Honigmelone anbauen

Jetzt verfügbar: grove - die App für deinen Mischkultur Beetplan

Beetplaner öffnen
Cucumis melo Zuckermelone
Weitere Namen
Zuckermelone
Botanischer Name
Cucumis melo
Pflanzenkategorie
Fruchtgemüse
HonigmeloneNew Africa/Shutterstock.com

Melonen sind wegen ihrer Wärmebedürftigkeit etwas schwieriger im Anbau. Die Honig- oder auch Zuckermelone ist dabei ein klein wenig einfacher zu kultivieren als die Wassermelone. Sie ist witzigerweise enger mit der Gurke verwandt als mit der Wassermelone, beide gehören zur Gattung Cucumis. Es gibt sogar gurkenähnliche Zuckermelonen, die nicht süß schmecken und ähnlich wie Gurken verwendet werden. Wer eine Melone aufschneidet, sieht die Verwandtschaft sofort: Die Kerne sitzen wie bei der Gurke in einer zentralen Höhle.

Man hat Melonensamen in Ausgrabungen alter Siedlungen gefunden, die fast 6000 Jahre alt waren. In Persien und Ägypten wurden Zuckermelonen schon vor rund 4000 Jahren angebaut, nach Mitteleuropa kam die Kultur dagegen erst im 18. Jahrhundert und zwar ausschließlich in beheizten Gewächshäusern und Mistbeeten.

Streng genommen bezeichnet der Name Honigmelone nur die glattschaligen gelben Wintermelonen. Im Saatgutkatalog steht Honigmelone aber meist für alle Zuckermelonen, auch für Cantaloupe-, Netz- und Charentais-Typen. Für deinen Garten ist das ein wichtiger Unterschied, denn die kleinfrüchtigen Typen reifen deutlich früher.

Die Honigmelone wächst einjährig und bildet Ranken, die je nach Sorte mehrere Meter lang werden. Sie trägt männliche Blüten und fruchtende Blüten auf derselben Pflanze, wobei die männlichen klar in der Überzahl sind. Jede Blüte öffnet sich morgens und schließt am selben Nachmittag für immer. In der Reihenmischkultur nach Gertrud Franck zählt sie zur Gruppe A, bei Schwester Christa Weinrich gilt sie als Leitkultur. Beides bedeutet: Sie belegt ihren Platz die ganze Saison und alles andere plant man um sie herum.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Profi
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Leitkultur
Winterhärte
Abfrierend ab 0 °C
Kulturzeit
130 Tage
Reihenabstand
70 cm
Pflanzabstand
70 cm
Wuchshöhe
25 - 200 cm
Saattiefe
3 cm
Keimtemperatur (minimal)
18 °C
Keimtemperatur (optimal)
24 - 28 °C
Keim-Art
Dunkel
Vorzieh-Dauer
30 Tage

Honigmelone: Pflanzzeiten & Erntezeiten

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

FreilandVerpflanzen ins Beet von Ende Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende April und Ende Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 130 Tagen etwa Ende August beginnen und geht bis Ende Oktober.

GewächshausVerpflanzen ins Beet von Ende April bis Ende Juni. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende März und Ende Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 130 Tagen etwa Mitte August beginnen und geht bis Mitte November.

Honigmelone pflanzen

Honigmelonen ziehst du immer vor, Direktsaat ins Freiland reicht bei uns in der Regel nicht für die Reife. Gesät wird Anfang bis Mitte April, etwa 30 Tage vor dem geplanten Auspflanzen. Fürs Freiland heißt das Aussaat von Ende April bis Ende Mai, fürs Gewächshaus schon ab Ende März.

Die Samen kommen am besten gleich in ein größeres Töpfchen mit Pflanzerde. Pikiert werden sollten sie nicht, denn Melonen vertragen Wurzelverletzungen schlecht. Verrottbare Anzuchttöpfe, die du später mit einpflanzt, sind ideal. Leg zwei Samen pro Topf und zupfe die schwächere Pflanze später aus. Die Saattiefe liegt bei 1 bis 2 cm, die Melone keimt im Dunkeln. Ein paar Stunden Einweichen in lauwarmem Wasser bringt die Keimung in Schwung, bei Kernen aus einer gekauften Frucht wäschst du die keimhemmende Gallertschicht unter fließendem Wasser ab. Halte das Substrat gleichmäßig feucht, aber nie nass, sonst faulen die Samen. Bei 24 bis 28 °C zeigen sich die Keimlinge nach vier bis zehn Tagen, unter 18 °C passiert kaum etwas.

