Brunnenkresse anbauen

Nasturtium officinale Wasserkresse, Bachkresse
Weitere Namen
Wasserkresse, Bachkresse
Botanischer Name
Nasturtium officinale
Familie / Gattung
Brassicaceae / Nasturtium
Pflanzenkategorie
Blattgemüse, Kräuter
BrunnenkresseStefan Lefnaer / CC BY-SA 4.0

Die Brunnenkresse ist inzwischen fast weltweit an sauberen flachen Gewässern mit wenig Strömung, wie zum Beispiel Quellen zu finden. Sie ist mehrjährig und wintergrün, und kann darum auch im Winter zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Denn sie enthält unter anderem viel Vitamin C und wichtige Mineralstoffe, wie Jod. Außerdem sekundäre Pflanzenstoffe wie die Senföle, die auch für den scharfen Geschmack sorgen. Die vielen Inhaltsstoffe sorgen auch für die Wirkung als Heilpflanze. Sie wirkt unter anderem Fieber senkend, harntreibend und schleimlösend. Auch bei Verdauungsbeschwerden und äußerlich als Tinktur gegen Ekzeme.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Halbschatten / Schatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Winterhärte
Bedingt winterhart
Kulturzeit
60 - 120 Tage
Reihenabstand
30 cm
Pflanzabstand
10 cm
Wuchshöhe
10 - 70 cm
Saattiefe
0 cm
Keimtemperatur (minimal)
6 °C
Keimtemperatur (optimal)
10 - 15 °C
Keim-Art
Hell und Dunkel

Brunnenkresse: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Verpflanzen
Ernte
ab 1. Jahr
Ernte (im nächsten Jahr)

VerpflanzenVerpflanzen ins Beet von Anfang Mai bis Ende August. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Anfang Juli beginnen und geht bis Ende November.

MehrjährigVerpflanzen ins Beet von Anfang Mai bis Ende September. Die Ernte kann im 1. Jahr nach einer Kulturzeit von 120 Tagen beginnen und geht bis Ende Mai im nächsten Jahr. Beginnend ab dem 2. Jahr kann die Ernte bereits etwa Anfang September beginnen.

Brunnenkresse pflanzen

Für die Brunnenkresse gibt es oben zwei Pflanzzeiten, weil sie sich auf zwei ganz verschiedene Arten anbauen lässt. Welche für dich passt, hängt davon ab, ob du Wasser im Garten hast.

Verpflanzen gilt für den Anbau im Beet oder im Kübel. Hier wird die Brunnenkresse wie ein normales einjähriges Kraut behandelt: im Frühjahr gepflanzt, über den Sommer und Herbst beerntet, im Winter ist Schluss. Das liegt nicht an der Pflanze selbst, sondern an der kleinen Wassermenge. Ein Kübel friert im Winter komplett durch, ein Bachlauf nicht. Dazu kommt, dass stehendes Wasser im Sommer warm wird und Sauerstoff verliert. Die Wurzeln nehmen das übel, die Blätter werden gelb. Deshalb zieht man sich im Beet und im Kübel meist jedes Jahr einen neuen Bestand.

Mehrjährig gilt für den Anbau im Bachlauf oder am Teich. Dort bleibt die Pflanze über Jahre stehen. Sie ist wintergrün, das Wasser schützt die Wurzeln vor Frost, und an jedem Stängelknoten, der im Wasser liegt, bilden sich neue Wurzeln. Der Bestand erhält sich also von allein. Im ersten Jahr dauert es etwas, bis er kräftig genug ist, ab dem zweiten Jahr kannst du schon ab September ernten.

Gepflanzt wird in beiden Fällen ab Anfang Mai, sobald keine Fröste mehr kommen. Am Gewässer kannst du bis Ende September pflanzen, im Beet und im Kübel solltest du bis Ende August fertig sein, damit vor dem Winter noch etwas zu ernten ist.

Für die Jungpflanzen hast du zwei Wege. Der einfachere sind Stecklinge: Nimm im Sommer ein paar Triebe von einer vorhandenen Pflanze und steck sie in sehr feuchte Erde. Sie bewurzeln von allein und sehr schnell. Der zweite Weg ist die Aussaat. Die Samen sind winzig und Lichtkeimer, du streust sie also nur auf die Erde und drückst sie leicht an, ohne sie zu bedecken. Nach etwa zwei Wochen keimen sie.

Wichtig ist die Reihenfolge: Angezogen wird erst einmal ohne viel Wasser, nur gleichmäßig feucht. Erst wenn die Stecklinge Wurzeln haben oder die Sämlinge groß genug sind, kommen sie ins Wasser. Den Wasserstand hebst du dann nach und nach an, während die Pflanzen wachsen. Die Triebspitzen sollen immer herausschauen.

Der Pflanzabstand liegt bei etwa 10 cm, bei mehreren Reihen rechne mit 30 cm Reihenabstand. Vereinzeln musst du meistens nicht, weil sich die feinen Samen von selbst gut verteilen. Stehen die Sämlinge doch zu dicht, kannst du sie drei bis vier Wochen nach der Keimung auseinandersetzen.

Standort und Boden

Brunnenkresse ist wie der Wasabi eine Besonderheit im Anbau. Sie mag es eher feucht bis nass, wie man ihrem Namen schon entnehmen kann. Am liebsten mag sie kühles, klares, fließendes Wasser. Wenn man also einen kleinen Bachlauf oder einen kühlen Teich hat wäre das der ideale Standort.

