
Die Aubergine wird in ihrer Heimat Indien schon seit über 3000 Jahren angebaut. Im tropischen Klima ist sie eine mehrjährige, buschige Pflanze, bei uns ziehst du sie einjährig. Sie gehört wie Tomate, Paprika und Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen und braucht noch mehr Wärme als die Paprika. Je nach Sorte wird sie 30 Zentimeter bis gut einen Meter hoch, ihre Früchte sind violett, weiß, grün, gestreift oder rot, lang wie eine Gurke oder rund wie ein Ei. Die grünen Teile der Pflanze gelten als giftig, die Früchte isst du nur gegart.
Zahlen, Daten, Fakten
Aubergine: Pflanzzeiten & Erntezeiten
FreilandVerpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 70 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 150 Tagen etwa Anfang August beginnen und geht bis Mitte Oktober.
GewächshausVerpflanzen ins Beet von Anfang Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 70 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte Februar und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 125 Tagen etwa Mitte Juli beginnen und geht bis Ende Oktober.
Aubergine pflanzen
Auberginen säst du Anfang bis Mitte März im Haus aus, einen halben bis einen Zentimeter tief und bei 22 bis 28 Grad auf der Heizung oder einer Heizmatte. Die Samen keimen langsam, bei kühleren Temperaturen dauert es drei Wochen und mehr, einen Tag in Wasser eingeweicht laufen sie schneller und gleichmäßiger auf. Pikiere die Keimlinge zwei bis drei Wochen nach der Keimung in Töpfe und halte sie danach bei 18 bis 21 Grad, nie unter 15 Grad.
Ins ungeheizte Gewächshaus oder den Folientunnel pflanzt du ab Anfang Mai, ins Freiland erst nach den Eisheiligen, meist ab Mitte bis Ende Mai. Am besten wachsen kräftige Pflanzen an, die schon die ersten Blüten zeigen. Lass 50 bis 60 Zentimeter zwischen den Pflanzen und 70 bis 80 Zentimeter zwischen den Reihen, härte sie eine Woche vorher ab und deck sie in kühlen Mai- und Juninächten mit Vlies ab.
Standort und Boden
Die Aubergine mag es warm, noch wärmer als Paprika. Schon unter 15 Grad Celsius mag sie nicht mehr so recht wachsen. Deshalb ist sie außer in Gebieten mit Weinbauklima lieber im Gewächshaus. Alternativ eignet sich noch ein großer Topf mit reichlichen Düngergaben auf einer sonnigen Terrasse. Der Belag und die Hauswände speichern die Wärme der Sonne.
Aubergine: Gute und schlechte Nachbarn
Gegen die zwei wichtigsten Schädlinge der Aubergine helfen gute Nachbarn. Tagetes zwischen den Auberginen halten im Gewächshaus die Weiße Fliege fern, wenn du sie gleich mitpflanzt, später gesetzt bringen sie wenig. Im Freiland ist der Kartoffelkäfer der Hauptschädling, er mag Auberginen oft lieber als Kartoffeln. Eine Reihe Phacelia mit gut 70 Zentimetern Abstand hält ihn weitgehend fern, säst du sie zu dicht, unterdrückt sie die Auberginen. Auch Buschbohnen und Gurken mit weitem Abstand sollen den Käfer abhalten.
Basilikum braucht genauso viel Wärme wie die Aubergine und passt gut zwischen die Pflanzen, im großen Kübel auch eine Petersilie. Schwester Christa Weinrich nennt Salat, Spinat, Kohl und Ringelblumen als günstige Nachbarn. Salat und Spinat säst du schon im Frühjahr und erntest sie, bevor die Auberginen den Platz brauchen.
Kartoffeln setzt du besser nicht neben Auberginen, weil sie den Kartoffelkäfer anziehen. Erbsen, Rote Bete und Fenchel gelten als ungünstige Nachbarn, einen belegten Grund dafür haben wir nicht gefunden. Tomaten, Paprika und Chili darfst du dagegen ruhig daneben pflanzen, im Gewächshaus stehen sie ohnehin meist zusammen. Wichtig ist nur, dass sie in der Fruchtfolge auseinanderbleiben.
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Aubergine: Vorgänger und Nachfolger
Auberginen, Tomaten, Paprika, Chili und Kartoffeln teilen Bodenkrankheiten wie die Verticillium-Welke und die Korkwurzelkrankheit, auch Kartoffelnematoden befallen die Aubergine. Setz die Aubergine deshalb erst nach vier Jahren wieder auf ein Beet, auf dem ein Nachtschattengewächs stand, nach Andenbeeren und Tomatillos reichen drei Jahre. Im Gewächshaus ist das schwierig, weil dort meist genau diese Pflanzen stehen und der Platz knapp ist. Wechsle dann mit Gurken oder Basilikum ab, tausch die Erde aus oder setz die Auberginen in große Kübel mit frischer Erde. Veredelte Auberginen auf Tomatenunterlagen kommen mit müdem Boden besser zurecht.