In der letzten Woche vor dem Auspflanzen stellst du die Töpfe täglich für ein paar Stunden nach draußen, erst halbschattig, dann in die volle Sonne. Ohne dieses Abhärten gibt es Blattverbrennungen. Ins Freiland dürfen die Pflanzen erst nach den Eisheiligen, also von Ende Mai bis Ende Juni, im Gewächshaus ab Ende April. Wichtiger als das Datum ist die Nachttemperatur, sie sollte dauerhaft über 10 °C liegen. Unter 12 °C stellt die Melone das Wachstum einfach ein. Jede Pflanze braucht etwa einen bis eineinhalb Quadratmeter.

Die Honigmelone ist selbstfertil, aber nicht selbstbestäubend. Sie braucht also keine zweite Pflanze als Pollenspender, aber ohne Bienen oder Hummeln setzt sie keine einzige Frucht an. Der Pollen ist groß und klebrig, Wind bringt ihn nicht auf die Narbe. Im Gewächshaus oder Folientunnel musst du zur Blütezeit unbedingt lüften, sonst bleibt der Ertrag bei null. Bleibt der Fruchtansatz aus, hilft Handbestäubung mit einem weichen Pinsel am Vormittag, am besten an mehreren Tagen wiederholt. Mehrere Pflanzen zu setzen lohnt sich trotzdem, weil mehr gleichzeitig offene Blüten die Bestäuber besser anlocken. Wenn du im Fachhandel veredelte Jungpflanzen findest, greif zu, sie sind kältetoleranter und weniger anfällig für Wurzelkrankheiten.

Standort und Boden

Vollsonnig, warm und windgeschützt, daran entscheidet sich der Melonenanbau. Das wärmeliebende Gewächs gedeiht hierzulande am ehesten im Gewächshaus oder in einem Mistbeet. Ein Mistbeet ist eine besondere Art von Frühbeetkasten, in den als untere Schicht unreifer Mist eingebracht wird. Bei dessen Zersetzung entsteht Wärme, quasi eine natürliche Fußbodenheizung. Im Gegensatz zur Wassermelone verträgt die Honigmelone es aber in mehr Gegenden, ins Freiland gepflanzt zu werden, es muss nicht immer Weinbauklima sein.

Im Freiland wählst du einen windgeschützten Platz, gern vor einer wärmespeichernden Südmauer, eventuell mit einer Bodenabdeckung aus schwarzer Folie und einem Folientunnel darüber. Die schwarze Folie erwärmt den Boden und hält die Früchte gleichzeitig trocken. Ein Hügelbeet bringt zusätzliche Wärme durch die Verrottung im Inneren und hält den empfindlichen Wurzelhals trocken. Auch ein Hochbeet in sonniger Lage erwärmt sich schneller als das Gartenbeet.

Die Honigmelone benötigt einen humosen Boden mit hohem Wasserspeichervermögen, locker, tiefgründig und gut durchlässig. Staunässe führt zuverlässig zu Wurzelfäule, schwere kalkhaltige Böden sind ungeeignet. Der pH-Wert darf im leicht sauren bis neutralen Bereich zwischen 6,0 und 7,0 liegen. Bereite das Beet am besten schon im Herbst vor, lockere tief und arbeite reifen Kompost oder gut verrotteten Mist ein. Im Frühjahr geht das auch noch. Als Starkzehrer nimmt die Melone das dankbar an. Merk dir dabei: trockene Luft über der Pflanze, gleichmäßig feuchter Wurzelraum darunter.

In einem großen Topf mit mindestens 30 Litern und guter Drainage lässt sie sich auch geschützt auf Balkon oder Terrasse ziehen, dann bitte kompakte Sorten wählen.

Honigmelone: Gute und schlechte Nachbarn

Buschbohne und Ackerbohne sind die verlässlichsten Nachbarn der Honigmelone. Als Leguminosen sammeln sie Luftstickstoff und konkurrieren nicht um denselben Nährstoffpool wie die starkzehrende Melone, gleichzeitig beschatten sie den Boden und halten ihn feucht.

