Tomate anbauen

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Solanum lycopersicum Paradeiser
Weitere Namen
Paradeiser
Botanischer Name
Solanum lycopersicum
Pflanzenkategorie
Fruchtgemüse

Tomate
Kingarion/Shutterstock.com

Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen und sind in unseren Gärten einfach ein Muss. Je nach Sorte wachsen sie buschig oder ranken meterhoch, und die Vielfalt an Farben, Formen und Größen ist enorm. Von der kleinen süßen Cocktailtomate bis zur großen Fleischtomate ist alles dabei.

Tomaten brauchen Wärme und einen sonnigen, windgeschützten Platz. An den Boden stellen sie keine großen Ansprüche, Staunässe mögen sie aber gar nicht. Kühles, feuchtes Wetter macht ihnen schnell zu schaffen. Die Blüten bestäuben sich größtenteils selbst, Insektenbesuch schadet aber natürlich nicht.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Kulturzeit
150 Tage
Reihenabstand
80 cm
Pflanzabstand
60 cm
Wuchshöhe
40 - 300 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
18 °C
Keimtemperatur (optimal)
22 - 28 °C
Keim-Art
Dunkel
Vorzieh-Dauer
50 Tage
Pikieren nach Aussaat
25 Tage

Tomate: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte

FreilandDirektsaat von Mitte Mai bis Mitte Juni. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 50 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Ende März und Anfang Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 150 Tagen etwa Anfang Juli beginnen und geht bis Ende Oktober.

GewächshausVerpflanzen ins Beet von Mitte April bis Anfang Juni. Vorziehen etwa 50 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Ende Februar und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 150 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.

Tomate aussäen und pflanzen

Am besten säst du Ende März bis Anfang April aus. Die Samen kommen etwa 5 mm tief in feuchte, durchlässige Erde und keimen bei 24 bis 28 °C. Nach dem Keimen stellst du die Pflänzchen kühler (ca. 15 °C), damit sie kräftig und gedrungen wachsen. Nach zwei bis drei Wochen pikierst du sie in größere Töpfe. Wer zu früh aussät, riskiert vergeilte Pflanzen, wenn das Licht nicht reicht.

Ins Freiland kommen Tomaten erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Setz die Pflanzen ruhig schräg und tief ein, dann bildet der Stamm zusätzliche Wurzeln. Der Abstand in der Reihe liegt je nach Sorte bei 50 bis 100 cm, zwischen den Reihen bei 75 bis 100 cm. Im Gewächshaus darf es etwas enger sein.

Standort und Boden

Tomaten wollen es sonnig und warm mit guter Luftzirkulation. Etwas Windschutz ist sinnvoll, denn starke Böen vertragen sie schlecht. Der Boden sollte durchlässig, humusreich und nährstoffreich sein. Vor dem Pflanzen lohnt es sich, den Boden einmal tief zu lockern.

Eine Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden, hält Unkraut in Schach und stabilisiert die Bodentemperatur. Gieß am besten von unten, denn nasse Blätter sind eine Einladung für Pilzkrankheiten.

Im Topf auf Balkon oder Terrasse klappt der Anbau genauso, wenn du auf ausreichend Volumen (mindestens 20 Liter) und regelmäßiges Gießen achtest.

Tomate: Gute und schlechte Nachbarn

In der Mischkultur profitieren Tomaten von den richtigen Nachbarn. Basilikum und Petersilie halten mit ihren ätherischen Ölen Schädlinge fern. Zwiebeln, Lauch und Knoblauch vertreiben Blattläuse und Weiße Fliegen. Salat, Spinat und Karotten eignen sich gut als Unterpflanzung, weil sie den Boden beschatten. Ringelblumen helfen gegen Nematoden und locken Bestäuber an.

Kartoffeln gehören nicht in die Nähe von Tomaten, denn sie können die Kraut- und Braunfäule übertragen. Auch Fenchel und Gurken sind keine guten Nachbarn.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn
Sehr schlechte Nachbarn

Tomate: Vorgänger und Nachfolger

Tomaten sind Starkzehrer. Setz sie am besten jedes Jahr auf ein anderes Beet, um Krankheiten wie der Krautfäule vorzubeugen. Als Vorkultur eignen sich Gründüngungspflanzen wie Gelbsenf oder Ackerbohnen, die den Boden mit Stickstoff anreichern. Nach der Tomatenernte folgen am besten weniger hungrige Kulturen, um den Boden zu schonen.

Sehr gute Vorgänger
Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger

Sorten

Die Sortenvielfalt ist riesig. Für den Freilandanbau empfehlen sich robuste Sorten, die widerstandsfähig gegen Kraut- und Braunfäule sind. Busch- und Balkontomaten wachsen kompakt und passen gut in Töpfe. Fleischtomaten werden meist größer und brauchen eine stabile Rankhilfe. Such dir die Sorte passend zu deinem Standort und deinem Verwendungszweck aus.

Pflege und Düngung

Regelmäßiges Ausgeizen gehört zur Tomatenpflege dazu. Dabei entfernst du die Seitentriebe in den Blattachseln, damit die Pflanze ihre Kraft in den Haupttrieb und die Früchte steckt. Am besten machst du das morgens bei trockenem Wetter, dann heilen die Wunden schnell. Bei buschigen Sorten oder Cocktailtomaten kannst du aufs Ausgeizen auch verzichten.

Gieß sparsam und gezielt. Erst wenn die Blätter morgens hängen, brauchen die Pflanzen Wasser. Vor dem Pflanzen arbeitest du Kompost und Mist ein, während der Saison versorgst du die Pflanzen mit Brennnessel- oder Beinwelljauche. Für den Halt eignen sich Schnüre, Pflöcke oder Spiralstäbe.

Krankheiten und Schädlinge

Die größte Gefahr ist die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans). Sie tritt vor allem bei feuchtem Wetter auf und kann Pflanzen innerhalb kurzer Zeit zerstören. Ein Dach über den Pflanzen oder der Anbau im Gewächshaus bietet den besten Schutz. Gieß nur im Wurzelbereich und vermeide nasses Laub.

Blütenendfäule entsteht durch ungleichmäßige Bodenfeuchte, die die Kalziumaufnahme stört. Die Samtfleckenkrankheit tritt vor allem im Gewächshaus auf und lässt sich durch gute Belüftung eindämmen. Entferne befallene Blätter immer sofort und desinfiziere dein Werkzeug. Kupferspritzungen sind wirklich nur als Notmaßnahme zu empfehlen, weil sich Kupfer im Boden anreichert.

Ernte und Verarbeitung

Je nach Sorte dauert es 90 bis 120 Tage von der Aussaat bis zur Ernte. Wenn die Früchte im Herbst nicht mehr ausreifen, kannst du die ganze Pflanze ausreißen und kopfüber an einem kühlen, dunklen Ort aufhängen. Grüne oder halbreife Tomaten reifen auch bei 10 bis 13 °C nach, am besten zusammen mit einem Apfel, der Ethylen abgibt. So halten sie sich bis zu drei Monate.

Lagere Tomaten nie im Kühlschrank, dort verlieren sie Geschmack und werden schrumpelig. Frisch, eingekocht, getrocknet oder als Soße: Tomaten lassen sich vielseitig verwenden.