
Romanesco ist eine Sortengruppe des Blumenkohls und stammt aus Italien. Statt einer runden weißen Blume bildet er einen gelbgrünen Kopf aus vielen spitzen Türmchen, die sich spiralig um die Mitte winden. Deshalb heißt er auch Türmchen-Blumenkohl. Er sieht aus wie eine Kreuzung aus Brokkoli und Blumenkohl und schmeckt besonders fein. Romanesco ist einjährig, braucht etwas länger als weißer Blumenkohl und ist im Garten ein typisches Herbstgemüse.
Zahlen, Daten, Fakten
Romanesco: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Direktsaat von Anfang Mai bis Mitte Juni. Verpflanzen ins Beet von Anfang Juni bis Mitte Juli. Vorziehen etwa 30 Tage vor dem Verpflanzen, etwa zwischen Anfang Mai und Mitte Juni. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende Oktober.
Romanesco aussäen und pflanzen
Romanesco säst du von Anfang Mai bis Mitte Juni in Töpfe oder Multitopfplatten, etwa 1 cm tief. Nach rund vier Wochen pflanzt du ihn aus, am besten zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Für frühere Termine sind die Sorten noch nicht zuverlässig, sie bilden dann oft keine schönen Köpfe. Setz die Jungpflanzen mit 50 x 50 cm Abstand etwas tiefer, als sie im Topf standen, und gieß sie gut an. Bis zur Ernte braucht Romanesco etwa zwei Wochen länger als weißer Blumenkohl.
Standort und Boden
Romanesco wächst am besten an einem sonnigen Platz in tiefgründigem, humusreichem Boden, der Wasser gut hält. Wie Blumenkohl braucht er mehr Kalk als Kopfkohl, ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 ist ideal und beugt der Kohlhernie vor. Frisch gedüngte Mistbeete meidest du, dort bildet er viel Blatt und wenig Kopf. Für Balkon und Kübel eignet sich Romanesco kaum, in stauender Hitze wird er schnell krank.
Romanesco: Gute und schlechte Nachbarn
Romanesco kommt erst im Juni oder Juli ins Beet und braucht später viel Platz. Bis er groß ist, säst oder pflanzt du schnelle Begleiter zwischen die Reihen. Salat, Feldsalat, Radieschen, kleine Pak Choi oder eine Reihe Möhren sind geerntet, bevor der Kohl den Raum braucht. Spinat zwischen den Reihen deckt den Boden und bleibt später gehackt als Mulch liegen.
Sellerie ist ein besonders guter Partner. Er soll den Kohlweißling vom Romanesco fernhalten, und Gertrud Franck beobachtete umgekehrt, dass der Blumenkohl den Sellerie vor Rost schützt. Auch Tomaten sollen Kohlschädlinge abhalten, Buschbohnen, Erbsen und Rote Bete vertragen sich ebenfalls gut mit ihm. Dill lockt Nützlinge an, Borretsch, Ringelblume und Tagetes gelten als gute Begleiter am Beetrand.
Gertrud Franck setzte späte Kohlarten gern neben Frühkartoffeln, die geerntet sind, wenn der Kohl Platz braucht. Das passt auch für den spät gepflanzten Romanesco. Erdbeeren werden in mehreren Ländern als schlechte Nachbarn genannt, ebenso Zucchini. Rucola und Kohl locken beide Erdflöhe an. Andere Kohlarten neben dem Romanesco sind kein Problem, solange du sie in der Fruchtfolge auseinanderhältst.
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Romanesco: Vorgänger und Nachfolger
Wie alle Kohlarten sollte Romanesco erst im vierten Jahr wieder auf ein Beet, auf dem Kreuzblütler standen. Das gilt auch für Radieschen, Rucola, Kresse und Senf als Gründüngung, denn die Dauersporen der Kohlhernie überleben viele Jahre im Boden.
