Senf anbauen

Sinapis alba Senfpflanze, Weißer Senf, Gelber Senf, Gelbsenf, Ackersenf
Weitere Namen
Senfpflanze, Weißer Senf, Gelber Senf, Gelbsenf, Ackersenf
Botanischer Name
Sinapis alba
Familie / Gattung
Brassicaceae / Sinapis
Pflanzenkategorie
Kräuter, Gründüngung
Senfakula bala guravaiah/Shutterstock.com

Senf kannst du aus mehreren Gründen anbauen. Erstmal ganzjährig als Gründüngung für die Gemüsebeete. Aber auch um die Samen zu ernten. Daraus kannst du natürlich „den“ Senf herstellen aber auch zum Einlegen von Gewürzgurken und anderem Gemüse und zum Kochen als Gewürz sind sie beliebt. Auch die jungen Blätter kannst du laufend ernten, für Salat oder in Kräuterquarks oder ähnlichem.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
B - früh, B - spät
Gründüngung
Lockert verdichtete Bodenschichten in der Tiefe, Bekämpft Nematoden aktiv, Unterdrückt Unkraut besonders stark, Wertvolle Bienen-/Insektenweide, Bindet vorhandenen Bodenstickstoff gegen Auswaschung
Winterhärte
Abfrierend ab -7 °C
Kulturzeit
45 - 210 Tage
Reihenabstand
20 cm
Pflanzabstand
15 cm
Wuchshöhe
30 - 80 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
3 °C
Keimtemperatur (optimal)
18 - 25 °C
Keim-Art
Hell
Vorzieh-Dauer
14 Tage

Senf: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte / Umbruch

GründüngungDirektsaat von Anfang März bis Mitte August.

Gründüngung 2Direktsaat von Mitte August bis Ende Oktober.

SommerDirektsaat von Anfang März bis Ende März. Verpflanzen ins Beet von Anfang März bis Ende März. Vorziehen etwa 14 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte Februar und Mitte März. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 210 Tagen etwa Anfang Oktober beginnen und geht bis Ende Oktober.

Senf aussäen und pflanzen

Zur Gründüngung ist eine Aussaat ab Anfang März bis Ende Oktober möglich. Du musst darauf achten, das der Senf nicht bis zur Samenreife kommt, was etwa 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat soweit ist. Im Herbst gesät wächst er langsamer und kommt meist nicht mehr zur Samenreife, daher darf er auf dem Beet bleiben bis er von selbst abfriert und eine Mulchschicht bildet. Diese arbeitest Du etwa zwei bis drei Wochen vor der nächsten Aussaat leicht unter. Ganz späte Saaten ab Ende September bringen je nach Wetter nicht mehr viel Pflanzenmasse.

Sommer zeigt die Aussaat zur Samengewinnung. Dazu die Samen im Mai direkt säen oder die 14 Tage vorher vorgezogenen Pflänzchen. Und zwar etwa im Abstand von 15 cm und 20 cm in der Reihe.

Blätter kann man jeweils bis zur Blüte ernten.

Standort und Boden

Der Boden sollte nicht sauer sein, eher neutral oder leicht alkalisch, was man durch eine Kalkgabe erreichen kann. Ansonsten stellt er keine besonderen Bedingungen. Er kommt sowohl mit Sonne als auch mit Halbschatten zurecht. Gleichmäßig feucht sollte es noch sein.

Senf: Gute und schlechte Nachbarn

Senf steht selten als fester Nachbar im Beet, meist füllt er als Gründüngung freie Flächen oder Reihen, die erst später gebraucht werden. Gertrud Franck säte ihn im Frühjahr dicht in die leeren Reihen ihres Mischkulturgartens und hackte ihn ab, sobald dort Tomaten, Gurken oder Kohl hinkamen. Nach dem Pflanzen der Tomaten säte sie Senf zusammen mit Ringelblumen gleich wieder auf die Tomatenreihe, jung abgehackt wird er zur Bodenbedeckung. Schwester Christa Weinrich nennt Senf ebenfalls einen guten Partner für Tomaten und Paprika.

Zwischen den Erdbeerreihen kannst du Senf nach der Ernte säen, er deckt den Boden und friert im Winter von selbst ab. Auch zwischen Spargelreihen eignet er sich als Gründüngung. Gemischt mit Phacelia, Buchweizen und Ölrettich bedeckt Senf freie Beete besonders schnell.

Neben Rucola und Gartenkresse säst du Senf besser nicht. Alle drei sind Kreuzblütler und locken Erdflöhe an, die dann von Reihe zu Reihe ziehen. Andere Kreuzblütler neben dem Senf sind kein Problem, solange du sie in der Fruchtfolge auseinanderhältst.

Gute Nachbarn
Buchweizen
Erdbeere
Ölrettich
Paprika
Phacelia
Spargel
Tomate
Schlechte Nachbarn
Gartenkresse
Rucola

Senf: Vorgänger und Nachfolger

Senf ist ein Kreuzblütler und vermehrt die Kohlhernie wie Kohl oder Radieschen. Zwischen Senf und Kohl, Rettich, Rucola oder anderen Kreuzblütlern hältst du deshalb vier Jahre Abstand. Wer viel Kohl anbaut, nimmt besser Phacelia, Buchweizen oder Hülsenfrüchte als Gründüngung.

Wie jede Gründüngung tut Senf den meisten anderen Gemüsen gut. Er deckt den Boden in wenigen Wochen, unterdrückt Unkraut, durchwurzelt den Boden tief und gibt den aufgenommenen Stickstoff nach dem Einarbeiten wieder ab. Bewährt hat er sich als Voraussaat ab März vor Tomaten, Zucchini, Stangenbohnen, Erbsen, Sellerie und Lauch. Gertrud Franck säte ihn auch vor Gurken, andere raten dort von Kreuzblütlern ab. Hacke den Senf vor der Blüte ab und arbeite ihn zwei bis vier Wochen vor einer Aussaat flach ein, frisch eingearbeitet bremst er das Keimen. Vor Salat gilt er wie alle Kreuzblütler als ungünstig.

