Mairübe anbauen

Brassica rapa subsp. rapa var. majalis Mairübchen, Speiserübe, Herbstrübe, Navette, Navet
Weitere Namen
Mairübchen, Speiserübe, Herbstrübe, Navette, Navet
Botanischer Name
Brassica rapa subsp. rapa var. majalis
Familie / Gattung
Brassicaceae / Brassica
Pflanzenkategorie
Wurzel- und Knollengemüse
MairübeGSPhotography/Shutterstock.com

Die Mairübe ist eine schnell wachsende Speiserübe aus der Familie der Kreuzblütler und eng mit Chinakohl und Pak Choi verwandt. Sie bildet flachrunde oder kugelige Rüben mit weißer, gelber oder rotvioletter Schale, die mild schmecken und an große Radieschen erinnern. In Frankreich heißt sie Navet, bei uns auch Mairübchen. Aus derselben Art stammen die Herbstrübe, das Teltower Rübchen und der Rübstiel. Im Frühjahr gesät, erntest du die Mairübe ab Ende Mai, im Juli gesät wächst sie zur Herbstrübe heran. Die Pflanze ist zweijährig, im Garten erntest du sie aber immer im ersten Jahr.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
C - niedriger Wuchs, kurze Wachstumszeit
Kultur (nach Schwester C. Weinrich)
Begleitkultur
Kulturzeit
60 Tage
Reihenabstand
20 cm
Pflanzabstand
10 cm
Wuchshöhe
20 - 40 cm
Saattiefe
1 cm
Keimtemperatur (minimal)
5 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 - 20 °C
Keim-Art
Hell und Dunkel

Mairübe: Pflanzzeiten & Erntezeiten

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Direktsaat
Ernte

FrühlingDirektsaat von Anfang März bis Ende April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Mitte Mai beginnen und geht bis Ende Juni.

HerbstDirektsaat von Anfang Juli bis Ende August. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 60 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende November.

Mairübe aussäen

Die Mairübe säst du direkt ins Beet, breitwürfig oder in Reihen mit etwa 20 cm Abstand. Die ersten Sätze kommen ab März unter Vlies in den Boden. Die Samen keimen schon ab 5 °C, zügig aber erst bei 15 bis 20 °C. Leg sie etwa 1 cm tief und vereinzle die Pflänzchen früh auf 10 bis 15 cm, sonst bilden sie keine schönen Rüben. Alle zwei bis drei Wochen ein neuer Satz bis Anfang Juli sorgt für Nachschub, Herbstrüben säst du von Mitte Juli bis Mitte August. Ältere Sorten schießen an den langen Tagen im Hochsommer leicht, für Sommersaaten nimmst du deshalb schossfeste Sorten.

Standort und Boden

Die Mairübe wächst am besten auf lockeren, humosen und nicht zu schweren Böden, ideal sind leichte, lehmige Sandböden. Auf schwerem Boden verliert sie etwas von ihrem feinen Geschmack, saure und nasse Böden verträgt sie gar nicht. Ein sonniger bis halbschattiger Platz reicht ihr. Wichtig ist gleichmäßige Feuchte, sonst werden die Rüben holzig. Im Topf oder Balkonkasten klappt die Mairübe auch, die Rüben bleiben dann kleiner.

Mairübe: Gute und schlechte Nachbarn

Die Mairübe wächst schnell und passt deshalb gut zwischen Kulturen, die erst später Platz brauchen. Bewährt ist sie neben und zwischen niedrigen Erbsen, Buschbohnen oder Ackerbohnen. Die jungen Rüben sind geerntet, bevor die Hülsenfrüchte das Beet einnehmen. Auch zwischen Schalottenreihen oder dünn gemischt mit Frühlingszwiebeln kannst du Mairüben ziehen.

Salat ist ein guter Nachbar, beide wachsen schnell und brauchen wenig Dünger. Spinat, Dill, Knoblauch und Mangold gelten ebenfalls als passende Partner. Ein paar Mairübensamen in der Möhrenreihe markieren die langsam keimenden Möhren, mit der Ernte der Rüben lichtest du die Reihe gleich aus.

