Die Planung eines Gartens kann ganz schön kompiziert sein. Genau deswegen gibt es grove ja, da wir es mit Büchern, Kreuztabellen und Papier damals auch echt kompliziert fanden. Grove hilft Dir mit den Filtern für Pflanzen und Anzeige von Nachbarschaften und Fruchtfolge bereits deutlich bei dieser Planung.
Nun kommt aber etwas Magie ins Spiel: Die Garten-Fee
Sie schaut sich ein einzelnes Beet oder sogar Deinen ganzen Garten an, nimmt im optimalen Fall Deine gepflegte Wunschliste zur Hand und macht in Sekunden das, wofür man händisch Stunden lang knobelt. Ist auf dem Beeten bereits etwas eingetragen, sucht sie nach passenden Begleitkulturen und ob etwas noch davor oder danach gepflanzt werden kann. Sie füllt also die Lücken und nutzt Deine Fläche. Ist noch nichts auf dem Beet oder dem Garten vorhanden, plaziert sie erstmal die großen Leitkulturen und erstellt weitere Pflanzungen um diese herum.
Du willst Gründügung einsetzten, auch hier kann Sie helfen. Sie plant aufgrund der Kulturen im vergehenden Jahr und den bereits geplanten Kulturen im neuen Jahr diese für Dich. Hierbei achtet sie vorallem auf die Fruchtfolge, dass z.B. keine Leguminosen aufeinander folgen.
Das Schöne daran: Nichts davon ist in Stein gemeißelt. Die Vorschläge erscheinen erst einmal nur als Vorschau auf dem Beet. Du kannst sie in Ruhe ansehen, einzeln verändern und erst dann übernehmen. Was Dir nicht gefällt, verwirfst Du.
Zwei Aufgaben: Gemüse und Gründüngung
Die Fee kann zwei Dinge für Dich tun. Was davon, das wählst Du gleich zu Beginn im Dialog unter “Was soll die Garten-Fee für dich tun?”:
- Gemüse planen: Die Fee bepflanzt leere Beete, füllt Lücken in bereits geplanten Beeten und nutzt freie Zeiträume für Vor- und Nachkulturen. Hier geht es um die Ernte.
- Gründüngung: Die Fee setzt Pflanzen, die Du nicht erntest, sondern dem Boden zuführst. Sie verbessern die Erde, sammeln Stickstoff, lockern den Untergrund oder halten Nährstoffe über den Winter im Beet.
Die weiteren Optionen werden in den Kapiteln “Gemüse planen” und “Gründüngung” beschrieben.
Die Garten-Fee starten
Du kannst die Fee an zwei Stellen rufen: für ein einzelnes Beet oder für mehrere Beete auf einmal. In beiden Fällen wählst Du im Dialog zuerst die Aufgabe und stellst dann die passenden Optionen ein.
Ein einzelnes Beet
Diese Variante nutzt Du, wenn Du Dich gerade um ein bestimmtes Beet kümmerst.
- Öffne das Beet.
- Klicke in der Leiste oben auf Garten-Fee (das lila Zauberstab-Symbol).
- Wähle die Aufgabe, stelle die Optionen ein und klicke auf Loslegen.
Mehrere Beete auf einmal
Diese Variante plant über Deinen ganzen Garten hinweg.
- Gehe in der Navigation zu “Beete”.
- Klicke auf Garten-Fee. Damit startet der Auswahl-Modus, und zunächst sind alle Beete angehakt.
- Hake die Beete an oder ab, die die Fee bearbeiten soll. Ein Klick auf eine Beet-Kachel schaltet die Auswahl um.
- Klicke oben auf Starten (das lila Play-Symbol), wähle die Aufgabe, stelle die Optionen ein und bestätige.
- Die Fee arbeitet die Beete der Reihe nach ab. Einen laufenden Vorgang kannst Du jederzeit abbrechen, er endet dann nach dem aktuellen Beet.
Bei der Gemüse-Planung verteilt die Fee hier Deine Wunschliste über alle ausgewählten Beete. Das ist die eigentliche Stärke dieser Variante.
Vorschläge ansehen, ändern und übernehmen
Egal welche Aufgabe, egal ob ein oder mehrere Beete: Die Fee schreibt nie direkt etwas fest.
- Vorschau auf dem Beet. Die Vorschläge erscheinen gestrichelt und in Violett direkt im Beetplan. So siehst Du sofort, was wohin käme.
- Einzeln verändern. Du kannst jeden Vorschlag anklicken und anpassen wie eine normale Pflanzung, oder einzelne wieder löschen.
