Kapuzinerkresse anbauen

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Tropaeolum majus
Botanischer Name
Tropaeolum majus
Pflanzenkategorie
Kräuter, Blumen / Hilfspflanzen
KapuzinerkresseArun panna/Shutterstock.com

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) stammt aus Südamerika, wo sie als mehrjährige Pflanze wächst. Bei uns fehlt ihr die Frosthärte, weshalb sie hierzulande als einjährige Kultur angebaut wird. Sie bildet mit den Tropaeolaceae eine eigene Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten keine weitere gängige Kultur gehört. Das macht sie in der Fruchtfolge angenehm unkompliziert.

Je nach Sorte wächst Kapuzinerkresse entweder buschig-kompakt mit 20 bis 30 cm Höhe oder klettert und rankt sich bis zu 3 Meter in die Höhe. Die schildförmigen Blätter sind auffällig wasserabweisend, und von Juli bis zum ersten Frost erscheinen leuchtende Trichterblüten in Gelb, Orange, Rot und sogar Cremeweiß. Ihr Geheimnis steckt in den Senfölglykosiden, die antibakteriell und antiviral wirken. Nicht umsonst wurde sie 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Das Besondere: Alle Pflanzenteile sind essbar. Blätter, Blüten, Stängel und sogar die unreifen Samen schmecken würzig-pfeffrig, ähnlich wie Kresse. Im Garten übernimmt die Kapuzinerkresse gleich mehrere Jobs auf einmal. Sie zieht Blattläuse magnetisch an und schützt so wertvolle Nachbarkulturen, sie dient als lebende Mulchschicht und unterdrückt Unkraut, und nebenbei lockt sie mit ihren Blüten Wildbienen und Hummeln an. Für Haustiere ist sie übrigens komplett ungiftig.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kulturzeit
60 Tage
Reihenabstand
35 cm
Pflanzabstand
25 cm
Wuchshöhe
20 - 300 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
15 °C
Keimtemperatur (optimal)
18 - 21 °C
Keim-Art
Dunkel
Vorzieh-Dauer
45 Tage
Pikieren nach Aussaat
14 Tage

Kapuzinerkresse: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

Direktsaat von Mitte Mai bis Mitte Juli. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Mitte Juni. Vorziehen etwa 45 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Anfang April und Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.

Kapuzinerkresse aussäen und pflanzen

Kapuzinerkresse kannst du sowohl vorziehen als auch direkt ins Beet säen. Für die Voranzucht startest du ab Ende März bis Mitte April auf der Fensterbank. Pro Topf kommen zwei bis drei Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Bei 18 bis 21 °C keimen sie innerhalb von 7 bis 14 Tagen. Falls mehrere Keimlinge im selben Topf stehen, pikierst du sie im Keimblattstadium. Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, dürfen die Jungpflanzen dann ins Freiland umziehen.

Für die Direktsaat wartest du ebenfalls bis nach den Eisheiligen, denn die Pflanze verträgt keinen Frost. Die Samen kommen dabei 1 bis 2 cm tief in den Boden. Als Dunkelkeimer müssen sie mit Erde bedeckt werden. Halte die Erde gleichmäßig feucht, dann zeigen sich die Keimlinge nach gut einer Woche.

Rankende Sorten freuen sich über eine Kletterhilfe an Zäunen oder Bambusstäben.

Standort und Boden

Kapuzinerkresse mag es sonnig bis halbschattig. Je mehr Sonne sie bekommt, desto üppiger blüht sie, braucht dann aber auch deutlich mehr Wasser. An schattigeren Plätzen bildet sie dafür mehr Blätter und weniger Blüten aus.

Der Boden sollte locker, durchlässig und nicht zu nährstoffreich sein. Ein lehmig-humoser Gartenboden ist perfekt. Schwere Böden lockerst du am besten mit etwas Sand auf, sehr sandige Böden bekommen eine Portion reifen Kompost. Staunässe ist ein echtes Problem und führt schnell zu Wurzelfäule.

Kapuzinerkresse kommt mit wenig Nährstoffen bestens zurecht. Zu viel Stickstoff ist sogar kontraproduktiv, denn dann schießt das Blattwerk ins Kraut und die Blüten bleiben aus.

Kapuzinerkresse: Gute und schlechte Nachbarn

Kapuzinerkresse ist einer der vielseitigsten Mischkultur-Partner überhaupt. Besonders gut wirkt sie neben Tomaten, weil sie Blattläuse und Weiße Fliegen von den Tomatenpflanzen ablenkt und gleichzeitig als Bodendecker die Erde feucht hält. Auch neben Kartoffeln macht sie sich hervorragend, denn ihr dichtes Blattwerk beschattet den Boden zwischen den Reihen, und der scharfe Geruch soll sogar den Kartoffelkäfer irritieren.

Bei Gurken, Zucchini und Kürbis erfüllt die Kapuzinerkresse eine ganz praktische Aufgabe. Diese Flachwurzler mögen kein Hacken, und die Kapuzinerkresse als Untersaat macht das überflüssig, weil sie Unkraut einfach unterdrückt. Neben Möhren soll sie die Möhrenfliege fernhalten.

