
Rosenkohl ist mit der winterhärteste unter den Kohlarten. Auch hat er den höchsten Vitamin C Gehalt und ist somit ein wichtiges Wintergemüse. Man kann ihn, je nach Sorte, bis ins nächste Frühjahr beernten und hat so auch den ganzen Winter immer frisches Gemüse aus dem Beet.
Zahlen, Daten, Fakten
Rosenkohl: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Ende März bis Anfang Mai. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 200 Tagen etwa Mitte Oktober beginnen und geht bis Mitte März im nächsten Jahr.
Rosenkohl aussäen und pflanzen
Rosenkohl säst du ab Mitte April bis in den Mai in Töpfe oder ein Saatbeet, frühe Herbstsorten auch schon im März. Nach etwa sechs Wochen pflanzt du ihn von Mitte Mai bis Ende Juni ins Beet, Wintersorten gern erst im Juni. Setz die Jungpflanzen tief und fest mit 50 x 50 cm oder 60 x 40 cm Abstand, hohe Sorten brauchen mehr Platz. In den ersten zwei, drei Wochen gießt du eher sparsam, damit sich kräftige Wurzeln bilden. Eine kleine Portion Kompost oder organischer Dünger im Pflanzloch gibt einen guten Start.
Standort und Boden
Als Starkzehrer bevorzugen sie einen gut mit Kompost versorgten guten Gartenboden in sonniger Lage. Kohlpflanzen mögen keinen sauren Boden, dann gegebenenfalls kalken.
Rosenkohl: Gute und schlechte Nachbarn
Rosenkohl steht von Mai oder Juni bis in den Winter im Beet und lässt dir anfangs viel Platz zwischen den Pflanzen. Salat, Radieschen, Möhren oder Rote Bete säst du in die Lücken, sie sind geerntet, bevor der Kohl den Platz braucht. Im Spätsommer kommt Feldsalat neben den Rosenkohl, beide überwintern zusammen. Auch Endivien und Radicchio passen in die Reihen daneben, Radicchio verträgt sogar den Schatten der großen Pflanzen.
Sellerie zwischen dem Rosenkohl soll den Kohlweißling fernhalten, Gertrud Franck setzt ihn gerade bei späten Kohlarten als Schutzpflanze. Tomaten sollen ebenfalls Schädlinge abhalten. Buschbohnen und Erbsen in den Reihen neben dem jungen Kohl sind im Sommer geerntet, danach hat er den Platz für sich, und neben Frühkartoffeln wächst er ebenso gut. Dill, Borretsch, Kamille und Ringelblumen am Rand locken Nützlinge an.
Erdbeeren gelten in vielen Ländern als schlechte Nachbarn für Kohl, belegt ist das nicht. Gartenkresse säst du lieber für sich. Ob Kapuzinerkresse den Rosenkohl vor Kohlweißlingen schützt oder sie erst anlockt, weiß niemand sicher, und bei Zwiebelgewächsen widersprechen sich die Überlieferungen. Andere Kohlarten daneben sind kein Problem, solange du sie in der Fruchtfolge auseinanderhältst.
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Rosenkohl: Vorgänger und Nachfolger
Rosenkohl kommt wie alle Kohlarten erst im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. So hältst du Kohlhernie, Kohlfliege und Adernschwärze in Schach, deren Erreger lange im Boden überdauern. Auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse gehören zu dieser Familie.
Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, deren Stickstoff der hungrige Rosenkohl gut nutzt. Weil er erst im Mai oder Juni ins Beet kommt, kann er im selben Jahr nach frühen Erbsen, Salat oder Frühkartoffeln folgen. Nach Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Zucchini oder Mais wächst er ebenfalls gut, denn sie teilen keine Krankheiten mit ihm. Zu Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden. Lauch und Spinat gelten als gute Vorkultur, vermehren diesen Fadenwurm aber.
Nach dem Rosenkohl passen im nächsten Jahr Pastinaken und Lauch gut. Möhren, Schwarzwurzeln und Salat wachsen nach Kohl schlechter, und Zwiebeln werden nach den vielen Ernteresten weich, es entstehen die sogenannten Dickhälse. Grab die Strünke nach der letzten Ernte aus, damit Blattläuse und Weiße Fliegen nicht im Beet überwintern.
