Sommerwicke anbauen

Vicia sativa Futterwicke, Saatwicke
Weitere Namen
Futterwicke, Saatwicke
Botanischer Name
Vicia sativa
Familie / Gattung
Fabaceae / Vicia
Pflanzenkategorie
Gründüngung
SommerwickeKrzysztof Ziarnek / CC BY-SA 4.0

Die Sommerwicke gehört zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. In unseren Gärten ist sie vor allem als Gründüngungspflanze bekannt und geschätzt. An ihren Wurzeln sitzen winzige Knöllchenbakterien, die Stickstoff direkt aus der Luft binden und im Boden verfügbar machen.

Die einjährige Pflanze rankt sich mit ihren gefiederten Blättern 30 bis 100 cm in die Höhe. Von Juni bis Oktober zeigt sie hübsche purpur- bis violettfarbene Schmetterlingsblüten, die bei Bienen und Hummeln sehr beliebt sind. Als Gründünger bedeckt sie brach liegende Beete schnell und zuverlässig, lockert mit ihrem Wurzelsystem verdichtete Böden auf und unterdrückt Unkraut. Nach dem Abfrieren im Herbst bleibt sie als natürliche Mulchschicht liegen oder wird in der Vollblüte eingearbeitet, damit die Nährstoffe den Folgekulturen zugutekommen.

Im Mischkulturgarten spielt die Sommerwicke eine besondere Rolle: Sie wird nicht gegessen, sondern arbeitet für die Bodenfruchtbarkeit. Zwischen Beerenobst wie Johannisbeeren oder Brombeeren eignet sie sich auch als Unterpflanzung, die den Boden schützt und gleichzeitig Stickstoff liefert.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Gründüngung
Fixiert Stickstoff über Knöllchenbakterien, Lockert verdichtete Bodenschichten in der Tiefe, Unterdrückt Unkraut besonders stark, Wertvolle Bienen-/Insektenweide
Winterhärte
Abfrierend ab -5 °C
Reihenabstand
15 cm
Pflanzabstand
5 cm
Wuchshöhe
30 - 100 cm
Saattiefe
4 cm
Keimtemperatur (minimal)
2 °C
Keimtemperatur (optimal)
8 - 15 °C
Keim-Art
Dunkel

Sommerwicke: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat

Direktsaat von Anfang April bis Ende August.

Sommerwicke aussäen

Die Sommerwicke wird immer direkt ins Beet gesät, Vorziehen ist nicht nötig und bei einer Gründüngungspflanze auch nicht sinnvoll. Die Samen verteilst du breitwürfig auf der Fläche und arbeitest sie anschließend mit einem Rechen etwa 2 bis 5 cm tief ein. Pro Quadratmeter brauchst du ungefähr 10 bis 12 g Saatgut.

Aussäen kannst du von April bis August, wobei die Faustregel gilt: Immer dann säen, wenn ein Beet frei steht und noch mindestens 8 bis 10 Wochen bis zum ersten Frost verbleiben. Im Frühjahr solltest du bei früher Aussaat auf mögliche Spätfröste achten, denn die Sommerwicke ist nicht winterhart. Die Keimung setzt schon ab etwa 2 °C ein, optimal liegt die Temperatur zwischen 8 und 15 °C. Bei gleichmäßiger Bodenfeuchtigkeit zeigen sich die ersten Keimlinge nach 7 bis 14 Tagen.

Besonders gut funktioniert die Aussaat in Mischung mit anderen Gründüngern. Wenn du sie zusammen mit einem Partner wie Phacelia oder Senf säst, reduzierst du die Saatmenge der einzelnen Arten auf jeweils 60 bis 70 Prozent der normalen Menge.

Standort und Boden

Die Sommerwicke ist wirklich genügsam, was den Standort angeht. Am wohlsten fühlt sie sich in voller Sonne, kommt aber auch mit leichtem Halbschatten zurecht. Beim Boden ist sie kaum wählerisch: Mittlere bis schwere, kalkhaltige Lehmböden sind ideal, aber auch sandige Böden funktionieren, bringen dann allerdings weniger Pflanzenmasse.

