Rhabarber anbauen

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Rheum rhabarbarum
Botanischer Name
Rheum rhabarbarum
Pflanzenkategorie
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Rhabarber
Peter Turner Photography/Shutterstock.com

Rhabarber gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und stammt ursprünglich aus den Bergregionen Zentralasiens. Botanisch zählt er zur Familie der Knöterichgewächse und ist damit ein Verwandter von Sauerampfer und Buchweizen. In der Küche wird er zwar wie Obst behandelt, tatsächlich ist er aber ein Gemüse, denn gegessen werden die Blattstiele und nicht etwa Früchte. Die großen herzförmigen Blätter sind übrigens giftig und gehören nicht auf den Teller.

Als mehrjährige Staude bleibt Rhabarber 8 bis 10 Jahre am selben Standort und liefert jedes Frühjahr zuverlässig Nachschub. Er gilt als echtes Einsteiger-Gemüse: robust, pflegeleicht und mit seinem typischen säuerlich-frischen Aroma einfach unverwechselbar. Einmal gepflanzt, hast du über viele Jahre eine verlässliche Ernte, ohne jedes Jahr neu säen oder pflanzen zu müssen.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
Reihenabstand
100 cm
Pflanzabstand
100 cm
Wuchshöhe
80 - 120 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
12 °C
Keimtemperatur (optimal)
18 - 20 °C
Keim-Art
Hell

Rhabarber: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Verpflanzen
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

FrühlingVerpflanzen ins Beet von Anfang März bis Ende April. Die Ernte beginnt etwa Anfang April und geht bis Ende Juni im nächsten Jahr.

HerbstVerpflanzen ins Beet von Anfang Oktober bis Ende November. Die Ernte beginnt etwa Anfang April und geht bis Ende Juni im nächsten Jahr.

Rhabarber pflanzen

Rhabarber wird in der Praxis fast immer über Rhizomteilung oder als Topfpflanze gepflanzt. Die Aussaat über Samen ist zwar möglich, aber wenig verbreitet, weil Sämlinge drei Jahre und länger brauchen, bis sie ertragsfähig sind. Mit einem gekauften Rhizom oder einer Jungpflanze kannst du dagegen schon im zweiten Jahr die ersten Stiele ernten.

Für die Pflanzung gibt es zwei gute Zeitfenster: Im Herbst, wenn das Laub abgestorben ist, kann die Pflanze bis zum Frühjahr in Ruhe einwurzeln. Im Frühjahr vor dem Neuaustrieb ist ebenfalls ein guter Zeitpunkt, vor allem für Topfpflanzen. Das Pflanzloch sollte großzügig bemessen sein, etwa 50 cm Durchmesser, und mit reifem Kompost angereichert werden. Die Knospen kommen nur etwa 2 cm unter die Erde. Danach gut andrücken und ordentlich wässern.

Pro Pflanze brauchst du mindestens einen Quadratmeter Fläche, besser bis zu zwei Quadratmeter, denn Rhabarber wird im Laufe der Jahre richtig ausladend. Im Topf ist der Anbau möglich, allerdings sollte das Gefäß mindestens 40 bis 50 Liter fassen. Kompakte Sorten eignen sich dafür deutlich besser als die großwüchsigen Standardtypen.

Standort und Boden

Rhabarber steht am liebsten vollsonnig. Im Halbschatten wächst er zwar auch, bringt aber weniger Ertrag und die Stiele färben sich nicht so schön aus. Ein windgeschützter Platz ist von Vorteil, besonders an sehr sonnigen Standorten, wo die Verdunstung hoch ist.

Beim Boden mag es Rhabarber tiefgründig, humusreich und mit guter Wasserspeicherfähigkeit. Gleichzeitig muss überschüssiges Wasser ablaufen können, denn Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Vor der Pflanzung lohnt es sich, den Boden gründlich von Wurzelunkräutern zu befreien, weil du die später zwischen den Rhizomen nur schwer wieder loswirst. Stark verdichtete Böden lockerst du am besten tiefgründig auf und verbesserst sie mit Kompost.

