Rosenkohl anbauen

Brassica oleracea var. gemmifera Sprossenkohl, Brüsseler Kohl, Kohlsprossen, Rosenköhlchen
Weitere Namen
Sprossenkohl, Brüsseler Kohl, Kohlsprossen, Rosenköhlchen
Botanischer Name
Brassica oleracea var. gemmifera
Familie / Gattung
Brassicaceae / Brassica
Pflanzenkategorie
Kohlgemüse
RosenkohlPeter Turner Photography/Shutterstock.com

Rosenkohl ist mit der winterhärteste unter den Kohlarten. Auch hat er den höchsten Vitamin C Gehalt und ist somit ein wichtiges Wintergemüse. Man kann ihn, je nach Sorte, bis ins nächste Frühjahr beernten und hat so auch den ganzen Winter immer frisches Gemüse aus dem Beet.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig, B - spät
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Leitkultur
Kulturzeit
200 Tage
Reihenabstand
50 cm
Pflanzabstand
50 cm
Wuchshöhe
60 - 90 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
8 °C
Keimtemperatur (optimal)
18 - 22 °C
Keim-Art
Hell und Dunkel
Vorzieh-Dauer
60 Tage

Rosenkohl: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

Direktsaat von Ende März bis Anfang Mai. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 200 Tagen etwa Mitte Oktober beginnen und geht bis Mitte März im nächsten Jahr.

Rosenkohl aussäen und pflanzen

Rosenkohl säst du ab Mitte April bis in den Mai in Töpfe oder ein Saatbeet, frühe Herbstsorten auch schon im März. Nach etwa sechs Wochen pflanzt du ihn von Mitte Mai bis Ende Juni ins Beet, Wintersorten gern erst im Juni. Setz die Jungpflanzen tief und fest mit 50 x 50 cm oder 60 x 40 cm Abstand, hohe Sorten brauchen mehr Platz. In den ersten zwei, drei Wochen gießt du eher sparsam, damit sich kräftige Wurzeln bilden. Eine kleine Portion Kompost oder organischer Dünger im Pflanzloch gibt einen guten Start.

Standort und Boden

Als Starkzehrer bevorzugen sie einen gut mit Kompost versorgten guten Gartenboden in sonniger Lage. Kohlpflanzen mögen keinen sauren Boden, dann gegebenenfalls kalken.

Rosenkohl: Gute und schlechte Nachbarn

Rosenkohl steht von Mai oder Juni bis in den Winter im Beet und lässt dir anfangs viel Platz zwischen den Pflanzen. Salat, Radieschen, Möhren oder Rote Bete säst du in die Lücken, sie sind geerntet, bevor der Kohl den Platz braucht. Im Spätsommer kommt Feldsalat neben den Rosenkohl, beide überwintern zusammen. Auch Endivien und Radicchio passen in die Reihen daneben, Radicchio verträgt sogar den Schatten der großen Pflanzen.

Sellerie zwischen dem Rosenkohl soll den Kohlweißling fernhalten, Gertrud Franck setzt ihn gerade bei späten Kohlarten als Schutzpflanze. Tomaten sollen ebenfalls Schädlinge abhalten. Buschbohnen und Erbsen in den Reihen neben dem jungen Kohl sind im Sommer geerntet, danach hat er den Platz für sich, und neben Frühkartoffeln wächst er ebenso gut. Dill, Borretsch, Kamille und Ringelblumen am Rand locken Nützlinge an.

Erdbeeren gelten in vielen Ländern als schlechte Nachbarn für Kohl, belegt ist das nicht. Gartenkresse säst du lieber für sich. Ob Kapuzinerkresse den Rosenkohl vor Kohlweißlingen schützt oder sie erst anlockt, weiß niemand sicher, und bei Zwiebelgewächsen widersprechen sich die Überlieferungen. Andere Kohlarten daneben sind kein Problem, solange du sie in der Fruchtfolge auseinanderhältst.

