Meerrettich anbauen

Armoracia rusticana Kren
Weitere Namen
Kren
Botanischer Name
Armoracia rusticana
Familie / Gattung
Brassicaceae / Armoracia
Pflanzenkategorie
Wurzel- und Knollengemüse
MeerrettichNataly Studio/Shutterstock.com

Meerrettich, in Bayern und Österreich Kren genannt, ist eine ausdauernde Staude aus der Familie der Kreuzblütler und damit ein Verwandter von Kohl, Rettich und Senf. Er bildet große, derbe Blätter und eine dicke weiße Wurzel, die Stange, deren Schärfe sich erst beim Reiben entfaltet. Die Pflanze wird etwa einen Meter hoch und ist völlig winterhart. Samen bildet sie kaum, vermehrt wird sie über Wurzelstücke, die Fechser. Meerrettich gehört zu den ältesten Kulturpflanzen unserer Gärten und verwildert leicht, an Wegen und Bachufern zeigt er oft noch nach Jahrzehnten, wo einmal ein Garten lag.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne / Halbschatten
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Schwierigkeitsgrad
Einfach
Kultur (nach Gertrud Franck)
A - hohe oder breite Kulturen, nahezu Ganzjährig
Winterhärte
Winterhart
Kulturzeit
165 - 390 Tage
Reihenabstand
70 cm
Pflanzabstand
40 cm
Wuchshöhe
50 - 120 cm

Meerrettich: Pflanzzeiten & Erntezeiten

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Verpflanzen
Ernte
ab 2. Jahr
Ernte (im nächsten Jahr)

FrühlingVerpflanzen ins Beet von Mitte März bis Mitte Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 165 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende März im nächsten Jahr.

HerbstVerpflanzen ins Beet von Anfang September bis Ende Oktober. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 390 Tagen etwa Anfang September beginnen und geht bis Ende Dezember im nächsten Jahr.

MehrjährigVerpflanzen ins Beet von Mitte März bis Ende Oktober. Die Ernte beginnt etwa Anfang September und geht bis Ende Dezember, beginnend ab dem 2. Jahr.

Meerrettich pflanzen

Meerrettich vermehrst du so gut wie nie über Samen, sondern über die sogenannten Fechser. Das sind die kräftigen Seitenwurzeln, die von der Hauptwurzel abgehen und bei der Ernte anfallen. Gute Fechser sind etwa 30 cm lang und mindestens bleistiftdick, oben schneidest du sie gerade und unten schräg ab, damit du die Wuchsrichtung nicht verwechselst. Gepflanzt wird im Herbst oder im Frühling ab Anfang April. Leg die Fechser schräg und unbedingt in der ursprünglichen Wuchsrichtung in den gut gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden, das obere Ende soll etwa 3 cm herausschauen. Zwischen den Reihen brauchst du 70 bis 80 cm, in der Reihe 40 bis 50 cm.

Pflanzt du im Herbst, beginnt die Ernte erst im Herbst des nächsten Jahres und endet im Frühjahr des übernächsten Jahres. Grove plant hier nur bis in den Dezember des nächsten Jahres.

Du kannst dem Meerrettich auch einen festen Platz im Garten geben. Lässt du beim Ausgraben kleine Wurzelstücke im Boden, treibt aus jedem Rest im nächsten Frühjahr wieder eine Pflanze aus. So bleibt der Meerrettich dauerhaft an seiner Ecke und kommt jedes Jahr von selbst wieder. Das macht weniger Arbeit, allerdings breitet er sich mit der Zeit aus und ist dann nur schwer wieder loszuwerden. Setz ihn deshalb an den Rand des Gartens oder begrenze den Wurzelraum mit einer Wurzelsperre.

Standort und Boden

Meerrettich wächst auf fast jedem Boden, schöne und kräftige Stangen bildet er aber nur in tiefgründiger, humoser Erde, die gleichmäßig feucht bleibt. Auf leichtem Sand wird er weniger aromatisch, auf schwerem Lehm schnell holzig. Ein pH-Wert zwischen 6 und 7,5 passt ihm, Staunässe verträgt er nicht. Sonne ist ideal, Halbschatten nimmt er auch hin. Im Topf auf dem Balkon wächst Meerrettich dagegen nicht gut.

Meerrettich: Gute und schlechte Nachbarn

Meerrettich steht meist mehrere Jahre am selben Platz und breitet sich unter der Erde aus. Im Gemüsebeet hat er deshalb nur wenige feste Nachbarn, am besten passt er an den Rand oder in eine Ecke des Gartens.