Rhabarber: Gute und schlechte Nachbarn

Salat ist einer der besten Partner für Rhabarber. Die genügsamen Blattsalate konkurrieren kaum um Nährstoffe und bedecken den Boden zwischen den großen Rhabarberblättern, was Feuchtigkeit hält und Unkraut unterdrückt. Spinat eignet sich aus ähnlichen Gründen sehr gut: flaches Wurzelsystem, geringer Nährstoffbedarf und bodendeckende Wirkung.

Bohnen und Kohlarten gelten ebenfalls als verträgliche Nachbarn, weil Wuchsform und Nährstoffansprüche gut zusammenpassen. Tagetes, Ringelblumen und Kapuzinerkresse halten mit ihren ätherischen Ölen Schädlinge wie Blattläuse fern und locken gleichzeitig Nützlinge an.

Andere ausgesprochene Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini oder Mais solltest du nicht direkt neben Rhabarber setzen. Die hohe Nährstoffkonkurrenz kann den Rhabarber auf Dauer schwächen.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Rhabarber: Vorgänger und Nachfolger

Rhabarber nimmt in der Fruchtfolge eine Sonderrolle ein. Als Dauerkultur bleibt er 8 bis 10 Jahre am selben Platz und wird nicht in die jährliche Rotation einbezogen.

Rhabarber ist nicht selbstverträglich. An einer Stelle, wo vorher schon Rhabarber stand, solltest du eine ausreichend lange Pause einlegen, bevor du erneut pflanzt.

Wenn du nach 8 bis 10 Jahren den Rhabarber aufgibst, empfiehlt sich zunächst eine Bodenregeneration mit Gründüngung. Als erste Folgekultur eignen sich dann Schwach- oder Mittelzehrer, weil der Boden nach der langen Starkzehrer-Beanspruchung eine Erholungsphase braucht.

Gute Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Bei Rhabarber-Sorten kommt es vor allem auf die Farbe des Stielfleisches an. Rotfleischige Sorten wie 'Holsteiner Blut' oder 'Canada Red' schmecken in der Regel milder und enthalten weniger Oxalsäure. 'Holsteiner Blut' ist eine altbewährte Sorte mit viel Zucker und angenehmem Geschmack, 'Canada Red' behält die rote Farbe sogar beim Kochen. Wer etwas Besonderes sucht, greift zu 'Frambozen Rood', deren Aroma an Himbeere und Erdbeere erinnert.

Grünfleischige Sorten sind oft ertragreicher, dafür aber saurer. 'Timperley Early' treibt besonders früh aus und muss nicht geschält werden. 'Goliath' liefert Stiele bis zu einem Meter Länge, braucht dafür aber auch richtig viel Platz.

Für empfindliche Mägen gibt es oxalsäurearme Sorten wie 'Elmsjuwel' oder 'Elmsblitz'. Und wer die Saison verlängern möchte, schaut sich 'Livingstone' oder 'Glaskins Perpetual' an. Diese Sorten können deutlich länger geerntet werden, bis zum ersten Frost, und eignen sich auch gut für die Kübelhaltung.

Pflege und Düngung

Als Starkzehrer braucht Rhabarber ordentlich Kompost. Schon bei der Pflanzung kommt reifer Kompost ins Pflanzloch. Im Frühjahr vor dem Austrieb gibt es eine weitere Düngergabe, und nach der Ernte im Juni bis Juli freut sich die Pflanze über eine großzügige Portion Kompost von 5 bis 10 Litern pro Pflanze. Im Herbst tut eine Mulchauflage aus Mist oder Kompost gut.

Beim Gießen gilt: Lieber seltener, dafür richtig durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Im Topf musst du natürlich häufiger gießen, aber in kleineren Mengen, um Staunässe zu vermeiden.