Die besten Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, deren Stickstoff der hungrige Romanesco gut nutzt. Weil er erst im Sommer gepflanzt wird, kann er im selben Jahr nach frühen Erbsen oder Salat folgen. Auch nach Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Zucchini, Mais, Sellerie, Tomaten oder Paprika wächst er gut, denn diese teilen keine Krankheiten mit ihm. Nach Roter Bete und Mangold hältst du vier Jahre Abstand, weil alle drei unter dem Rübenzystennematoden leiden, und auch Lauch und Spinat vermehren diesen Fadenwurm.
Nach dem Romanesco passen im nächsten Jahr Pastinaken oder Lauch gut. Möhren, Schwarzwurzeln und Salat wachsen nach Kohl dagegen schlechter, und Zwiebeln werden nach den vielen Ernteresten weich. Wird das Beet im Herbst früh genug frei, säst du noch Feldsalat oder Spinat.
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Sorten
Beim Romanesco gibt es ältere samenfeste Sorten wie ‚Romanesco Natalino‘, die viel Wärme brauchen, und Hybridsorten wie ‚Minaret‘ oder ‚Amfora‘, die auch leichte Fröste vertragen. Alle Romanesco-Sorten brauchen länger als weißer Blumenkohl. In kühleren Lagen fährst du mit den frosttoleranten Sorten sicherer.
Pflege und Düngung
Romanesco hat einen hohen Nährstoffbedarf, arbeite vor der Pflanzung reichlich reifen Kompost ein. Nach dem Pflanzen gießt du kräftig an und hältst dich dann zwei, drei Wochen zurück, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Danach braucht er gleichmäßig Wasser, bei Trockenheit bleiben die Köpfe klein oder er schießt vorzeitig. Hacke regelmäßig, bis die Blätter den Boden decken, und häufle die Pflanzen drei bis vier Wochen nach der Pflanzung an. Ein Kulturschutznetz von Anfang an hält die meisten Kohlschädlinge fern.
Krankheiten und Schädlinge
Romanesco ist so anfällig wie Blumenkohl. Auf Böden mit Kohlhernie bilden sich an den Wurzeln dicke Wucherungen, die Pflanzen welken und fallen oft ganz aus. Halte vier Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern und sorge für genug Kalk im Boden. Auch die Verticillium-Welke trifft Blumenkohl und Romanesco stark, hier hilft nur ein weiter Fruchtwechsel.
Die Adernschwärze, eine Bakterienkrankheit, färbt die Blattadern schwarz und lässt die Blätter vom Rand her gelb und braun werden. Sie überdauert in Kohlstrünken, deshalb räumst du die Erntereste gründlich ab. Bei feuchtem Wetter zeigt sich der Falsche Mehltau mit grauem Belag auf den Blattunterseiten und kann auch die Köpfe verderben.
Unter den Schädlingen machen Kohlfliege und Kohldrehherzmücke die größten Ausfälle. Die Maden der Kohlfliege fressen an den Wurzeln junger Pflanzen, die Larven der winzigen Kohldrehherzmücke zerstören das Herz, sodass sich kein Kopf bildet. Ein engmaschiges Kulturschutznetz ab der Pflanzung hält beide fern und schützt auch vor Kohlweißling, Erdflöhen und Kohlmottenschildlaus. Raupen fressen Romanesco besonders gern, schau deshalb regelmäßig unter die Blätter.
Die Mehlige Kohlblattlaus setzt sich gern zwischen die Türmchen des Kopfes, Rapsglanzkäfer hinterlassen dort braune Fraßstellen. Junge Pflanzen schützt du vor Schnecken und Erdraupen, die Blätter fressen oder die Stängel durchnagen.
Ernte und Verarbeitung
Romanesco erntest du, sobald der Kopf fest und gleichmäßig gelbgrün ist und die Türmchen noch geschlossen sind. Lange steht er nicht, warte also nicht zu lange und schneide ihn mit einem Stück Strunk ab. Im Kühlschrank hält er einige Tage, in Röschen zerteilt lässt er sich gut einfrieren. Die übrige Pflanze ziehst du nach der Ernte heraus, sie nimmt dem Boden sonst weiter Wasser und Nährstoffe. In der Küche behandelst du Romanesco wie Blumenkohl, roh, gedämpft oder gebraten. Gart ihn nur kurz, dann bleiben Farbe und Türmchenform schön erhalten.
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