Winterkresse anbauen

Barbarea vulgaris Barbarakraut
Weitere Namen
Barbarakraut
Botanischer Name
Barbarea vulgaris
Familie / Gattung
Brassicaceae / Barbarea
Pflanzenkategorie
Blattgemüse, Kräuter
WinterkresseOle Schoener/Shutterstock.com

Die Winterkresse, auch Barbarakraut oder Barbarakresse genannt, ist ein heimischer Kreuzblütler und mit Kohl, Rettich und Rucola verwandt. Wild wächst sie in fast ganz Europa auf feuchten Wiesen, an Ufern und Wegrändern, die Gartenform hat größere Blätter. Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine flache Rosette aus dunkelgrünen, glänzenden Fiederblättern, die den Winter ohne Schutz übersteht. Im zweiten Frühjahr schiebt sie bis zu 90 Zentimeter hohe Stängel mit zitronengelben Blüten. Mit ihrem scharfen, kresseartigen Geschmack ist sie eines der wenigen frischen Blattgemüse im Winter.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Winterhärte
Winterhart
Kulturzeit
45 - 120 Tage
Reihenabstand
15 cm
Pflanzabstand
15 cm
Wuchshöhe
30 - 90 cm
Saattiefe
0 cm
Keimtemperatur (minimal)
3 °C
Keimtemperatur (optimal)
12 - 22 °C
Keim-Art
Hell

Winterkresse: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Direktsaat
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

SommerDirektsaat von Anfang März bis Ende März. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 45 Tagen etwa Mitte April beginnen und geht bis Ende August.

WinterDirektsaat von Mitte Juni bis Mitte September. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte Oktober beginnen und geht bis Ende April im nächsten Jahr.

Winterkresse aussäen

Winterkresse säst du direkt ins Beet, für die Ernte im Winter von Juni bis Mitte September. Eine Saat im März bringt schon im Sommer Blätter, bei Hitze und Trockenheit schießt sie dann aber schnell. Die Samen keimen im Licht, drück sie nur an oder bedeck sie ganz dünn mit Erde. Säe in Reihen mit 15 bis 20 Zentimetern Abstand und vereinzle die Pflanzen später auf etwa 15 Zentimeter. Halte die Saat feucht, bis sie aufgeht. Brauchst du nur ein paar Pflanzen, zieh drei oder vier Samen im Töpfchen vor und setz den kräftigsten Sämling aus.

Standort und Boden

Winterkresse mag frischen bis feuchten, humusreichen und nährstoffreichen Boden. Sie gedeiht in Sonne und Halbschatten und nimmt auch schattige Ecken und Beetränder, an denen viele andere Gemüse kümmern. An heißen, trockenen Plätzen schmecken die Blätter schärfer, und die Pflanzen schießen früher. Im Topf oder Balkonkasten wächst sie gut, solange die Erde nie austrocknet.

Winterkresse: Gute und schlechte Nachbarn

Winterkresse ist ein dankbarer Lückenfüller, weil sie Halbschatten verträgt. Zwischen jungen Rosenkohl, Grünkohl, Palmkohl, Wirsing oder Flower Sprouts säst du sie im Sommer, und bis der Kohl den Platz braucht, hast du schon geerntet. In den Lauchreihen ist im Spätsommer Platz für eine Reihe Winterkresse, die dann mit dem Lauch über den Winter steht. Auch unter Stangenbohnen, Feuerbohnen oder Gurken am Rankgitter kommt sie gut zurecht.

Spannend ist die Winterkresse für alle, die Kohl anbauen, ob Weißkohl, Brokkoli, Kohlrabi oder Rosenkohl. Die Kohlmotte legt ihre Eier lieber auf Winterkresse als auf Kohl, doch die Raupen überleben auf den Blättern meist nicht. Ob ein paar Reihen Kresse deinen Kohl spürbar entlasten, hängt vom Anteil der Kresse und von der Herkunft des Saatguts ab, verlassen kannst du dich darauf nicht.

Mit Mizuna und anderen Asia-Salaten säst du die Winterkresse im Spätsommer als würzige Schnittsalat-Mischung. Im Frühjahr locken diese Kreuzblütler aber Erdflöhe an, Pak Choi besonders stark. Rucola und Winterkresse stehen deshalb besser nicht direkt nebeneinander.

Gute Nachbarn
Blumenkohl
Brokkoli
Feuerbohne
Flower Sprouts
Grünkohl
Gurke
Kohlrabi
Lauch
Mizuna (Asiasalat)
Pak Choi
Palmkohl
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Spitzkohl
Stangenbohne
Weißkohl
Wirsing
Schlechte Nachbarn
Rucola

Winterkresse: Vorgänger und Nachfolger

Die Winterkresse ist ein Kreuzblütler und teilt mit Kohl, Rettich, Radieschen, Rucola und Gartenkresse die Kohlhernie und die Kleine Kohlfliege. Halte deshalb vier Jahre Abstand zu allen Kreuzblütlern, bevor du sie wieder auf dasselbe Beet säst. Die Dauersporen der Kohlhernie überleben viele Jahre im Boden.