Nematodenresistente Senfsorten fangen den Rübenzystennematoden ab, der Rote Bete, Mangold und Kohl schädigt. Säe den Senf dafür bis Anfang August, anfällige Sorten würden den Fadenwurm vermehren. Gute Plätze für Senf sind Beete nach Tomaten, Paprika, Zucchini, Mais, Lupinen oder Frühkartoffeln, dort nimmt er den übrigen Stickstoff auf.

Gute Vorgänger
Aubergine
Chili
Eisbergsalat
Fenchel
Kartoffel
Knoblauch
Lupine
Mais
Mangold
Paprika
Rote Bete
Schwarzwurzel
Spinat
Tomate
Zucchini
Schlechte Vorgänger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Meerrettich
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Rettich
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Schwarzer Rettich
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing
Sehr schlechte Vorgänger
Senf
Gute Nachfolger
Ackerbohne
Erbse
Erdbeere
Gurke
Kartoffel
Knollensellerie
Lauch
Mais
Mangold
Rote Bete
Schnittsellerie
Spinat
Stangenbohne
Stangensellerie
Tomate
Zucchini
Schlechte Nachfolger
Batavia
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kohlrabi
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Mairübe
Meerrettich
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Radieschen
Rettich
Romana-Salat
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Schwarzer Rettich
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing
Sehr schlechte Nachfolger
Senf

Sorten

Es gibt schwarzen Senf, der hat die schärfsten Samen. Diese werden zusammen mit braunem Senf, der die nächstschärferen Samen hat, zu scharfem Senf verarbeitet. Der weiße Senf hat die mildesten Samen, die zu mittelscharfem Senf verarbeitet werden.

Für die Gründüngung gibt es gegen Rübenzystennematoden resistente Sorten. Diese locken die Nematoden an, verhindern aber deren Vermehrung in der Wurzel.

Pflege und Düngung

Senf braucht keinen Dünger und kaum Pflege. Halte den Boden nach der Saat feucht, bis er aufgelaufen ist, danach wächst er bei kühlem, feuchtem Wetter von allein. Als Gründüngung hackst oder mähst du ihn spätestens, wenn sich die ersten Blütenknospen zeigen, sonst wird er holzig und zehrt am Boden. Den Schnitt lässt du als Mulch liegen oder arbeitest ihn flach ein. Im Herbst gesäter Senf friert bei etwa minus sieben Grad ab und liegt bis zum Frühjahr als lockere Decke auf dem Beet.

Krankheiten und Schädlinge

Als Gründüngung wird Senf nur wenige Wochen alt und bleibt deshalb meist gesund. Er ist aber ein Kreuzblütler und teilt viele Krankheiten und Schädlinge mit dem Kohl.

Am wichtigsten ist die Kohlhernie. Ihre Dauersporen überleben viele Jahre im Boden, und Senf vermehrt sie genauso wie Kohl oder Radieschen. Auf Beeten mit Kohlhernie säst du deshalb keinen Senf. Auch die Verticillium-Welke von Kohl und Raps vermehrt sich an seinen Wurzeln.

Beim Rübenzystennematoden kommt es auf die Sorte an. Anfällige Senfsorten vermehren den winzigen Fadenwurm, nematodenresistente Sorten locken die Larven aus den Zysten, ohne dass sie sich entwickeln können. Die zugelassenen Gelbsenfsorten sind fast alle resistent, achte beim Saatgut trotzdem auf den Hinweis.

Erdflöhe durchlöchern im Sommer die jungen Blätter, Schnecken fressen gern an den Keimlingen, und Kohlfliege und Kohldrehherzmücke gehen auch an Senf. Für die Gründüngung macht das wenig aus. Lässt du Senf für die Samenernte stehen, fressen Rapsglanzkäfer an den Blüten, dann schützt ein feines Netz.

Anfällig für
Adernschwärze
Kleine Kohlfliege
Kohldrehherzmücke
Kohlerdflöhe
Kohlhernie
Kohlrübenblattwespe
Kohltriebrüssler
Kohlzystennematode
Nacktschnecken(Anfälligkeit hoch)
Rapsglanzkäfer
Rübenzystennematode(resistente Sorten erhältlich)
Wasserrübengelbmosaikvirus
Wurzelhals- und Stängelfäule an Kohl
Vermehrt, ohne selbst stark zu leiden
Tabak-Rattle-Virus
Verticillium-Welke an Kohl

Ernte und Verarbeitung

Die Blätter kann man schon etwa 4 Wochen nach der Aussaat ernten, immer die äußeren, die sind am zartesten.

Für die Samenernte muss man sich bis Oktober gedulden. Wenn die Hülsen braun und trocken sind und die Blätter auch schon ein wenig kann man die Hülsen ernten. Am einfachsten füllt man diese in einen Sack und schlägt sie gegen eine Wand oder ähnliches. Die leichteren Hülsen lagern sich oben ab und können so angesammelt werden. Danach noch einen Monat auf Zeitungspapier trocknen lassen, dann kann man sie einlagern oder verarbeiten.

Hat man die Pflanzen für Gründüngung angebaut schneidet man sie einfach ab bevor sie blühen und läßt sie auf dem Beet liegen oder noch einfacher man geht mit dem Rasenmäher drüber und verteilt den Schnitt gleichmäßig über dem Beet.

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