
Kohlrabi ist eine Kohlart, bei der sich der Stängel knapp über dem Boden zu einer runden Knolle verdickt. Die Schale ist hellgrün oder blauviolett, das Innere immer hell, zart und mild. Eigentlich ist Kohlrabi zweijährig, im Garten erntest du ihn aber schon wenige Wochen nach der Pflanzung. Frühe Sorten sind acht bis zwölf Wochen nach dem Pflanzen fertig, Riesenkohlrabi wächst bis in den Herbst und lässt sich lagern. Auch die jungen Blätter kannst du essen.
Zahlen, Daten, Fakten
Kohlrabi: Pflanzzeiten & Erntezeiten
GewächshausDirektsaat von Mitte Januar bis Mitte Juli. Verpflanzen ins Beet von Mitte Februar bis Mitte August. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte Januar und Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 90 Tagen etwa Mitte April beginnen und geht bis Ende Oktober.
FreilandDirektsaat von Anfang April bis Mitte Juli. Verpflanzen ins Beet von Mitte April bis Mitte August. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 82 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.
Kohlrabi aussäen und pflanzen
Kohlrabi ziehst du am besten vor. Säe ihn vier bis fünf Wochen vor dem Pflanztermin etwa 1 cm tief in Töpfchen, bei 16 bis 20 °C keimt er in rund einer Woche. Danach stellst du die Jungpflanzen kühler, aber nicht unter 12 °C, sonst bilden sie oft keine Knolle oder schießen. Im beheizten Gewächshaus kannst du bereits im Januar beginnen, solange die Temperatur dauerhaft über 12 °C ist. Ins Freiland pflanzt du ab März unter Vlies, ungeschützt ab Mitte April, und dann alle drei bis vier Wochen einen neuen Satz bis Anfang August. Setz die Pflanzen nicht tiefer, als sie im Topf standen, die Knolle soll frei über dem Boden wachsen. Früh- und Sommersorten brauchen etwa 25 x 30 cm Platz, Riesenkohlrabi 40 x 50 cm.
Standort und Boden
Kohlrabi wächst am besten in der Sonne, verträgt aber etwas Schatten und passt deshalb gut zwischen höhere Kulturen. In dauerhaft schattigen, feuchten Ecken bekommt er leichter Falschen Mehltau. Der Boden sollte humos, locker und gleichmäßig feucht sein, mittelschwere Böden sind ideal. Ein pH-Wert um 7 beugt der Kohlhernie vor, saure Böden kalkst du vorher. Frühe, kleine Sorten gedeihen auch im Topf auf dem Balkon.
Kohlrabi: Gute und schlechte Nachbarn
Kohlrabi ist der klassische Lückenfüller in der Mischkultur. Er wächst schnell, braucht wenig Platz und ist geerntet, bevor langsam startende Nachbarn den Raum brauchen. Bewährt hat er sich zwischen Lauch, Sellerie, Gurken, Stangenbohnen, Ackerbohnen und Gartenmelde. Gertrud Franck setzt frühen Kohlrabi sogar in die Tomatenreihe zwischen die Tomatenstöcke, die Tomaten sollen Kohlschädlinge fernhalten. Auch zwischen Spargel und Artischocken ist im Frühjahr Platz für eine Reihe.
Salat ist sein liebster Partner. Kopfsalat und Kohlrabi im Wechsel in einer Reihe sind beide nach wenigen Wochen erntereif, und der Salat soll die Erdflöhe vom jungen Kohlrabi fernhalten. Spinat am Beetrand wirkt ähnlich. Erbsen, Buschbohnen, Rote Bete, Radieschen und Mangold passen ebenfalls gut. Dill und Borretsch am Rand locken Nützlinge an oder sollen Schädlinge verwirren.
Umstritten sind Zwiebeln und andere Kohlarten. Steckzwiebeln in einer eigenen Reihe neben dem Kohlrabi haben sich bewährt, für Kohl allgemein gelten Zwiebeln aber als ungünstig. Schwester Christa Weinrich pflanzt späten Rosenkohl oder Weißkohl zwischen den Frühkohlrabi, der geerntet ist, wenn der Kohl Platz braucht. Mehrere Kohlarten nebeneinander locken allerdings mehr Kohlfliegen an, ein Netz hilft. Fenchel und Gartenkresse säst du lieber nicht direkt daneben.
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Kohlrabi: Vorgänger und Nachfolger
Kohlrabi ist eine Kohlart und braucht deshalb vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern, also zu allen Kohlarten, Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. So beugst du Kohlhernie, Kohlfliege und Adernschwärze vor. Wer nur schnelle Frühsorten anbaut, darf nach Andrea Heistinger etwas großzügiger sein, solange keine Krankheiten aufgetreten sind.
