
Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen und sind in unseren Gärten einfach ein Muss. Je nach Sorte wachsen sie buschig oder ranken meterhoch, und die Vielfalt an Farben, Formen und Größen ist enorm. Von der kleinen süßen Cocktailtomate bis zur großen Fleischtomate ist alles dabei.
Tomaten brauchen Wärme und einen sonnigen, windgeschützten Platz. An den Boden stellen sie keine großen Ansprüche, Staunässe mögen sie aber gar nicht. Kühles, feuchtes Wetter macht ihnen schnell zu schaffen. Die Blüten bestäuben sich größtenteils selbst, Insektenbesuch schadet aber natürlich nicht.
Zahlen, Daten, Fakten
Tomate: Pflanzzeiten & Erntezeiten
FreilandVerpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Mitte Juni. Vorziehen etwa 50 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 110 Tagen etwa Mitte Juli beginnen und geht bis Mitte Oktober.
GewächshausVerpflanzen ins Beet von Mitte April bis Ende Mai. Vorziehen etwa 50 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende Februar und Anfang April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Anfang Juli beginnen und geht bis Ende Oktober.
Tomate pflanzen
Am besten säst du Ende März bis Anfang April aus. Die Samen kommen etwa 5 mm tief in feuchte, durchlässige Erde und keimen bei 24 bis 28 °C. Nach dem Keimen stellst du die Pflänzchen kühler (ca. 15 °C), damit sie kräftig und gedrungen wachsen. Nach zwei bis drei Wochen pikierst du sie in größere Töpfe. Wer zu früh aussät, riskiert vergeilte Pflanzen, wenn das Licht nicht reicht.
Ins Freiland kommen Tomaten erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Setz die Pflanzen ruhig schräg und tief ein, dann bildet der Stamm zusätzliche Wurzeln. Der Abstand in der Reihe liegt je nach Sorte bei 50 bis 100 cm, zwischen den Reihen bei 75 bis 100 cm. Im Gewächshaus darf es etwas enger sein.
Eine Direktsaat ins Freiland lohnt sich bei Tomaten nicht. Von der Saat bis zur ersten reifen Frucht vergehen rund 110 Tage, aus einer Saat im Mai reift bei uns kaum noch etwas. Bist du spät dran, kauf Jungpflanzen oder steck im Juni armlange Geiztriebe direkt ins Beet. Diese Stecklinge tragen noch im September und Oktober.
Standort und Boden
Tomaten wollen es sonnig und warm mit guter Luftzirkulation. Etwas Windschutz ist sinnvoll, denn starke Böen vertragen sie schlecht. Der Boden sollte durchlässig, humusreich und nährstoffreich sein. Vor dem Pflanzen lohnt es sich, den Boden einmal tief zu lockern.
Eine Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden, hält Unkraut in Schach und stabilisiert die Bodentemperatur. Gieß am besten von unten, denn nasse Blätter sind eine Einladung für Pilzkrankheiten.
Im Topf auf Balkon oder Terrasse klappt der Anbau genauso, wenn du auf ausreichend Volumen (mindestens 20 Liter) und regelmäßiges Gießen achtest.
Tomate: Gute und schlechte Nachbarn
Tomaten sind in der Mischkultur gute Gastgeber. Basilikum und Petersilie setzt du entlang der Reihen, sie bleiben niedrig und machen den Tomaten keine Wurzelkonkurrenz. Ringelblumen säst du direkt zwischen die Pflanzen und legst überzählige als Mulch unter. Tagetes, die von Anfang an zwischen den Tomaten stehen, halten im Gewächshaus die Weiße Fliege fern. Neuseeländer Spinat bedeckt den Boden wie eine lebende Mulchschicht und hält Spritzwasser mit Krautfäule-Sporen von den Blättern ab.
Tomaten sind auch selbst gute Nachbarn, ihr Duft soll Kohlweißling und Lauchmotte abhalten. Gertrud Franck setzt deshalb Kohlrabi oder frühen Blumenkohl direkt in die Tomatenreihe, solange die Tomaten noch klein sind, und Lauch passt gut als Reihe dazwischen. Möhren, Sellerie, Buschbohnen und Zwiebeln wachsen ebenfalls gern neben Tomaten. Im Frühjahr nutzt du den Platz für Salat, Spinat oder Radieschen, bevor die Tomaten breit werden.
Kartoffeln gehören dagegen nicht in die Nähe von Tomaten, denn von ihnen springt die Kraut- und Braunfäule mit dem Wind über. Fenchel, Rote Bete und Mangold gelten als ungünstige Nachbarn, auch wenn ein Grund dafür nicht belegt ist. Gurken stehen im Freiland gut neben Tomaten, solange sie sich nicht berühren, nur im engen Gewächshaus kümmert oft eine der beiden.
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- Schatten, Windschutz, Bodenbedeckung
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- Gemeinsamer Erreger, Ausbreitung über Nähe
- Gemeinsamer Schädling wird angelockt oder vermehrt
Tomate: Vorgänger und Nachfolger
Tomaten sind Starkzehrer und stehen am Anfang der Fruchtfolge. Pflanz sie jedes Jahr auf ein anderes Beet und warte vier Jahre, bevor dort wieder Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Chili oder Auberginen wachsen. Die alte Regel, Tomaten seien selbstverträglich, gilt nicht mehr, sobald Korkwurzel, Welkekrankheiten oder Krautfäule im Boden sind. Setz Tomaten auch nicht auf ein Beet, auf dem im Vorjahr Kartoffeln standen.