- Übernehmen oder verwerfen. Passt alles, klickst Du auf Übernehmen. Aus den Vorschlägen werden dann echte Pflanzungen, samt aller zugehörigen Aufgaben. Mit Verwerfen löschst Du alle Vorschläge auf einen Schlag.
Nach einem Lauf über mehrere Beete zeigt Dir jede Beet-Kachel, wie viele Vorschläge dort liegen und welche Pflanzen dort vorgeschlafen werden. Du kannst jedes Beet einzeln öffnen, prüfen, verändern und übernehmen. Oder zentral in der Übersicht mit Alle übernehmen beziehungsweise Alle verwerfen abschließen.
Solange Vorschläge offen sind, bleiben sie erhalten, auch wenn Du zwischendurch kurz andere Dinge in grove machst. Du solltest die App oder Webseite jedoch nicht schließen oder neu starten.
Hinweise der Fee
Findet die Fee für eine Pflanze von Deiner Wunschliste keinen Platz, verschweigt sie das nicht. Über den Button Hinweise siehst Du, welche Pflanze sie übergangen hat und warum: schlechter Vorgänger oder Nachfolger, schlechte Nachbarschaft, unpassender Reihentyp, zu wenig Platz oder unpassende Pflanzzeit. Oft steht dort auch, welche Leitkultur sie stattdessen gewählt hat.
Gemüse planen
Bei dieser Aufgabe geht es um die Ernte. Stell Dir die Fee wie einen erfahrenen Gärtner vor, der mit Dir durch den Garten geht und sagt: “Hier könnte noch was hin.” Sie deckt drei typische Situationen ab:
- Ein leeres Beet bepflanzen. Je nach Größe des Beets setzt die Fee eine oder mehrere Leitkulturen und ordnet passende Begleitkulturen darum herum an. Beziehungsweise sucht passende Pflanzen anhand des Reihentyps bei Systemen nach Gertrud Franck und der Fam. Langerhorst.
- Lücken in einem geplanten Beet füllen. Sind schon Pflanzungen vorhanden, sucht die Fee nach dazu passenden Nachbarn, die noch in die Lücken passen.
- Freie Zeiträume nutzen. Wird ein Beet erst im Mai bepflanzt, kann davor noch frühe Kulturen wie Spinat, Feldsalat oder Postelein wachsen. Oder nach der Ernte Winterkresse. Solche Vor- und Nachkulturen sucht die Fee und schlägt sie vor.
Worauf sie dabei immer achtet:
- Nachbarschaften. Schlechte Nachbarn setzt sie nicht nebeneinander, gute bevorzugt sie.
- Fruchtfolge. Sie meidet schlechte Vorgänger und Nachfolger und bezieht ein, was in den Vorjahren auf dem Beet stand und was Du für die Folgejahre schon geplant hast.
- Pflanzzeiten. Jede Pflanze landet nur dort, wo sie zeitlich hineinpasst.
- Deine Wunschliste. Hast Du eine Wunschliste gepflegt, arbeitet die Fee sie bevorzugt ab.
Die Wunschliste
Die Gemüse-Planung funktioniert auch ohne Wunschliste. Mit einer gepflegten Wunschliste arbeitet die Fee aber deutlich gezielter, denn dann weiß sie, welche Pflanzen Du überhaupt im Garten haben möchtest. Du findest sie in der Navigation unter Wunschliste.
Für die Fee macht es einen Unterschied, in welcher Variante Du die Liste führst:
- Einfach: Du gibst nur an, welche Pflanzen Du möchtest. Die Fee bevorzugt die, die noch keinen Platz im Garten haben.
- Mit Anzahl: Du gibst zusätzlich eine Stückzahl an, etwa sechs Salate. Die Fee verteilt die offene Menge über Deine Beete, bis der Bedarf gedeckt ist.
Wie Du die Liste anlegst, aus dem Vorjahr übernimmst und nach ihr filterst, steht in der Anleitung zur Wunschliste.
Einstellungen für die Gemüse-Planung
Bevor die Fee loslegt, kannst Du im Dialog ein paar Dinge einstellen. Die Voreinstellungen passen für die meisten Fälle, Du musst also nichts verändern.
- Leitkultur mittig pflanzen. Bei Reihenmischkultur stehen die Leitkulturen meist mittig auf dem Beet, die Begleitkulturen links und rechts daneben. Schaltest Du das ab, setzt die Fee die Leitkulturen eher nach links. Diese Einstellung wirkt nur auf Beeten mit freier Reihenmischkultur.
