
Flower Sprouts sind eine relativ neue Züchtung aus Großbritannien. Eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl, mit leicht nussigem Geschmack. Sie sehen aus wie locker geöffnete Rosenkohlsprossen, die auch an einem langen Stiel wachsen, oft mit grün-violetter Färbung. In der Pflanzung und Pflege unterscheiden sie sich kaum vom Rosenkohl. Der Züchter hat rund 15 Jahre an ihnen gearbeitet, seit 2010 gibt es sie zu kaufen, in den USA heißen sie Kalettes. Alle Sorten sind F1-Hybriden, eigenes Saatgut kannst du von Flower Sprouts deshalb nicht gewinnen.
Zahlen, Daten, Fakten
Flower Sprouts: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Ende März bis Mitte Mai. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 45 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende März und Mitte Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 210 Tagen etwa Ende Oktober beginnen und geht bis Mitte März im nächsten Jahr.
Flower Sprouts aussäen und pflanzen
Flower Sprouts ziehst du am besten in Töpfen vor. Säe sie ab Ende März bis Ende April etwa einen Zentimeter tief, bei 15 bis 20 °C keimen sie zügig. Nach vier bis sechs Wochen sind die Jungpflanzen kräftig genug für das Beet. Pflanze sie von Mitte Mai bis Anfang Juni mit 50 bis 60 cm Abstand in der Reihe und 60 bis 75 Zentimetern zwischen den Reihen. Setz sie etwas tiefer, als sie im Topf standen, und gieß sie kräftig an. Eine Handvoll Kompost im Pflanzloch gibt ihnen einen guten Start.
Standort und Boden
Flower Sprouts brauchen einen sonnigen Platz und einen tiefgründigen, humosen Gartenboden, der gut mit Kompost versorgt ist. Wie alle Kohlarten mögen sie keinen sauren Boden. Ein pH-Wert um 7 beugt der Kohlhernie vor, auf sauren Böden kalkst du deshalb vor der Pflanzung. Den Sommer über brauchen die großen Pflanzen gleichmäßig Wasser. Im Kübel gelingen sie nur in sehr großen Gefäßen.
Flower Sprouts: Gute und schlechte Nachbarn
Flower Sprouts werden Ende Mai gepflanzt und stehen bis in den Winter, am Anfang bleibt zwischen den Reihen viel Platz. Salat, Radieschen, Möhren oder Rote Bete säst oder pflanzt du zwischen die jungen Pflanzen, sie sind geerntet, bevor der Kohl den Platz braucht. Auch früh gesetzte Erbsen oder Buschbohnen passen in die Nachbarreihen, ebenso Frühkartoffeln, die im Sommer Platz machen. Im Spätsommer säst du Feldsalat oder setzt Endivien daneben, Radicchio verträgt sogar den Schatten der großen Kohlpflanzen.
Sellerie ist ein besonders guter Partner, er soll mit seinem Duft den Kohlweißling fernhalten. Gertrud Franck pflanzte ihn bei späten Kohlarten gern abwechselnd in die Reihe. Auch Tomaten sollen Kohlschädlinge abhalten, Dill, Borretsch, Ringelblumen und Tagetes am Rand locken Nützlinge an. Gegen Blattläuse in den Röschen reicht das allein aber nicht.
Erdbeeren gelten in mehreren Ländern als schlechte Nachbarn, Gartenkresse säst du lieber für sich. Ob Zwiebeln, Lauch und Knoblauch neben Kohl helfen oder schaden, wird in jedem Land anders erzählt, belegt ist beides nicht. Kapuzinerkresse ist selbst Futter für die Raupen des Kohlweißlings, ob sie die Flower Sprouts entlastet, weiß niemand sicher.
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- Allelopathie, Wuchshemmung
- Gemeinsamer Schädling wird angelockt oder vermehrt
Flower Sprouts: Vorgänger und Nachfolger
Wie alle Kohlarten sollten Flower Sprouts erst im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. So hältst du die Kohlhernie in Schach, deren Dauersporen viele Jahre im Boden überleben.
Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, deren Stickstoff der Kohl gut nutzt. Auch nach Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Zucchini oder Mais wachsen Flower Sprouts gut, weil diese keine Kohlkrankheiten fördern. Da du erst Ende Mai pflanzt, können im selben Jahr Spinat, Salat oder Frühkartoffeln vorher auf dem Beet stehen. Nach Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden, und auch Lauch und Spinat vermehren diesen winzigen Fadenwurm.