Da die Melonenranken erst spät viel Fläche einnehmen, kann der Platz zuvor genutzt werden. Kohlrabi passt gut, da er früh geerntet wird. Dasselbe gilt für Radieschen, Kopfsalat und Spinat, die den freien Beetraum in den ersten Wochen nach dem Auspflanzen sinnvoll nutzen.

Der wichtigste Mischkulturgedanke bei der Honigmelone dreht sich um die Bestäubung. Weil ihre Blüten wenig Nektar liefern und für vollen Fruchtansatz acht bis zehn Bienenbesuche je Blüte nötig sind, lohnt sich eine Ringelblume in der Nähe als Insektenweide. Kapuzinerkresse zieht Blattläuse von den Melonenblättern ab, was doppelt hilft, weil Läuse Viren übertragen. Basilikum und Schnittlauch dazwischen stören nicht und sollen Mehltau fernhalten. Übertreib es aber nicht mit massenblühenden Nachbarn direkt daneben, sonst ziehen die den Bienen die Aufmerksamkeit komplett ab.

Schlecht wird es mit den eigenen Verwandten. Gurke, Zucchini, Kürbis, Melothria und vor allem die Wassermelone teilen mit der Honigmelone Echten und Falschen Mehltau, Fusarium und dieselben Schädlinge. Steht alles dicht beieinander, verlierst du in einem feuchten Jahr mit viel Mehltau den ganzen Bestand. Tomate und Kartoffel sind ebenfalls Starkzehrer und konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, bei der Kartoffel kommt das Anhäufeln und Ausgraben dazu, was den flachen Melonenwurzeln zusetzt.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Honigmelone: Vorgänger und Nachfolger

Die Honigmelone ist ein ausgesprochener Starkzehrer und braucht auf demselben Beetteil eine Anbaupause von vier Jahren. Das gilt für alle Kürbisgewächse gemeinsam, also auch für Gurke, Kürbis, Zucchini, Melothria und Wassermelone. Bodenbürtige Erreger wie Fusarium überdauern im Boden und erwischen die nächste Kultur derselben Familie zuverlässig. Setz die Melone also jedes Jahr an eine andere Stelle.

Die besten Vorkulturen sind Hülsenfrüchtle. Erbse, Busch- und Stangenbohne, Ackerbohne oder Linsen hinterlassen über ihre Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden, den die Melone direkt nutzt. Genauso gut funktioniert eine Gründüngung aus Erdklee oder Phacelia, die zusätzlich lockert und Unkraut unterdrückt. Spinat ist ein Klassiker davor, er wird im Frühjahr abgeerntet, bevor die Melone Ende Mai ins Beet kommt, und laugt als Schwachzehrer nichts aus.

Meiden solltest du Mais als Vorkultur, er zieht als Starkzehrer viel Stickstoff aus dem Boden. Auch die großen Kohlarten hinterlassen einen ausgezehrten Boden, zwei Starkzehrer direkt hintereinander gehen selten gut.

Nach der Honigmelone geht der Boden auf Erholung: Feldsalat, Postelein, Radieschen, Möhre oder Zwiebeln als Schwach- und Mittelzehrer passen gut, ebenso Leguminosen, die den Stickstoff wieder aufbauen. Wenn die Ernte früh endet, kannst du noch eine abfrierende Gründüngung säen.

Sehr gute Vorgänger
Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Für unsere Sommer gilt bei der Honigmelone eine Regel über allen anderen: frühreifend und kleinfrüchtig. Späte Sorten mit großen Früchten kommen hier schlicht nicht mehr zur Reife. Ausgerechnet die klassische gelbe Melone die wir aus dem Supermarkt kennen, also die Gelbe Kanarische oder Amarillo, ist eine Wintermelone und gehört zu den schwierigsten Optionen im Garten. Sie lohnt sich nur in sehr guten Lagen oder im Gewächshaus.

