Ringelblume anbauen

Jetzt verfügbar: grove - die App für deinen Mischkultur Beetplan

Beetplaner öffnen
Calendula officinalis Goldblume, Regenblume, Ringelrose, Goldrose, Marienrose, Morgenröte, Kalenderblume, Kringelblume, Sinnringel, Gelringel
Weitere Namen
Goldblume, Regenblume, Ringelrose, Goldrose, Marienrose, Morgenröte, Kalenderblume, Kringelblume, Sinnringel, Gelringel
Botanischer Name
Calendula officinalis
Pflanzenkategorie
Blumen / Hilfspflanzen

Ringelblume
Radovan1/Shutterstock.com

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler und stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum. Nach Mitteleuropa kam sie wahrscheinlich im Zuge der Kreuzzüge Ende des 11. Jahrhunderts. Seitdem hat sie sich als fester Bestandteil in Bauerngärten etabliert und ist dort kaum noch wegzudenken. Die Pflanze wird auch als Goldblume, Dotterblume oder Regenblume bezeichnet. Letzterer Name rührt daher, dass sie als Wetterprophetin gilt: Schließen sich ihre Blüten am Morgen, ist Regen zu erwarten.

Im Garten ist die Ringelblume ein echtes Multitalent. Ihre Pfahlwurzeln dringen bis zu 70 cm tief in den Boden und lockern ihn nachhaltig auf. Über die Wurzeln gibt sie Saponine ab, die schädliche Nematoden vertreiben. Das macht sie zu einer hervorragenden Gründüngung und Bodenheilerin.

Über 50 Wildbienenarten und zahlreiche Schmetterlinge profitieren von ihrem reichen Pollen- und Nektarangebot. Schwebfliegen und Florfliegen finden an ihr Nahrung, und deren Larven fressen wiederum Blattläuse, was einen ganz natürlichen Pflanzenschutz ergibt. Der markante Geruch der Pflanze hält zudem Drahtwürmer und Kohlmottenschildläuse auf Abstand.

Die Ringelblume wurde 2009 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Schon Hildegard von Bingen dokumentierte im 12. Jahrhundert ihre heilkräftigen Eigenschaften. Die Blütenblätter sind essbar und lassen sich vielseitig in der Küche einsetzen. Für Katzen ist die Pflanze allerdings wegen ihrer ätherischen Öle giftig.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
Kulturzeit
75 Tage
Reihenabstand
25 cm
Pflanzabstand
25 cm
Wuchshöhe
20 - 60 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
10 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 - 20 °C
Keim-Art
Hell
Vorzieh-Dauer
60 Tage

Ringelblume: Pflanzzeiten & Erntezeiten

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

SommerDirektsaat von Anfang April bis Mitte August. Verpflanzen ins Beet von Mitte Mai bis Ende Juni. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Mitte März und Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 75 Tagen etwa Anfang Juni beginnen und geht bis Ende Oktober.

HerbstDirektsaat von Anfang September bis Ende September. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 75 Tagen etwa Anfang Mai beginnen und geht bis Ende Juli im nächsten Jahr.

Ringelblume aussäen und pflanzen

Die Ringelblume ist ein Lichtkeimer, der bei Temperaturen ab 10 °C zuverlässig keimt. Optimal sind 15 bis 20 °C. Die Samen werden nur etwa 5 bis 10 mm tief in die Erde gelegt und leicht angedrückt. Nach etwa zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.

Die Direktsaat ins Freiland ist die einfachste und gängigste Methode. Ab April kannst du bis in den August hinein aussäen. Eine gestaffelte Aussaat über mehrere Wochen verlängert die Blütezeit bis zum ersten Frost. Vorziehen ist ab Februar oder März auf der Fensterbank möglich, die Jungpflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai dann ins Beet setzen.

Eine Herbstaussaat in milden Regionen ist ebenfalls möglich und beschert dir eine besonders frühe Blüte im Folgejahr. Ringelblumen säen sich stark selbst aus. Wenn du ein paar Pflanzen im Herbst stehen lässt, tauchen sie im nächsten Jahr von ganz allein wieder auf.

Standort und Boden

Die Ringelblume liebt einen sonnigen Standort. In voller Sonne blüht sie am reichsten und die Blütenfarben leuchten besonders intensiv. Halbschatten führt zu weniger Blüten und erhöht die Gefahr von Mehltaubefall.

Am wohlsten fühlt sie sich in lockeren, lehmigen und leicht nährstoffreichen Böden. Wichtig ist, dass der Boden leicht feucht bleibt.

Zu viel Stickstoff im Boden macht die Pflanzen mastig und weniger standfest, während ein Mangel an Phosphor und Kalium den Blütenansatz vermindert.

Ringelblume: Gute und schlechte Nachbarn

Die Ringelblume wird meist nicht als eigene Kultur angebaut, sondern gezielt als Begleitblume in die Beete gesetzt. Einzelne Pflanzen oder kleine Gruppen zwischen Gemüse und Kräutern reichen aus, um ihre Wirkung zu nutzen.

Neben Tomaten ist sie besonders sinnvoll. Ihre Wurzelausscheidungen können Nematoden reduzieren, die Tomaten häufig schwächen. Auch Kartoffeln profitieren: Der Geruch der Ringelblume kann Drahtwürmer und Kartoffelkäfer fernhalten. Erdbeeren schätzen den zusätzlichen Schutz vor Nematoden ebenfalls. Gleichzeitig macht sie sich als lockere Beetumrandung auch optisch gut.

