
Paprika und Chili sind botanisch gleich. Mit Paprika meinen wir im Allgemeinen die nicht scharfen Gemüsepaprika, wie Blockpaprika oder süße Spitzpaprika.
Sie brauchen gemeinsam mit Chili und Auberginen die meiste Wärme im Anbau und haben eine sehr lange Kulturzeit. Deshalb eignen sie sich außer in Gegenden mit Weinbauklima kaum für den Freilandanbau. Robuste, früh reifende Sorten aus Ungarn und vom Balkan gedeihen aber auch in kühleren Lagen im Beet, andere lassen sich im Topf geschützt auf Balkon oder Terrasse ziehen.
Zahlen, Daten, Fakten
Paprika: Pflanzzeiten & Erntezeiten
FreilandVerpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Mitte Juni. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Mitte März und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 140 Tagen etwa Anfang August beginnen und geht bis Ende Oktober.
GewächshausVerpflanzen ins Beet von Ende April bis Anfang Juni. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Ende Februar und Anfang April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 140 Tagen etwa Mitte Juli beginnen und geht bis Anfang November.
Paprika pflanzen
Paprika ziehst du drinnen vor, eine Direktsaat ins Beet ist bei uns nicht möglich. Säe Anfang bis Mitte März, etwa acht bis zehn Wochen vor den letzten Frösten, fürs Gewächshaus ab Mitte Februar. Die Samen keimen bei 25 Grad am besten, bei weniger als 20 Grad keimen sie zögerlich oder verschimmeln.
Nach etwa drei Wochen pikierst du die Sämlinge etwas tiefer in eigene Töpfe und stellst sie hell bei 20 bis 22 Grad auf. Gut abgehärtet kommt die Paprika nach Mitte Mai mit 40 bis 50 Zentimetern Abstand ins Freiland, ins Gewächshaus ab Ende April.
Bei Paprika und Chili hängt es von der Sorte ab, ob sie Licht oder Dunkelheit zum Keimen brauchen, die meisten sind Dunkelkeimer.
Standort und Boden
Paprika braucht viel Wärme und Licht. Am besten gedeiht sie im Gewächshaus, im Folientunnel oder vor einer sonnigen, windgeschützten Hauswand. Der Boden sollte tiefgründig, humos und locker sein, Staunässe und verdichtete Erde verträgt sie schlecht. Unter 15 Grad wirft die Paprika Blüten ab, unter 10 Grad wächst sie nicht mehr. Im Kübel mit 10 bis 20 Litern Erde gedeiht sie auf Balkon und Terrasse gut, weil sich die Wurzeln dort schneller erwärmen.
Paprika: Gute und schlechte Nachbarn
Im Freiland passen Salate gut zur Paprika. Bei mindestens 60 Zentimetern Reihenabstand setzt du sie zwischen die Reihen, am besten Sorten für den Halbschatten. Basilikum braucht so viel Wärme wie die Paprika und gilt in vielen Ländern als einer ihrer besten Nachbarn, Thymian passt als niedrige Randbepflanzung. Im Gewächshaus geht das nur bei einem breiten Beet, weil die Paprika den Boden stark beschattet. Tagetes zwischen den Pflanzen sollen die Weiße Fliege fernhalten, wenn sie von Anfang an dabei sind. Schwester Christa Weinrich empfiehlt Petersilie, Ringelblumen, Senf und Kohlarten als Nachbarn, auch Möhren, Zwiebeln und Knoblauch gelten als gute Partner.
Wo der Maiszünsler vorkommt, säst du Mais neben die Paprika, auch noch im Juni und August. Die Falter halten sich dann an den Mais und lassen die Paprikafrüchte in Ruhe.
Fenchel soll das Wachstum der Paprika hemmen, so erzählt man es sich in vielen Ländern, belegt ist es nicht. Auch Erbsen, Rote Bete und Sellerie gelten als ungünstig, in England und Frankreich zusätzlich Kohlrabi. Tomaten, Auberginen und Kartoffeln trennt eine alte Regel von der Paprika, weil sie dieselben Schädlinge anlocken sollen. Im Gewächshaus stehen sie trotzdem meist zusammen, wichtig ist nur der Abstand in der Fruchtfolge.
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- Gemeinsamer Schädling wird angelockt oder vermehrt
Paprika: Vorgänger und Nachfolger
Paprika ist ein Starkzehrer und steht am Anfang der Fruchtfolge. Setz sie erst nach vier Jahren wieder auf ein Beet, auf dem Paprika, Chili, Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln standen, nach Andenbeeren und Tomatillos reichen drei Jahre. Sonst reichert sich im Boden die Verticillium-Welke an, ein Pilz, der die Leitungsbahnen verstopft und die Pflanzen welken lässt.
