
Gartenkresse ist ein einjähriger Kreuzblütler und mit Kohl, Senf und Radieschen verwandt. Ihr scharfer, senfartiger Geschmack kommt von Senfölglykosiden, die erst beim Kauen frei werden. Die meisten kennen sie als Keimlinge aus der Schale auf der Fensterbank, im Beet darf sie größer werden und liefert dann Salat und Würzgrün. Lässt du sie stehen, wird sie 30 bis 50 Zentimeter hoch und blüht von Mai bis September weiß bis rosa. Die Samen bleiben mindestens sechs Jahre keimfähig.
Zahlen, Daten, Fakten
Gartenkresse: Pflanzzeiten & Erntezeiten
FreilandDirektsaat von Mitte März bis Ende September. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 15 Tagen etwa Anfang April beginnen und geht bis Mitte Oktober.
GewächshausDirektsaat von Anfang Oktober bis Ende Dezember. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 15 Tagen etwa Mitte Oktober beginnen und geht bis Ende März im nächsten Jahr.
Gartenkresse aussäen
Gartenkresse säst du von Mitte März bis September direkt ins Beet, im Frühbeet schon ab Februar und im ungeheizten Gewächshaus auch im Winter. Streu die Samen in Reihen mit 10 bis 12 Zentimetern Abstand oder breitwürfig und drück sie nur an, tief eingraben darfst du sie nicht. Kresse keimt ab etwa 6 Grad Bodentemperatur, bei 15 bis 20 Grad ist sie nach drei bis vier Tagen da. Für eine laufende Ernte säst du alle ein bis zwei Wochen ein kleines Stück nach. Im Frühjahr und Herbst gelingt sie am besten, Sommersaaten schießen schnell.
Standort und Boden
Gartenkresse stellt kaum Ansprüche an den Boden, am besten wächst sie aber in Erde, die Wasser gut hält. Sie gedeiht in Sonne und Halbschatten, im Sommer ist ein halbschattiger Platz besser, sonst schießt sie schnell. Lass die Kresse nie austrocknen, sonst geht sie rasch in Blüte. In Schalen, Töpfen und Balkonkästen wächst sie problemlos.
Gartenkresse: Gute und schlechte Nachbarn
Gartenkresse wächst so schnell, dass sie gut in Lücken zwischen langsamen Gemüsen passt. Zwischen jungen Tomaten, Zuckermais oder Bohnen säst du sie als Zwischensaat, sie ist geschnitten, bevor diese den Platz brauchen. Auch der Boden über frisch gelegten Kartoffeln eignet sich dafür. Mit Radieschen verträgt sie sich gut, beide sind schnell geerntet. Schwester Christa Weinrich empfiehlt Gartenkresse als Randsaat am Möhrenbeet, sie soll die Möhrenfliege fernhalten, und nennt Spinat und Erdbeeren als gute Nachbarn.
Gertrud Franck hielt die Gartenkresse dagegen für ein so scharfes Kraut, dass sie es nicht ins Gemüsebeet gesetzt hat.
Salat säst du besser nicht direkt neben Kresse, er soll in ihrer Nähe schießen, statt Köpfe zu bilden. Ob Kresse zwischen jungem Kohl hilft oder hemmt, sehen Gärtner verschieden. Rucola und Kresse ziehen beide Erdflöhe an, deshalb säst du sie mit etwas Abstand.
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Gartenkresse: Vorgänger und Nachfolger
Gartenkresse wächst sehr schlecht nach sich selbst. Säe sie nie zweimal nacheinander in dieselbe Reihe oder Schale. Im Beet hältst du wie bei allen Kreuzblütlern vier Jahre Abstand zu Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola und Senf, so bleiben Kohlhernie und Erdflöhe in Schach. Weil Kresse nur wenige Wochen steht, nimmst du für kleine Saaten am besten jedes Mal eine neue Stelle.
Als Vorkultur im Frühjahr ist die Kresse geerntet, bevor im Mai Bohnen oder Rote Bete gesät werden. Gertrud Franck säte Kresse dagegen nur vor Tomaten, weil empfindlichere Nachfolger leiden. Vor Gurken säst du sie auf keinen Fall, die Gurken können danach eingehen.
Salat wächst im Jahr nach Kreuzblütlern wie der Kresse schlechter, setz ihn lieber nach anderen Kulturen. Als Schwachzehrer braucht die Gartenkresse selbst keine besondere Vorfrucht.
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Sorten
Bei der Gartenkresse gibt es einfache, fein gefiederte Sorten, die schnell wachsen und sich gut für Schalen eignen. Breitblättrige Sorten wie die Großblättrige schmecken milder, bringen mehr Ertrag, schießen später und halten sich nach dem Schnitt länger frisch, sie passen gut ins Beet. Krause Sorten haben gewellte Blätter, daneben gibt es die goldgelbe englische Kresse.
Pflege und Düngung
Gartenkresse ist ein Schwachzehrer und braucht keinen eigenen Dünger. Wichtig ist nur gleichmäßige Feuchtigkeit, denn trocken stehende Kresse geht schnell in Blüte und wird grob und scharf. Gegen Erdflöhe hilft ein feines Netz oder Vlies, im frühen Frühjahr sind sie noch nicht unterwegs. Im Gewächshaus lüftest du gut, Wärme macht die Kresse dort anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge
Der größte Feind der Gartenkresse im Beet sind Erdflöhe. Die kleinen, springenden Käfer fressen Löcher in die Keimblätter und können eine junge Saat ganz vernichten, vor allem ab Mai und wieder im Spätsommer. Halte die Saat feucht und leg gleich nach der Aussaat ein Netz mit 0,8 Millimeter Maschenweite oder ein Vlies auf. Frühe Saaten im März und April bleiben meist verschont.
Kresse, die länger stehen bleibt, kann an Pilzkrankheiten leiden. Beim Falschen Mehltau werden die Blätter hell und verdreht, auf der Unterseite wächst ein weißer Belag. Der Weiße Rost bildet glänzend weiße Pusteln auf Blättern und Blüten, vor allem im kühlen, feuchten Herbst. Daneben kommen Echter Mehltau und Blattflecken vor. Säe die Kresse deshalb jedes Mal an eine neue Stelle und arbeite die Reste bald ein.
Als Kreuzblütler ist die Gartenkresse auch Wirt der Kohlhernie und gehört in die Fruchtfolge der Kohlarten. In Schalen auf der Fensterbank faulen die Keimlinge bei zu viel Nässe und Wärme, nimm dann frische Erde und saubere Gefäße. Schnecken mögen Kresse besonders gern.
Ernte und Verarbeitung
Gartenkresse aus der Schale schneidest du nach 8 bis 10 Tagen, im Beet nach zwei bis drei Wochen, wenn sie etwa 8 bis 10 Zentimeter hoch ist. Schneide mit der Schere knapp über dem Boden, im Beet treibt sie oft ein zweites Mal aus. Vor der Blüte schmeckt sie am besten, später wird sie grob und scharf. Frisch geschnitten verwendest du sie am besten sofort, in ein feuchtes Tuch geschlagen hält sie sich höchstens zwei Tage im Kühlschrank. Kresse passt aufs Butterbrot, in Quark, Salate, Suppen und Saucen. Sie enthält viel Vitamin C und Eisen und gilt als appetitanregend und blutreinigend.
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