Man kann sie mit höherem Aufwand auch in Erde oder einem Wasserbecken kultivieren, wenn die Erde dauernd sehr feucht gehalten wird oder das Wasser im Becken ständig erneuert wird und sich wenig aufheizt. Der Ertrag und die Lebensdauer leiden aber meist stark darunter.

Brunnenkresse: Gute und schlechte Nachbarn

Schlechte Nachbarn
Ölrettich
Senf

Brunnenkresse: Vorgänger und Nachfolger

Schlechte Vorgänger
Meerrettich
Sehr schlechte Vorgänger
Ölrettich
Senf
Schlechte Nachfolger
Meerrettich
Radieschen
Sehr schlechte Nachfolger
Ölrettich
Senf

Fruchtfolge

Was vor drei Jahren auf dem Beet stand, weiß im Frühling kaum jemand noch. grove weiß es. Sobald Du ein paar Jahre damit planst, kennt es Deine Beete und warnt Dich beim Setzen, wenn eine Anbaupause noch läuft. Umgekehrt zeigt grove Dir die Stellen, an denen die Brunnenkresse gerade besonders gut passt.

Ölrettich sehr schlecht, Senf sehr schlecht und eine weitere Pflanze dürfen erst nach 4 Jahren wieder an dieselbe Stelle. Daran denkt grove auch in drei Jahren noch.

Und sobald das Folgejahr steht, sucht die Garten-Fee von selbst die passende Gründüngung für die kalte Jahreszeit dazwischen. Die Brunnenkresse kannst Du ein- oder mehrjährig anbauen. grove plant beides. So arbeitet die Garten-Fee

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Pflege und Düngung

Gedüngt wird die Brunnenkresse nicht. Sie holt sich ihre Nährstoffe aus dem Wasser und aus dem Humus im Boden, das reicht ihr. Im Teich ist Dünger sogar schädlich, weil er den Algen zugutekommt. Die einzige Ausnahme ist ein Beet ohne Wasserzu- und -ablauf, dort mischst du beim Anlegen etwas Kompost unter.

Die eigentliche Pflege besteht darin, dass es nie zu trocken wird. Am Bachlauf erledigt sich das von selbst, dort musst du eigentlich nur ernten. Im Beet gießt du regelmäßig und durchdringend, der Boden soll dauerhaft schlammig feucht bleiben.

Am meisten Arbeit macht der Kübel. Steht das Wasser zu lange, verliert es Sauerstoff und wird trüb. Wie oft du es wechseln musst, hängt vor allem von der Temperatur ab. An einem warmen Sommerstandort solltest du alle zwei Tage tauschen, im Schatten und in der kühlen Jahreszeit reicht deutlich seltener. Achte einfach darauf, dass das Wasser klar bleibt und nicht müffelt.

Ein zweiter Grund für frisches Wasser ist die Hygiene, denn in stehendem Wasser können sich Bakterien an der Pflanze anlagern, und Brunnenkresse isst man roh.

Krankheiten und Schädlinge

Anfällig für
Kohlhernie

Ernte und Verarbeitung

Die Brunnenkresse blüht von Mai bis September. Ab der Blüte schmecken ihre Blätter nicht mehr so gut, sie werden zäh und verlieren einen Teil ihrer Vitamine. Deshalb wird nach Mai nicht mehr geerntet, sondern erst wieder, wenn die Blüte vorbei ist. Man kann sie wie 'normale' Kresse im Salat oder für Kräuterquarks oder zum Würzen von Suppen verwenden oder einfach aufs Butterbrot.

Wann genau du erntest, hängt davon ab, welche der beiden Anbauarten du gewählt hast.

Am Gewässer, also bei der mehrjährigen Kultur, erntest du vom Herbst bis in den Mai hinein. Das ist der große Vorteil dieser Pflanze: Sie ist wintergrün und liefert frisches Grün, wenn im Beet sonst nichts mehr geht. Im ersten Jahr braucht der Bestand etwa 120 Tage, bis er kräftig genug ist. Ab dem zweiten Jahr kannst du schon Anfang September anfangen. Schneide immer nur einzelne Triebe zurück und nicht zu viel auf einmal, damit sich die Pflanze wieder erholt.

Im Beet oder Kübel, also bei der einjährigen Kultur, liegt die Ernte dagegen mitten im Sommer und Herbst. Das klingt zunächst nach einem Widerspruch zur Blütezeit, ist aber keiner: Im Frühjahr gesäte oder gepflanzte Brunnenkresse ist im ersten Jahr meist noch zu jung zum Blühen. Sie blüht erst im Folgejahr, das du im Kübel ohnehin nicht abwartest. Deshalb kannst du hier ab etwa 60 Tagen nach dem Pflanzen durchgehend ernten, bis der Frost dem Bestand ein Ende macht.

Erntereif ist die Pflanze, sobald sie ungefähr 10 cm hoch ist. Verwendet werden die Triebspitzen und die Blätter, die Blüten und Knospen kannst du ebenfalls essen und als Deko nutzen.

Frisch geerntet schmeckt sie am besten, im Kühlschrank hält sie nur zwei bis drei Tage. Zum Trocknen ist sie nicht geeignet, weil dabei genau die Senföle verloren gehen, die für den Geschmack sorgen.

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