
Der Palmkohl ist eine Form des Grünkohls und stammt aus Italien, vor allem aus der Toskana, daher die Namen Toskanischer Kohl, Schwarzkohl oder Cavolo nero. Statt krauser Blätter bildet er lange, schmale, dunkel blaugrüne und blasige Blätter, die an einem aufrechten Stamm sitzen. Mit der Zeit sieht die Pflanze aus wie eine kleine Palme. Anders als die meisten Kohlarten verträgt Palmkohl Sommerhitze gut, und er braucht keinen Frost, damit er schmeckt. Fröste bis etwa minus 10 Grad übersteht er meist ohne Schaden. Wegen seines Wuchses pflanzen ihn manche auch als Zierpflanze in große Töpfe.
Zahlen, Daten, Fakten
Palmkohl: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Mitte Mai bis Mitte Juni. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Anfang Juli. Vorziehen etwa 28 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte April und Anfang Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 80 Tagen etwa Mitte Juli beginnen und geht bis Ende November.
Palmkohl aussäen und pflanzen
Palmkohl säst du von April bis Juni in Töpfe oder ins Anzuchtbeet, die Samen keimen schon ab 2 Grad, am schnellsten bei etwa 20 Grad. Nach rund vier Wochen, wenn die Jungpflanzen drei bis vier Blätter haben, kommen sie ins Beet. Ältere Jungpflanzen schießen später gern. Für eine lange Ernte bis in den Winter pflanzt du im Juni oder Juli, so passt Palmkohl gut nach Frühkartoffeln, Erbsen, Buschbohnen oder Salat. Setze die Pflanzen auf 50 x 50 cm, hohe Sorten auf 75 x 50 cm, und gib beim Pflanzen reifen Kompost dazu. Die Samen bleiben mindestens sechs Jahre keimfähig.
Standort und Boden
Palmkohl wächst am besten in der Sonne, etwas Schatten verträgt er aber. Ideal sind tiefgründige, humose Lehmböden, die Wasser gut halten. Auf leichten Sandböden klappt es mit reichlich Kompost. Der Boden sollte gut mit Kalk versorgt sein, ein pH-Wert um 7 macht es der Kohlhernie schwer. Im Kübel braucht Palmkohl mindestens 10 Liter Erde und regelmäßig Wasser.
Palmkohl: Gute und schlechte Nachbarn
Der Palmkohl kommt meist im Frühsommer ins Beet und steht bis in den Winter. Bis er groß ist, säst oder pflanzt du Salat, Radieschen, Möhren oder Rote Bete zwischen die jungen Reihen, sie sind geerntet, bevor der Kohl den Platz braucht. Du kannst ihn auch zwischen niedrige Buschbohnen, Ackerbohnen oder Erbsen setzen. Im Spätsommer passen Endivien und Feldsalat daneben, Feldsalat überwintert mit dem Palmkohl zusammen.
Sellerie ist ein besonders guter Partner, er soll mit seinem Duft den Kohlweißling fernhalten. Tomaten sollen ebenfalls Kohlschädlinge abhalten, auch Spinat und Mangold verstehen sich gut mit dem Palmkohl. Gertrud Franck setzt späte Kohlarten gern neben Frühkartoffeln, die geerntet sind, wenn der Kohl wächst. Dill, Borretsch, Ringelblume und Tagetes am Rand locken Nützlinge an.
Erdbeeren gelten dagegen in vielen Ländern als schlechte Nachbarn, und Gartenkresse säst du lieber für sich. Kapuzinerkresse ist selbst Futterpflanze der Kohlweißlingsraupen, ob sie den Kohl entlastet oder die Falter erst anlockt, weiß niemand sicher. Andere Kohlarten neben dem Palmkohl sind kein Problem, solange du sie in der Fruchtfolge auseinanderhältst. Mit Kohlrabi oder Rucola daneben kommen mehr Kohlfliegen und Erdflöhe, dann hilft ein Netz.
- Konkreter Praxis-Tipp für dieses Paar
- Gemeinsamer Schädling wird angelockt oder vermehrt
Palmkohl: Vorgänger und Nachfolger
Wie alle Kohlarten sollte Palmkohl erst im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. So hältst du die Kohlhernie in Schach, deren Dauersporen viele Jahre im Boden überleben. Das gilt auch für Palmkohl nach Palmkohl.
Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, deren Stickstoff der hungrige Palmkohl gut nutzt. Da er erst im Juni oder Juli gepflanzt wird, kann er im selben Jahr nach Frühkartoffeln, Erbsen, Buschbohnen oder Salat folgen. Auch nach Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Zucchini oder Mais wächst er gut, denn diese teilen keine Krankheiten mit ihm. Nach Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden, und auch Lauch und Spinat vermehren diesen Fadenwurm.
Nach dem Palmkohl passen im nächsten Jahr Pastinaken oder Lauch gut. Möhren, Schwarzwurzeln und Salat wachsen nach Kohl dagegen schlechter, und Zwiebeln werden nach den vielen Ernteresten weich. Zieh die Strünke nach der letzten Ernte heraus, damit Krankheiten und Weiße Fliegen nicht im Beet bleiben.
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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- Selbstunverträglichkeit
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- Zu viel Stickstoff für empfindlichen Nachfolger
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Sorten
Am weitesten verbreitet ist die alte italienische Sorte Nero di Toscana, die auch als Negro Romano oder Cavolo nero im Handel ist. Sie wird bis etwa einen Meter hoch, im zweiten Jahr auch deutlich höher. Daneben gibt es neuere Palmkohl-Sorten wie Black Magic oder die Hybride Raven. Große Unterschiede zwischen den Herkünften gibt es kaum.
Pflege und Düngung
Palmkohl ist ein Starkzehrer. Gib vor dem Pflanzen reichlich reifen Kompost ins Beet und dünge einige Wochen später noch einmal mit Pflanzenjauche. Regelmäßige Düngergaben und vor allem eine gleichmäßige Wasserversorgung sind entscheidend für eine gute Blattentwicklung. Mulchen mit Grasschnitt ist sehr hilfreich, bis dahin lockerst du den Boden regelmäßig. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung hält die meisten Schädlinge fern. Hohe Pflanzen bindest du vor dem Winter an einen Stab, damit Wind und Schnee sie nicht umdrücken.
Krankheiten und Schädlinge
Palmkohl ist so robust wie Grünkohl, ganz verschont bleibt er aber nicht. Auf Böden mit Kohlhernie fällt er wie andere Kohlarten aus. Achte deshalb auf vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und auf genug Kalk im Boden.
Der wichtigste Schädling am Palmkohl ist die Kohlmottenschildlaus, eine winzige weiße Fliege, die im warmen Spätsommer und Herbst massenhaft an den Blattunterseiten sitzt. Ihr klebriger Honigtau wird schwarz von Pilzen. Ein Netz ab der Pflanzung und das Abräumen alter Kohlstrünke helfen am meisten, mit einem kräftigen Wasserstrahl kannst du sie auch abbrausen.
Raupen von Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule fressen Löcher in die Blätter, die Kohlfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals junger Pflanzen. Weil Palmkohl auch im Sommer wächst, setzen ihm in heißen, trockenen Wochen Erdflöhe besonders zu. Auch gegen diese Schädlinge schützt ein feinmaschiges Kulturschutznetz zuverlässig, ebenso gegen die Mehlige Kohlblattlaus.
Im Herbst zeigt sich auf älteren Blättern manchmal ein weißer, abwischbarer Belag, das ist der Echte Mehltau, der Palmkohl und Grünkohl oft befällt. Bei kühlem, nassem Wetter können weiße Pusteln auf den Blattunterseiten des Palmkohls auftreten, das ist der Weiße Rost.
Ernte und Verarbeitung
Den Palmkohl kannst du schon etwa acht Wochen nach der Pflanzung beernten und dann bis in den Winter hinein, bei mildem Wetter bis zum Frühjahr. Er benötigt keine Frosteinwirkung wie der Grünkohl, er schmeckt auch so sehr gut. Du erntest die Blätter von unten nach oben, so wird die Ähnlichkeit mit einer Palme immer größer. Lass den Schopf in der Mitte stehen, dann wächst die Pflanze weiter. Bleibt sie über den Winter stehen, kannst du im zweiten Jahr die Blütentriebe ausbrechen, dann treiben viele kleine Blattschöpfe nach. Junge Blätter schmecken roh im Salat. Bei größeren Blättern schneidest du die zähe Mittelrippe heraus und verwendest sie wie Wirsing, in Italien vor allem in Suppen und Eintöpfen.
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