- Zufall. Damit bringst Du Abwechslung in die Vorschläge. Ganz links schlägt die Fee bei jedem Lauf dieselben Pflanzen vor. Je weiter Du den Regler aufdrehst, desto eher probiert sie auch mal etwas anderes aus. So kannst Du mehrere Läufe vergleichen und den Vorschlag wählen, der Dir am besten gefällt.
- Reihenabstand und Pflanzabstand. Hier erlaubst Du der Fee, die empfohlenen Abstände etwas zu unterschreiten. Je weiter Du den Regler aufdrehst, desto dichter rücken die Pflanzen zusammen und desto mehr passt aufs Beet. Bei Beeten mit festen Reihen nach Gertrud Franck und Fam. Langerhorst ist der Reihenabstand vorgegeben und lässt sich nicht verändern.
Tipps für gute Ergebnisse
- Pflege Deine Wunschliste. Das ist der größte Hebel für treffende Vorschläge.
- Halte Deine Vorjahre aktuell. Je besser die Vergangenheit Deiner Beete gepflegt ist, desto sauberer plant die Fee die Fruchtfolge.
- Probier den Zufall aus. Lass die Fee zwei- oder dreimal laufen und vergleiche die Vorschläge. Oft ist ein späterer Lauf der schönere.
- Große Leitkulturen brauchen Platz. Steht eine große Pflanze mittig auf einem Beet, bleibt für ihre Standzeit wenig Raum daneben. Manchmal kannst Du die bestehende Pflanzung etwas an den Rand versetzten, dann passt eher etwas daneben.
Gründüngung
Gründüngung ist die wirksamste Einzelmaßnahme, um Deinen Boden zu verbessern. Du säst Pflanzen aus, die Du nicht erntest, sondern dem Boden zuführst. Leguminosen wie Klee und Wicke sammeln mit ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft, Tiefwurzler lockern verdichtete Erde, und eine geschlossene Pflanzendecke schützt den Boden vor Austrocknung, Verschlämmung und Auswaschung. Der wichtigste Grundsatz dahinter: Der Boden sollte nie nackt sein.
Anders als beim Gemüse plant die Fee Gründüngung flächig, nicht in einzelnen Reihen. Sie wird breitwürfig gesät, oft als Mischung mehrerer Sorten auf derselben Fläche. Untereinander brauchen Gründüngungspflanzen keine Abstände einzuhalten.
Die richtige Methode wählen
Gründüngung unterscheidet sich vor allem darin, wann sie wächst und wie sie endet. Du wählst eine von vier Methoden, und danach kommen nur Pflanzen in Frage, die zeitlich und von der Winterhärte her dazu passen.
- Herbst, abfrierend: Du säst nach der Ernte im Spätsommer oder Herbst. Die Pflanzen frieren im Winter ab und bleiben als schützende Mulchdecke liegen. Im Frühjahr ist der Boden gleich wieder verfügbar. Typische Vertreter sind Phacelia, Buchweizen, Gelbsenf und Sommerwicke.
- Herbst, überwinternd: Ebenfalls nach der Ernte gesät, aber die Pflanzen sind winterhart und stehen über den ganzen Winter. Im Frühjahr schneidest Du sie herunter und arbeitest sie ein. So bleiben Nährstoffe über den Winter im Boden, und lebende Wurzeln schützen die Erde. Typische Vertreter sind Winterroggen, Winterwicke und Inkarnatklee.
- Frühjahr, Vorkultur: Im Frühjahr gesät, mit kurzer Standzeit. Sie wächst, bevor die Hauptkultur ins Beet kommt, und wird vorher heruntergeschnitten und eingearbeitet. Gut für eine schnelle Portion Grünmasse vor den Sommerpflanzen.
- Ganzjährig, Brache: Eine ganze Saison Gründüngung in einem Jahr, in dem ein Beet sonst ruht. Das ist die gründlichste Kur für ausgelaugte Böden, oft mit mehrjährigen Arten wie Klee oder Luzerne.
Worauf es Dir ankommt
Gründüngungspflanzen können sehr Unterschiedliches: Die eine sammelt Stickstoff, die andere lockert den Boden tief, eine dritte vertreibt Nematoden. Damit die Fee die passenden Sorten für Deinen Boden auswählt, sagst Du ihr, worauf es Dir ankommt.
Dazu sortierst Du eine Liste von Eigenschaften per Ziehen am Griff. Was oben steht, ist Dir am wichtigsten:
- Stickstoff sammeln. Leguminosen reichern den Boden mit Stickstoff an, von dem die nächste Kultur zehrt. Gut vor Starkzehrern wie Kohl oder Tomaten.