Wenn Rhabarber einen Blütenstand schiebt, drehst du ihn bodentief heraus. Nicht abschneiden, Schnittstellen laden Fäulniserreger ein. Die Blüte kostet die Pflanze viel Kraft, die dann bei der Stielbildung fehlt.

Alle 7 bis 8 Jahre lohnt es sich, die Rhizome im Herbst zu teilen und an einen neuen Standort zu verpflanzen. Das verjüngt die Pflanze und du gewinnst gleichzeitig neue Pflanzen für den Garten.

Krankheiten und Schädlinge

Rhabarber ist grundsätzlich eine robuste Pflanze, die bei guter Pflege selten ernsthafte Probleme macht. Die häufigsten Schädlinge sind Blattläuse, die nicht nur direkt schaden, sondern auch Virosen übertragen können. Regelmäßiges Hinschauen hilft, einen Befall früh zu erkennen. Brennnesseljauche oder Ackerschachtelhalmbrühe sind bewährte Mittel dagegen. Tagetes und Ringelblumen als Begleitpflanzen halten Blattläuse auf natürliche Weise fern.

Raupen der Ampfereule und des Rhabarberspanners können erheblichen Blattschaden anrichten. Hier hilft Absammeln von Hand oder eine Behandlung mit Neem-Präparaten.

Bei den Krankheiten sind Virosen am gefürchtetsten, erkennbar an weißen oder bunten Flecken auf den Blättern. Befallene Pflanzen musst du komplett entfernen und über den Restmüll entsorgen, nicht über den Kompost. Wurzelfäule durch Erwinia-Bakterien und Stängelgrundfäule durch Phytophthora entstehen fast immer bei Staunässe, was nochmal zeigt, wie wichtig gute Drainage ist. Falscher Mehltau und Blattfleckenkrankheiten durch Ramularia treten vor allem bei zu dichtem Stand und schlechter Luftzirkulation auf.

Übrigens: Rhabarberblätter lassen sich selbst als Pflanzenschutzmittel nutzen. Eine Brühe aus 500 g Blättern auf 3 Liter Wasser hilft gegen Schwarze Bohnenläuse und die Lauchmotte.

Ernte und Verarbeitung

Die erste Ernte solltest du erst im zweiten Jahr nach der Pflanzung wagen. Im ersten Jahr wird die Pflanze komplett geschont, damit sie sich richtig etablieren kann. Die Haupterntezeit läuft von April bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Danach wird traditionell nicht mehr geerntet, weil der Oxalsäuregehalt im Laufe der Saison ansteigt und die Pflanze die restliche Vegetationszeit zur Regeneration braucht.

Erntereif sind die Stiele, wenn das Blattgewebe zwischen den Rippen vollständig gestreckt ist und das Blatt breit und flächig aussieht. Die Stiele werden nicht abgeschnitten, sondern am Ansatz gefasst und vorsichtig herausgedreht. Pro Ernte nimmst du maximal ein Drittel bis die Hälfte der vorhandenen Stiele. Die restlichen Blätter braucht die Pflanze für ihre Photosynthese.

Die Blätter entfernst du direkt nach der Ernte, sie sind giftig. Roh solltest du Rhabarber nicht essen. Durch kurzes Blanchieren sinkt der Oxalsäuregehalt deutlich und die Stiele werden verträglicher. Jüngere Stiele vom Saisonbeginn sind grundsätzlich säureärmer als spätere. Personen mit Nierenproblemen, Gicht oder Rheuma sollten Rhabarber nur in Maßen genießen.

Zum Einfrieren schneidest du die Stiele in Stücke, blanchierst sie kurz etwa 3 Minuten, lässt sie abkühlen und frierst sie ein. Wenn du die Stücke vorher einzeln auf einem Brett vorfrierst, klumpen sie nicht zusammen.