Sein klassischer Partner ist die Kartoffel. Schwester Christa Weinrich setzt Meerrettich auf kleine Erdhügel an die Ecken des Kartoffelstücks, und in Deutschland, Frankreich und Nordamerika gilt er als Schutz gegen Kartoffelkäfer und Kartoffelkrankheiten. Untersucht ist diese Wirkung nicht, als Begleiter am Beetrand stört er die Kartoffeln aber nicht.

Neben Pastinaken ist Meerrettich weniger gern gesehen, seine kräftigen Wurzeln machen ihnen den Platz streitig und sie bleiben kleiner. Gartenkresse säst du nicht direkt daneben, sie soll benachbarte Pflanzen im Wuchs hemmen. Rucola zieht wie der Meerrettich Erdflöhe an, nebeneinander wird der Befall stärker. Andere Kohlgewächse neben dem Meerrettich sind kein Problem, in der Fruchtfolge hältst du sie aber auseinander.

Gute Nachbarn
Kartoffel
Schlechte Nachbarn
Gartenkresse
Pastinake
Rucola

Meerrettich: Vorgänger und Nachfolger

Meerrettich ist ein Kreuzblütler und teilt mit Kohl, Rettich, Radieschen und Rucola die Kohlhernie. Nach anderen Kreuzblütlern setzt du ihn deshalb erst nach vier Jahren, umgekehrt gilt dasselbe. Baust du größere Mengen an, lässt du ihn höchstens zwei Jahre auf einer Fläche und machst danach vier Jahre Pause. Für ein paar Pflanzen am Gartenrand brauchst du keine strenge Fruchtfolge.

Gute Vorfrüchte sind Erbsen und Bohnen, und Schwester Christa Weinrich empfiehlt sie auch als Nachkultur, wenn der Meerrettich gerodet ist. Ungünstig sind Kulturen, die die Verticillium-Welke im Boden anreichern, also Tomaten, Auberginen, Gurken, Erdbeeren, Sonnenblumen und Minze. Bei Kartoffeln gehen die Meinungen auseinander: Als gut gedüngte Hackfrucht gelten sie als gute Vorfrucht, sie vermehren aber ebenfalls die Welke.

Wenn du den Meerrettich rodest, grab alle Wurzelstücke gründlich aus. Aus jedem Rest treibt im Frühjahr eine neue Pflanze, die in der Folgekultur stört und Krankheiten weiterträgt.

Gute Vorgänger
Ackerbohne
Buschbohne
Erbse
Feuerbohne
Kichererbse
Linsen
Rotklee
Sojabohne
Stangenbohne
Weißklee
Schlechte Vorgänger
Aubergine
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Erdbeere
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Gurke
Kartoffel
Kohlrabi
Mairübe
Meerrettich
Minze
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Rettich
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Sonnenblume
Spitzkohl
Steckrübe
Tomate
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing
Gute Nachfolger
Ackerbohne
Buschbohne
Erbse
Feuerbohne
Kichererbse
Linsen
Sojabohne
Stangenbohne
Schlechte Nachfolger
Blumenkohl
Brokkoli
Chinakohl
Flower Sprouts
Gartenkresse
Grünkohl
Kohlrabi
Mairübe
Meerrettich
Mizuna (Asiasalat)
Ölrettich
Pak Choi
Palmkohl
Radieschen
Rettich
Romanesco
Rosenkohl
Rotkohl
Rucola
Schwarzer Rettich
Senf
Spitzkohl
Steckrübe
Weißkohl
Winterkresse
Wirsing

Sorten

Echte Meerrettichsorten gibt es kaum, angebaut werden regionale Herkünfte wie Bayerischer, Hamburger, Spreewälder, Badischer oder Steirischer Meerrettich. Sie unterscheiden sich in Wurzelgröße, Schärfe und Festigkeit des Fleisches. Der Steirische wächst kräftig und ist scharf und fest, Bayerischer und Badischer Meerrettich schmecken milder, der Spreewälder ist sehr scharf. Viele Herkünfte sind empfindlich gegen Weißen Rost und Viren, kauf deshalb gesunde Pflanzen oder Fechser aus einem gesunden Bestand.

