis zur Vollblüte stehen. Soll er eher als lebende Mulchschicht dienen, kannst du ihn vor der Blüte auf etwa 6 bis 7 cm zurückschneiden, das regt neues Austreiben an.
Die Einarbeitung als Gründüngung machst du am besten kurz vor oder zu Beginn der Blüte, also etwa sechs bis acht Wochen nach der Aussaat. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff in der Pflanzenmasse am günstigsten und die Nährstoffe werden nach dem Untermischen zügig freigesetzt. Das Material flach in den Boden einarbeiten, maximal 5 bis 10 cm tief. Nach der Einarbeitung solltest du zwei bis drei Wochen warten, bevor du die Folgekultur pflanzt, damit die sogenannte Stickstoffsperre vorbei ist.
Krankheiten und Schädlinge
Kleekrebs (Sclerotinia) ist die wichtigste Pilzerkrankung und befällt Stängelbasis und Blätter, besonders bei feuchter Witterung. Vorbeugung funktioniert am besten über eine weite Fruchtfolge mit mindestens drei bis vier Jahren Pause zwischen Kleearten. Auch ein nicht zu dichter Stand und gute Durchlüftung helfen.
Kleeschwärze tritt bei anhaltend feuchten Bedingungen auf. Der Stängelbrenner (Kabatiella caulivora) überdauert auf Pflanzenresten, ist beim einjährigen Alexandrinerklee aber weniger problematisch als bei mehrjährigen Kleearten. Gelegentlich zeigt sich Mehltau, vor allem wenn auf feuchte Phasen Trockenheit folgt.
Bei den Schädlingen können Blattläuse bei starkem Auftreten das Wachstum bremsen. Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen halten die Population normalerweise in Schach. Auch Kleespitzmäuschen (kleine Rüsselkäfer) und Blattrandkäfer kommen vor, richten bei gesunden Beständen aber kaum nennenswerten Schaden an. Stock- und Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) lassen sich durch weite Fruchtfolgen vermeiden.
Ernte und Verarbeitung
Alexandrinerklee landet nicht auf dem Teller, seine Ernte ist die Einarbeitung in den Boden. Den optimalen Zeitpunkt erwischst du kurz vor oder bei Blühbeginn, wenn die Pflanzenmasse ihr Maximum erreicht hat und das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis am günstigsten ist. Dies sollte zwei bis vier Wochen vor dem Ausbringen der Folgekultur geschehen. Abgeschnittenes Pflanzenmaterial kannst du auch dem Kompost zuführen. Der hohe Stickstoffgehalt der noch jungen Pflanzenteile wirkt dort als natürlicher Aktivator und beschleunigt die Rotte. Als Bienenweide lässt du den Bestand am besten bis zur Vollblüte stehen, bevor du ihn einarbeitest. Die nektarreichen Blüten werden von Honigbienen und Wildbienen gleichermaßen geschätzt.