Die besten Vorfrüchte sind Bohnen und andere Hülsenfrüchte, deren Stickstoff die hungrige Aubergine gut nutzt. Auch nach Gurken, Zucchini und anderen Kürbisgewächsen oder nach Salat wächst sie gut. Weil sie erst im Mai ins Beet kommt, passen früher Salat oder Spinat als Vorkultur im selben Jahr.
Nach der Aubergine wird das Beet erst im Herbst frei. Senf oder eine andere Gründüngung nimmt dann den übrigen Stickstoff auf und schützt den Boden über den Winter.
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Sorten
Es gibt zahlreiche Sorten, die sich in Form, Farbe und Größe unterscheiden. Der andere Name Eierfrucht kommt von eiförmigen und weißfruchtigen Sorten, die für uns auf den ersten Blick kaum als Aubergine zu erkennen sind, da hier hauptsächlich die typisch schwarz-violetten Früchte angeboten werden.
Für das Freiland wählst du kleinfrüchtige, frühe und kältetolerante Sorten, viele stammen aus Osteuropa oder vom Balkan, bewährt ist etwa ‚Benarys Blaukönigin‘. Großfrüchtige Sorten reifen nur im Gewächshaus oder im Weinbauklima sicher und brauchen mehr Dünger und Wasser.
Pflege und Düngung
Die Aubergine ist ein Starkzehrer und braucht noch mehr Nährstoffe als Tomate und Paprika. Arbeite vor der Pflanzung vier bis sechs Liter Kompost je Quadratmeter oder gut abgelagerten Mist ein und dünge ab etwa vier Wochen nach der Pflanzung regelmäßig mit Brennnesseljauche oder Tomatendünger nach. Gieß reichlich und gleichmäßig, aber nur von unten, und mulche den Boden. Große Sorten bindest du an einen Stab, damit die Äste unter den Früchten nicht brechen, und lässt pro Ast nur etwa zwei Früchte reifen, sonst bleiben die späten klein. Im Gewächshaus schüttelst du die blühenden Pflanzen ab und zu für die Bestäubung, Wassereimer zwischen den Pflanzen sorgen für die feuchte Luft, die sie mögen.
Krankheiten und Schädlinge
Die Aubergine ist im Biogarten vor allem ein Liebling der Schädlinge. Ganz vorn steht die Spinnmilbe, die bei trockener Hitze die Blätter fein gesprenkelt und später gelb werden lässt und oft schon an den Jungpflanzen sitzt. Halte die Luft feucht, zieh die Jungpflanzen zügig an und setz im Gewächshaus früh Raubmilben ein.
Im Gewächshaus kommen Weiße Fliege, Blattläuse und Thripse dazu. Gegen die Weiße Fliege helfen Schlupfwespen und Tagetes, die du gleich mitpflanzt. Blattläuse übertragen das Gurkenmosaikvirus, das die Blätter scheckig und verformt werden lässt, Nützlinge wie Florfliegen und Schlupfwespen halten sie klein.
Im Freiland frisst der Kartoffelkäfer mit seinen roten Larven die Blätter, oft lieber an Auberginen als an Kartoffeln. Sammle Käfer, Larven und die orangefarbenen Eigelege ab dem späten Frühjahr regelmäßig ab, ein Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung und eine Reihe Phacelia mit Abstand halten ihn fern. Schnecken höhlen die Früchte aus, binde tief hängende Früchte deshalb hoch.
Die Verticillium-Welke, bei der die Blätter einseitig welken, und die Korkwurzelkrankheit kommen aus dem Boden, wenn Auberginen oder andere Nachtschattengewächse Jahr für Jahr am selben Platz stehen. Halte vier Jahre Abstand oder nimm veredelte Pflanzen. Grauschimmel und Sclerotinia befallen bei kühler, nasser Luft vor allem geschwächte Pflanzen, gutes Lüften hilft. Eingesunkene Stellen an der Fruchtspitze sind die Blütenendfäule, eine Folge ungleichmäßiger Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Die Braunfäule der Tomaten trifft die Aubergine kaum.
Ernte und Verarbeitung
Die ersten Auberginen erntest du im Gewächshaus ab Juli, im Freiland meist ab August, gut drei Wochen nach dem Fruchtansatz. Reif sind sie, wenn die Schale voll ausgefärbt ist und glänzt und das Fruchtfleisch auf leichten Daumendruck nachgibt. Wird die Schale matt und werden die Samen innen braun, ist die Frucht überreif und kann bitter schmecken. Schneid die Früchte mit einem kurzen Stiel ab, bei alten Sorten mit stacheligem Kelch am besten mit Handschuhen. Früchte, die vor dem ersten Frost nicht ganz reif werden, reifen an einem warmen Ort nach. Auberginen halten sich bis zu zwei Wochen bei etwa 10 Grad, im Kühlschrank verlieren sie Aroma. Iss sie nur gegart, die grünen Teile der Pflanze gelten als giftig. Gebraten, gegrillt, geschmort oder als Aufstrich gehören sie in die Mittelmeerküche ebenso wie in die indische und asiatische, Salz zum Entbittern brauchen moderne Sorten nicht.
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