Vorsicht ist bei Kohlgewächsen geboten, vor allem bei großblättrigen Sorten wie Weiß-, Rot-, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl oder Grünkohl. Die Senfölverbindungen der Kapuzinerkresse locken den Kohlweißling an, und dessen Raupen machen dann vor dem benachbarten Kohl nicht halt. Kohlrabi soll hiervon nicht betroffen sein. Auch Rucola, Dill, Kerbel, Koriander, Petersilie und Schnittlauch gelten als ungünstige Partner.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Kapuzinerkresse: Vorgänger und Nachfolger

Da die Kapuzinerkresse die einzige gängige Gartenkultur aus der Familie der Tropaeolaceae ist, entstehen in der Fruchtfolge keine typischen Probleme mit Familienkrankheiten oder bodenübertragenden Schädlingen. Als Schwachzehrer hinterlässt sie einen Boden, der kaum ausgelaugt ist, und die abgestorbenen Pflanzen lassen sich im Herbst einfach als Mulch auf dem Beet belassen.

Ihre eigentliche Stärke entfaltet die Kapuzinerkresse aber nicht in der Fruchtfolge, sondern im laufenden Gartenjahr: als Begleitpflanze, die im selben Beet schützt, ablenkt und Nützlinge anzieht.

Sorten

Bei den Sorten gibt es zwei große Gruppen. Die rankenden Sorten wie 'Jewel Mix' oder 'Glorious Gleam' werden bis zu 2 Meter lang und eignen sich perfekt für Zäune, Spaliere oder Ampeln. Wer es noch wüchsiger mag, greift zur Kanarischen Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum), die sogar bis 4 Meter klettert und mit gefransten gelben Blüten auffällt.

Für den Mischkultureinsatz im Gemüsebeet sind die buschigen Sorten die bessere Wahl, da sie das Gemüse nicht überwuchern. 'Empress of India' wird nur etwa 30 cm hoch, hat dunkles Laub und leuchtend karmesinrote Blüten. 'Alaska' fällt durch weiß-grün panaschierte Blätter auf und ist auch optisch ein Hingucker.

Grundsätzlich sind alle Sorten von Tropaeolum majus essbar. Wenn du Bienen und Hummeln etwas Gutes tun willst, greifst du am besten zu ungefüllten Sorten, denn gefüllte Blüten bieten weniger Nektar.

Pflege und Düngung

Kapuzinerkresse hat durch ihre große Blattmasse einen ordentlichen Durst. In sonnigen Lagen und an heißen Tagen gießt du am besten bodennah und nicht über die Pflanze. Im Kübel kann im Hochsommer sogar zweimal tägliches Gießen nötig werden. Staunässe ist dabei das Einzige, was du wirklich vermeiden musst.

Im Gartenbeet braucht Kapuzinerkresse keine zusätzliche Düngung. Überdüngung mit Stickstoff ist der häufigste Fehler und führt zu massig Blättern, aber kaum Blüten. Im Kübel reicht eine einmalige Gabe Langzeitdünger bei der Pflanzung.

Verwelkte Blüten solltest du regelmäßig entfernen, das fördert die Nachblüte erheblich. Falls die Pflanze zu wuchsfreudig wird und droht, Nachbarkulturen zu überwachsen, schneidest du beherzt zurück. Das verträgt sie problemlos. Für die Kübelhaltung rechnest du mit mindestens 13 bis 15 Litern Topfvolumen und einer Drainageschicht aus Blähton am Boden.

Krankheiten und Schädlinge

Die bekannteste Eigenschaft der Kapuzinerkresse im Garten ist ihr Einsatz als Fangpflanze für Blattläuse (Aphidoidea). Schwarze Bohnenläuse fühlen sich von den Senfölverbindungen geradezu magisch angezogen. Die Kapuzinerkresse leidet kaum unter dem Befall. Stattdessen locken die befallenen Pflanzen Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen an, die für ein natürliches Gleichgewicht sorgen. Der stärkste Blattlausdruck herrscht im Frühsommer.

Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) legt gerne Eier auf den Blättern ab, was bei zu geringem Abstand zu Kohlkulturen problematisch werden kann. Eigelege und Raupen sammelst du am besten per Hand ab.

Dank der Senfölglykoside wirkt Kapuzinerkresse abschreckend auf Schnecken, Ameisen und Mäuse. Auch Weiße Fliegen (Trialeurodes vaporariorum) werden von benachbarten Kulturen ferngehalten. Die einzige ernst zu nehmende Krankheit ist Wurzelfäule durch Staunässe, die sich durch gelbe Blätter bemerkbar macht. Ansonsten ist die Pflanze erfreulich robust.

Ernte und Verarbeitung

Die Blätter der Kapuzinerkresse kannst du bereits vier bis sechs Wochen nach der Aussaat ernten, dann die ganze Saison hindurch. Jüngere Blätter schmecken milder, ältere kräftiger. Die Blüten pflückst du ab Juni oder Juli bis zu den ersten Frösten. Untersuche die Blüten kurz auf Insekten.

In der Küche machen sich die Blätter als würzig-scharfe Salatzugabe, in Pesto, Kräuterbutter oder Kräuterquark. Blüten mit Frischkäse gefüllt sind eine besondere Delikatesse und auch optisch ein Highlight. Aus den Blättern lässt sich ein Tee aufgießen, der das Immunsystem unterstützen soll. Die Pflanze gilt als eines der wirksamsten pflanzlichen Antibiotika. Am besten schmeckt alles frisch gepflückt. Zum Konservieren eignet sich das Einlegen in Essig oder das Ansetzen als Kräuteröl am besten.