Bei Kohlgewächsen wie Grünkohl, Brokkoli oder Wirsing kann sie helfen, Kohlmottenschildläuse abzuschrecken. Gurken, Kürbis und Zucchini profitieren vor allem davon, dass die Ringelblume viele Bestäuber anzieht. Zusammen mit Borretsch sorgt sie für viel Insektenbesuch im Beet.

Auch Petersilie, Erbsen und Bohnen wachsen in ihrer Nähe in der Regel gut. Wirklich schlechte Nachbarn gibt es kaum.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Ringelblume: Vorgänger und Nachfolger

In der Fruchtfolge spielt die Ringelblume eine besondere Rolle als Bodenverbesserer. Ihre Saponine vertreiben Nematoden, die Pfahlwurzeln lockern verdichtete Schichten, und nach dem Einarbeiten verrotten die Pflanzenreste schnell.

Eine Anbaupause ist bei der Ringelblume nicht nötig. Du kannst sie problemlos Jahr für Jahr am selben Standort pflanzen oder über das Beet verteilen. Da sie sich ohnehin gerne selbst aussät, geschieht das oft ganz von allein.

Besonders profitieren solche Kulturen als Nachfolger, die unter Nematodenbefall leiden. Tomaten, Möhren, Kartoffeln und Erdbeeren wachsen nach Ringelblumen deutlich besser. Die Ringelblume eignet sich auch hervorragend als Gründüngung. Dazu säst du sie irgendwann von März bis September aus, lässt sie mindestens zehn Wochen stehen und arbeitest die Pflanzen dann in den Boden ein.

Sehr gute Nachfolger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger

Sorten

Für die Herstellung von Tees und Salben gibt es speziell gezüchtete Sorten mit hohem Wirkstoffgehalt. Orangefarbene Sorten enthalten generell mehr Carotinoide als gelbe. Wenn du den Insekten etwas Gutes tun möchtest, wähle ungefüllte Sorten. Gefüllte Blüten sehen zwar prächtig aus, bieten aber weniger Pollen und erschweren den Zugang zum Nektar.

Pflege und Düngung

Die Ringelblume gehört zu den pflegeleichtesten Pflanzen überhaupt. Verblühte Blüten regelmäßig abschneiden. Das regt die Ringelblume an, immer neue Blüten zu bilden. Je fleißiger du erntest, desto üppiger blüht sie nach.

Krankheiten und Schädlinge

Echter Mehltau (Erysiphaceae) ist die häufigste Krankheit bei der Ringelblume. Du erkennst ihn am weißen, mehligen Belag auf den Blättern. Er tritt vor allem bei zu engem Stand und an halbschattigen Standorten auf. Eine Spritzung mit verdünnter Milch kann ebenfalls helfen. Gelegentlich tritt auch Falscher Mehltau (Peronosporaceae) auf, bei dem sich der Belag eher auf den Blattunterseiten zeigt. Befallene Pflanzenteile solltest du entfernen.

Bei den Schädlingen sind Blattläuse die häufigsten Besucher. Die Ringelblume steckt den Befall aber meist locker weg und dient sogar bewusst als Ablenkerpflanze, damit die Läuse von den Gemüsekulturen abgelenkt werden. Florfliegen und Schwebfliegen, die von der Ringelblume angelockt werden, sorgen auf natürliche Weise für eine Regulierung.

Ernte und Verarbeitung

Die Blüten der Ringelblume erntest du am besten, sobald sie sich vollständig geöffnet haben. Die Haupterntezeit läuft von Juni bis Oktober, bei späterer Aussaat teils sogar bis in den November. Pflücke am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Regelmäßiges Ernten ist das Geheimnis für eine lange Blütezeit, denn jede gepflückte Blüte regt die Pflanze zur Neubildung an.

Zum Trocknen zupfst du die Zungenblüten (Rand der Blüte) einzeln ab und breitest sie auf Papier oder einem Trockenrahmen aus. Die schonendste Methode ist Lufttrocknen über zwei bis drei Tage. Für Heilanwendungen sollte die Temperatur 35 bis 45 °C nicht überschreiten. Die Blüten sind fertig getrocknet, wenn sich die Blütenböden nicht mehr elastisch anfühlen und die Blütenblätter sich leicht lösen.

In der Küche kannst du die Blütenblätter frisch in Salate geben, wo sie einen leicht salzig-bitteren Geschmack beisteuern. Früher dienten sie als günstiger Ersatz für Safran zum Färben von Reis oder Butter. Knospen lassen sich in Essig einlegen und als Kapernersatz verwenden. Verwende dabei nur die Zungenblüten, der Rest schmeckt zu bitter.

Die wohl bekannteste Anwendung ist die Ringelblumensalbe, die bei Schürfwunden, trockener Haut und leichten Verbrennungen hilft. Die enthaltenen Wirkstoffe wie Flavonoide, Saponine und ätherische Öle wirken entzündungshemmend und unterstützen die Zellregeneration. Als Tee aufgebrüht soll die Ringelblume bei Magen-Darm-Beschwerden lindernd wirken. Wer allerdings auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte die Finger davon lassen.

Für die Samenernte wartest du bis etwa Mitte August, wenn die Samen trocken sind und sich leicht von Hand abstreifen lassen. In einem Glasgefäß trocken und dunkel aufbewahrt, bleiben sie drei bis vier Jahre keimfähig.