Da die Paprika erst Mitte Mai ins Beet kommt, kannst du vorher noch Salat oder Radieschen ernten. Beides nennt Schwester Christa Weinrich als Vorkultur. Hülsenfrüchte als Vorfrucht braucht die Paprika nicht, denn zu viel Stickstoff lässt sie viele Blätter und wenige Früchte bilden. Reifer Kompost versorgt sie besser.
Nach der Ernte säst du im Herbst Senf als Gründüngung, er nimmt den übrigen Stickstoff auf. Im folgenden Jahr wachsen Blumenkohl und Romanesco gut nach der Paprika, die Melothria kommt nach Starkzehrern dagegen schlecht zurecht.
- Familienregel
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Familienregel
- Aufnahme von Rest-Stickstoff
- Familienregel
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
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- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Gemeinsamer bodenbürtiger Erreger
- Familienregel
Sorten
Bei Paprika unterscheidest du milde Gemüsepaprika wie dickwandige Blockpaprika, kegelförmige Wachspaprika, Spitz- und Tomatenpaprika von den länglichen Pfefferoni und den scharfen Chilis, denen wir eine eigene Pflanzenseite spendiert haben. Für das Freiland in kühleren Lagen eignen sich früh reifende, dünnwandigere Sorten aus Ungarn, vom Balkan und aus dem Burgenland, etwa der ‚Roter Augsburger‘. Für Gewächshaus und Kübel gibt es Paprikasorten mit Resistenzen gegen Viren und die Verticillium-Welke.
Pflege und Düngung
Paprika düngst du nicht auf einmal, sondern fütterst sie: Gib reifen Kompost ins Pflanzloch und ab dem Fruchtansatz alle ein bis zwei Wochen eine kleine Gabe Pflanzenjauche. Zu viel Stickstoff macht Blätter statt Früchte und fördert die Blütenendfäule. Gieß reichlich und gleichmäßig, lieber zweimal in der Woche durchdringend als täglich ein bisschen, und lass die Erde nie ganz austrocknen. In kühlen Lagen brichst du die erste Blüte in der Astgabel aus, damit die Pflanze zuerst kräftig wächst. Große Sorten brauchen einen Stab oder Schnüre, im Freiland schützt in kalten Nächten ein Vlies.
Krankheiten und Schädlinge
Im Freiland ist Paprika wenig anfällig, unter Glas brauchst du mehr Aufmerksamkeit. Der häufigste Schädling sind Blattläuse, vor allem die Grüne Pfirsichblattlaus. Sie kommen gern, wenn die Pflanzen zu wenig Licht oder zu viel Stickstoff bekommen. Halte genug Abstand und spritz bei Befall früh mit Schmierseifenlösung. Im Gewächshaus kommen bei Hitze und trockener Luft Spinnmilben, Thripse und die Weiße Fliege dazu, feuchte Luft und Nützlinge halten sie klein.
Blattläuse übertragen auch Viren wie das Gurkenmosaikvirus. Junge Blätter der Paprika werden dann gescheckt, kraus oder blasig, und die Pflanzen bleiben klein. Viren stecken auch im Saatgut und im Tabak. Wasch dir nach dem Rauchen die Hände.
Im Hoch- und Spätsommer fressen Raupen von Maiszünsler, Kohleule und Gemüseeule Löcher in die Früchte. Sammle sie ab, gegen den Maiszünsler hilft Mais neben der Paprika.
Welkt die Paprika von unten her und sind die Leitungsbahnen im Stängel braun, steckt meist die Verticillium-Welke dahinter. Entferne kranke Pflanzen und halte vier Jahre Abstand zu allen Nachtschattengewächsen. Braune, eingesunkene Flecken an der Fruchtspitze sind keine Krankheit, sondern Blütenendfäule durch ungleichmäßiges Gießen und Hitze.
Ernte und Verarbeitung
Paprika kannst du grün ernten, sobald die Früchte glatt, glänzend und groß genug sind, süß und aromatisch werden sie aber erst nach dem Farbumschlag. Bis dahin vergehen drei bis sechs Wochen. Erntest du regelmäßig, setzt die Pflanze neue Blüten an, hängen zu viele reifende Früchte, stockt sie. Vor dem ersten Frost ziehst du die ganzen Pflanzen heraus und hängst sie kopfüber in einen frostfreien Raum, dort färben die letzten Früchte nach. Frische Paprika hält sich nur etwa eine Woche, am besten bei 10 bis 16 Grad und nicht im Kühlschrank, denn unter 7 Grad verdirbt sie schnell. Roh im Salat, gefüllt, geröstet oder eingelegt schmeckt sie gleich gut, reife rote Früchte haben besonders viel Vitamin C.
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