Als Leguminose versorgt sich die Sommerwicke über ihre Knöllchenbakterien selbst mit Stickstoff. Eine zusätzliche Düngung ist nicht nur überflüssig, sondern sogar kontraproduktiv, weil sie die Symbiose mit den Bakterien stören würde. Staunässe solltest du vermeiden, ansonsten ist diese Pflanze wirklich anspruchslos.

Sommerwicke: Gute und schlechte Nachbarn

Phacelia ist eine ausgezeichnete Partnerin für die Sommerwicke. Beide ergänzen sich hervorragend: Während die Wicke den Boden mit Stickstoff anreichert, lockert Phacelia mit ihren Wurzeln tiefere Bodenschichten. Zusammen ergeben sie außerdem eine tolle Bienenweide. Achte aber darauf, nicht zu dicht zu säen, sonst kann Phacelia die Wicke unterdrücken.

Senf sorgt in Kombination mit der Sommerwicke für eine schnelle Bodenbedeckung und hilft zusätzlich bei der Nematodenbekämpfung. Allerdings solltest du diese Mischung nicht wählen, wenn danach Kohl oder andere Kreuzblütler aufs Beet sollen. Sonnenblumen geben den rankenden Wicken Halt und locken dabei viele Insekten an.

Schlecht verträgt sich die Sommerwicke mit anderen Hülsenfrüchtlern. Erbsen, Buschbohnen, Stangenbohnen und Ackerbohnen gehören zur selben Familie und teilen die gleichen Krankheitserreger und Schädlinge. Der gemeinsame Anbau bringt keinen zusätzlichen Stickstoffvorteil und erhöht nur den Krankheitsdruck.

Sehr gute Nachbarn
Hafer
Gute Nachbarn
Alexandrinerklee
Erdklee
Perserklee
Schlechte Nachbarn
Lupine
Sehr schlechte Nachbarn
Ackerbohne
Winterwicke

Sommerwicke: Vorgänger und Nachfolger

Die Sommerwicke ist als Vorfrucht geradezu ideal für alle Starkzehrer. Kohlarten wie Weißkohl, Brokkoli, Rotkohl und Grünkohl profitieren am meisten vom gebundenen Stickstoff und der verbesserten Bodenstruktur. Auch Kartoffeln gedeihen auf einem Beet, das vorher mit Sommerwicken begrünt war, nachweislich besser. Tomaten, Paprika, Kürbis und Zucchini als weitere Starkzehrer können den angereicherten Stickstoff ebenfalls gut verwerten.

Die Sommerwicke kann praktisch nach allen Nicht-Leguminosen eingesetzt werden. Besonders gut passt sie nach Kohlarten, deren stark beanspruchter Boden von der Stickstoffanreicherung und Wurzellockerung profitiert. Auch nach Kartoffeln oder Nachtschattengewächsen wie Tomaten ist sie eine gute Wahl zur Bodenregeneration.

Vermeide es, die Sommerwicke nach anderen Hülsenfrüchtlern wie Erbsen oder Bohnen anzubauen, da sich im Boden spezifische Krankheitserreger angereichert haben können. Auch Rotklee sollte nicht direkt nach Sommerwicken folgen. Zwischen zwei Sommerwicken-Kulturen auf derselben Fläche sollten mindestens 3 bis 4 Jahre Pause liegen.

Gute Vorgänger
Aubergine
Blumenkohl
Brokkoli
Chili
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Honigmelone
Kartoffel
Kohlrabi
Kürbis
Lauch
Mairübe
Mais
Mizuna (Asiasalat)
Pak Choi
Palmkohl
Paprika
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Steckrübe
Süßkartoffel
Tomate
Wassermelone
Weißkohl
Wirsing
Zucchini
Schlechte Vorgänger
Alexandrinerklee
Buschbohne
Erbse
Erdklee
Esparsette
Feuerbohne
Inkarnatklee
Kichererbse
Linsen
Lupine
Luzerne
Perserklee
Rotklee
Sojabohne
Sonnenblume
Stangenbohne
Weißklee
Sehr schlechte Vorgänger
Ackerbohne
Sommerwicke
Winterwicke
Gute Nachfolger
Aubergine
Blumenkohl
Brokkoli
Chili
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Hafer
Honigmelone
Kartoffel
Knollensellerie
Kohlrabi
Kürbis
Lauch
Mairübe
Mais
Mizuna (Asiasalat)
Okra
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Paprika
Phacelia
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Stangensellerie
Steckrübe
Süßkartoffel
Tomate
Wassermelone
Weißkohl
Wirsing
Zucchini
Schlechte Nachfolger
Alexandrinerklee
Buschbohne
Erbse
Erdklee
Esparsette
Feuerbohne
Inkarnatklee
Kichererbse
Linsen
Lupine
Luzerne
Perserklee
Rotklee
Sojabohne
Sonnenblume
Stangenbohne
Weißklee
Sehr schlechte Nachfolger
Ackerbohne
Sommerwicke
Winterwicke