Pflege und Düngung

Der Meerrettich braucht gleichmäßige Feuchtigkeit, um schöne Wurzeln auszubilden. Gieß vor allem nach dem Pflanzen und im August und September, wenn die Stangen dicker werden. Im guten Gartenboden reicht jedes Jahr eine Schicht reifer Kompost, etwa 3 Liter je Quadratmeter. Frischen Mist gibst du nicht, er macht den Meerrettich anfällig für Krankheiten. Für gerade, glatte Stangen legst du im Juni und noch einmal im Juli das obere Ende der Wurzel frei, brichst alle Seitentriebe bis auf den kräftigsten ab und deckst sie wieder mit Erde zu, am besten an einem trüben Tag.

Krankheiten und Schädlinge

Im kleinen Garten bleibt Meerrettich meist gesund. Probleme gibt es vor allem, wenn er jahrelang am selben Platz steht oder wenn du Fechser von kranken Pflanzen weitervermehrst.

Die gefährlichste Krankheit ist die Verticillium-Welke, auch Meerrettichschwärze genannt. Der Pilz sitzt im Boden, dringt über die Wurzeln ein und färbt die Leitungsbahnen braun, im Querschnitt der Stange siehst du dunkle Punkte oder einen Ring. Gegen ihn hilft nur Vorbeugen mit gesunden Fechsern, Abstand zu Kartoffeln, Tomaten, Erdbeeren und Kohl und ohne Wurzelreste kranker Pflanzen im Beet. Über Fechser und Blattläuse kommen auch Viren in den Bestand, das Wasserrübenmosaikvirus mit ringförmigen hellen Flecken und das Gurkenmosaikvirus, bei dem die Blätter fleckig vergilben.

Bei kühlem, feuchtem Wetter zeigen sich auf den Blättern weiße Pusteln, das ist der Weiße Rost. Braune Blattflecken stammen meist von Alternaria- oder Cercospora-Pilzen, die auf alten Blättern überwintern. Entferne befallene Blätter und vermehre keine kranken Pflanzen.

Erdflöhe, darunter der gelb gestreifte Meerrettich-Erdfloh, und die metallisch glänzenden Meerrettichblattkäfer fressen Löcher in die Blätter, vor allem bei Trockenheit. Raupen des Kohlweißlings richten am Meerrettich meist wenig Schaden an. Schnecken zieht der Meerrettich stark an, er verkraftet den Fraß aber gut, und unter seinen großen Blättern sammelst du sie morgens und abends bequem ab.

Anfällig für
Adernschwärze(Anfälligkeit gering)
Cercospora-Blattflecken an Meerrettich
Gurkenmosaikvirus
Kleine Kohlfliege
Kohlerdflöhe(Anfälligkeit mittel)
Kohlhernie
Kohlrübenblattwespe
Kohlschwärze
Kohlweißlinge
Kohlzystennematode
Meerrettichblattkäfer
Nacktschnecken(Anfälligkeit gering)
Rhizoctonia
Verticillium-Welke(Anfälligkeit hoch)
Verticillium-Welke an Kohl(Anfälligkeit hoch)
Wasserrübenmosaikvirus(Anfälligkeit hoch)
Weißer Rost(Anfälligkeit mittel)
Fangpflanze für
Nacktschnecken

Ernte und Verarbeitung

Sokor Space/Shutterstock.com

Die Ernte beginnt, wenn im Herbst die Blätter vergilben, je nach Gegend Ende Oktober bis Mitte November. Ernten kannst du den ganzen Winter, solange der Boden nicht gefroren ist, spätestens aber bevor die Wurzeln im Frühjahr neu austreiben. Lockere den Boden immer mit einer Grabegabel und zieh nicht einfach an der Pflanze, sie würde abbrechen. Die dünnen Seitenwurzeln hebst du als Fechser für das nächste Jahr auf, über den Winter in feuchtem Sand im kühlen Keller.

Frisch gerieben ist Meerrettich am schärfsten, die Schärfe verfliegt nach zehn bis zwanzig Minuten. Beträufle ihn gleich mit Zitronensaft, dann wird er nicht braun. Eine angebrochene Stange hält sich in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank mehrere Wochen. Meerrettich passt zu Rindfleisch, Fisch und Würsten, mit sauren Äpfeln gerieben wird daraus Apfelkren. Seine Senföle gelten als altes Hausmittel bei Erkältungen. Mehr als etwa 20 g frische Wurzel am Tag solltest du nicht essen, Kinder, Schwangere und Stillende verzichten besser ganz darauf.

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