Nach den Flower Sprouts passen im nächsten Jahr Pastinaken, Lauch oder Rote Bete. Möhren, Schwarzwurzeln und Salat wachsen nach Kohl schlechter, Zwiebeln werden nach den vielen Ernteresten weich. Zieh die Strünke im Frühjahr heraus, damit Krankheiten und Schädlinge nicht im Beet bleiben.
- Stickstoffnachlieferung
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- Stickstoffnachlieferung
- Stickstoffnachlieferung
- Bodenlockerung, Bodenstruktur
- Stickstoffnachlieferung
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- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Beide Wirt derselben Nematodenart
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- Selbstunverträglichkeit
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- Zu viel Stickstoff für empfindlichen Nachfolger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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Sorten
Flower Sprouts gibt es bisher nur als F1-Hybriden des britischen Züchters, meist unter dem Namen Kalettes. Die Sorten unterscheiden sich vor allem in der Reifezeit: ‚Autumn Star‘ ist früh und lässt sich ab Herbst beernten, ‚Mistletoe‘ und ‚Christmas Rose‘ reifen zum Winter, ‚Snowdrop‘ ist die späteste. Die Röschen sind grün, rot oder zweifarbig grün-violett, als Mischung gibt es oft mehrere Farben in einer Tüte. Im norddeutschen Bioland-Versuch brachte ‚Autumn Star‘ den höchsten Ertrag.
Pflege und Düngung
Flower Sprouts sind Starkzehrer, brauchen aber weniger Stickstoff als Rosenkohl. Zu viel Dünger macht die Röschen locker und blattig. Ein bis zwei Gaben Kompost oder organischer Dünger und im Sommer eine Pflanzenjauche reichen meist. Im Hauptwachstum gießt du immer ausreichend. Gegen Kohlweißling und Weiße Fliege hilft ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung, Sellerie zwischen den Pflanzen kann zusätzlich helfen. Häufle die hohen Pflanzen im Herbst etwas an oder gib ihnen einen Stab, damit sie im Winter nicht umfallen.
Krankheiten und Schädlinge
Flower Sprouts haben dieselben Krankheiten und Schädlinge wie Rosenkohl und Grünkohl, in der Praxis gelten sie aber als etwas robuster. Auf Böden mit Kohlhernie fallen sie trotzdem aus. Halte deshalb vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und sorg für genug Kalk im Boden.
Junge Pflanzen leiden oft unter Erdflöhen, die kleine Löcher in die Blätter fressen, und unter der Kohlfliege, deren Maden am Wurzelhals bohren. Ein Kulturschutznetz ab dem Tag der Pflanzung hält beide ab und schützt im Sommer auch vor Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule. Lass das Netz bis in den Herbst liegen.
Die Mehlige Kohlblattlaus und die Kohlmottenschildlaus, eine winzige weiße Fliege, setzen sich im Spätsommer gern an die Blattunterseiten und in die Röschen. Blühpflanzen am Beet bringen zwar mehr Nützlinge, die Läuse halten sie aber kaum auf. Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig und brause Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab.
In feuchten, kühlen Herbstwochen zeigen sich manchmal Pilzkrankheiten wie die Ringfleckenkrankheit, Kohlschwärze oder Falscher Mehltau als dunkle Flecken oder grauer Belag auf den Blättern der Flower Sprouts. Entferne befallene Blätter früh und räum die Strünke nach der Ernte ab.
Ernte und Verarbeitung
Die Röschen der Flower Sprouts erntest du vom Spätherbst bis ins Frühjahr bei frostfreiem Wetter, wenn sie drei bis fünf Zentimeter groß sind. Du erntest von unten nach oben und brichst die Röschen einfach vom Stiel ab. Leichter Frost schadet nicht und macht sie milder. Wer im Oktober die Spitze ausbricht, kann früher ernten, die Spitze isst du wie Grünkohl. Im Versuch brachte der erste Erntegang den größten Teil der Ernte, spätere Durchgänge liefern deutlich weniger. Die zarten Röschen haben eine kurze Garzeit und eignen sich prima für ein schnelles Pfannengericht. Du kannst sie auch roh im Wintersalat essen. Im Kühlschrank bleiben sie etwa eine Woche frisch.
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