
Rotkohl ist ein Kopfkohl mit festen, rotvioletten Köpfen, in Süddeutschland heißt er Blaukraut, in Österreich Rotkraut. Er gehört wie Weißkohl und Wirsing zu den Kopfkohlen und ist ein echter Starkzehrer. Rotkohl braucht etwas länger als Weißkohl, je nach Sorte steht er 14 bis 21 Wochen im Beet. Frühe Sorten haben weichere, hellere Blätter, späte Lagersorten sind dunkler, stärker bereift und halten im Keller bis ins Frühjahr. Eigentlich ist die Pflanze zweijährig, den Kopf erntest du aber schon im ersten Jahr.
Zahlen, Daten, Fakten
Rotkohl: Pflanzzeiten & Erntezeiten
SommerVerpflanzen ins Beet von Anfang März bis Anfang Mai. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang Februar und Anfang April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte Mai beginnen und geht bis Ende Juli.
HerbstDirektsaat von Anfang April bis Ende Mai. Verpflanzen ins Beet von Anfang Mai bis Anfang Juli. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang April und Anfang Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 180 Tagen etwa Anfang Oktober beginnen und geht bis Mitte November.
Rotkohl aussäen und pflanzen
Frühe Sorten kannst du nach Gertrud Franck im Frühjahr auf der B-Reihe anbauen. Spätere Sorten gehören wohl auf die A-Reihe.
Frühen Rotkohl säst du ab Februar im Haus aus, Lagersorten erst Ende März bis Anfang April. Die Samen keimen schon ab 2 °C, am schnellsten bei etwa 20 °C. Sobald die Keimblätter da sind, pikierst du die Sämlinge und stellst sie kühler bei 12 bis 14 °C. Nach etwa vier Wochen kommen die abgehärteten Jungpflanzen ins Beet, frühe Sorten ab März mit einem Vlies gegen Spätfröste, Lagerrotkohl im Mai oder Juni. Setz keine zu großen Pflanzen mit mehr als vier Laubblättern, sie schießen sonst gern. Frühe Sorten brauchen 50 x 50 cm Platz, Lagerrotkohl 60 bis 70 cm in jede Richtung.
Standort und Boden
Rotkohl wächst am besten in kühleren Lagen mit feuchten Nächten, große Hitze mag er nicht. Er braucht einen sonnigen Platz und einen tiefgründigen, humosen Boden, der Wasser gut hält. Frühe Sorten kommen mit mittelschwerem Boden aus, Lagerrotkohl mag es eher schwer. Lockere den Boden tief, lass ihn sich aber vor dem Pflanzen wieder setzen, denn in frisch umgegrabener Erde steht Kohl schlecht. Saure Böden kalkst du gegen die Kohlhernie. Auf dem Balkon wird Rotkohl kaum etwas, im Hochbeet klappt es.
Rotkohl: Gute und schlechte Nachbarn
Der beste Partner für Rotkohl ist Sellerie. Gertrud Franck pflanzt ihr Blaukraut immer abwechselnd mit Sellerie in eine Reihe, er soll den Kohlweißling fernhalten. Schwester Christa Weinrich nennt beide ideale Partner, auch wenn Rotkohl nach ihrer Erfahrung recht gut ohne diesen Schutz auskommt. In die Nachbarreihen passen frühe Erbsen, Buschbohnen, Rote Bete und Salat, die geerntet sind, bevor der Kohl in die Breite geht. Spinat zwischen den Reihen deckt den Boden und bleibt später als Mulch liegen.
Später Rotkohl verträgt sich gut mit Frühkartoffeln. Setz ihn im Mai zwischen zwei Kartoffelreihen, im Juni sind die Kartoffeln geerntet und der Kohl hat Platz. In die frei gewordenen Reihen kommen dann Endivien, Zuckerhut oder Knollenfenchel. Dill, Borretsch, Salbei und Thymian am Beetrand locken Nützlinge an oder sollen Schädlinge verwirren.
Ob Tomaten neben Rotkohl passen, ist umstritten. Gertrud Franck warnt ausdrücklich vor Blaukraut neben Tomaten, andere empfehlen die Kombination gegen Kohlschädlinge. Erdbeeren gelten in vielen Ländern als schlechte Nachbarn, und Gartenkresse säst du lieber getrennt. Bei Zwiebeln und Lauch gehen die Meinungen je nach Land weit auseinander, belegt ist weder Schaden noch Nutzen.
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Rotkohl: Vorgänger und Nachfolger
Rotkohl gehört wie alle Kohlarten frühestens im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. Das gilt auch für Radieschen, Rettich, Rucola und Senf als Gründüngung, denn sie alle vermehren die Kohlhernie, deren Dauersporen viele Jahre im Boden überleben.
Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen oder eine Winterbegrünung mit Hülsenfrüchten, deren Stickstoff der hungrige Rotkohl gut nutzt. Schwester Christa Weinrich setzt Rotkohl im Juni direkt nach den Erbsen in dieselbe Reihe. Auch nach Knoblauch, Schalotten und Zwiebeln wächst er gut, und Salat als frühe Vorkultur ist geerntet, bevor er Platz braucht. Nach Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden, einem winzigen Fadenwurm. Lauch und Spinat vermehren ihn, deshalb sind sie als Vorfrucht umstritten.
Nach dem Rotkohl passen im nächsten Jahr Pastinaken und Lauch gut. Möhren, Salat, Schwarzwurzeln und Gurken wachsen nach Kohl dagegen schlechter, und Zwiebeln werden wegen der vielen Nährstoffe weich. Nach der Ernte im Herbst kannst du noch Feldsalat säen. Zieh die Strünke heraus, damit Blattläuse und Weiße Fliegen nicht im Beet überwintern.
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Sorten
Beim Rotkohl unterscheidest du frühe Sorten für den Sommer und späte Herbst- und Lagersorten. Frühe Sorten bilden kleinere Köpfe mit weicheren, helleren Blättern. Späte Sorten sind dunkler, stärker bereift, brauchen mehr Platz und Zeit und halten im Keller bis ins Frühjahr. Neben alten samenfesten Sorten gibt es viele Hybriden.
Pflege und Düngung
Rotkohl ist ein Starkzehrer. Arbeite vor dem Pflanzen 3 bis 5 kg Kompost pro Quadratmeter oder gut verrotteten Mist ein, frischen Mist verträgt er nicht. Einige Wochen nach dem Pflanzen, bevor sich die Köpfe bilden, bekommt er noch einmal Pflanzenjauche. Rotkohl braucht viel Wasser, vor allem ab Juli, wenn die Köpfe wachsen. Gieß gleichmäßig, denn ein kräftiger Guss nach langer Trockenheit lässt die Köpfe platzen. Hacke den Boden bis August, mulche und häufle die Pflanzen vor der Kopfbildung an. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung hält die meisten Schädlinge ab.
Krankheiten und Schädlinge
Rotkohl gilt als etwas robuster als andere Kohlarten, ganz verschont bleibt er aber nicht. Am gefährlichsten ist die Kohlhernie, die an den Wurzeln dicke Wucherungen bildet und die Pflanzen welken lässt. Halte vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und kalke saure Böden, über pH 7 hat der Erreger kaum eine Chance. Ist die Kohlhernie einmal aufgetreten, wartest du besser sieben Jahre.
Zwei Pilzkrankheiten kommen meist mit dem Saatgut. Die Wurzelhals- und Stängelfäule lässt Keimlinge umfallen und gelagerte Köpfe vom Strunk her faulen, die Kohlschwärze macht dunkle Flecken auf die Blätter. Gegen beide hilft eine Heißwasserbeize des Saatguts, 30 Minuten bei genau 50 °C. Lagere nur gesunde Köpfe ein.
Die Maden der Kohlfliege fressen an den Wurzeln junger Rotkohlpflanzen, Erdflöhe durchlöchern im Mai bei trockenem Wetter die Blätter. Ab August fressen die Raupen von Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule, die Kohldrehherzmücke verkrüppelt die Herzblätter. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung schützt am zuverlässigsten, schau trotzdem einmal pro Woche nach Eiern und Raupen.
Mehlige Kohlblattläuse und Kohlmottenschildläuse überwintern in alten Strünken, deshalb räumst du sie nach der Ernte ab. In warmen, trockenen Sommern saugen Thripse an den Kopfblättern des Rotkohls und hinterlassen braune, verkorkte Stellen.
Ernte und Verarbeitung
Frühen Rotkohl erntest du ab Juni, sobald die Köpfe fest sind, und wartest nicht zu lange, sonst platzen sie bei Regen auf. Späte Sorten reifen von September bis Oktober und können einige Wochen erntereif im Beet stehen. Lagerrotkohl bleibt bis kurz vor dem ersten stärkeren Frost draußen. Zieh ihn dann mit Strunk aus der Erde und klopf die Erde grob ab. Im Keller hält er sich bei 2 bis 6 °C und hoher Luftfeuchtigkeit bis ins Frühjahr, schau regelmäßig nach und entferne angefaulte Außenblätter. Rotkohl schmeckt gedünstet mit Äpfeln, roh fein gehobelt als Salat und eingelegt. Etwas Essig oder Apfel beim Kochen erhält die rote Farbe, ohne Säure wird er bläulich.
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