Gurke anbauen

Cucumis sativus Kukumer, Gartengurke
Weitere Namen
Kukumer, Gartengurke
Botanischer Name
Cucumis sativus
Familie / Gattung
Cucurbitaceae / Cucumis
Pflanzenkategorie
Fruchtgemüse
GurkeAnna Morenko/Shutterstock.com

Die Gurke gehört zu den Kürbisgewächsen und wird schon seit über 3000 Jahren kultiviert. Sie stammt wie die Aubergine aus Indien. Daher auch ihr Wärmebedürfnis.

Es gibt Gurkensorten, die nur im Gewächshaus gedeihen, das sind die meisten Schlangengurken. Also die typischen langen, glatten Salatgurken wie sie im Handel angeboten werden.
Und es gibt Feldgurken und Einlegegurken, die man im Freiland am Boden liegend anbaut. Ein paar Schlangengurkensorten sind aber auch für das Freiland geeignet, brauchen dort aber eine Stütze, an der sie hochwachsen können.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Leitkultur
Kulturzeit
60 Tage
Reihenabstand
100 cm
Pflanzabstand
40 cm
Wuchshöhe
50 - 200 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
13 °C
Keimtemperatur (optimal)
20 - 30 °C
Keim-Art
Dunkel
Vorzieh-Dauer
25 Tage

Gurke: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

FreilandDirektsaat von Mitte Mai bis Anfang Juli. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Mitte Juli. Vorziehen etwa 25 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte April und Mitte Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Ende Juni beginnen und geht bis Mitte Oktober.

GewächshausDirektsaat von Mitte April bis Anfang Juli. Verpflanzen ins Beet von Mitte April bis Anfang Juli. Vorziehen etwa 25 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Anfang Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Mitte Oktober.

Gurke aussäen und pflanzen

Feldgurken, Einlegegurken und manche freilandtaugliche Schlangengurke kannst du ab der zweiten Maihälfte direkt ins Beet säen, sobald sich der Boden warm anfühlt. Gurken keimen erst ab etwa 13 Grad, zügig geht es bei 20 bis 30 Grad Bodentemperatur. Leg die Samen 2 bis 2,5 Zentimeter tief. Vorgezogene Pflanzen setzt du erst nach den Eisheiligen aus, also eher Ende Mai, wenn sie zwei kräftige Keimblätter und das erste richtige Blatt haben. Setz sie nicht tiefer als im Topf, ein eingegrabener Wurzelhals fault leicht. Im Freiland brauchen die Gurken etwa 100 Zentimeter zwischen den Reihen und 40 Zentimeter in der Reihe, auf einem 1,20 Meter breiten Beet hat also eine Reihe Platz.

Im beheizten Gewächshaus kannst du einen Monat früher starten. Die Pflanzabstände sind dort großzügiger, etwa 130 x 45 Zentimeter, und die Gurken wachsen an Schnüren oder Netzen nach oben. Das geht auch im Freiland, zum Beispiel an einem Gerüst, an dem du schräg ein grobmaschiges Gitter anbringst. So bleibt der Platz darunter frei für Salat, der im Hochsommer über ein bisschen Schatten dankbar ist. Such den Gurken einen sonnigen, windgeschützten Platz und arbeite vorher reichlich Kompost oder halb verrotteten Mist ein.

Gurke: Gute und schlechte Nachbarn

Gurken mögen Gesellschaft, solange sie genug Sonne abbekommen und ihr Laub nach Regen schnell abtrocknet. Bewährt hat sich Dill, den du gleich mit in die Gurkenreihe säst, und Basilikum zwischen den Pflanzen, das Bienen für die Blüten anlockt.

Radieschen, Salat, Kohlrabi und früh gesäter Spinat nutzen den Platz, bis die Gurken ihre Ranken ausbreiten. Den Spinat erntest du rechtzeitig ab, denn er kann wie die Gurke das Gurkenmosaikvirus bekommen.

Gurken brauchen Schutz vor Wind. Stangenbohnen oder Mais halten ihn ab, und in heißen Sommern gibt der Mais den Gurken lichten Schatten. Lass aber genug Abstand, sonst wird es ihnen zu dunkel. Auch Sellerie, Fenchel, Erbsen und Kohl gelten als gute Nachbarn.

