
Rucola, auch Salatrauke oder Ölrauke genannt, stammt aus dem Mittelmeerraum und gehört wie Kohl und Radieschen zu den Kreuzblütlern. Die einjährige Pflanze bildet eine Rosette aus würzigen, nussig-scharfen Blättern und ist schon nach vier bis sechs Wochen schnittreif. Mit zunehmender Tageslänge und Wärme geht Rucola rasch in Blüte, die weißlich bis cremefarbenen Blüten kannst du mitessen. Die Wilde Rauke ist eine eigene, mehrjährige Art mit schmaleren, schärferen Blättern und gelben Blüten, sie wächst langsamer und kreuzt sich nicht mit dem Rucola. Im Garten ist Rucola der ideale Lückenfüller für jede freie Ecke.
Zahlen, Daten, Fakten
Rucola: Pflanzzeiten & Erntezeiten
FreilandDirektsaat von Anfang April bis Ende September. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 45 Tagen etwa Mitte Mai beginnen und geht bis Ende Oktober.
GewächshausDirektsaat von Anfang März bis Anfang Oktober. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 30 Tagen etwa Anfang April beginnen und geht bis Anfang November.
Rucola aussäen
Rucola säst du direkt ins Beet, im Freiland von April bis September, im April am besten unter Vlies und im Gewächshaus schon ab März. Zieh Rillen im Abstand von 15 bis 20 cm und leg die Samen etwa 1 cm tief. Bei 20 Grad keimt Rucola in fünf Tagen, bei 5 Grad dauert es einen Monat. Für eine laufende Ernte säst du alle drei Wochen eine neue Reihe. Saaten im Hochsommer schießen schnell, die schönsten Blätter bringen Saaten ab Mitte August, wenn die Tage kürzer werden. Du kannst Rucola auch in Töpfe säen und die Jungpflanzen später auf 20 x 20 cm auspflanzen.
Standort und Boden
Rucola gedeiht auf fast allen Gartenböden, nur verschlämmende Böden mag er nicht. Im Frühjahr wächst er auf sandigen Böden besonders zügig, weil sie sich schnell erwärmen. Ein sonniger bis halbschattiger Platz passt, im Sommer ist leichter Schatten sogar besser. Da Rucola flach wurzelt, braucht er gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe. Im Topf oder Balkonkasten wächst er genauso gut wie im Beet.
Rucola: Gute und schlechte Nachbarn
Rucola ist schnell und klein, deshalb passt er in fast jede Lücke. Besonders bewährt ist er in Salatmischungen wie der italienischen Misticanza: Säst du ihn zusammen mit Pflücksalaten, Zichorien, Endivien, Kerbel oder Feldsalat, keimt er zuerst und ist schnittreif, während die anderen weiterwachsen. Früh im Jahr kannst du einen Streifen Rucola neben junge Bohnen, Mais oder Tomaten säen, er ist geerntet, bevor diese den Platz brauchen. Auch über frisch gelegte Kartoffeln lässt er sich säen und schneiden, bevor das Kraut durchbricht.
Zwiebeln, Basilikum, Ringelblumen und Rote Bete gelten in mehreren Ländern als gute Nachbarn, für Sellerie, Möhren, Mangold, Dill und Knoblauch gibt es ähnliche Erfahrungen. Ob Erdbeeren neben Rucola passen, sehen Gärtner:innen unterschiedlich.
Andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich, Kresse oder Asia-Salate setzt du besser nicht direkt neben den Rucola. Sie locken alle Erdflöhe an, und gemeinsam steigt der Befall schnell. Zwischen junge Kohlpflanzen säen manche Rucola trotzdem als schnellen Streifen, dann aber nur unter einem feinen Netz.
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Rucola: Vorgänger und Nachfolger
Baust du Rucola beetweise an, halte vier Jahre Abstand zu sich selbst und zu allen anderen Kreuzblütlern wie Kohl, Radieschen, Rettich, Kresse oder Asia-Salaten. So vermeidest du Kohlhernie und Adernschwärze, die im Boden und in Pflanzenresten überdauern. Säst du immer nur einen schmalen Streifen, musst du es mit der Fruchtfolge nicht so genau nehmen.