Sehr gute Nachbarn
Erdklee
Knollensellerie
Schnittsellerie
Stangensellerie
Gute Nachbarn
Ackerbohne
Aubergine
Batavia
Borretsch
Buschbohne
Chili
Dill
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Endivie
Erbse
Feldsalat
Feuerbohne
Gurke
Inkarnatklee
Kamille
Kartoffel
Kohlrabi
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Mangold
Melothria
Möhre
Pak Choi
Paprika
Radicchio
Radieschen
Rhabarber
Ringelblume
Romana-Salat
Rote Bete
Salbei
Schwarzwurzel
Sonnenblume
Spinat
Spitzkohl
Stangenbohne
Tagetes
Thymian
Tomate
Weißklee
Winterkresse
Schlechte Nachbarn
Erdbeere
Rucola
Zucchini

Rosenkohl: Vorgänger und Nachfolger

Rosenkohl kommt wie alle Kohlarten erst im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. So hältst du Kohlhernie, Kohlfliege und Adernschwärze in Schach, deren Erreger lange im Boden überdauern. Auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse gehören zu dieser Familie.

Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, deren Stickstoff der hungrige Rosenkohl gut nutzt. Weil er erst im Mai oder Juni ins Beet kommt, kann er im selben Jahr nach frühen Erbsen, Salat oder Frühkartoffeln folgen. Nach Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Zucchini oder Mais wächst er ebenfalls gut, denn sie teilen keine Krankheiten mit ihm. Zu Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden. Lauch und Spinat gelten als gute Vorkultur, vermehren diesen Fadenwurm aber.

Nach dem Rosenkohl passen im nächsten Jahr Pastinaken und Lauch gut. Möhren, Schwarzwurzeln und Salat wachsen nach Kohl schlechter, und Zwiebeln werden nach den vielen Ernteresten weich, es entstehen die sogenannten Dickhälse. Grab die Strünke nach der letzten Ernte aus, damit Blattläuse und Weiße Fliegen nicht im Beet überwintern.

Gute Vorgänger
Ackerbohne
Alexandrinerklee
Batavia
Buchweizen
Buschbohne
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Erbse
Erdklee
Esparsette
Feuerbohne
Frühlingszwiebel
Hafer
Inkarnatklee
Kartoffel
Kichererbse
Knoblauch
Knollensellerie
Kopfsalat
Lauch
Linsen
Lollo bianda / Lollo rosso
Lupine
Luzerne
Mais
Perserklee
Phacelia
Radieschen
Romana-Salat
Rotklee
Schalotte
Schnittsellerie
Sojabohne
Sommerwicke
Spinat
Stangenbohne
Stangensellerie
Weißklee
Winterroggen
Winterwicke
Zucchini
Zwiebel
Schlechte Vorgänger
Gartenkresse
Mangold
Meerrettich
Ölrettich
Rettich
Rote Bete
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Sonnenblume
Winterkresse
Sehr schlechte Vorgänger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Mizuna (Asiasalat)
Pak Choi
Palmkohl
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Wirsing
Gute Nachfolger
Alexandrinerklee
Erdklee
Inkarnatklee
Lauch
Luzerne
Pastinake
Perserklee
Phacelia
Rote Bete
Rotklee
Sommerwicke
Spinat
Weißklee
Winterroggen
Winterwicke
Schlechte Nachfolger
Batavia
Chicorée
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Esparsette
Gartenkresse
Gurke
Haferwurzel
Honigmelone
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Mangold
Meerrettich
Melothria
Möhre
Ölrettich
Radieschen
Rettich
Romana-Salat
Rucola
Schalotte
Schwarzer Rettich
Schwarzwurzel
Senf
Wassermelone
Winterkresse
Zwiebel
Sehr schlechte Nachfolger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Mizuna (Asiasalat)
Pak Choi
Palmkohl
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Wirsing

Sorten

Beim Rosenkohl gibt es Herbstsorten, die nur leichten Frost vertragen und bis zum Wintereinbruch geerntet werden, und echte Wintersorten, die bis in den März auf dem Beet bleiben. Alte, samenfeste Sorten reifen von unten nach oben und lassen sich lange ernten, Hybridsorten bilden oft festere, gleichmäßigere Röschen. Für den Garten eignen sich kleinere Sorten von 60 bis 80 cm oft besser. Rote und violette Sorten sind seltener und tragen etwas weniger, ihre Farbe wird nach Frost kräftiger.

Pflege und Düngung

Rosenkohl ist ein Starkzehrer, braucht aber Maß. Ein bis zwei Gaben organischer Dünger oder Pflanzenjauche, die letzte zu Beginn der Röschenbildung, reichen, denn zu viel Stickstoff macht die Röschen locker und die Pflanzen weniger winterhart. Im Sommer gießt du reichlich und mulchst am besten mit Grasschnitt. Im Herbst häufelst du die Pflanzen an und gibst hohen Sorten einen Stab, dann stehen sie fest durch den Winter. Sellerie zwischen den Pflanzen soll Kohlweißlinge abhalten, sicherer schützt ein Kulturschutznetz, das bis Mitte September liegen bleibt.

