Spargel ist eine mehrjährige Staude, die 8 bis 15 Jahre am selben Standort bleibt und jährlich beerntet werden kann. Botanisch gehört Asparagus officinalis zur Familie der Spargelgewächse und stammt ursprünglich aus den warmen Regionen Südeuropas und Vorderasiens. Schon die Römer bauten ihn systematisch an und brachten ihn über die Alpen nach Mitteleuropa. Die Pflanze bildet ein kräftiges unterirdisches Rhizom (Wurzelstock), aus dem im Frühjahr die begehrten Triebe sprießen. Oberirdisch entwickelt sich im Sommer ein buschiges, fein verzweigtes Kraut von 60 bis 150 cm Höhe mit nadelartigen Scheinblättern. Spargel ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die männlichen sind ertragreicher und langlebiger, weshalb moderne Sorten oft rein männlich sind. Weibliche Pflanzen bilden im Spätsommer kleine rote Beeren, die leicht giftig sind. Für den Hausgarten ist Grünspargel die deutlich bessere Wahl als Bleichspargel. Das aufwändige Aufhäufeln von Erddämmen entfällt komplett, der Geschmack ist herzhafter und der Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen höher. Spargel wirkt entwässernd und regt den Stoffwechsel an. Die Kultur erfordert allerdings Erfahrung: Erst ab dem dritten Standjahr darf geerntet werden, und der Boden muss tiefgründig vorbereitet sein.
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Zahlen, Daten, Fakten
Spargel: Pflanzzeiten & Erntezeiten
Verpflanzen ins Beet von Ende März bis Mitte Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 730 Tagen etwa Mitte April beginnen und geht bis Mitte Juni.
Spargel pflanzen
Spargel wird im Hausgarten am besten über einjährige Rhizome (sogenannte Kronen oder Klauen) gepflanzt, die Du im Fachhandel bekommst. Die Samenanzucht ist zwar möglich, kostet aber mindestens ein zusätzliches Jahr und lohnt sich für die meisten nicht.
Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung liegt zwischen Ende März und Mitte Mai, sobald keine starken Bodenfröste mehr zu erwarten sind und die Bodentemperatur mindestens 12 °C erreicht hat. Für die Pflanzung hebst Du einen 30 bis 40 cm tiefen und etwa 45 cm breiten Graben aus. Auf den Boden kommt eine 10 bis 15 cm dicke Schicht gut verrotteter Kompost oder Mist. Darauf formst Du kleine Hügel im Abstand von 35 cm und setzt jeweils eine Krone darauf, wobei Du die Wurzeln sorgfältig nach allen Seiten ausbreitest. Die Rhizome sollten bei Grünspargel etwa 10 bis 15 cm unter der Erdoberfläche liegen, bei Bleichspargel 20 bis 25 cm. Dann füllst Du den Graben nach und nach auf. Der Reihenabstand beträgt bei Grünspargel 100 bis 150 cm.
Idealerweise bereitest Du den Boden schon ein bis zwei Jahre vor der Pflanzung mit Gründüngung und Kompost vor. Eine Nord-Süd-Ausrichtung des Beets sorgt für gleichmäßige Besonnung. Pro Person kannst Du mit 8 bis 25 Pflanzen rechnen, je nachdem wie viel Du ernten möchtest.
Standort und Boden
Spargel braucht einen vollsonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Platz. Der Boden muss tiefgründig, locker und gut durchlässig sein. Am besten eignen sich leichte, humusreiche Sandböden oder sandige Lehmböden. Die Mutterbodenschicht sollte mindestens 40 bis 60 cm betragen und frei von Steinen und größeren Wurzeln sein.
Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Grünspargel zeigt sich etwas toleranter und kommt auch mit mittelschweren, leicht lehmigen oder kiesigen Böden zurecht. Schwere Böden kannst Du durch das Einarbeiten von Sand verbessern.
Spargel: Gute und schlechte Nachbarn
Buschbohnen und Erbsen zählen zu den besten Nachbarn für Spargel. Als Leguminosen binden sie Luftstickstoff im Boden und versorgen den Starkzehrer Spargel genau mit dem Nährstoff, den er am meisten braucht. Ein praktischer Tipp: Stecke im Frühjahr alle 40 cm Buschbohnen neben den Spargelhügel, dann stehen sie mit Ende der Spargelsaison in Vollernte.