Rettich hält die Gurke lieber auf Abstand, er soll in heißen Frühsommern die Blüten taub werden lassen. Von Kartoffeln und Salbei neben Gurken raten viele Gärtner ab. Kürbis, Zucchini und Melonen teilen mit der Gurke Mehltau und Viren, setz sie deshalb nicht direkt nebeneinander.

Sehr gute Nachbarn
Basilikum
Dill
Gute Nachbarn
Batavia
Blumenkohl
Borretsch
Brokkoli
Buschbohne
Chili
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Endivie
Erbse
Etagenzwiebel
Fenchel
Flower Sprouts
Frühlingszwiebel
Grünkohl
Kapuzinerkresse
Kerbel
Knoblauch
Knollensellerie
Kohlrabi
Kopfsalat
Lauch
Lollo bianda / Lollo rosso
Mais
Majoran
Palmkohl
Paprika
Radieschen
Ringelblume
Romana-Salat
Romanesco
Rosenkohl
Rote Bete
Rotkohl
Schalotte
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Schnittsellerie
Sonnenblume
Spargel
Spinat
Spitzkohl
Stangenbohne
Stangensellerie
Weißkohl
Wirsing
Zwiebel
Schlechte Nachbarn
Honigmelone
Kartoffel
Kürbis
Melothria
Rettich
Salbei
Schwarzer Rettich
Wassermelone
Zucchini

Gurke: Vorgänger und Nachfolger

Gurken gehören frühestens nach vier Jahren wieder auf dasselbe Beet, und das gilt auch für Kürbis, Zucchini und Melonen. Sie teilen Krankheiten wie die Eckige Blattfleckenkrankheit, die an Pflanzenresten im Boden überdauern.

Als Starkzehrer freut sich die Gurke über ein Beet, auf dem vorher Erbsen, Bohnen oder eine Gründüngung mit Klee standen. Auch nach Lauch und Sellerie wächst sie gut. Nach Kohl und Mais pflanzt du Gurken besser nicht.

Bis Mitte Mai kannst du auf dem Gurkenbeet noch Salat oder Radieschen ernten, eine Vorsaat aus Ackerbohnen bringt zusätzlich Stickstoff. Gartenkresse als Vorsaat verträgt die Gurke dagegen gar nicht.

Nach der Gurkenernte passen Feldsalat, Spinat oder eine Gründüngung. Im Herbst kannst du auch Winterzwiebeln oder Knoblauch stecken, Zwiebelgewächse wachsen nach Gurken gut. Im nächsten Jahr gedeihen Rote Bete und Mangold auf dem Beet. Standen dort Sonnenblumen, warte drei Jahre mit den Gurken, weil beide an der Weißstängeligkeit erkranken.

Gute Vorgänger
Ackerbohne
Alexandrinerklee
Batavia
Buschbohne
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Erbse
Erdklee
Esparsette
Feuerbohne
Hafer
Inkarnatklee
Kichererbse
Knollensellerie
Kopfsalat
Lauch
Linsen
Lollo bianda / Lollo rosso
Lupine
Luzerne
Ölrettich
Perserklee
Radieschen
Romana-Salat
Rotklee
Schnittsellerie
Sojabohne
Sommerwicke
Spinat
Stangenbohne
Stangensellerie
Weißklee
Winterroggen
Winterwicke
Schlechte Vorgänger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Honigmelone
Kohlrabi
Kürbis
Mais
Melothria
Pak Choi
Palmkohl
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Sonnenblume
Spitzkohl
Wassermelone
Weißkohl
Wirsing
Zucchini
Sehr schlechte Vorgänger
Gartenkresse
Gute Nachfolger
Alexandrinerklee
Erdklee
Feldsalat
Frühlingszwiebel
Gartenmelde
Inkarnatklee
Knoblauch
Lauch
Luzerne
Mangold
Perserklee
Phacelia
Rote Bete
Rotklee
Schalotte
Sommerwicke
Spinat
Weißklee
Winterroggen
Zwiebel
Schlechte Nachfolger
Gurke
Honigmelone
Kürbis
Melothria
Wassermelone
Zucchini

Pflege und Düngung

Gurken sind Starkzehrer und mögen sogar groben Kompost und halb verrotteten Stallmist der vor der Pflanzung ausgebracht wird. Auch ab und an einen Guß mit Beinwelljauche oder -brühe tut ihnen gut.