Mit Chinakohl verträgt sich die Mairübe nicht gut. Blattläuse tragen das Wasserrübenmosaikvirus zwischen beiden hin und her, setz die Sätze deshalb nicht direkt nebeneinander. Rucola und Radieschen locken wie die Mairübe Erdflöhe an, stehen sie zusammen, hilft ein feines Netz über allen. Ob Tomaten gute Nachbarn sind, ist umstritten, meist stehen sie ohnehin nicht zur selben Zeit im Beet.

Sehr gute Nachbarn
Erdklee
Gute Nachbarn
Ackerbohne
Batavia
Buschbohne
Dill
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Erbse
Frühlingszwiebel
Inkarnatklee
Knoblauch
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Mangold
Möhre
Phacelia
Radieschen
Romana-Salat
Schalotte
Spinat
Weißklee
Schlechte Nachbarn
Chinakohl
Rucola

Mairübe: Vorgänger und Nachfolger

Die Mairübe ist ein Kreuzblütler und braucht wie alle Kohlarten vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Kohl, Rettich, Radieschen, Rucola oder Senf als Gründüngung gehören in dieser Zeit nicht auf dasselbe Beet, sonst reichern sich Kohlhernie und Kohlfliege im Boden an.

Gute Vorfrüchte sind Erbsen und Buschbohnen. Nach ihnen findet die genügsame Mairübe genug Stickstoff, ohne dass du düngen musst. Auch nach Zwiebeln, Knoblauch oder Schalotten wächst sie gut. Für den Herbstsatz eignen sich Beete, auf denen Frühkartoffeln, Zwiebeln oder Möhren im Juli schon geerntet sind. Schwester Christa Weinrich empfiehlt Herbstrüben ausdrücklich als Nachkultur nach Möhren und Zwiebeln.

Nach der Mairübe bleibt kaum Ernterest im Boden. Deshalb ist sie eine ideale Vorkultur für Zwiebeln, Schalotten und Schnittlauch, und auch Lauch kann im Sommer gut folgen. Salat setzt du im Jahr danach besser auf ein anderes Beet, Kreuzblütler gelten als schlechte Vorfrucht für Salat.

Gute Vorgänger
Ackerbohne
Alexandrinerklee
Buchweizen
Buschbohne
Erbse
Erdklee
Esparsette
Feuerbohne
Frühlingszwiebel
Hafer
Inkarnatklee
Kartoffel
Knoblauch
Lauch
Lupine
Luzerne
Möhre
Perserklee
Phacelia
Rotklee
Schalotte
Sommerwicke
Sonnenblume
Stangenbohne
Weißklee
Winterroggen
Winterwicke
Zwiebel
Schlechte Vorgänger
Gartenkresse
Meerrettich
Ölrettich
Rettich
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Winterkresse
Sehr schlechte Vorgänger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Mizuna (Asiasalat)
Pak Choi
Palmkohl
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Wirsing
Gute Nachfolger
Alexandrinerklee
Erdklee
Frühlingszwiebel
Inkarnatklee
Lauch
Luzerne
Perserklee
Phacelia
Rotklee
Schalotte
Schnittknoblauch
Schnittlauch
Sommerwicke
Weißklee
Winterroggen
Winterwicke
Zwiebel
Schlechte Nachfolger
Batavia
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Esparsette
Gartenkresse
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Meerrettich
Ölrettich
Radieschen
Rettich
Romana-Salat
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Winterkresse
Sehr schlechte Nachfolger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Mizuna (Asiasalat)
Pak Choi
Palmkohl
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Wirsing

Sorten

Bei der Mairübe gibt es flachrunde und kugelige Sorten mit weißer, gelber oder rot- bis violettköpfiger Schale. Flache Sorten wie ‚Di Milano a colletto viola‘ sind typische Frühjahrsrüben, runde weiße wie ‚Snowball‘ wachsen besonders schnell. Gelbfleischige Sorten wie ‚Goldball‘ passen gut in den Spätsommer und gelten als weniger anfällig für Kohlhernie. Für Sommersaaten wählst du schossfeste Sorten.

