
Chicorée ist ein Zichoriengewächs und ist ein Verwandter der meist blaublühenden Wegwarten. Sie sind Heilpflanzen, die z.Bsp. eine schmerzstillende Wirkung zeigen und andere positive Effekte auf die Gesundheit haben. Auch wird Zichorienkaffee aus den Verwandten gewonnen, der sehr gesund sein soll.
So, zum Salatgemüse Chicorée zurück, sein Anbau nicht ganz so einfach. Er wächst nicht so im Garten wie man ihn aus dem Supermarkt kennt.
Zahlen, Daten, Fakten
Chicorée: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Anfang Mai bis Ende Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende Oktober.
Chicorée aussäen
Chicorée baust du in zwei Etappen an, und das ist auch der Grund, warum viele beim ersten Versuch stutzen. Wie gesagt, auf dem Beet wächst nämlich nicht das, was du später isst. Vom Feld erntest Du nur die Wurzel, der knackige helle Kolben kommt später im Dunkeln dazu.
Die erste Etappe ist die Feldphase. Gesät wird direkt ins Beet, am besten im Mai, sobald der Boden oberflächlich 14 Grad erreicht hat. Vorziehen und Pikieren kannst du dir sparen, denn Chicorée bildet eine kräftige Pfahlwurzel und nimmt das Umpflanzen übel. Zieh flache Rillen mit 30 bis 40 Zentimetern Abstand und leg die Samen etwa einen 15 mm tief ab.
Nach acht bis vierzehn Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge. Vereinzele nun die Pflanzen, so dass in der Reihe nur alle 10 bis 15 Zentimeter eine Pflanze steht. Stehen sie enger, bilden sich dünne Wurzeln, und aus dünnen Wurzeln wird später kein ordentlicher Chicorée. Du brauchst am Ende Rüben mit 3 bis 6 Zentimetern Durchmesser, alles darunter treibt schlecht.
Zwischen September und Oktober endet die Feldphase. Die äußeren Blätter werden gelb, das ist dein Signal. Hol die Rüben mit der Grabegabel vorsichtig aus der Erde, sie sollen möglichst unbeschädigt bleiben. Dann das Laub etwa fünf Zentimeter über der Wurzel abschneiden und dabei die kleine Knospe in der Mitte auf keinen Fall verletzen. Genau aus ihr wächst später der Chicorée. Die Rüben lässt du zwei bis drei Tage luftig abtrocknen und schlägst sie danach in feuchten Sand ein, kühl bei 0 bis 5 Grad, dunkel und frostfrei. So halten sie bis zu acht Monate.
Damit beginnt die zweite Etappe, die Treibphase. Vor dem Antreiben brauchen die Wurzeln eine Ruhezeit von mindestens einer Woche in der Kälte, meist startet man ab Dezember. Der Vorteil: Du musst nicht alles auf einmal antreiben. Nimm einfach satzweise ein paar Rüben aus dem Lager, dann erntest du über Wochen hinweg frischen Chicorée statt alles gleichzeitig.
Zum Antreiben stellst du die Wurzeln aufrecht und dicht an dicht in einen Eimer oder eine Kiste mit Abzugslöchern, füllst mit feuchter Erde auf und sorgst für 12 bis 18 Grad. Das Wichtigste ist die absolute Dunkelheit. Sie verhindert, dass sich Blattgrün und der Bitterstoff Lactucopikrin bilden, und genau deshalb bleiben die Kolben blass und mild. Fällt Licht dazu, wird dein Chicorée bitter.
Wie du abdeckst, hängt von der Sorte ab. Alte Sorten wie Brüsseler Witloof brauchen 15 bis 20 Zentimeter Sand oder Erde als Deckschicht, in die sie hineinwachsen. Ohne diese Schicht bilden sie nur lockere Köpfe. Neuere Sorten wie Etardo, Robin oder Schriek treiben auch in den freien Luftraum feste Kolben, hier reicht ein lichtdichter Deckel oder eine schwarze Folie. Nach drei bis vier Wochen sind die Knospen erntereif, pro Wurzel bekommst du eine.
Chicorée: Gute und schlechte Nachbarn
Chicorée: Vorgänger und Nachfolger
Pflege und Düngung
Den Sommer über ist die Pflege überschaubar. Gleichmäßig gießen, hacken solange die Blätter die Reihen noch nicht geschlossen haben, und beim Düngen zurückhaltend bleiben. Zu viel Stickstoff produziert zwar dicke Wurzeln, aber die treiben später nur lockere, enttäuschende Köpfe. Kompost vor der Saat reicht völlig.