Kopfsalat und Kohlrabi passen ebenfalls hervorragend, weil sie als flachwurzelnde Pflanzen die oberen Bodenschichten nutzen, während der tiefwurzelnde Spargel sich seine Nährstoffe weiter unten holt. Auch Gurken, Dill und Petersilie vertragen sich gut. Tomaten nutzen andere Bodenschichten und können sich gegenseitig vor Schädlingen schützen. Ringelblumen und Tagetes fördern die Bodengesundheit und halten Schädlinge fern. Begleitpflanzen platzierst Du am besten so, dass die Spargelernte nicht behindert wird, also nur zwischen jeder zweiten Reihe.
Lauchgewächse und Kartoffeln gelten als ungünstige Nachbarn.
Spargel: Vorgänger und Nachfolger
Da Spargel als Dauerkultur 8 bis 15 Jahre an einem Standort bleibt, fällt er aus der normalen Fruchtfolge-Rotation heraus und wird als Sonderkultur behandelt.
Auf keinen Fall solltest Du Spargel nach Möhren, Kartoffeln oder Rüben pflanzen. Diese Kulturen können den Bodenpilz Rhizoctonia beherbergen, der die Speicherwurzeln des Spargels schwer schädigt. Nach dem Roden eines alten Spargelbeetes gilt die wichtigste Regel: Niemals sofort wieder Spargel auf derselben Fläche anbauen. Die empfohlene Anbaupause liegt bei mindestens 10, besser 20 Jahren, da selbst ein Jahrzehnt nach der Rodung noch Wurzelreste im Boden verbleiben und Fusarium-Pilze das Wachstum neuer Pflanzen behindern.
Sorten
Moderne F1-Hybridsorten bieten gegenüber alten Sorten deutlich höhere Erträge und bessere Krankheitsresistenz. Rein männliche Sorten sind ertragreicher und langlebiger sind als gemischtgeschlechtliche Sorten. Wer Wert auf Saatgutsouveränität legt sollte eher zu samenfesten Sorten wie 'Huchels Alpha' oder 'Ariane' greifen, denn diese lassen sich aus Samen selbst vermehren, wenn auch mit etwas mehr Geduld.
Bei weißem Spargel gilt 'Gijnlim' als bewährte Allround-Sorte, die früh austreibt und fusariumtolerant ist. 'Cumulus' überzeugt mit gleichmäßig dicken Stangen und guter Spargelrost-Resistenz. Wer schwerere Böden hat, ist mit 'Rapsody' gut bedient. Die samenfeste Sorte 'Huchels Alpha' eignet sich für den Bio-Anbau und entwickelt ein feines nussiges Aroma.
Beim Grünspargel hat sich 'Schneewittchen' als Klassiker etabliert, der gleichmäßig grüne Stangen mit zartem Geschmack liefert. 'Primaverde' ist eine rein männliche Hybride mit früher Ernte und hohem Ertrag. Für Experimentierfreudige gibt es violette Sorten wie 'Burgundine', die sich besonders gut zum Rohverzehr eignet, wobei die violette Farbe beim Kochen leider verloren geht.
Pflege und Düngung
Spargel ist ein Starkzehrer und braucht über die gesamte Standzeit eine durchdachte Nährstoffversorgung. In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung benötigt er vor allem Stickstoff und Spurenelemente. Ab dem Frühjahr bringst Du einen organischen Langzeitdünger aus, eine zweite Gabe folgt im Juni. Verdünnte Brennnesseljauche ist während der Wachstumszeit ein prima Zusatzdünger, allerdings nicht während der Erntewochen verwenden. Ab dem dritten Jahr arbeitest Du reichlich Kompost oder Mist zwischen den Reihen ein.
Beim Gießen gilt: regelmäßig, aber nicht übertreiben. Etwa 5 Liter pro Quadratmeter und Woche reichen als Grundversorgung, in der heißen Erntezeit darf es auch mehr sein. Besonders im ersten Pflanzjahr darf der Boden nie austrocknen. Am besten nimmst Du Regenwasser, kaltes Leitungswasser kann einen Kälteschock verursachen.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Kompost hält den Boden feucht und locker und unterdrückt Unkraut. Beim Bleichspargel häufelst Du ab März lockere Erde etwa 35 cm hoch über den Pflanzen auf und bildest einen Damm. Schwarze Folie über diesem Damm beschleunigt die Erwärmung. Bei Grünspargel kannst Du stattdessen mit Vlies abdecken und so die Ernte um rund zwei Wochen vorziehen.
