Basilikum (Ocimum basilicum) gehört zur Familie der Lippenblütler und ist wohl eines der beliebtesten Küchenkräuter überhaupt. Ursprünglich stammt es vermutlich aus Nordwest-Indien und wird seit über 2.000 Jahren kultiviert. Innerhalb der Art Ocimum basilicum gibt es eine beachtliche Vielfalt: großblättrige Genoveser-Typen, rotblättrige Sorten, salatblättrige Formen mit weichen großen Blättern und kompakte Bubikopf-Varianten. Die Geschmackspalette reicht je nach Sorte von klassisch-würzig über pfeffrig bis leicht süßlich. In unseren Breiten wird Basilikum einjährig kultiviert, denn es reagiert empfindlich auf Kälte und übersteht den Winter im Freiland nicht. Die Pflanze kann je nach Sorte zwischen 20 und 60 cm hoch werden. Basilikum stellt im Vergleich zu vielen anderen Kräutern höhere Ansprüche an die Nährstoffversorgung und zählt zu den Mittelzehrern. Die ätherischen Öle in den Blättern, darunter Linalool, Estragol, Eugenol und Cineol, sorgen für das typische Aroma und wirken gleichzeitig als natürliche Schädlingsabwehr im Beet. Im Garten ist Basilikum nicht nur ein Gewürz, sondern auch ein wertvoller Mischkulturpartner. Die stark duftenden Blüten ziehen Bienen und andere Bestäuber an und fördern so die Bestäubung im gesamten Beet.
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Zahlen, Daten, Fakten
Basilikum: Pflanzzeiten & Erntezeiten
FreilandDirektsaat von Mitte Mai bis Ende Juli. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 45 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Anfang April und Mitte Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Anfang Juli beginnen und geht bis Ende Oktober.
GewächshausDirektsaat von Anfang April bis Ende Juli. Verpflanzen ins Beet von Anfang Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 45 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Mitte März und Mitte Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Anfang Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.
Basilikum aussäen und pflanzen
Basilikum ist ein Lichtkeimer, das heißt die Samen werden nur auf die feuchte Erde gestreut und leicht angedrückt, aber nicht mit Erde bedeckt. Ab Mitte März kannst Du in Anzuchtschalen oder kleinen Töpfen mit der Voranzucht auf der Fensterbank beginnen. Die Keimtemperatur sollte zwischen 18 und 22 °C liegen und nicht unter 13 °C fallen. Nach etwa zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Halte das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass, denn zu viel Nässe führt bei den zarten Sämlingen schnell zur Umfallkrankheit.
Nach rund vier Wochen kannst Du die Pflänzchen pikieren und in nährstoffreicheres Substrat umsetzen. Im Topf eignet sich eine nährstoffreiche Erde besser als magere Kräutererde. Die kräftigen Jungpflanzen dürfen erst nach den Eisheiligen, also ab Mitte bis Ende Mai, ins Freiland. Der Pflanzabstand sollte etwa 20 cm in der Reihe und 25 cm zwischen den Reihen betragen. Eine Direktsaat ins Beet ist ab Mitte Mai bis Juni möglich, wenn die Eisheiligen rum sind und die Bodentemperaturen dauerhaft warm genug sind.
Gekaufte Supermarkt-Töpfe enthalten meistens viel zu viele Pflanzen auf engem Raum. Du kannst den Wurzelballen vorsichtig teilen und auspflanzen. Unsere Erfahrung ist jedoch, das du diese erstmal an echtes Licht gewöhnen musst.
Standort und Boden
Basilikum liebt Wärme und braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der möglichst windgeschützt ist. An einer geschützten Südwand, im Hochbeet oder im Gewächshaus fühlt es sich besonders wohl. Bei Temperaturen unter 10 °C stellt es das Wachstum ein und nimmt Schaden.
Der Boden sollte locker und wasserdurchlässig sein. Vor der Pflanzung ins Freiland lohnt es sich Kompost einzuarbeiten. Staunässe ist der größte Feind dieser Pflanze und führt fast unweigerlich zu Wurzelfäule und Pilzproblemen.
Basilikum: Gute und schlechte Nachbarn
Tomate und Basilikum sind ein Traumpaar der Mischkultur. Die ätherischen Öle des Basilikums vertreiben die Weiße Fliege und können Mehltaubefall bei Tomaten reduzieren. Gleichzeitig profitiert das Basilikum vom Klima unterhalb der hochwüchsigen Tomatenpflanzen.
Gurke ist ein ebenso hervorragender Partner: Basilikum schützt die Gurken vor frühem Mehltaubefall und fördert durch seine Blüten die Bestäubung. Auch Zucchini und Fenchel harmonieren gut mit Basilikum, da sie ähnliche Wärmeansprüche haben und sich im Beet nicht in die Quere kommen. Paprika und Aubergine runden das Sortiment wärmeliebender Nachbarn ab, denn alle drei Kulturen stellen ähnliche Ansprüche an Wärme und Feuchtigkeit.