Als Vorkultur im selben Frühjahr eignen sich Radieschen, Salat, Spinat oder Kohlrabi. Bewährt hat sich auch Gelbsenf, den du ab März säst und vor dem Pflanzen abhackst. Gertrud Franck säte außerdem Ackerbohnen auf die spätere Tomatenreihe, und Bohnen aus dem Vorjahr hinterlassen Stickstoff, den die hungrigen Tomaten gut nutzen.
Nach den Tomaten bleibt ein unkrautarmes, gut versorgtes Beet zurück. Im Herbst kannst du dort gleich Feldsalat säen, und im nächsten Jahr wachsen Zwiebeln, Schalotten, Pastinaken, Erbsen oder Bohnen gut. Schwester Christa Weinrich sät nach den Tomaten gern Ringelblumen oder Melde als Gründüngung.
- Stickstoffnachlieferung
- Stickstoffnachlieferung
- Stickstoffnachlieferung
- Stickstoffnachlieferung
- Bodenlockerung, Bodenstruktur
- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
- Stickstoffnachlieferung
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- Aktive Senkung von Nematoden
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Bodenlockerung, Bodenstruktur
- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Aufnahme von Rest-Stickstoff
- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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Sorten
Die Sortenvielfalt ist riesig. Für den Freilandanbau empfehlen sich robuste Sorten, die widerstandsfähig gegen Kraut- und Braunfäule sind. Busch- und Balkontomaten wachsen kompakt und passen gut in Töpfe. Fleischtomaten werden meist größer und brauchen eine stabile Rankhilfe. Such dir die Sorte passend zu deinem Standort und deinem Verwendungszweck aus.
Pflege und Düngung
Regelmäßiges Ausgeizen gehört zur Tomatenpflege dazu. Dabei entfernst du die Seitentriebe in den Blattachseln, damit die Pflanze ihre Kraft in den Haupttrieb und die Früchte steckt. Am besten machst du das morgens bei trockenem Wetter, dann heilen die Wunden schnell. Bei buschigen Sorten oder Cocktailtomaten kannst du aufs Ausgeizen auch verzichten.
Gieß sparsam und gezielt. Erst wenn die Blätter morgens hängen, brauchen die Pflanzen Wasser, so wachsen die Wurzeln tief. Lass den Boden dabei aber nie ganz austrocknen und gieß lieber regelmäßig kleinere Mengen, denn ein Wechsel von trocken und nass lässt die Früchte platzen und fördert die Blütenendfäule.
Vor dem Pflanzen arbeitest du Kompost und Mist ein, während der Saison versorgst du die Pflanzen mit Brennnessel- oder Beinwelljauche. Für den Halt eignen sich Schnüre, Pflöcke oder Spiralstäbe.
Krankheiten und Schädlinge
Die größte Gefahr für Tomaten ist die Kraut- und Braunfäule. Sie tritt vor allem bei feuchtem Wetter auf und kann Pflanzen innerhalb kurzer Zeit zerstören. Ein Dach über den Pflanzen oder der Anbau im Gewächshaus bietet den besten Schutz. Gieß nur im Wurzelbereich, vermeide nasses Laub, halte Abstand zu Kartoffeln und entferne befallene Blätter sofort. Robuste, kleinfrüchtige Sorten reifen oft ab, bevor die Krankheit kommt.
Im Gewächshaus zeigen sich andere Pilze. Die Samtfleckenkrankheit bildet gelbe Flecken auf und einen samtigen Belag unter den Blättern, der Echte Mehltau einen weißen, mehligen Belag. Gute Belüftung und resistente Sorten helfen gegen beide. Stehen Tomaten jahrelang am selben Platz, kommen Korkwurzelkrankheit, Verticillium- und Fusarium-Welke: Die Pflanzen welken trotz Wasser, die Wurzeln verkorken. Dann helfen nur ein neuer Standort oder veredelte Pflanzen.
Blütenendfäule entsteht durch ungleichmäßige Bodenfeuchte, die die Kalziumaufnahme stört. Viren wie das Tomatenmosaikvirus überträgst du leicht beim Ausgeizen, wasch dir deshalb vorher die Hände. Im Gewächshaus saugen Weiße Fliege, Spinnmilben und die winzige Tomatenrostmilbe, die Stängel rostrot färbt, an den Pflanzen. Entferne befallene Blätter immer sofort und desinfiziere dein Werkzeug. Kupferspritzungen sind wirklich nur als Notmaßnahme zu empfehlen, weil sich Kupfer im Boden anreichert.
Ernte und Verarbeitung
Je nach Sorte dauert es 90 bis 120 Tage von der Aussaat bis zur Ernte. Wenn die Früchte im Herbst nicht mehr ausreifen, kannst du die ganze Pflanze ausreißen und kopfüber an einem kühlen, dunklen Ort aufhängen. Grüne oder halbreife Tomaten reifen auch bei 10 bis 13 °C nach, am besten zusammen mit einem Apfel, der Ethylen abgibt. So halten sie sich bis zu drei Monate. Lagere Tomaten nie im Kühlschrank, dort verlieren sie Geschmack und werden schrumpelig. Frisch, eingekocht, getrocknet oder als Soße: Tomaten lassen sich vielseitig verwenden.
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