Perserklee anbauen

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Trifolium resupinatum Persischer Klee, Wendeklee, Umgewendeter Klee
Weitere Namen
Persischer Klee, Wendeklee, Umgewendeter Klee
Botanischer Name
Trifolium resupinatum
Pflanzenkategorie
Gründüngung
PerserkleeTerraprima / CC BY-SA 3.0

Perserklee gehört zu den Leguminosen und stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. In der Landwirtschaft wird er schon seit Jahrzehnten als Zwischen- und Futterfrucht geschätzt, im Hobbygarten fristet er dagegen noch ein Schattendasein. Dabei hat er als Gründünger so ziemlich alles im Repertoire: Er fixiert Luftstickstoff über Knöllchenbakterien, lockert den Boden mit seiner kräftigen Pfahlwurzel, unterdrückt Unkraut durch schnellen Bestandsschluss und lockt mit seinen honigduftenden Blüten Bienen und Hummeln an.

Der botanische Artname resupinatum verrät eine charmante Besonderheit: Die Blüten drehen sich vor dem Aufblühen um 180 Grad, sodass das Schiffchen nach oben und die Fahne nach unten zeigt. Von Mai bis September erscheinen rosa bis violette, kugelförmige Blütenköpfchen mit bis zu 2 cm Durchmesser. Die dreiteiligen Blätter mit fein gesägtem Rand erinnern an den bekannteren Weißklee. Je nach Standort erreicht Perserklee eine Höhe von 10 bis 60 cm, wobei er meistens eher niederliegend wächst und so den Boden wie eine lebende Decke bedeckt.

Im Gemüsegarten spielt Perserklee seine Stärken vor allem als Bodenarbeiter aus. Er schließt Lücken zwischen Hauptkulturen, reichert den Boden mit Stickstoff an und hinterlässt nach dem Abfrieren im Winter eine schützende Mulchschicht. Die Folgekultur profitiert vom Stickstoff, den er im Beet hinterlässt.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Gründüngung
Fixiert Stickstoff über Knöllchenbakterien, Lockert verdichtete Bodenschichten in der Tiefe, Unterdrückt Unkraut besonders stark, Wertvolle Bienen-/Insektenweide, Bindet vorhandenen Bodenstickstoff gegen Auswaschung
Winterhärte
Abfrierend ab -5 °C
Reihenabstand
20 cm
Pflanzabstand
1 cm
Wuchshöhe
10 - 60 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
5 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 °C
Keim-Art
Dunkel

Perserklee: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Umbruch

Direktsaat von Anfang April bis Ende September. Der Umbruch erfolgt etwa Anfang Juni bis Ende Dezember.

Perserklee aussäen

Perserklee wird ausschließlich direkt ins Beet gesät, ein Vorziehen ist weder nötig noch sinnvoll. Das feine Saatgut verteilst du breitwürfig auf dem feinkrümeligen Beet. Eine verschlämmte Oberfläche bremst die Keimung aus. Anschließend harkst du das Saatgut leicht ein oder drückst es an, damit es guten Bodenkontakt bekommt. Die Saattiefe liegt bei 1 bis 2 cm.

Die Aussaat ist von April bis August möglich, solange der Boden dauerhaft frostfrei ist. Die Mindestkeimtemperatur liegt bei etwa 5 °C, optimal keimt er bei 15 bis 25 °C. In milden Regionen kannst du bis Mitte September säen, dann nutzt du den Perserklee als abfrierende Winterbegrünung. Nach der Aussaat zeigen sich oft schon nach drei Tagen die ersten Keimblätter, was für eine Gründüngungspflanze bemerkenswert schnell ist. Pro Quadratmeter brauchst du nur wenige Gramm Saatgut. Als Untersaat unter Hauptkulturen säst du etwas sparsamer als bei Reinsaat.

Standort und Boden

Perserklee gedeiht am besten an vollsonnigen Standorten, verträgt aber auch Halbschatten. Das macht ihn besonders als Untersaat unter höher wachsenden Kulturen wie Tomaten oder Mais interessant. An den Boden stellt er erfreulich wenige Ansprüche. Nährstoffreiche Lehm- bis Tonböden mag er am meisten, aber auch sandige, durchlässige Böden funktionieren gut. Nur dauerhafter Wasserstau sollte nicht vorkommen. Schwere Tonböden lockerst du vor der Aussaat am besten etwas auf.

Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 7,5. Bei saurem Boden lohnt sich eine Kalkung vor der Aussaat, weil die Knöllchenbakterien in saurem Milieu schlechter arbeiten. Trotz seiner mediterranen Herkunft hat Perserklee einen relativ hohen Wasserbedarf in der Jugendphase. Gut etablierte Bestände kommen aber auch mit kurzen Trockenphasen zurecht.

Perserklee: Gute und schlechte Nachbarn

Perserklee ist kein klassischer Mischkulturpartner, den du gezielt neben eine bestimmte Gemüsereihe setzt. Sein Wert liegt in der Funktion als lebende Mulchschicht und Bodenverbesserer. Als Untersaat funktioniert er gut unter Tomaten und Paprika: Er hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und liefert über seine Knöllchenbakterien Stickstoff nach. Schneide ihn einfach zurück, wenn er den Hauptkulturen zu nahe kommt. Auch unter Mais bewährt er sich als Untersaat, weil er Erosion verhindert und gleichzeitig den Boden mit Stickstoff versorgt.

Andere Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder andere Kleearten sind dagegen schlechte Nachbarn. Sie konkurrieren um dieselben Knöllchenbakterien-Stämme und heben den Stickstoffbindungseffekt gegenseitig auf. Außerdem steigt bei gehäuftem Leguminosenanbau auf derselben Fläche das Risiko von Leguminosenmüdigkeit und Kleekrebs.

Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Perserklee: Vorgänger und Nachfolger

In der Fruchtfolge nimmt Perserklee die Rolle als Gründüngung ein, er entnimmt dem Boden kaum etwas und hinterlässt deutlich mehr, als er verbraucht. Nach Mais oder Gemüse-Mittelzehrer wie Möhren, Fenchel oder Kohlrabi besonders gut, weil der Perserklee danach den Boden regenerieren und für die nächste Saison vorbereiten kann.

Nach Perserklee freuen sich vor allem Starkzehrer über den angereicherten Stickstoff: Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl oder Weißkohl, aber auch Lauch, Tomaten, Paprika, Zucchini und Kürbis setzen das Stickstoffkapital optimal um. Auch Mittelzehrer wie Möhren, Rote Bete oder Fenchel sind gute Nachfolger.

Unbedingt vermeiden solltest du den Perserklee wenn andere Leguminosen zuvor an dieser Stelle standen oder im nächsten Jahr dort angebaut werden sollen. Nach einem Kleeanbau sollten mindestens 3 bis 4 Jahre vergehen, bevor wieder Klee auf derselben Fläche wächst. Für Bohnen und Erbsen gilt die gleiche Regel, wenn auch mit etwas geringerem Risiko.

Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Im Gartenhandel findest du einige bewährte Sorten. 'Gorby' hat sich in Schweizer Versuchen als besonders leistungsstark erwiesen: schnelle Jugendentwicklung, starke Konkurrenzkraft und gute Widerstandsfähigkeit gegen Kleeschwärze. 'Laser' ist feinstengelig und blattreich, eignet sich besonders für kalkhaltige Böden und wird gerne als Mulchsaatgrundlage eingesetzt. 'Maral' ist im deutschsprachigen Gartenhandel weit verbreitet und eine solide Allroundsorte für Gründüngung und Bienenweide. Da Perserklee hauptsächlich als Gründünger dient, spielen Sortenunterschiede im Hobbygarten eine untergeordnete Rolle.

Pflege und Düngung

Perserklee gehört zu den pflegeleichtesten Gründüngungspflanzen überhaupt. In der Keimphase solltest du den Boden gleichmäßig feucht halten, weil das feine Saatgut an der Oberfläche schnell austrocknet. Ist der Bestand erst mal dicht geschlossen, kommt er auch mit weniger Wasser zurecht.

Wenn der Perserklee zu üppig wächst, kannst du ihn einfach mit der Schere oder dem Rasenmäher auf etwa 5 cm zurückschneiden. Das fördert die Verzweigung und verhindert, dass er Samen bildet. Falls du keine Selbstaussaat möchtest, schneidest du am besten vor der vollständigen Blüte.

Zur Einarbeitung als Gründünger mähst du die Pflanzenmasse kurz vor oder während der Blüte ab und arbeitest sie flach in den Boden ein. Die Wurzeln lässt du wie bei allen Leguminosen zum Verrotten im Boden, sie liefern zusätzliche organische Substanz und lockern weiter. Bei Herbstaussaat friert der Bestand im Winter ab und bildet eine natürliche Mulchdecke, die du im Frühjahr einfach einharken kannst.

Krankheiten und Schädlinge

Perserklee ist im Vergleich zu anderen Kleearten relativ krankheitsrobust. Ein klarer Vorteil: Er wird von Stock- und Stängelälchen nicht befallen, was ihn gegenüber Rotklee auf belasteten Böden zum besseren Kandidaten macht.

Die häufigste Pilzkrankheit ist die Kleeschwärze (Cymadothea trifolii). An der Blattunterseite bilden sich kleine schwarze Flecken, die Blattoberseite zeigt gelbe Aufhellungen. Befallene Blätter rollen sich auf und sterben ab. Wenn du das bemerkst, mähst du die Fläche ab und entfernst das Pflanzenmaterial. Die Sorte 'Gorby' gilt als wenig anfällig.

Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) kann grundsätzlich alle Kleearten befallen, trifft Perserklee aber deutlich seltener als Rot- oder Weißklee. Typisch sind weißlich-graues Pilzgeflecht an den Stängeln und nesterweise Lücken im Bestand. Die Dauerkörper des Pilzes überleben jahrelang im Boden. Die wichtigste Vorbeugung: Klee-Anbaupausen von 3 bis 5 Jahren einhalten und zertifiziertes Saatgut verwenden.

Ernte und Verarbeitung

Perserklee wird nicht zum Essen geerntet, sondern dient als Gründünger, Mulchlieferant und Bienenweide. Zur Nutzung als Gründünger hast du zwei Varianten: Entweder mähst du den Bestand nach etwa 6 bis 8 Wochen kurz vor oder während der Blüte ab und arbeitest die Masse flach in den Boden ein. Oder du lässt den im Spätsommer gesäten Bestand einfach stehen, bis er im Winter abfriert, und harkst die Mulchdecke dann im Frühjahr unter.

Die abgemähte Biomasse eignet sich auch hervorragend als Mulchmaterial auf anderen Beeten. So schützt du den Boden und gibst organische Substanz langsam ab. Wer Tiere hält, kann das eiweißreiche Grün auch als Futter nutzen, Pferde und andere Nutztiere fressen Perserklee gerne. Bei starkem Kleeschwärze-Befall sollte das Material allerdings nicht verfüttert werden.

Eine besonders wertvolle Eigenschaft ist die Bienenweide-Funktion: Die Blüten produzieren besonders zuckerreichen Nektar und liefern selbst bei Spätsaat noch bis in den Herbst Nahrung für Wildbienen, Hummeln und Honigbienen.