Kohlarten wie Kohlrabi oder Brokkoli profitieren ebenfalls von der Nachbarschaft, da die Duftstoffe des Basilikums verschiedene Schädlinge fernhalten.
Basilikum: Vorgänger und Nachfolger
Du solltest Basilikum nicht mehrere Jahre hintereinander an die gleiche Stelle pflanzen, da sich im Boden Krankheitserreger ansammeln können.
Sorten
Die Sortenvielfalt beim Basilikum ist beeindruckend. Das klassische Genoveser Basilikum mit seinen großen, weichen Blättern ist der Inbegriff der italienischen Küche und die wohl am weitesten verbreitete Sorte. Daneben gibt es rotblättrige Sorten wie 'Dark Opal' mit dunkelviolettem Laub und intensiverem Geschmack, kompakte Bubikopf-Typen für kleine Gefäße und salatblättrige Formen mit besonders mildem Aroma. Manche Sorten sind etwas wärmebedürftiger als andere, das rote Basilikum zum Beispiel braucht besonders viel Wärme für eine gute Entwicklung.
Gut zu wissen: Neben den Sorten von Ocimum basilicum gibt es mehrere eigenständige Basilikum-Arten mit eigenen botanischen Namen, die im Handel manchmal unter dem allgemeinen Begriff "Basilikum" angeboten werden. Zitronenbasilikum (Ocimum americanum) mit seinem feinen Zitrusaroma ist eine eigene einjährige Art. Das Griechische Buschbasilikum (Ocimum basilicum var. minimum) bleibt kompakt, hat kleine Blätter und gilt als robuster. Thai-Basilikum Horapha (Ocimum basilicum var. thyrsiflorum) bringt anisartige Noten in die asiatische Küche. Das Heilige Basilikum oder Tulsi (Ocimum tenuiflorum, auch als Ocimum sanctum bekannt) ist in der indischen Heiltradition hoch geschätzt und botanisch gesehen eine ganz andere Art. Baumbasilikum (Ocimum gratissimum) aus Afrika ist eine weitere eigenständige Art mit kampferartigem Aroma. Diese Arten unterscheiden sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in ihren Ansprüchen an Pflege und Standort teilweise erheblich von Ocimum basilicum.
Pflege und Düngung
Basilikum hat durch seine große Blattfläche einen ordentlichen Wasserbedarf, verträgt aber keine Staunässe. Am besten gießt Du bodennah, damit die Blätter trocken bleiben. Nasse Blätter bei kühler Witterung sind eine Einladung für Pilzkrankheiten.
Für kräftiges Wachstum braucht Basilikum eine gute Stickstoffversorgung.
Alte Blätter im unteren Bereich der Pflanze entfernst Du am besten regelmäßig. Das verbessert die Luftzirkulation und beugt Pilzbefall vor. Eine Überwinterung im Haus gelingt bei Ocimum basilicum wegen des Lichtmangels in der Regel nicht, denn die Art ist einjährig und stirbt nach der Blüte ab.
Krankheiten und Schädlinge
Die häufigsten Probleme beim Basilikum hängen fast immer mit zu viel Feuchtigkeit zusammen. Die Umfallkrankheit (verschiedene Pilze, u.a. Pythium) tritt vor allem bei Jungpflanzen auf, wenn das Substrat zu nass ist. Die Stängel werden an der Basis weich und die Pflänzchen kippen um. Vorbeugen kannst Du durch sparsames Gießen und gute Drainage.
Die Blattfleckenkrankheit Septoria verursacht braune Flecken, die sich schnell ausbreiten und zum Vertrocknen des Laubs führen. Besonders bei feucht-warmem Wetter hat der Pilz leichtes Spiel. Das Luzernemosaikvirus zeigt sich durch mosaikartige Aufhellungen und Verformungen der Blätter und wird oft durch Blattläuse übertragen.
Blattläuse saugen Pflanzensaft und hinterlassen klebrigen Honigtau. Bei starkem Befall sind die Blätter nicht mehr zum Verzehr geeignet. Minierfliegen legen Eier in die Blätter, deren Larven dann Fraßgänge im Gewebe hinterlassen.
Grundsätzlich gilt: Wer auf gute Luftzirkulation achtet, bodennah gießt und die Pflanzen nicht zu eng setzt, hat die meisten Probleme schon im Vorfeld vermieden. Die Mischkultur mit Tomaten hilft zusätzlich, da das Mikroklima unter den Tomatenpflanzen oft günstiger ist.
Ernte und Verarbeitung
Bei der Ernte die Triebspitze oberhalb einer Blattachsel abschneiden. Aus dieser Achsel wachsen zwei neue Triebe, die Pflanze verzweigt sich und bleibt buschig. Bei jeder Ernte nicht zu viel auf einmal entnehmen, damit sich die Pflanze erholen kann. Basilikum sollte möglichst frisch verwendet werden, da das Aroma beim Trocknen stark abnimmt. Zum Einfrieren die Blätter zerkleinern und mit etwas Wasser in Eiswürfelformen geben. Alternativ lassen sich die Blätter in Öl eingelegt im Kühlschrank aufbewahren.