Pflege und Düngung

Die Mairübe braucht wegen ihrer kurzen Kulturzeit von rund neun Wochen keine eigene Düngung, reifer Kompost vor der Saat genügt. Frischen Mist gibst du ihr nicht. Im Frühjahr nutzt sie oft noch die Winterfeuchte, bei Trockenheit musst du aber gießen, sonst werden die Rüben holzig. Ein- oder zweimal hacken hält das Beet frei und den Boden locker. Ein Vlies oder Kulturschutznetz gleich nach der Saat schützt die Mairübe vor Erdflöhen und Kohlfliege.

Krankheiten und Schädlinge

Die Mairübe wächst schnell und bleibt deshalb oft gesund, ganz verschont ist sie aber nicht. Der häufigste Schädling ist der Erdfloh, ein winziger Käfer, der im Frühjahr und Sommer Löcher in die jungen Blätter frisst. Halte den Boden feucht und feinkrümelig und leg gleich nach der Saat ein Netz mit höchstens 0,8 mm Maschenweite auf. Unter demselben Netz ist die Mairübe auch vor der Kohlfliege sicher, deren Maden sonst Gänge in die Rüben fressen.

Die Kohlhernie befällt auch die Mairübe und lässt die Wurzeln knotig anschwellen. Vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und ein gut gekalkter Boden beugen vor, auf befallene Flächen säst du keine Mairüben. Wo jahrelang Kohl stand, kann auch die Verticillium-Welke auftreten.

Frühe Sätze unter Vlies bekommen bei feuchtem Wetter leicht Falschen Mehltau mit gelben Flecken auf den Blättern. Lüfte das Vlies an sonnigen Tagen und säe nicht zu dicht. Blattläuse übertragen das Wasserrübenmosaikvirus, das Mairüben stark schädigen kann, deshalb stehen sie besser nicht direkt neben Chinakohl.

Raupen von Kohlweißling und Kohleule, die Larven der Kohlrübenblattwespe und Schnecken fressen an den Blättern der Mairübe. Bei der kurzen Kulturzeit hält sich der Schaden meist in Grenzen, und das Netz hilft auch hier.

Anfällig für
Adernschwärze
Bakterielle Blattflecken an Kohl
Bakterielle Nassfäule
Blumenkohlmosaikvirus
Drahtwurm
Echter Mehltau an Kohl
Erdraupen
Falscher Mehltau an Kohl
Grauschimmel
Grüne Pfirsichblattlaus
Kleine Kohlfliege
Kohldrehherzmücke
Kohlerdflöhe(Anfälligkeit hoch)
Kohleule
Kohlhernie
Kohlmotte
Kohlmottenschildlaus
Kohlrübenblattwespe(Anfälligkeit hoch)
Kohlschwärze
Kohltriebrüssler
Kohlweißlinge
Kohlzystennematode
Kreuzblütler-Minierfliegen(Anfälligkeit gering)
Mehlige Kohlblattlaus
Nacktschnecken
Phytophthora-Stängelgrundfäule
Rapsglanzkäfer
Rhizoctonia
Ringfleckenkrankheit an Kohl
Rübenzystennematode
Schorf
Verticillium-Welke an Kohl
Wasserrübenmosaikvirus
Weißfleckigkeit
Weißstängeligkeit

Ernte und Verarbeitung

kk Zumbul/Shutterstock.com

Die Mairübe ist sechs bis neun Wochen nach der Saat erntereif, bei Frühjahrssaat also ab Ende Mai. Am zartesten ist sie mit 5 bis 8 cm Durchmesser, größere Rüben werden schnell holzig. Ernte nach Bedarf, denn frische Mairüben halten sich wie Radieschen nur kurz. Eingefroren bleiben sie etwa zehn Monate gut, Herbstrüben lagerst du kühl im Keller bis in den Winter.

Junge Rüben musst du nicht schälen. Du isst sie roh wie Radieschen, gedünstet, glasiert oder im Eintopf, und das junge Laub kannst du als Blattgemüse dünsten.

Beetplaner öffnen 7 Tage kostenlos testen, Web, iOS und Android