Krankheiten und Schädlinge

Auf Böden mit Kohlhernie fällt Rosenkohl stark aus, die Wurzeln verdicken knollig und die Pflanzen welken. Halte vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und sorg mit Kalk für einen pH-Wert um 7. Inzwischen gibt es erste Rosenkohlsorten, die gegen Kohlhernie widerstandsfähig sind.

Der lästigste Schädling am Rosenkohl ist die Kohlmottenschildlaus, eine winzige weiße Fliege, die im warmen Spätsommer massenhaft an den Blattunterseiten sitzt. Ihr klebriger Honigtau wird schwarz von Rußtaupilzen. Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite, unkrautfreie Beete und das Abräumen alter Kohlstrünke helfen am meisten. Die Mehlige Kohlblattlaus kriecht bis in die Röschen, gegen sie helfen Nützlinge und ein Mittel auf Rapsölbasis.

Kohlfliege, Kohlweißlinge, Kohlmotte, Kohleule und Erdflöhe kennst du von allen Kohlarten, auch hier schützt das Netz. Lass es beim Rosenkohl bis Mitte September liegen, sonst schadet die zweite Generation der Kohlfliege an den jungen Röschen.

Bei feuchtem, kühlem Wetter erscheinen an Blättern und Röschen manchmal runde, dunkle Flecken, mit ringförmigen Zonen bei der Ringfleckenkrankheit. Treten diese ohne Ringe auf, handelt es sich eher um die Kohlschwärze. Im warmen Spätsommer überzieht manchmal Echter Mehltau die Blätter mit einem grauweißen Belag, der im Garten meist wenig schadet. Entferne gelbe und fleckige Blätter am Rosenkohl regelmäßig, so trocknen die Pflanzen besser ab und die Röschen bleiben sauber.

Anfällig für
Adernschwärze(Anfälligkeit mittel)
Bakterielle Blattflecken an Kohl
Bakterielle Nassfäule
Drahtwurm
Echter Mehltau an Kohl(Anfälligkeit hoch)
Erdraupen
Falscher Mehltau an Kohl
Fusarium-Welke an Kohl und Rettich
Gammaeule
Grauschimmel
Grüne Pfirsichblattlaus
Kleine Kohlfliege
Kohldrehherzmücke
Kohlerdflöhe
Kohleule
Kohlgallenrüssler(Anfälligkeit gering)
Kohlhernie(Anfälligkeit hoch, resistente Sorten erhältlich)
Kohlmotte
Kohlmottenschildlaus(Anfälligkeit hoch)
Kohlrübenblattwespe
Kohlschwärze
Kohltriebrüssler
Kohlwanze
Kohlweißlinge
Kohlzystennematode(Anfälligkeit hoch)
Kreuzblütler-Minierfliegen(Anfälligkeit gering)
Mehlige Kohlblattlaus(Anfälligkeit hoch)
Nacktschnecken
Nördlicher Wurzelgallennematode(Anfälligkeit gering)
Phytophthora-Stängelgrundfäule
Pythium-Wurzelfäule
Rapsglanzkäfer(Anfälligkeit gering)
Rhizoctonia
Ringfleckenkrankheit an Kohl
Rübenzystennematode
Schorf
Verticillium-Welke an Kohl
Wasserrübenmosaikvirus
Weißer Rost
Weißfleckigkeit
Weißstängeligkeit
Wurzelhals- und Stängelfäule an Kohl

Ernte und Verarbeitung

Je nach Witterung und entsprechendem Wachstum kann man die Röschen vom Spätherbst bis zum Frühjahr bei frostfreiem Wetter ernten. Man erntet von unten nach oben und es wachsen ständig neue nach. Im Frühjahr kann man dann auch den an der Spitze entstehenden kleinen 'Wirsingkopf' ernten und verarbeiten. Und die Röschen sind auch noch gut essbar wenn sie sich schon leicht geöffnet haben. Die zarten Röschen haben eine kurze Garzeit und eignen sich prima für ein schnelles Pfannengericht.

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