Das Sommer-Bohnenkraut stammt aus dem Mittelmeerraum und gehört zur Familie der Lippenblütler. Schon die Römer wussten es als Küchenkraut und Heilpflanze zu schätzen, und seit dem Mittelalter hat es seinen festen Platz in mitteleuropäischen Gärten. Der Name verrät es schon: Bohnenkraut gehört zu Bohnengerichten wie Salz in die Suppe. Seine ätherischen Öle machen Hülsenfrüchte bekömmlicher und sorgen für ein pfeffrig-würziges Aroma, das beim Mitkochen sogar noch intensiver wird. Im Vergleich zum mehrjährigen Bergbohnenkraut schmeckt es deutlich milder und feiner.
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Zahlen, Daten, Fakten
Bohnenkraut: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Anfang Mai bis Ende August. Verpflanzen ins Beet von Anfang Mai bis Ende Mai. Vorziehen etwa 42 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Mitte März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Anfang Juli beginnen und geht bis Ende Oktober.
Bohnenkraut aussäen und pflanzen
Zum Vorziehen ab März eignen sich Anzuchtschalen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Mindestens 15 °C, besser 16 bis 20 °C, Keimzeit 14 bis 21 Tage. Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Beet.
Direktsaat ins Freiland ebenfalls ab Mitte Mai: Samen dünn aussäen und nur andrücken. Bei etwa 5 cm Höhe auf 20 bis 25 cm Abstand ausdünnen. Eine zweite Aussaat im Juni oder Ende Juli lohnt sich, jüngere Blätter sind aromatischer.
Standort und Boden
Sommer-Bohnenkraut braucht einen vollsonnigen Platz mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne am Tag. Ohne genug Licht entwickeln sich die ätherischen Öle kaum und das Aroma bleibt auf der Strecke. Der Boden sollte locker, durchlässig und eher mager sein.
Zu viel Dünger schadet dem Aroma. Auf mageren Böden werden die Blätter am würzigsten. Schwere, staunasse Böden sind komplett ungeeignet und sollten vor der Pflanzung mit Sand aufgelockert werden.
In einer Kräuterspirale gehört Bohnenkraut in die obere, trockene Zone zusammen mit Thymian, Rosmarin und Oregano. Auch im Topf auf dem Balkon oder der Fensterbank fühlt es sich wohl, solange die Drainage stimmt.
Bohnenkraut: Gute und schlechte Nachbarn
Bohnenkraut und Bohnen bilden eines der bekanntesten Paare der Mischkultur. Ob Buschbohne, Stangenbohne, Feuerbohne oder Ackerbohne: Die ätherischen Öle des Bohnenkrauts vertreiben die Schwarze Bohnenlaus und fördern gleichzeitig Wachstum und Geschmack der Bohnen.
Kohlarten wie Kohlrabi oder Blumenkohl mögen Bohnenkraut in der Nähe, da die Duftstoffe Kohlfliegen und Blattläuse fernhalten. Rote Bete und Endivien reagieren ebenfalls positiv.
Basilikum und Bohnenkraut hemmen sie sich gegenseitig im Wachstum. Auch Liebstöckel ist kein guter Partner.
Bohnenkraut: Vorgänger und Nachfolger
Bohnenkraut gehört zu den Lippenblütlern und sollte nicht vor oder nach Basilikum, Salbei, Oregano, Thymian oder Minze gepflanzt werden. Die ganze Familie verträgt sich mit sich selbst schlecht. Am besten vier Jahre Pause zu allen Lippenblütlern einhalten.
Sorten
'Aromata' ist eine Erfurter Züchtung, die besonders buschig und ertragreich wächst und einen hohen Gehalt an ätherischem Öl mitbringt. 'Saturn' punktet mit großen Blättern und einem günstigen Blatt-Stängel-Verhältnis, was die Ernte ergiebig macht. Für weniger optimale Standorte ist 'Pikanta' eine gute Wahl, denn diese tschechische Sorte zeigt sich robust und wuchsfreudig auch bei durchwachsenem Wetter. 'Compact' bleibt wie der Name schon sagt niedrig und kompakt, ideal für Töpfe und kleine Beete.
Pflege und Düngung
Sommer-Bohnenkraut ist pflegeleicht. Nach der Keimphase braucht es kaum Wasser, bodennah gießen beugt Pilzen vor. Beim Düngen reicht eine Kompostgabe zum Saisonstart, im Topf eine Frühjahrsgabe mit Kräuterdünger. Stickstoffbetonte Düngung kostet Aroma. Ein Rückschnitt vor der Blüte auf etwa 10 cm kann eine zweite Ernteperiode anstoßen. Nicht zu dicht säen, sonst mehr Stängel als Blätter.
Krankheiten und Schädlinge
Grundsätzlich ist Sommer-Bohnenkraut recht robust, vor allem wenn der Standort stimmt. Schnecken meiden die Pflanze zuverlässig, und die ätherischen Öle schrecken viele Schädlinge ab. Ein Sud aus Bohnenkraut hilft sogar gegen Blattläuse an anderen Pflanzen.
Bei zu feuchtem Standort oder zu engem Pflanzenabstand können allerdings Pilzkrankheiten auftreten: Falscher Mehltau (Peronospora saturejae-hortensis) ist ein spezifischer Erreger für Bohnenkraut, Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Rost (Puccinia menthae) kommen bei Pflegefehlern ebenfalls vor. Auf der Schädlingsseite gibt es den Grünen Schildkäfer (Cassida viridis), Schwarzpunktzikaden und gelegentlich Minierfliegen-Larven. Die beste Vorbeugung ist ein sonniger, trockener Standort mit ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen und Verzicht auf Überkopfbewässerung.
Ernte und Verarbeitung
Das beste Aroma hat Sommer-Bohnenkraut kurz vor und zu Beginn der Blüte, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen seinen Höhepunkt erreicht. Ab Juni kannst Du fortlaufend Triebspitzen ernten, sobald die Pflanze groß genug ist. Beim Ernteschnitt 5 bis 10 cm über dem Boden schneiden und möglichst wenig holzigen Stängel mitnehmen, dann treibt die Pflanze nochmals aus. Auch die Blüten sind essbar und schmecken leicht pfeffrig. Zum Konservieren eignet sich Trocknen am besten. Die schmalen, festen Blätter behalten ihr Aroma dabei ausgezeichnet. Stängel bei Zimmertemperatur trocknen, dann die Blättchen abstreifen und in verschlossenen Gläsern aufbewahren.
