Zwiebel

Allium cepa
Botanischer Name
Allium cepa
Pflanzenkategorie
Lauchgemüse

Allgemeines

Zwiebel
Martins Vanags/Shutterstock.com

Die Zwiebel ist ein wahres Multitalent in der Küche und im Garten. Mit ihrem süßlich-scharfen Aroma verfeinert sie unzählige Gerichte und ist dabei nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die Zwiebel ist mehrjährig, wird aber meist als einjährige Kultur angebaut, da sie im ersten Jahr die essbaren Knollen bildet.

Die Vielfalt der Zwiebeln ist groß: Von milden Frühlingszwiebeln über klassische Sommerzwiebeln bis hin zu robusten Winterzwiebeln gibt es zahlreiche Typen, die sich in Form, Farbe und Geschmack unterscheiden.

Im Garten ist die Zwiebel eine wertvolle Pflanze, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch als Schutzpflanze gegen Schädlinge wirkt. Sie liebt sonnige, warme Plätze und einen humusreichen, gut durchlässigen Boden. Die Zwiebel ist relativ anspruchslos, benötigt aber eine sorgfältige Pflege, vor allem in der Anfangsphase, wenn sie noch wenig konkurrenzfähig gegenüber Unkraut ist.

Auch als Heilpflanze findet sie Verwendung, vor allem bei Erkältungsbeschwerden und Ohrenschmerzen. Als Notfall-Hausmittel gegen Stiche von Bienen und Wespen eine Zwiebel aufschneiden und auf den Stich reiben. Das funktioniert, sagt sogar unsere Tochter. Schwefelverbindungen aus dem Zwiebelsaft zersetzen das Gift und lindern damit den Schmerz.

Zahlen, Daten, Fakten

Lichtbedarf
Sonne
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Kultur (nach Gertrud Franck)
B - früh, B - spät
Kulturzeit
120 Tage
Reihenabstand
25 cm
Pflanzabstand
7 cm
Wuchshöhe
20 - 60 cm
Saattiefe
2 cm
Keimtemperatur (minimal)
2 °C
Keimtemperatur (optimal)
15 - 25 °C
Keim-Art
Hell und Dunkel
Vorzieh-Dauer
60 Tage

Zeiten

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12
Direktsaat
Vorziehen
Verpflanzen
Ernte
Ernte (im nächsten Jahr)

FrühlingDirektsaat von Anfang März bis Ende April. Verpflanzen ins Beet von Anfang April bis Mitte Juni. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Anfang Februar und Mitte April. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte August beginnen und geht bis Ende September.

WinterDirektsaat von Anfang August bis Ende August. Verpflanzen ins Beet von Anfang August bis Mitte September. Vorziehen etwa 60 Tage vor dem Auspflanzen, etwa zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Ende August im nächsten Jahr.

Frühling 2Direktsaat von Anfang April bis Ende Mai. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte Juni beginnen und geht bis Anfang August.

Winter 2Direktsaat von Mitte September bis Ende Oktober. Die Ernte kann nach einer Kulturzeit von 120 Tagen etwa Mitte Mai beginnen und geht bis Mitte Juli im nächsten Jahr.

Aussaat und Pflanzung

Frühling und Winter: zeigen die Zeiten für Anbau über Aussaat 

Frühling 2 und Winter 2: zeigen die Zeiten für Anbau über Steckzwiebeln

Zwiebeln können auf verschiedene Arten angebaut werden: durch Direktsaat, Vorkultur oder das Stecken von Steckzwiebeln.

Die Direktsaat erfolgt meist von Anfang März bis Ende April, je nach Region und Witterung. Die Samen werden flach, etwa 2 cm tief, in Reihen mit einem Abstand von 25 cm gesät. Die Pflanzen werden in der Reihe auf 5 bis 10 cm vereinzelt, sobald sie groß genug sind.

Die Anzucht im Haus oder Gewächshaus beginnt oft Mitte Februar bis Anfang April, um Jungpflanzen für die Pflanzung Mitte April bis Mitte Mai zu erhalten. Dabei werden die Samen flächig in Töpfen oder Platten ausgesät und bei optimalen Temperaturen von 15 bis 20 °C gekeimt. Die Jungpflanzen werden vorsichtig ausgepflanzt, wobei darauf zu achten ist, dass sie nicht zu tief gesetzt werden – die Zwiebeln sollten auf dem Boden aufliegen, nur die Wurzeln in der Erde.