Gute Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, Zwiebeln, Zucchini und Mais. Weil Kohlrabi kurz steht, folgt er im selben Jahr gern auf Salat oder Spinat, im Sommer füllt er Lücken nach früh geernteten Beeten. Nach Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden. Lauch und Spinat vermehren diesen Fadenwurm, deshalb sind sie als Vorfrucht umstritten.
Kohlrabi selbst hinterlässt wenig, weil du fast die ganze Pflanze erntest. Nach frühem Kohlrabi kannst du im selben Jahr Lauch, Tomaten, Neuseeländer Spinat oder im Herbst Feldsalat pflanzen. Ob Salat gut nach Kohlrabi wächst, wird unterschiedlich gesehen. Möhren, Gurken und Melonen wachsen nach Kohl schlechter.
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Sorten
Kohlrabi gibt es mit hellgrüner und mit blauvioletter Schale, innen sind alle Sorten hell. Weiße Sorten sind meist etwas früher reif als blaue. Wichtiger ist die Kulturdauer: Frühsorten sind schnell fertig und eignen sich für Gewächshaus und Folie, Herbst- und Riesensorten wie ‚Superschmelz‘ werden mehrere Kilo schwer, bleiben zart und lassen sich bis ins Frühjahr lagern. Für frühe Sätze wählst du schossfeste Sorten.
Pflege und Düngung
Kohlrabi ist ein Mittelzehrer und braucht vor allem gleichmäßig Wasser und Nährstoffe. Gib vor der Pflanzung reifen Kompost, bei Bedarf düngst du bei der Pflanzung und nach etwa sechs Wochen mit verdünnter Pflanzenjauche. Gieß bei Trockenheit lieber einmal pro Woche kräftig als täglich ein bisschen, denn Wassermangel macht die Knollen holzig und ein plötzlicher Wasserschwall lässt sie platzen. Hacken und Mulchen halten die Feuchte im Boden. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung schützt vor Kohlfliege, Erdflöhen und Raupen.
Krankheiten und Schädlinge
Die gefährlichste Krankheit am Kohlrabi ist die Kohlhernie. Sie verformt die Wurzeln zu dicken Knoten, die Pflanzen welken an warmen Tagen und bleiben klein. Ihre Dauersporen halten sich viele Jahre im Boden, deshalb helfen nur vier Jahre Abstand zu Kreuzblütlern, ein pH-Wert um 7 und das Abräumen der Strünke. Schnelle Frühsorten entgehen schwerem Befall oft, weil sie vorher reif sind.
Bei jungem Kohlrabi fressen Erdflöhe im Frühjahr Löcher in die Blätter, vor allem bei Trockenheit. Die Maden der Kohlfliege fressen am Strunk, befallene Pflanzen welken und sterben ab. Dazu kommen Raupen von Kohlweißling, Kohleule und Kohlmotte, die Mehlige Kohlblattlaus und im warmen Spätsommer die Kohlmottenschildlaus. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung hält fast alle fern, Salat und Spinat als Nachbarn sollen Erdflöhe mindern. In nassen Jahren fressen Schnecken an den Knollen.
Bei feuchtem Wetter zeigt der Kohlrabi manchmal einen grauweißen Belag auf den Blattunterseiten, das ist der Falsche Mehltau. Die Adernschwärze, eine Bakterienkrankheit, beginnt mit gelben, keilförmigen Flecken am Blattrand und überdauert in Pflanzenresten. Gieß nicht über die Blätter und räum alte Strünke ab.
Platzende Knollen sind beim Kohlrabi meist keine Krankheit. Sie entstehen, wenn nach Trockenheit plötzlich viel Wasser kommt, holzig werden sie bei Wassermangel oder zu später Ernte.
Ernte und Verarbeitung
Frühen Kohlrabi erntest du, sobald die Knolle etwa tennisballgroß ist. Warte nicht zu lange, ältere Knollen vieler Sorten werden holzig, Riesenkohlrabi bleibt dagegen auch groß noch zart. Schneide die Knolle knapp über dem Boden ab und zieh den Strunk danach heraus. Ohne Laub hält sie sich im Kühlschrank etwa zwei Wochen, Lagersorten im kühlen Keller bis ins Frühjahr. Die zarten Herzblätter dünstest du wie Spinat oder schneidest sie fein unter einen Salat. Die Knolle schmeckt roh, gedünstet oder in Suppen.
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