Im Herbst schneidest Du das vergilbte Laub bodennah ab. Ganz wichtig: Das Laub gehört nicht auf den eigenen Kompost, denn Spargelkäfer und Rostsporen können darin überwintern. Anschließend deckst Du das Beet mit Kompost oder Mulch als Winterschutz ab.
Krankheiten und Schädlinge
Spargelrost (Puccinia asparagi) ist die häufigste Pilzkrankheit. Ab Mitte Mai zeigen sich gelb-orange Flecken auf Blättern und Stängeln, die sich später rotbraun bis schwarz verfärben. Der Ertragsverlust kann 30 Prozent und mehr betragen. Die wichtigste Gegenmaßnahme: Im Herbst altes Laub konsequent entfernen und entsorgen, denn dort überwintern die Sporen. Resistente Sorten wie 'Cumulus' oder 'Rapsody' bieten zusätzlichen Schutz.
Die Fusarium-Welke (Fusarium oxysporum f. sp. asparagi) ist besonders tückisch, weil sie sich nicht behandeln lässt. Befallene Pflanzen treiben schlecht aus, die Wurzeln verfaulen und werden schwarz. Lockerer Boden mit gutem Wasserabfluss und fusariumtolerante Sorten sind die einzige Vorbeugung. Die Einhaltung der langen Anbaupause ist hier der wichtigste Schutzfaktor.
Bei den Schädlingen ist die Spargelfliege (Platyparea poeciloptera) der gefährlichste Feind. Ihre Larven bohren sich in die Stangen, die sich daraufhin verkrümmen und abwelken. Kulturschutznetze und Leimfallen helfen im Hausgarten. Das Spargelhähnchen (Crioceris asparagi) und der Zwölfpunkt-Spargelkäfer (Crioceris duodecimpunctata) fressen an Trieben und Blättern. Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen helfen gegen Schädlinge.
Ernte und Verarbeitung
Geduld gehört beim Spargel zum Programm. Erst ab dem dritten Standjahr darfst Du ernten, und dann zunächst nur etwa vier Wochen lang, um die Pflanze nicht zu erschöpfen. Ab dem vierten bis fünften Jahr sind sechs bis acht Wochen Ernte drin. Traditionelles Ernteende ist der 24. Juni, der Johannistag. Nach dem Motto 'Kirschen rot, Spargel tot' lässt Du danach alle Triebe stehen. Schon vor dem Ende der Ernte lässt du pro Pflanze mindestens drei bis fünf kräftige Stangen zur Farnbildung stehem. Das fedrige Spargelkraut ist kein Zierwerk, sondern notwendige Photosynthesefläche. Über den Sommer füllt die Pflanze damit ihre unterirdischen Speicherwurzeln wieder auf, je mehr grünes Laub, desto besser die Ausgangslage für das nächste Jahr. Im Herbst, wenn das Laub gelb und trocken geworden ist, schneidest Du es bodennah ab. Grünen Spargel schneidest Du einfach bodennah mit einem scharfen Messer ab, sobald die Stangen 15 bis 25 cm hoch sind und die Köpfe noch fest geschlossen sind. Die beste Zeit dafür ist der frühe Morgen, wenn Zucker- und Aromagehalt am höchsten sind. Im Juni kann Spargel bis zu 15 cm pro Tag wachsen, da muss man manchmal zweimal am Tag nachschauen. Zu dünne Stangen lässt Du stehen, sie stärken die Pflanze. Beim Bleichspargel stichst Du mit einem Spargelstecher 25 bis 30 cm tief in den Damm, sobald feine Risse in der Erdoberfläche sichtbar werden. Frisch geernteten Spargel verarbeitest Du am besten noch am selben Tag. Bleichspargel hält sich in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank zwei bis vier Tage. Grünspargel stellst Du am besten aufrecht in ein Glas mit kaltem Wasser.