Steckzwiebeln sind eine praktische Alternative, vor allem in höheren Lagen oder wenn die Aussaat spät erfolgt. Sie werden ab Ende März bis Mai mit Abstand von etwa 10 cm gesteckt, wobei die Spitze leicht aus der Erde ragen sollte. Steckzwiebeln haben den Vorteil eines schnelleren Wachstums, sind aber anfälliger für Krankheiten und bieten weniger Sortenvielfalt.

Bundzwiebeln können von März bis August ausgesät werden, um eine kontinuierliche Ernte zu ermöglichen. Sie werden flacher gesät (ca. 1,5 cm) und brauchen einen Reihenabstand von 20 bis 25 cm.

Um Steckzwiebeln herzustellen werden Zwiebelsamen im Frühjahr (März-April) mit Abstand von etwa 2cm gesät. Ernte sie nach etwa 8 - 12 Wochen, sobald sie Haselnussgroß sind. Bei Gertrud Franck geschieht dies in den C-Reihen.

Standort und Boden

Zwiebeln lieben sonnige, warme Standorte mit guter Luftzirkulation. Ein windoffener Platz ist ideal, damit das Laub schnell abtrocknet und Krankheiten vorgebeugt wird. Schatten vertragen Zwiebeln nicht gut, da sie dann weniger Zwiebelmasse bilden und anfälliger für Krankheiten sind.

Der Boden sollte locker, humus- und nährstoffreich sein, mit guter Wasserspeicherfähigkeit. Mittelschwere Böden mit einem gewissen Lehmanteil sind optimal. Reine Sand- oder schwere Tonböden sind weniger geeignet, da sie entweder zu schnell austrocknen oder zu nass bleiben. Vor der Aussaat empfiehlt sich eine gründliche Bodenlockerung und das Einbringen von Kompost.

Im Jugendstadium sind Zwiebeln empfindlich gegenüber Staunässe und Bodenverdichtungen. Daher ist eine gute Vorbereitung und Pflege des Bodens wichtig.

Nachbarschaft

Zwiebeln sind hervorragende Mischkulturpartner und schützen benachbarte Pflanzen vor Schädlingen. Besonders gut harmonieren sie mit Tomaten, Salate, Gurken, Pastinaken, Mangold und Rote Bete. Diese Kombinationen fördern das Wachstum und reduzieren Schädlingsdruck.

Weniger geeignet sind Nachbarschaften mit Bohnen, Erbsen, Kartoffeln und Kohl, da diese das Wachstum der Zwiebeln beeinträchtigen können. Auch Sellerie und Tomaten sollten nicht direkt neben Zwiebeln gepflanzt werden, um Konkurrenz und Krankheitsrisiken zu vermeiden.

Neben Karotten gepflanzt vertreibt der Zwiebelduft die Möhrenfliege und umgekehrt die Karotte die Zwiebelfliege. Bei starkem Zwiebelfliegenbefall kann ein engmaschiges Kulturschutznetz helfen.

Sehr gute Nachbarn
Gute Nachbarn
Schlechte Nachbarn

Fruchtfolge

Die Fruchtfolge ist bei Zwiebeln besonders wichtig, um Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden. Kohl zeigt Wachstumsverzögerungen, wo vorher Zwiebelgewächse standen und umgekehrt. Zwiebeln sollten nicht direkt nach anderen Zwiebelgewächsen oder Hülsenfrüchten angebaut werden. Ein Abstand von mindestens vier Jahren wird empfohlen, bei Befall mit Krankheiten wie Nematoden oder Falschem Mehltau sogar bis zu sechs Jahren.

Ideal sind Vorfrüchte, die wenig Ernterückstände hinterlassen und das Beet unkrautfrei halten, wie Mairüben oder Tomaten. Eine abfrierende Gründüngung im Vorjahr kann den Boden zusätzlich verbessern und Unkraut reduzieren.

Zwiebeln hinterlassen einen gut durchwurzelten, lockeren Boden, der für folgende Kulturen günstig ist. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge unterstützt die Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit.