Wegen seiner kurzen Kulturzeit eignet sich Rucola gut als Vor- oder Nachkultur. Im zeitigen Frühjahr ist er eine der ersten Saaten im Freiland, im Sommer füllt er zum Beispiel die Lücke, die geerntete Schalotten hinterlassen. Im Gewächshaus kannst du ihn im Herbst nach Tomaten, Paprika oder Melonen säen und den ganzen Winter ernten.
Als Schwachzehrer braucht Rucola keine besondere Vorfrucht und keinen Dünger. Nach Rucola stellst du im nächsten Jahr besser keinen Salat aufs Beet, Kreuzblütler gelten als schlechte Vorfrucht für Salat.
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Sorten
Beim Rucola gibt es kaum feste Sorten, die Herkünfte unterscheiden sich vor allem in Blattform, Blattfarbe, Wüchsigkeit und Schärfe. Die Olivenblättrige Rauke ist eine Wildform mit fast ganzrandigen, graugrünen Blättern und kräftigem Geschmack. Daneben gibt es Hybriden aus Rucola und Wilder Rauke mit schmalen, gezähnten Blättern. Die Wilde Rauke selbst ist mehrjährig, schärfer und hält sich nach der Ernte länger.
Pflege und Düngung
Rucola braucht keine eigene Düngung, reifer Kompost im Beet reicht völlig. Wichtiger ist eine gleichmäßige Wasserversorgung, sonst werden die Blätter unangenehm scharf und die Pflanzen schießen. Halte den Boden locker und unkrautfrei, so wachsen die jungen Pflanzen schnell aus der heiklen Keimlingszeit heraus. Brich Blütentriebe aus, dann bildet Rucola noch eine Weile neue Blätter. Gegen Erdflöhe legst du direkt nach der Saat ein feines Netz auf, und abgeerntete Bestände räumst du bald ab. Rucola verträgt Frost bis etwa minus 5 Grad, Herbstsaaten treiben in milden Wintern immer wieder durch.
Krankheiten und Schädlinge
Der wichtigste Schädling am Rucola sind Erdflöhe. Die winzigen, springenden Käfer fressen Löcher in die Blätter und können junge Keimlinge ganz vernichten, vor allem bei warmem, trockenem Wetter. Ein feines Kulturschutznetz mit höchstens 0,8 mm Maschenweite direkt nach der Saat schützt am sichersten, feuchter Boden und Abstand zu anderen Kreuzblütlern helfen zusätzlich. Ab Mitte August gesäter Rucola bleibt meist fast verschont.
Im Gewächshaus und bei feuchtem Herbstwetter kann Falscher Mehltau auftreten, mit gelblichen Flecken oben und grauem Belag unter den Blättern. Gut lüften und weite Reihen halten das Laub trocken. Dunkle Blattflecken durch Kohlschwärze, Weißer Rost und Echter Mehltau zeigen sich am Rucola nur gelegentlich.
Kohlhernie und Adernschwärze überdauern im Boden und in Pflanzenresten. Rucola leidet unter beiden wie alle Kreuzblütler, deshalb hältst du die Fruchtfolge ein und säst keinen Rucola nach Rucola. Blattläuse und Kohlraupen kommen wegen der kurzen Kulturzeit selten zum Zug, Schnecken meiden Rucola meist.
Ernte und Verarbeitung
Rucola ist nach vier bis sechs Wochen schnittreif, wenn die Blätter 10 bis 15 cm lang sind. Schneid die Blätter etwa 2 cm über dem Herz ab, dann treiben sie nach und du kannst zwei- bis dreimal ernten. Junge Blätter schmecken milder, ältere und Blätter aus Sommersaaten deutlich schärfer. Frisch geernteter Rucola welkt schnell, in ein feuchtes Tuch gewickelt hält er sich etwa zwei Tage im Kühlschrank. In der Küche passt Rucola in Salate, zu Pasta, als Pesto oder frisch auf die Pizza nach dem Backen. Die Blüten schmecken ebenfalls würzig. Lässt du einige Pflanzen blühen, kannst du die Samen ernten, sie keimen mindestens sechs Jahre, und Rucola sät sich auch gern selbst aus.
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