Sorten

Im Hobbygarten wird die Sommerwicke meist als einfaches Gründüngungssaatgut ohne Sortenbezeichnung angeboten. Die Sorte 'Ebena' ist im landwirtschaftlichen Bereich weit verbreitet und zeichnet sich durch schnelles Wachstum und breite Blätter aus, die den Boden rasch bedecken. Sie kommt auch auf leichteren Böden gut zurecht und friert im Winter zuverlässig ab. Für die Gründüngung im Hausgarten ist eine gezielte Sortenwahl aber in der Regel nicht notwendig.

Pflege und Düngung

Die Sommerwicke versorgt sich selbst mit Stickstoff und braucht nach dem Aufgehen normalerweise keine Aufmerksamkeit mehr. In der Jugendphase hilft bei längerer Trockenheit etwas Wasser, danach kommt sie mit dem natürlichen Niederschlag zurecht.

Der richtige Zeitpunkt zum Einarbeiten ist entscheidend. Wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen und gerade anfangen, Hülsen zu bilden, ist der Stickstoffgehalt am höchsten. Dann mähst du die Pflanzen ab, lässt das Material ein paar Tage als Mulchschicht liegen und arbeitest es anschließend 5 bis 10 cm tief in den Boden ein. Warte danach mindestens 2 bis 3 Wochen, bevor du die nächste Kultur pflanzt.

Ganz wichtig: Lass die Pflanzen nicht bis zur Samenreife stehen! Sonst gehen im nächsten Jahr überall unkontrolliert Wicken auf, und die Stängel werden holzig und verrotten nur langsam. Bei einer Herbstaussaat, die vor dem Winter nicht mehr eingearbeitet wird, erfrieren die Pflanzen beim ersten stärkeren Frost und bleiben als natürlicher Mulch liegen. Im Frühjahr harkst du die Reste dann einfach leicht ein.

Krankheiten und Schädlinge

Da die Sommerwicke im Garten fast ausschließlich als Gründüngung dient und vor der Samenreife eingearbeitet wird, sind Krankheiten und Schädlinge selten ein echtes Problem. Trotzdem kann es zu Befall kommen.

Blattläuse (Aphidoidea) sind die häufigsten Gäste. Sie saugen an den Triebspitzen, was sich durch eingerollte Blätter bemerkbar macht. Meistens reicht es, die natürlichen Feinde wie Marienkäfer und Florfliegenlarven zu fördern. Bei stärkerem Befall hilft eine Brennnesseljauche. Der Wickenrost (Uromyces viciae-fabae) zeigt sich durch orangebraune Pusteln auf Blättern und Stängeln und tritt vor allem bei feucht-warmem Wetter auf. Eine gute Fruchtfolge mit mindestens 3 bis 4 Jahren Pause zwischen Leguminosen ist die beste Vorbeugung. Auch Brennflecken (Ascochyta spp.) können bei feuchtkühler Witterung auftreten, erkennbar an dunklen, eingesunkenen Flecken auf Stängeln und Hülsen.

Ernte und Verarbeitung

Die Sommerwicke wird als Gründüngungspflanze normalerweise nicht geerntet, sondern in der Vollblüte abgemäht und in den Boden eingearbeitet.

Grundsätzlich sind die Samen der Sommerwicke essbar, allerdings enthalten sie im rohen Zustand leicht giftige Alkaloide. Für den Verzehr müssen sie deshalb immer gut eingeweicht und ausreichend gekocht werden, ähnlich wie Linsen. Im Hausgarten spielt diese Nutzung aber kaum eine Rolle.

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