Bewährt hat sich 'Petit Gris de Rennes', eine alte französische Sorte, die auch bei kühleren Temperaturen zuverlässig ausreift und kleine runde Früchte von 500 bis 700 g mit orangem, leicht karamelligem Fleisch bringt. 'Sweet Granite' reift sehr früh und wird ausdrücklich für Regionen mit kurzen Sommern empfohlen, allerdings musst du rechtzeitig ernten, sonst verderben die Früchte von innen. 'Minnesota Midget' ist die interessanteste Wahl für kleine Gärten, Hochbeete und Kübel, weil sie früh reift und wenig Platz braucht. 'Blenheim Orange' liefert unter den kältetoleranten Sorten die größten Früchte mit bis zu einem Kilo. 'Kolchosnitza' wurde für den Freilandanbau gezüchtet und reift mit 0,5 bis 0,8 kg schweren Früchten sehr einheitlich ab. Wer den vollen Cantaloupe-Geschmack will, probiert 'Charentais', braucht dafür aber viel Wärme.

Aus samenfesten Sorten kannst du eigenes Saatgut gewinnen, auch Kerne aus einer gekauften Melone keimen, sofern es keine Hybride war. Wasch die Samen gründlich, trockne sie gut und lagere sie kühl und dunkel, dann keimen sie rund sechs Jahre lang. Denk daran, dass sich verschiedene Melonensorten über Insekten munter verkreuzen, für sortenreines Saatgut musst du also isolieren oder von Hand bestäuben und abtüten.

Pflege und Düngung

In warmen Lagen nicht nötig, aber in ungünstigeren Lagen empfiehlt es sich, die Zuckermelonenpflanzen zu beschneiden. Pro Pflanze 3 bis 5 Früchte stehen lassen und die Triebe dann etwa 3 Blätter nach der letzten Frucht kürzen. Ohne diese Begrenzung setzt die Honigmelone zu viele Früchte an, die dann alle unreif bleiben. Wer strenger vorgeht, kappt zusätzlich den Haupttrieb nach dem fünften Blatt, damit die Pflanze früh Seitentriebe bildet.

Man kann Zuckermelonen im Gewächshaus an einer Schnur aufleiten. Das spart Platz und verbessert die Durchlüftung, was den Mehltaudruck deutlich senkt. Sichere die Früchte dann aber mit einem Netzbeutel gegen Abreißen, alte Damenstrümpfe tun es genauso. Beim Aufleiten schneidest du konsequenter: Wenn die Pflanze 4 Blätter hat, auf 2 Blätter zurückschneiden und an den Seitentrieben ebenfalls immer nur 2 Blätter stehen lassen. Ranken die Melonen am Boden, leg jede Frucht auf Stroh, ein Brett oder eine kleine Styroporplatte, sonst fault sie von unten.

Während des Fruchtwachstums muss regelmäßig mit nicht zu kaltem Wasser gegossen werden. Nimm Regenwasser aus der Tonne oder abgestandenes Leitungswasser und gieß nur im Wurzelbereich, nie über das Laub. Nasse Blätter sind eine Einladung für Pilzkrankheiten. Lieber seltener, dafür durchdringend wässern, sodass das Wasser gut 20 cm tief eindringt, und die Oberfläche dazwischen leicht antrocknen lassen. Wenn die Endgröße erreicht ist und die Frucht nur noch ausreift, solltest du es mit dem Gießen nicht mehr übertreiben, sonst kann sie aufreißen. Ungleichmäßiges Gießen kostet außerdem Zucker.

Bei gut vorbereitetem Beet zehrt die Honigmelone lange vom Kompost. Zur Blüte und während der Fruchtbildung freut sie sich über eine Nachdüngung mit reifem Kompost, Brennnesseljauche oder organischem Flüssigdünger, etwa alle zwei Wochen. Der Kaliumbedarf ist während der Fruchtbildung hoch, mit Stickstoff bleibst du besser sparsam, weil er das Gewebe weich und mehltauanfällig macht.

Krankheiten und Schädlinge

Der Falsche Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) ist die gefährlichste Krankheit der Honigmelone. Er zeigt sich als gelbe, später braune Flecken auf der Blattoberseite und als grauvioletter Rasen auf der Unterseite, der sich nicht abwischen lässt. Nach einem feuchten Frühsommer tritt er oft schlagartig auf und kann den Bestand innerhalb von zwei Wochen kurz vor der Reife vernichten. Vorbeugen ist alles: widerstandsfähige Sorten, weite Pflanzabstände, Blätter trocken halten, im Gewächshaus gut lüften.