Weil du die Winterkresse erst ab Juni säst, kann sie im selben Jahr nach früh geräumten Kulturen folgen. Eine eigene Düngung braucht sie nicht, sie kommt mit dem aus, was die Vorkultur übrig lässt.

Nach der Winterkresse wachsen Salate im folgenden Jahr schlechter, wie nach allen Kreuzblütlern, setz sie lieber nach anderen Kulturen. Lass im zweiten Frühjahr nicht alle Pflanzen blühen und Samen bilden. Sonst sät sich die Winterkresse kräftig selbst aus und wächst bald auch in Beeten, die eigentlich Kreuzblütler-Pause haben.

Schlechte Vorgänger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Meerrettich
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Rettich
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing
Schlechte Nachfolger
Batavia
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kohlrabi
Kopfsalat
Lollo bianda / Lollo rosso
Mairübe
Meerrettich
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Radieschen
Rettich
Romana-Salat
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing

Sorten

Sorten werden bei der Winterkresse kaum unterschieden, meist bekommst du die Gartenform mit größeren Blättern als bei der Wildpflanze. Eine Form mit grün und cremeweiß gescheckten Blättern schmeckt bitterer und trägt weniger. Die nah verwandte Amerikanische Winterkresse wird in England und Nordamerika als Land Cress angebaut und schmeckt fast wie Brunnenkresse.

Pflege und Düngung

Winterkresse braucht keine eigene Düngung, auf nährstoffreichem Boden kommt sie gut zurecht. Wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit, vor allem bei Keimlingen und im Sommer, sonst schießt sie. Halte die Reihen unkrautfrei, bis die Rosetten den Boden decken. Den Winter übersteht sie ohne Schutz, unter Vlies, im Folientunnel oder unter einer leichten Strohdecke bleiben die Blätter aber deutlich zarter. Wo Tauben im Winter auf frisches Grün aus sind, hilft ein Netz.

Krankheiten und Schädlinge

Die Winterkresse ist robust, ihr wichtigster Schädling sind Erdflöhe. Die kleinen, springenden Käfer durchlöchern vor allem Keimlinge und junge Blätter von Saaten im Frühjahr und Sommer, bei Hitze und Trockenheit besonders stark. Säst du erst im Hochsommer, bleiben die Pflanzen meist verschont. Halte die Saat feucht, mulche den Boden und leg bei Bedarf ein feines Kulturschutznetz auf.

Als Kreuzblütler zählt die Winterkresse zu den Wirten der Kohlhernie und der Kleinen Kohlfliege. Damit sich beide nicht im Boden halten, gilt für sie dieselbe Anbaupause von vier Jahren wie für Kohl.

Raupen von Kohlweißling und Kohleule können an den Blättern fressen. Die Kohlmotte legt zwar gern Eier auf die Winterkresse, ihre Raupen überleben dort aber meist nicht. Blühende Pflanzen im zweiten Jahr ziehen Rapsglanzkäfer an, die nur die Blüten anfressen. In feuchten Jahren zeigen sich manchmal braune Blattflecken eines Pilzes, den die Winterkresse mit dem Meerrettich teilt, dann pflückst du die befallenen Blätter ab.

Anfällig für
Cercospora-Blattflecken an Meerrettich
Kleine Kohlfliege
Kohlerdflöhe(Anfälligkeit mittel)
Kohleule
Kohlhernie
Kohlweißlinge
Kohlzystennematode
Rapsglanzkäfer
Fangpflanze für
Kohlmotte

Ernte und Verarbeitung

Die ersten Blätter der Winterkresse kannst du etwa acht Wochen nach der Saat pflücken. Die Haupternte reicht von Oktober bis April, solange die Pflanzen noch nicht blühen. Nimm immer die äußeren, größeren Blätter und lass das Herz stehen, dann treibt die Rosette nach. Sobald im zweiten Frühjahr die Blütenstängel kommen, werden die Blätter hart und bitter. In einem feuchten Tuch hält sie sich im Kühlschrank etwa zwei Tage.

Die Samen und Blätter sind auch essbar. Die Blätter schmecken wie eine kräftige Brunnenkresse, roh im Salat, auf dem Butterbrot oder unter Spinat gemischt, der dadurch würziger wird. Die Samen reifen im Juli des zweiten Jahres und lassen sich wie Senf verwenden. In der Volksheilkunde gilt das Barbarakraut als blutreinigend und appetitanregend.

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