Vor allem aber ist eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig. Gurkenpflanzen mögen kein kaltes Wasser. Bei Wassermangel werden die Früchte bitter und schmecken dann nicht mehr.

Krankheiten und Schädlinge

Die häufigste Krankheit der Gurke im Garten ist der Falsche Mehltau. Ab Juli zeigen sich nach kühlen, taufeuchten Nächten gelbe, scharf begrenzte Flecken auf den Blättern, die bald braun werden. Gieß deshalb nur am Fuß der Pflanzen und so, dass die Blätter trocken in die Nacht gehen, und leite die Gurken an einem Gerüst auf oder mulche den Boden.

Der Echte Mehltau mit seinem abwischbaren weißen Belag kommt eher bei trockener Wärme und im Gewächshaus vor. Hell und dunkelgrün gescheckte junge Blätter und verformte Früchte deuten auf das Gurkenmosaikvirus hin, das Blattläuse übertragen. Solche Pflanzen nimmst du heraus, ein Kulturschutznetz bis zur Blüte hält die Läuse fern.

Eckige gelbbraune Blattflecken oder eingesunkene dunkle Flecken an den Früchten stammen von Bakterien und Pilzen, die mit dem Saatgut kommen und an Pflanzenresten überdauern. Räum kranke Pflanzen vollständig ab und halte vier Jahre Abstand zu allen Kürbisgewächsen. Im Gewächshaus machen Spinnmilben bei Hitze und Trockenheit Ärger, Raubmilben helfen dagegen. Und Schnecken lieben junge Gurken, schütz die Jungpflanzen deshalb gut.

Welken deine Gurken im August plötzlich, obwohl der Boden feucht ist und die Blätter grün sind, steckt oft die Schwarze Wurzelfäule dahinter. Der Pilz sitzt im Boden und überlebt dort mehrere Jahre. Setz Gurken deshalb erst nach vier Jahren wieder auf dasselbe Beet, auch nicht nach Kürbis, Zucchini oder Melonen.

Anfällig für
Bakterien-Blattfleckenkrankheit
Brennfleckenkrankheit der Kürbisgewächse
Echter Mehltau der Kürbisgewächse
Eckige Blattfleckenkrankheit
Falscher Mehltau der Gurke
Gemeine Spinnmilbe
Gummistängelkrankheit
Gurkenkrätze
Gurkenmosaikvirus
Schwarze Wurzelfäule(Anfälligkeit hoch)
Septoria-Blattflecken
Wassermelonenmosaikvirus
Weißstängeligkeit
Zucchinigelbmosaikvirus
Zwiebelthrips
Kein Wirt für
Fusarium-Welke der Melone
Fusarium-Welke der Wassermelone

Ernte und Verarbeitung

Die ersten Gurken erntest du etwa acht bis neun Wochen nach der Aussaat, im Freiland meist von Juli bis zum ersten Frost. Pflück regelmäßig alle zwei bis drei Tage, dann setzt die Pflanze immer wieder neue Früchte an. Zu groß gewordene Gurken kosten sie viel Kraft und bremsen den Ertrag. Frisch gepflückt bleiben Gurken schön knackig, wenn du sie kurz in kaltes Wasser legst. Am längsten halten sie bei 10 bis 12 Grad und hoher Luftfeuchte, etwa ein bis zwei Wochen. Leg sie nicht neben Äpfel oder Tomaten, deren Reifegas lässt Gurken schnell gelb werden. Bitter gewordene Gurken schmecken unangenehm, die wirfst du besser weg.

Lustiges Video zur Verwendung von Gurken: https://www.youtube.com/watch?v=SdL0CsZLieo

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