Phacelia, auch Bienenfreund genannt, stammt aus den trockenen Höhenlagen Nordamerikas und gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Da sie mit keiner gängigen Gemüsepflanzenfamilie verwandt ist, teilt sie auch keine typischen Krankheiten oder Schädlinge mit ihnen. Das macht sie zur idealen Begleitpflanzung im Gemüsegarten. Als Gründüngung leistet Phacelia gleich mehreres auf einmal: Ihre Wurzeln lockern den Boden bis in 60 cm Tiefe, die üppige Biomasse unterdrückt Unkraut und schützt vor Erosion. Auf überdüngten Böden wirkt sie ausgleichend, weil sie Nährstoffe aus tieferen Schichten nach oben holt und in der Pflanzenmasse bindet. Beim Einarbeiten der Reste gibt sie diese wieder frei. Stickstoff aus der Luft fixiert sie allerdings nicht, das bleibt den Hülsenfrüchtlern vorbehalten. Die blauvioletten Blüten sind ein Magnet für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Wer Phacelia im Garten hat, tut seinen Bestäubern einen großen Gefallen..
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Zahlen, Daten, Fakten
Phacelia: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Anfang März bis Ende Oktober.
Phacelia aussäen
Phacelia wird direkt ins Beet gesät, Vorziehen ist überflüssig. Das Saatfenster reicht von März bis Oktober, je nachdem was Du bezweckst. Für eine blühende Bienenweide oder einzelne Blumen zum anlocken von Bestäubern säst Du ab Ende April nach dem letzten Frost. Für die Gründüngung eignet sich der Zeitraum von März bis September, als Herbst-Gründüngung sogar bis Ende Oktober. Aussaaten bis Juli kommen noch zur Blüte, spätere bringen vor allem den Gründüngungseffekt.
Ab 5°C keimen die Samen, optimal sind 12 bis 18°C, die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Frost verträgt Phacelia bis etwa -5 bis -8°C. Wer keine Selbstaussaat möchte, mäht die Pflanzen einfach vor der Samenreife ab.
Standort und Boden
Phacelia ist genügsam: sonnig bis halbschattig, fast jeder Boden ist recht, ob sandig, mager oder lehmig. Einzige Ausnahme ist Staunässe, die verträgt sie nicht.
In den ersten zwei Wochen nach der Aussaat den Boden gleichmäßig feucht halten, danach kommt sie mit Trockenheit gut zurecht. Gedüngt werden muss sie nicht, ihre tief reichenden Wurzeln holen sich alles Nötige selbst.
Phacelia: Gute und schlechte Nachbarn
Phacelia und Kartoffeln passen gut zusammen: Sie vertreibt nachweislich Kartoffelkäfer und schädliche Nematoden. Am besten säst Du sie zwischen die Kartoffelreihen oder legst ein schmales Rahmenbeet rund um das Kartoffelbeet an. Auch als Beeteinfassung für andere Kulturen leistet sie gute Dienste, denn die Blüten locken Bestäuber an, die dem gesamten Beet zugutekommen. Gurken, Zucchini und Kürbis profitieren davon besonders. Kohlarten profitieren zusätzlich davon, dass Phacelia das Risiko für Kohlhernie senkt.
Da Phacelia zu keiner gängigen Gemüsefamilie gehört, gibt es im Gemüsegarten kaum schlechte Nachbarn. Du kannst sie neben praktisch jede Kultur setzen, in Lücken einsäen oder für Mulch nutzen.
Phacelia: Vorgänger und Nachfolger
Da Phacelia mit keiner Gemüsefamilie verwandt ist, passt sie in die Fruchtfolge vor, nach und zwischen praktisch jeder Kultur. Das unterscheidet sie zum Beispiel deutlich von Senf, der als Kreuzblütler vor und nach Kohlgewächsen problematisch sein kann.
Besonders sinnvoll ist Phacelia als Nachfolger von Starkzehrern wie Kohl, Tomaten, Kartoffeln oder Kürbis. Ihre Wurzeln lockern den Boden, fördern das Bodenleben und nehmen verbliebene Nährstoffe auf, bevor sie über den Winter ausgewaschen werden. Beim Einarbeiten der Pflanzenmasse gibt sie diese im nächsten Jahr wieder frei.
Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Vor Erdbeeren solltest Du keine Phacelia anbauen, denn sie kann die Verticillium-Welke übertragen, die bei Erdbeeren die gefürchtete Erdbeer-Welke auslöst.
Sorten
Für den Gemüsegarten brauchst Du keine ausgefallene Sorte. Handelsübliches Phacelia-Saatgut ohne Sortennamen tut seinen Dienst hervorragend.
Pflege und Düngung
Phacelia ist Pflegeleicht. Nach der Aussaat hältst Du den Boden für etwa ein bis zwei Wochen gleichmäßig feucht. Gießen ist nur bei extremer Trockenheit nötig, Düngen gar nicht.
Für die Einarbeitung als Gründüngung gibt es zwei Wege. Bei Frühjahrs- oder Sommeranbau mähst Du die Pflanzen am besten bei Blühbeginn ab, also etwa 5 bis 8 Wochen nach der Aussaat. Lass die Pflanzenreste kurz antrocknen und arbeite sie dann flach in den Boden ein, ohne dabei umzugraben. Das schont die Bodenstruktur. Bei der Herbstaussaat lässt Du die Pflanzen einfach bis zum ersten Frost stehen. Phacelia erfriert zuverlässig und die abgestorbenen Reste bleiben als schützende Mulchschicht über Winter liegen. Im Frühjahr arbeitest Du diese Reste dann ein.
Schneide die Pflanzen in jedem Fall vor der Samenreife ab, sonst hast Du im nächsten Jahr überall kleine Phacelia-Keimlinge.
Krankheiten und Schädlinge
Phacelia ist im Hausgarten praktisch problemfrei. Krankheiten wie Mehltau oder Sklerotinia können gelegentlich auftreten, sind aber selten ein ernstes Problem. Bei Schädlingen sind eigentlich nur Schnecken erwähnenswert, die sich an frischen Keimlingen vergreifen können.
Wichtig: Phacelia kann die Verticillium-Welke übertragen und sollte daher nicht vor Erdbeeren angebaut werden.
Wer empfindliche Haut hat, sollte beim Umgang mit den Pflanzen Handschuhe tragen, da Phacelia Kontaktallergien auslösen kann.
Ernte und Verarbeitung
Phacelia wird im Gemüsegarten nicht im klassischen Sinne geerntet, sondern als Gründüngung eingearbeitet. Wer Saatgut für das nächste Jahr gewinnen möchte, lässt einige Pflanzen ausblühen. Die Samen reifen etwa 6 bis 8 Wochen nach Blühbeginn. Ernte die Samenstände an einem trockenen Tag, wenn sie braun werden und sich die Kapseln leicht öffnen lassen. Das Saatgut bleibt für 4 bis 5 Jahre keimfähig.