- Boden tief lockern. Tiefwurzler durchbrechen Verdichtungen und hinterlassen Wurzelkanäle für Wasser und Luft.
- Nematoden bekämpfen. Manche Arten verdrängen oder bekämpfen schädliche Fadenwürmer im Boden.
- Unkraut unterdrücken. Schnellwachsende, dicht deckende Arten lassen Unkraut keine Chance.
- Bienen und Insekten fördern. Blühende Gründüngung wie Phacelia ist eine wertvolle Bienenweide.
- Nährstoffe binden. Manche Arten fangen gelöste Nährstoffe ab und bewahren sie über den Winter vor der Auswaschung.
Zwei Beispiele: Hast Du einen ausgelaugten Boden, ziehst Du “Stickstoff sammeln” und “Boden tief lockern” nach oben. Plagen Dich Fadenwürmer, setzt Du “Nematoden bekämpfen” an die erste Stelle.
Wie viele Sorten? Die Mischung
Oft ist es sinnvoll, nicht nur eine Gründüngungspflanze zu säen, sondern mehrere zu mischen. Verschiedene Arten kombinieren ihre Stärken: Eine Leguminose liefert Stickstoff, ein Tiefwurzler lockert, ein Gras bildet viel Wurzelmasse. Fällt eine Art mal aus, springen die anderen ein.
Mit dem Regler Sorten je Fläche gibst Du eine Obergrenze vor, wie viele Sorten höchstens auf eine Fläche kommen. Findet die Fee nur eine wirklich passende Sorte, sät sie lieber diese eine, statt die Mischung mit einer unpassenden aufzufüllen. Je mehr Sorten Du zulässt, desto vielfältiger die Mischung, aber desto mehr Saatgut und Aufwand brauchst Du.
Bereiche bei großen Beeten
Auf großen, zusammenhängenden Beeten kann die Fee die Fläche in mehrere Bereiche teilen und in jedem Bereich eine eigene Pflanze oder Mischung säen. Das hat einen handfesten Grund: So lässt sich die Fruchtfolge besser einhalten. Auf der einen Seite kannst Du zum Beispiel Kreuzblütler säen, auf der anderen Leguminosen, ohne dass sie sich in die Quere kommen.
Mit dem Schalter Bei großen Beeten Bereiche bilden steuerst Du das. Kleine Beete bekommen ohnehin auf der ganzen Fläche dieselbe Mischung, da lohnt sich keine Aufteilung.
Fruchtfolge bei Gründüngung
Auch Gründüngung gehört in die Fruchtfolge. Der häufigste Fehler ist, eine Gründüngung aus derselben Pflanzenfamilie wie die Vor- oder Nachkultur zu wählen. Kreuzblütler wie Gelbsenf oder Ölrettich vor oder nach Kohl können die Kohlhernie fördern, und Leguminosen direkt vor Bohnen oder Erbsen führen zu Bodenmüdigkeit oder Kleekrebs.
Die Fee berücksichtigt das automatisch. Sie bewertet jede Gründüngung danach, was vorher auf dem Beet stand, was danach kommt und was im selben Zeitraum daneben wächst. Schlechte Vorgänger, Nachfolger und Nachbarn meidet sie deutlich, sehr schlechte fast vollständig. Steht also noch eine Buschbohne auf dem Beet, schlägt sie Dir keine Wicke daneben vor. Damit das gut funktioniert, helfen wie beim Gemüse gepflegte Vorjahre.
Darstellung der Gründüngung
Bei den Beeten mit Reihenmischkultur werden Pflanzungen alle paar Reihen erstellt. Dies soll jedoch eine breitwürfige Aussaat darstellen.
Tipps für gute Gründüngung
- Lass den Boden nie nackt. Wann immer ein Beet oder ein Teil davon frei wird, lohnt sich eine Gründüngung, und sei es nur für ein paar Wochen.
- Vor Starkzehrern lohnen Leguminosen. Wenn im nächsten Jahr Kohl, Tomaten oder Kürbis kommen, ziehe “Stickstoff sammeln” nach oben.
- Im Zweifel Phacelia. Sie ist mit keiner Gemüsefamilie verwandt, passt also in jede Fruchtfolge, blüht für die Bienen und keimt zuverlässig.
Beim Jahreswechsel wird die Gründüngung übrigens nicht mit ins neue Jahr übernommen. Sie richtet sich nach der Fruchtfolge und wird am besten jedes Jahr neu von der Fee berechnet.