Der Echte Mehltau (Podosphaera xanthii) mit seinem abwischbaren weißen Belag kommt eher spät im Jahr nach Hitze und Trockenheit. Befallene Blätter früh abnehmen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost. Ackerschachtelhalmbrühe stärkt vorbeugend.

Blattläuse übertragen das Gurkenmosaikvirus, das die Früchte bitter macht und die Zuckerbildung stoppt. Gegen Viren gibt es keine Behandlung, deshalb kontrollierst du die Triebspitzen regelmäßig, spülst Läuse ab und förderst Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegenlarven. Genau hier hilft die Mischkultur: Kapuzinerkresse als Fangpflanze und blühende Kräuter für Nützlinge nehmen Druck von der Melone. Ameisenstraßen an der Pflanze verraten dir versteckten Befall. Bereits virusinfizierte Pflanzen entfernst du sofort.

Spinnmilben mit ihren feinen Gespinsten und bronzefarbenen Blättern kommen bei heißtrockener Luft, vor allem im Gewächshaus. Dagegen helfen höhere Luftfeuchte und Raubmilben. Thripse hinterlassen silbrige Flecken mit schwarzen Kotspuren, hier wirken Blautafeln und Nützlinge.

Die Fusariumwelke lässt die Pflanze von unten nach oben welken. Bekämpfen kannst du sie nicht, du kannst nur über Fruchtfolge und veredelte Pflanzen vorbeugen. Wurzelfäule geht fast immer auf Staunässe zurück, ein Hügelbeet hält den Fuß trocken. Und ganz banal, aber tödlich: Nacktschnecken fressen frisch gepflanzte Melonen über Nacht komplett ab, deshalb in den ersten Wochen absammeln und Schneckenkrägen einsetzen.

Ernte und Verarbeitung

Leider hat jede Sorte etwas andere Reifezeichen. Bei allen gemeinsam ist ein starker Duft ein gutes Reifezeichen, und wenn am Stängel ein Riss zu erscheinen beginnt. Reife Früchte lösen sich dann auch leicht von der Pflanze. Dazu kommt der Farbumschlag, bei den gelben Honigmelonen von Grün zu einem kräftigen Gelb, bei Netz- und Cantaloupe-Typen zu Beige oder Gold. Die Schale gibt an den Stielenden auf leichten Druck etwas nach, und häufig sterben die Blätter ab, obwohl du regelmäßig gießt. Ein schwerer, fast parfümierter Geruch und braune Flecken zeigen dagegen Überreife an.

Wichtig zu wissen: Zuckermelonen reifen nicht nach. Wer zu früh erntet, bekommt eine fade Frucht, die auch im Obstkorb nicht mehr besser wird. Genau deshalb schmecken Supermarktmelonen oft enttäuschend. Im Freiland kannst du ab Ende August bis in den Oktober ernten, im Gewächshaus schon ab Mitte August. Bei einer Kulturzeit von rund 130 Tagen ab Aussaat lohnt es sich also, jeden warmen Tag mitzunehmen. Schneide die Frucht mit einem scharfen Messer ab und lass den kleinen Stielansatz dran, sonst verdirbt sie schneller.

Ganze Früchte halten sich kühl gelagert etwa zehn Tage bis zwei Wochen, die glattschaligen Wintermelonen deutlich länger, daher stammt ihr Name. Angeschnitten gehört die Melone abgedeckt in den Kühlschrank und sollte innerhalb von zwei bis drei Tagen aufgegessen sein, was selten ein Problem ist. Am besten schmeckt sie gut gekühlt und pur, klassisch mit luftgetrocknetem Schinken oder zu Käse. Sie passt in Obstsalate, Smoothies, Sorbet, kalte Sommersuppen und Chutneys, ebenso in herzhafte Salate mit Geflügel oder Garnelen. Mit rund 85 Prozent Wasser und etwa 55 kcal je 100 g liefert sie Vitamin C, Folsäure, Vitamin B6 sowie Kalium und Magnesium. Und falls eine Frucht doch nicht richtig süß wird, wirf sie nicht weg: Unreife Zuckermelonen schmecken gurkenähnlich und lassen sich genau so verwenden.