Gute Vorgänger
Schlechte Vorgänger
Sehr schlechte Vorgänger
Gute Nachfolger
Schlechte Nachfolger
Sehr schlechte Nachfolger

Sorten

Die Sortenvielfalt der Zwiebel ist groß und reicht von milden Frühlingszwiebeln über klassische Sommerzwiebeln bis hin zu robusten Winterzwiebeln und Bundzwiebeln. Die Farben variieren von Weiß über Gelb bis Rot und Violett.

Sommerzwiebeln sind meist lagerfähig und zeichnen sich durch eine breite Formpalette aus, von flachrund bis birnenförmig. Winterzwiebeln sind kälteresistent und eignen sich für den Anbau im Herbst und Winter. Bundzwiebeln bilden kleine Knollen mit langen Schäften und werden frisch verzehrt.

Schalotten sind eng verwandt, unterscheiden sich aber durch ihre längliche Form und das Wachstum in Bündeln. Sie sind milder im Geschmack und werden oft roh verwendet.

Pflege und Düngung

Zwiebeln sind relativ anspruchslos, benötigen aber in den ersten Wochen eine sorgfältige Unkrautbekämpfung, da sie in dieser Phase wenig konkurrenzfähig sind.

Gießen sollte maßvoll und am Morgen erfolgen, sodass die Pflanzen bis zum Abend abtrocknen können. Das reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten wie Falschem Mehltau.

Zu viel Wasser, besonders kurz vor der Ernte, kann zu glasigen Zwiebeln führen. Nach dem Abknicken der Schlotten sollte nicht mehr gegossen werden.

Düngung ist meist nicht nötig, wenn der Boden gut mit Kompost versorgt ist. Zwiebeln sind Schwach- bis Mittelzehrer. Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum auf Kosten der Knollenbildung und Lagerfähigkeit.

Krankheiten und Schädlinge

Zwiebeln sind anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge, die im biologischen Gartenbau besondere Aufmerksamkeit erfordern. Die häufigste Pilzkrankheit ist der Falsche Mehltau (Peronospora destructor), der sich bei feucht-kühlem Wetter schnell ausbreitet. Symptome sind helle Flecken auf den Röhrenblättern, später ein grau-violetter Belag.

Vorbeugend helfen windoffene Standorte, Unkrautfreiheit, Bewässerung nur am Vormittag und Ackerschachtelhalm-Spritzungen. Die Zwiebelfäule (Fusarium oxysporum) führt zu kleinen, schwachen Zwiebeln mit schlechtem Wurzelwerk und Blattvergilbung. Befallene Zwiebeln faulen im Lager weiter.

Schädlinge wie die Zwiebelfliege legen ihre Eier auf die Blätter, die Larven fressen Gänge und schädigen die Zwiebelknolle. Dieser kann man durch Mischkultur mit Möhren oder durch Gemüseschutznetze vorbeugen. Auch die Lauchminierfliege kann Schäden verursachen.

Stress durch Trockenheit, zu späte Aussaat oder Überbewässerung kann zu gelben Spitzen, dicken Hälsen oder Schossen führen.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte kann beginnen, sobald die meisten Blütenstände umgeknickt sind und der Zwiebelhals trocken ist. Händisches Abknicken bringt keine Vorteile. In nassen Sommern empfiehlt sich eine vorgezogene Ernte zum Schutz vor Lagerkrankheiten.

Am besten den Boden knapp neben den Zwiebeln mit einer Grabegabel lockern. Dadurch können die Zwiebeln einfach gezogen werden.

Nach der Ernte werden die Zwiebeln einige Tage bei trockenem Wetter auf dem Beet liegend getrocknet, dabei regelmäßig gewendet. Alternativ kann die Nachreife an einem luftigen, überdachten Ort erfolgen, z.B. auf einem Dachboden oder in einem Gewächshaus.

Für die Lagerung eignen sich kühle, dunkle und gut belüftete Räume mit Temperaturen zwischen 1 und 10 °C. Zwiebeln können in flachen Kisten, Zwiebelsäcken oder zu Zöpfen geflochten gelagert werden. Bundzwiebeln sollten möglichst frisch verzehrt werden, sie halten sich nur wenige Tage im Kühlschrank.

In der Küche sind Zwiebeln vielseitig einsetzbar: roh, gekocht, gebraten oder karamellisiert. Sie enthalten wertvolle Nährstoffe und wirken antiviral sowie immunstärkend. Auch fermentierte Zwiebelprodukte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.