- Stickstoffnachlieferung
- Stickstoffnachlieferung
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- Bodenlockerung, Bodenstruktur
- Stickstoffnachlieferung
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- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Beide Wirt derselben Nematodenart
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- Unkrautunterdrückung für die Folgekultur
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- Zu viel Stickstoff für empfindlichen Nachfolger
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Sorten
Beim Rosenkohl gibt es Herbstsorten, die nur leichten Frost vertragen und bis zum Wintereinbruch geerntet werden, und echte Wintersorten, die bis in den März auf dem Beet bleiben. Alte, samenfeste Sorten reifen von unten nach oben und lassen sich lange ernten, Hybridsorten bilden oft festere, gleichmäßigere Röschen. Für den Garten eignen sich kleinere Sorten von 60 bis 80 cm oft besser. Rote und violette Sorten sind seltener und tragen etwas weniger, ihre Farbe wird nach Frost kräftiger.
Pflege und Düngung
Rosenkohl ist ein Starkzehrer, braucht aber Maß. Ein bis zwei Gaben organischer Dünger oder Pflanzenjauche, die letzte zu Beginn der Röschenbildung, reichen, denn zu viel Stickstoff macht die Röschen locker und die Pflanzen weniger winterhart. Im Sommer gießt du reichlich und mulchst am besten mit Grasschnitt. Im Herbst häufelst du die Pflanzen an und gibst hohen Sorten einen Stab, dann stehen sie fest durch den Winter. Sellerie zwischen den Pflanzen soll Kohlweißlinge abhalten, sicherer schützt ein Kulturschutznetz, das bis Mitte September liegen bleibt.
Krankheiten und Schädlinge
Auf Böden mit Kohlhernie fällt Rosenkohl stark aus, die Wurzeln verdicken knollig und die Pflanzen welken. Halte vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und sorg mit Kalk für einen pH-Wert um 7. Inzwischen gibt es erste Rosenkohlsorten, die gegen Kohlhernie widerstandsfähig sind.
Der lästigste Schädling am Rosenkohl ist die Kohlmottenschildlaus, eine winzige weiße Fliege, die im warmen Spätsommer massenhaft an den Blattunterseiten sitzt. Ihr klebriger Honigtau wird schwarz von Rußtaupilzen. Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite, unkrautfreie Beete und das Abräumen alter Kohlstrünke helfen am meisten. Die Mehlige Kohlblattlaus kriecht bis in die Röschen, gegen sie helfen Nützlinge und ein Mittel auf Rapsölbasis.
Kohlfliege, Kohlweißlinge, Kohlmotte, Kohleule und Erdflöhe kennst du von allen Kohlarten, auch hier schützt das Netz. Lass es beim Rosenkohl bis Mitte September liegen, sonst schadet die zweite Generation der Kohlfliege an den jungen Röschen.
Bei feuchtem, kühlem Wetter erscheinen an Blättern und Röschen manchmal runde, dunkle Flecken, mit ringförmigen Zonen bei der Ringfleckenkrankheit. Treten diese ohne Ringe auf, handelt es sich eher um die Kohlschwärze. Im warmen Spätsommer überzieht manchmal Echter Mehltau die Blätter mit einem grauweißen Belag, der im Garten meist wenig schadet. Entferne gelbe und fleckige Blätter am Rosenkohl regelmäßig, so trocknen die Pflanzen besser ab und die Röschen bleiben sauber.
Ernte und Verarbeitung
Je nach Witterung und entsprechendem Wachstum kann man die Röschen vom Spätherbst bis zum Frühjahr bei frostfreiem Wetter ernten. Man erntet von unten nach oben und es wachsen ständig neue nach. Im Frühjahr kann man dann auch den an der Spitze entstehenden kleinen 'Wirsingkopf' ernten und verarbeiten. Und die Röschen sind auch noch gut essbar wenn sie sich schon leicht geöffnet haben. Die zarten Röschen haben eine kurze Garzeit und eignen sich prima für ein schnelles Pfannengericht.
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